Kontra Keynes

Von | 28. September 2013

Es heißt auch heute wieder in keynesianischer Manier, der Staat dürfe in der Krise nicht sparen, sondern müsse mit neuen Krediten die Wirtschaft ankurbeln. Erstaunlich ist das insoweit, als das diese Rezepte Ende der siebziger Jahre, nachdem von ihnen ein Jahrzehnt reichlich Gebrauch gemacht wurde, als gescheitert galten. Konjunkturprogramme trieben die Staatsverschuldung, die Politik des leichten Geldes beflügelte die Inflation und in Deutschland lag die Arbeitslosigkeit Anfang der achtziger Jahre nach einem Jahrzehnt Keynes so hoch wie nie zu vor. Keynes im folgenden beschriebene Thesen waren originell, aber heute wie damals stellt sich die Frage: Sind sie auch richtig? Ein paar ganz gute Antworten hier.

4 Gedanken zu „Kontra Keynes

  1. gms

    “Keynes glaubte an ein psychologisches Gesetz, wonach Menschen mit höheren Einkommen einen geringeren Anteil des Einkommens konsumieren und einen höheren Anteil sparen.”

    Die Donald-Duck-Fallacy ist tragende Säule des roten Universums. Ihrzufolge sickert hohes Einkommen als Münzen in Panzerschränke oder als Scheine in Matratzen, anstatt in Firmenbeteiligungen, Immobilien und Luxusgüter oder mittelbar über Kredite direkt in die Wirtschschaft.

    Verschärft wird diese rote Fehlannahme in Österreich um das Faktum, wonach hierzulande nur in verschwindendem Maß Konsumgüter hergestellt werden. Daß wir leistungstechnisch als Staat halbwegs ausgeglichen bilanzieren, ist zum überwiegenden Teil dem Fremdenverkehr zu verdanken, sowie dem Export von Dienstleistungen (i.e. Ingenieurs- und Bankwesen), Maschinen und Gütern der Zulieferindustrie. Im reinen Warenhandel stehen Einfuhren von 132 Mrd. bloß Ausfuhren von 123,5 Mrd. gegenüber, ja selbst beim Thema Ernährung bilanzieren wir jedes Jahr mit rund 1 Mrd. negativ. (alle Daten von 2012, Statistik Austria [1]).
    Bekleidung wird nicht extra ausgewiesen, aber die Vermutung liegt nahe, wonach auch dieser (neben Ernährung und Wohnen) relevanteste Ausgabenposten von Geringverdienern sich nach einer sozialistischen Verkurbelung per Deficit Spending auf der Negativseite niederschlägt und damit einzig und allein den Export anderer Länder beflügelt.

    Als Konsequenz der Ignoranz trivialster Tatsachen hatte Österreich mit 9,2 resp. 8,4 Mrd. Euro in den Jahren 2011 und 2012 die größten Handelsbilanzdefizite seit 1995 [2]. Das sei den davon profitierenden Ländern herzlichst gegönnt, wäre die gleichzeitig damit einhergehende rote und über alle Maßen faktenresistente Propaganda zum vorgeblichen Vorteil des kleinen Mannes nicht gar so erbärmlich dumm, daß mit dem ganzen Zinnober ausgerechnet sein Arbeitsplatz gesichert würde.

    [1] statistik.at/web_de/services/wirtschaftsatlas_oesterreich/aussenhandel/024384.html
    [2] statistik.at/web_de/services/wirtschaftsatlas_oesterreich/aussenhandel/024382.html

  2. Rennziege

    Zitat aus dem “liberal”-Artikel von Gérard Bökenkamp:
    “Es ist also eine offene Frage, ob Keynes selbst tatsächlich Keynesianer war.”
    Ob er es tatsächlich war, könnte nur der Lord selbst beantworten. Doch er würde, wenn er noch unter uns weilte, sich mit Grausen von den politischen und charakterlichen Huren Nonvaleurs distanzieren, die ihn als chronisch unvollständig zitierten Freier Stichwortgeber planwirtschaftlicher Zwangsbeglückungen missbrauchen.
    Er sollte uns leidtun; er kann sich ja nimmer wehren. So wird von John Maynard Meynes wohl nur bleiben, was er auf die Frage “Was bringt die Zukunft?” antwortete:
    “Sorry. All I can say is: in the long run we’re all dead.”
    Und schon dies war eine Anleihe bei einer Zentralbank namens Neues Testament (Matthäus 25, 13). 🙂

  3. Karl Markt

    @gms

    Es ist doch ganz einfach: Würden Vermögen verkonsumiert, gäb es ja keine. Geld, das Sie ausgeben, haben Sie nicht mehr.

    Und die Banken borgen nicht die Vermögen her, sondern schöpfen Geld aus dem Nichts. Würde immer nur Geld hergebogt, dass es schon gibt, gäbe es kein Wirtschaftswachstum.

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