Kompetenzfestungen v. Welt-Sozialämter

“…..Wir beobachten zwei unterschiedliche Umgangsweisen. Wir haben eine Gruppe von Ländern (Ostasiaten sowie Kanada, Australien und Neuseeland), die ihre Grenzen militärisch sichern und nur Qualifizierte hereinlassen. Ich nenne sie Kompetenzfestungen. Auch sie haben zu wenig Geburten und brauchen Einwandererraten, wollen aber ihre ökonomischen Spitzenplätze verteidigen. Deshalb schauen sie gewissermassen erbarmungslos nur auf Könnerschaft. In Europa will jetzt Grossbritannien ebenfalls zur Kompetenzfestung werden….” (lesenswert, hier)

10 comments

  1. Thomas Holzer

    “Man braucht schliesslich allein in der EU bis 2050 rund 70 Millionen, um die Ungeborenen (Abstand zu einer Geburtenrate von 2,1) zu ersetzen.”

    Man könnte es auch “ketzerisch” formulieren:
    Man braucht schließlich allein in der EU bis 2050 rund 70 Millionen, um die Abgetriebenen Kinder zu ersetzen.

    Ich denke, in den “Kompetenzfestungen” wird es friedlicher zugehen als in den Ländern, in welchen von Sozialromantik bestimmte Politikdarsteller versuchen, zu reagieren

  2. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    “Man braucht schließlich allein in der EU bis 2050 rund 70 Millionen, um die Abgetriebenen Kinder zu ersetzen.”

    Da ist was dran. Wobei diesen werdenden Menschen kein sicheres Drittland zur Verfügung steht und sie bereits im Mutterleib – also jener Ort, an dem sie eigentlich am sichersten sein sollen – getötet werden.

    Denen hat man von Anfang an nicht einmal den Hauch einer Chance gegeben sich zu wehren. Es steht keine Caritas zur Verfügung, die das “Asylverfahren” im Lichte der Welt solange rauszögert, bis es einen legalen Aufenthaltsstatus in der Wiege gibt.

    Und es gibt keine Bürgerrechtsbewegung die sich gegen die Vollstreckung diesesTodesurteils stemmt, das diesen Menschen, deren einzige “Schuld” es ist, nicht von ihrer Mutter gewünscht zu werden, droht.

    Die größten Tragödien spielen sich dort ab, wo keiner hin sieht.

  3. H.Trickler

    Als nach dem 2. Weltkrieg die Flüchtlingskonvention unterzeichnet wurde, war es äusserst selten, dass Flüchtlinge aus grosser Distanz nach Europa reisten – Ganz einfach weil das Reisen damals viel zu schwierig und teuer war.

  4. Selbstdenker

    @H.Trickler
    Der ursprüngliche Gedanke vom Asyl war, dass sich Leute von einer konkreten Bedrohung von Leib und Leben durch Flucht in Sicherheit bringen konnten (Flucht von…). Die heute praktizierte Umdeutung vom Asyl läuft auf einen Rechtsanspruch in ein bestimmtes Land zu migrieren hinaus (Flucht nach…).

    Diese Umdeutung vom Asylbegriff sowie die Gleichsetzung von Flüchtlingen im Sinne der Genfer Konvention mit gewöhnlichen Migranten führt geradezu zwingend in das aktuelle Chaos. Egal wie die Sache ausgeht: der momentane Zustand wird nicht von Dauer sein.

  5. Mourawetz

    Ich verstehe auch nicht, warum wir “unseren” Geburtenausfall durch Einwanderung kompensieren müssten. Nau und? Dann werden wir halt weniger. So what? Darf es immer nur Wachstum geben?
    Das Argument zieht doch gar nicht.

  6. Selbstdenker

    @Mourawetz:
    Meiner Meinung nach kann es auch wirtschaftliches Wachstum ohne stetig wachsende Bevölkerung geben. Aber ohne wachsende Wirtschaft führt eine stetig wachsende Bevölkerung genau zu jenen Zuständen, wie man sie von Teilen Afrikas und dem Mittleren Osten kennt.

