Kreml-Ufo feuert Laserwaffen gegen Weisses Haus!

Von | 9. März 2017

(JÜRGEN POCK) Verlieren ist schrecklich, das weiß jeder, der sich mit Ehrgeiz und Engagement einer Konkurrenz stellt. Die Niederlage dient oftmals als Mutter der Selbsterkenntnis, wer die Niederlage als Niederlage anerkennt, schafft das Fundament für neue Erfolge und kann aus Fehlern lernen. Diese Maxime tunlichst ignorierend, hadern Hauptstrommedien und politische Akteure weltweit noch immer mit dem Wahlsieg des blonden Bauherrn in den USA. Bereits am Wahltag überboten sich die Verlierer mit haarsträubenden Erklärungsversuchen und Manipulationsgerüchten. Bösartige Social Bots seien schuld an der Katastrophe.

Seit Wochen und Monaten unterstellen renommierte Medien, Russland hätte Trump aus dem Hintergrund ins Weiße Haus gehievt. Damit soll tatsächlich angedeutet werden, die US-Wahl könnte vom Kreml aus gesteuert oder zumindest entscheidend beeinflusst worden sein. Laut aufbrandenden Verschwörungstheorien habe Moskau das amerikanische Stimmvolk willenlos gemacht und somit sein politisches Schicksal maßgeblich bestimmt.

Schnell waren kurz nach Trumps Sieg diverse Dekadenzdiagnosen und der Untergang nicht nur der westlichen, sondern der gesamten Welt en vogue. Es folgte die globale Darstellung des US-Präsidenten als brutalen Schlächter, der Freiheit und Demokratie endgültig in die Knie zwingt und Rassismus wieder salonfähig macht. Jetzt treten die journalistischen Federführer beidseits des Atlantiks eine mutmaßliche Trump-Putin-Verschwörung breit und haben das gesunde Maß an Misstrauen überschritten. Sie flüchten aus der Welt der Logik in die Irrationalität von Konspiration und Furcht. Das US-Magazin The New Yorker vom 6. März zeigt sich in kyrillischem Titel und verwandelt ihr näselndes Dandy-Maskottchen, Eustache Tilley, in den russischen Machthaber: Eustache Vladimirovich Tilley. Auch das Blattinnere geizt nicht mit Kreativität: Die umfangreiche Coverstory wird von einer Illustration begleitet, die einen dunkelroten, UFO-ähnlichen Kreml zeigt, der einen Laserstrahl auf das Weiße Haus abfeuert.

War es einst die Rechte, die sich über den zunehmenden Einfluss Russlands Sorgen machte, ist es nun die Linke, die Trump als machtlose Marionette Putins hinstellt. Donald Trump sei ein ferngesteuerter Agent, der ausschließlich Moskaus Interessen diene und infolgedessen die liberale amerikanische Lebensart zerstöre. Der Spiegel, deutsches Pendant in puncto Trump-Bashing, folgt der medialen Panikmache in seiner aktuellen Ausgabe und persifliert Putin mit blondem Trump-Scheitel unter dem Titel: „Der Doppelregent“.

Namhafte Presseanstalten übernehmen ungefiltert Informationen, die besagen, dass russische Geheimmächte die US-Wahlmaschinen manipuliert und die Auszählung getürkt haben sollen. Wohlgemerkt, ohne stichhaltige Beweise. Die Paranoia geht sogar so weit, dass der Putin’sche Spuk für alles verantwortlich gemacht wird, das nicht den Geist der Eliten widerspiegelt. So soll das Brexit-Votum sehr wahrscheinlich mit russischer Hilfe zustande gekommen sein. So sollen auch die anstehenden Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland nur aufgrund russischer Einmischung unkalkulierbares Risiko in sich tragen. Und die überall lauernden Fake News seien lediglich von Moskauer Hand erschaffen, um unliebsamen politischen Entwicklungen entgegenwirken zu können.
Wir erkennen: Dieser konspirative Fieberwahn verbreitet sich unaufhaltsam weiter. Die medialen und politischen Spitzen wühlen sich durch vage Verschwörungstheorien und erkennen in jedem flüchtigen Telefonat mit Kreml-Vertretern eine geheime amerikanisch-russische Allianz, geschmiedet, um das Ende der USA und das Ende Europas voranzutreiben. Ihrer Sinnkrise folgend, haben sie dabei das Reich der Rationalität längst verlassen und wissen es noch nicht einmal.

6 Gedanken zu „Kreml-Ufo feuert Laserwaffen gegen Weisses Haus!

  1. nattl

    Die Geschichte lehrt uns, dass derart lächerliche Unterstellungen stets eine Vorstufe eines gröberen Konflikts waren.

  2. Fragolin

    Scheint so, als würde die Niederlage der Kriegstreiberin Clinton, deren Ziel der Atomkrieg gegen Russland war, nichts daran geändert haben, dass die Vorbereitungen weiterlaufen. War zu befürchten, dass der militärisch-industrielle Komplex seine Bestrebungen, Altwaffen über anderen Staaten zu entsorgen um Platz für neue zu machen, nicht stoppt.

  3. mariuslupus

    Die Demokraten befinden sich nach der Wahlniederlage im freien, desorganisierten Fall. Niemand hat ernsthaft dass Trump die Wahl gewinnen könnte. Man hat alles so gut organisiert, die Medien haben sich gemeinschaftlich bei der Demontage von Trump überboten, die ganze politische Elite unterstützte HRC, Und dann der 8.November. Ein Tiefschlag, gefolgt von einen Wachkoma, in dem die Demokraten unkontrolliert um sich schlagen.
    Die einzige Erklärung ist ,dass der Sieg Trumps nur durch schwarze Magie oder dunkle Macht, möglich war.
    Bis jetzt, kein, aber wirklich kein Ansatz zu Selbsterkenntnis der Verlierer, kein Versuch die Situation die zu dieser Niederlage geführt zu analysieren, oder aus dem Resultat zu lernen.

  4. aneagle

    1.) Wenn die US Wahl für Putin steuerbar war, trifft Obama die Hauptschuld. Er hatte 8 Jahre Zeit die Wahl sicherer zu machen.
    2.) Was den Spiegel betrifft, hat er in IM ERIKA ein lohnenderes Ziel. Wozu in die Ferne schweifen,……….?
    3.) Das “Gesudere” (©Gusenbauer) wird alsbald aufhören, ist doch die Message über hunderte Milliarden Aufstockung längst an den Rüstungskomplex ergangen

  5. Bösmensch

    Die Mainstream-Journaille hat sich anscheinend “alternativer Fakten” bedient.

  6. Dr.Fischer

    nattl: leider muß ich Ihnen zustimmen.
    @ Fragolin – die Vorbereitungen laufen weiter…ja, genau so wie in der EU, unbeirrt und hartnäckig wird am Basteln der Zentralregierung, der Nationenauflösung, der offenen Grenzen und am weiteren Import massenhafter Zuwanderer festgehalten.
    Die Fädenzieher fühlen sich weltweit ganz offensichtlich in keiner Weise behindert.

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