    Die Wirtschaft ist schon lange nicht mehr auf eine wachsende Bevölkerung angewiesen. Aber die Sozialsysteme haben über Jahrzehnte hinweg ohne wirkliche Kontrolle vor sich hergewuchert, so dass diese nur mit einer wachsenden Zahl von Beitragszahlern am Leben erhalten werden können.

    Der fundamentale Irrtum der sozialstaatlichen Besitzstandswahrer ist der, dass man Migranten aus Afrika und dem Mittleren Osten in Sachen kultureller Anpassungsfähigkeit und beruflicher Qualifikation mit jenen aus Osteuropa oder Asien gleichsetzt.

    Die Leute, die nun in Massen nach Europa strömen, verfügen nicht über jene Qualifikationen, die hierzulande benötigt werden. Sie werden sich also nicht in die von Sozialpolitikern insgeheim erhoffen Beitragszahler verwandeln, sondern sie werden dauerhaft in einem umfassenden System der Abhängigkeit von Sozialleistungen gefangen bleiben.

    Thilo Sarrazin hat dies treffend als eine Migration in die Sozialsysteme bezeichnet. Hinzufügen möchte ich, dass eine Abhängigkeit von Sozialleistungen auf Dauer nur die Karriere-Armutsverwalter, nicht jedoch die Migranten und schon gar nicht die einheimische Bevölkerung glücklich machen wird. Diese Sache wird nicht gut ausgehen.

  7. Thomas Holzer

    @Mourawetz
    Österreich ist in den knapp letzten 10 Jahren um über 1 Million Einwohner “gewachsen”; und die Phrasologie der angeblicher Weise notwendigen Zuwanderung hat sich trotzdem nicht geändert……….

  8. Christian Peter

    ‘Auch Sie haben zu wenig Geburten und benötigen daher Einwandererraten’

    Diese Leier ist aus wirtschaftlicher Sicht völliger Unsinn, ganz im Gegenteil wird die Lücke in Zukunft durch Einwanderung noch viel größer, denn wer wird die Pensionen der Zugewanderten bezahlen ?

  9. Selbstdenker

    @Christian Peter
    Das Problem ist nich die Zuwanderung an sich, sondern welche Leute zuwandern.

    1) Wenn stetig Leute zuwandern, die nicht im Sinn haben sich im Gastland einzugliedern, da sie diese Kultur völlig ablehnen, wird es auf kurz oder lang im Gastland so aussehen wie in jenen Ländern aus denen sie kommen.

    2) Wenn Leute zuwandern, die nicht über die benötigten Qualifikationen verfügen um in einem hochentwickelten Industrieland Arbeit zu verrichten, werden damit auf kurz oder lang die Sozialsysteme gesprengt, da sie in dauerhafter Abhängigkeit von Sozialleistungen leben werden.

    3) Und wenn 1) und 2) zusammenkommen, ist der Sprengsatz für bürgerkriegsähnliche Zustände in zahlreichen Ballungszentren (siehe Detroit, Paris, London, Berlin, etc.) mit allen bekannten Konsequenzen gelegt.

  10. Christian Peter

    @Selbstdenker

    ein Zuviel an kultureller Diversität ist immer schlecht, ganz unabhängig vom Bildungsstand der Einwanderer. Migrationsforscher sprechen in diesem Zusammenhang von einem umgedrehten U : Bis zu einem bestimmten Grad nimmt der Wohlstand einer Gesellschaft mit zunehmender kultureller Vielfalt zu, nimmt dann aber rapide ab. Das bedeutet : Es gibt ein optimales Maß an Vielfalt, welches natürlich auch davon abhängt, wie schnell Einwanderer von der jeweiligen Gesellschaft aufgenommen werden.

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