Krieg der Ärzte

Von | 20. Dezember 2021

(ANDREAS UNTERBERGER) Dürfen einzelne Ärzte andere Therapien empfehlen, als es Ärztekammer und die große Mehrheit ihrer Kollegen tun? In Österreich ist wie in etlichen anderen Ländern unter den Medizinern der Corona-Krieg voll entbrannt. Er spiegelt haargenau jenen Krieg, der sich auch auf den Straßen vieler Städte abspielt. Eine kleine, aber wild entschlossene Minderheit ist zum Kampf gegen die Mehrheit angetreten. Dieser Kampf macht überaus mulmig und verunsichert die ohnedies unter Pandemie und Maßnahmen leidende normale Bevölkerung zusätzlich.

Die Unterschriftenliste jener Mediziner ist lang, die gegen die von der wissenschaftlichen Mehrheit, der Ärztekammer und allen politischen Institutionen vorgegebene Linie protestieren. Freilich fällt auf, dass auf ihr ländliche Allgemeinmediziner, Zahnärzte, Abtreibungsärzte, Augenärzte oder Psychiater dominieren – aber praktisch kein Arzt, der auf Viren, Epidemien oder Intensivmedizin spezialisiert wäre.

Das ist nun gewiss kein endgültiger Beweis, dass die Unterzeichner Unrecht haben. Aber das scheint ein weiteres Indiz für einen von den dissidenten Ärzten nicht gerne gehörten Zusammenhang zu sein: Die Umsätze vieler frei praktizierender Ärzte leiden nämlich darunter, dass die Patientenbesuche seit zwei Jahren wegen der Pandemie seltener geworden sind. Und jedenfalls haben diese Indizien mehr Substanz als die lange ausgestreuten Behauptungen, dass die Pandemie nur eine Erfindung übler Geschäftemacher sei, die man in Bill Gates, im Weltwirtschaftsforum oder in den Pharma-Konzernen gefunden zu haben glaubt.

Tatsache ist, dass die gegen die Impfungen mobilisierenden Ärzte ein hohes Risiko eingehen, das ihnen wahrscheinlich selber gar nicht voll bewusst ist: Sollte nachweisbar sein, dass auch nur ein einziger Patient wegen ihrer von den offiziellen Empfehlungen abweichenden Behandlungsweise zu Schaden kommt, dann droht ihnen neben der zivilrechtlichen Haftung sowohl ein Strafprozess wie auch ein Berufsverbot.

Auf der anderen Seite ist nie hundertprozentig auszuschließen, dass sie aber zumindest mit einem Teil ihrer Kritik am Ende Recht behalten könnten. Freilich bestehen ihre Stellungnahmen weitgehend nur aus Kritik und Appellen zugunsten der Wahlfreiheit eines Patienten. Aber sie sagen fast nie konkret, wofür sie als Ärzte eigentlich sind, was sie sonst den hilfesuchenden Menschen empfehlen, um sich besser zu schützen. Sie sind damit freilich nicht so dumm wie die Pferdeentwurmungsmittel empfehlenden FPÖ-Politiker (die freilich als Nichtärzte rechtlich größere Narrenfreiheit haben).

Der Ausgang des Ärztekriegs kann noch sehr ambivalent werden: Er kann in der Vernichtung der beruflichen Existenz mancher jetzt recht leichtfertig Protestbriefe unterschreibenden Ärzte bestehen, sollten sie wirklich auch nur einem einzigen Patienten konkret von einer Impfung abgeraten haben. Möglicherweise werden Gerichte auch die schon die Veröffentlichung des Briefes mit seinen Inhalten als rechtswidrige ärztliche Ratschläge judizieren. Denn in dem von ein paar Dutzend Ärzten unterschriebenen Text heißt es: Bei “gesunden Menschen unter 65 Jahren ohne Risikofaktoren … überwiegen … mit hoher Wahrscheinlichkeit die Risiken durch die Impfung den potentiellen Nutzen.” Ein hochriskanter Satz.

Es ist aber eben auch nicht auszuschließen, dass der Ausgang des Ärztekrieges in einem wissenschaftlichen Triumph der Dissidenten bestehen wird, wenn sich etwa doch die seit einem Jahr von ihnen behauptete Schädlichkeit der Impfungen beweisen sollte. In der Wissenschaft ist nie ganz auszuschließen, dass doch die Minderheit recht behält. Nach allem, was ich (freilich als Laie) erfahren habe, als ich mich durch einschlägige Studien durchzuarbeiten versucht habe, ist die Chance darauf freilich weit geringer als eins zu hundert.

Allerdings begreifen ja erstaunlich viele Menschen Wahrscheinlichkeiten nicht und verhalten sich ziemlich unlogisch. Sonst würden ja nicht so viele rauchen und/oder sich adipös anfressen, obwohl das mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem frühen Tod  führt. Sonst würde ja wohl niemand dem Staat freiwillig sein Geld bei Lotterien oder Roulette andienen, obwohl er dabei nur eine extrem geringe Gewinnchance hat.

Besonders auffällig ist die in Ärztekreisen verbreitete Krankheit der Rechthaberitis. Während unter Juristen von Anwälten bis zu den Richtern alle wissen, dass es – fast immer – noch eine höhere Instanz gibt, die alles umdrehen kann, haben sich Ärzte eine Haltung antrainiert, die in der Anmutung der Allwissenheit selbst des kleinsten Turnusarztes besteht. Da es die Patienten erwarten, haben es viele Ärzte zu ihrem zweiten Ich gemacht.

Deswegen gibt es in der Medizin auch praktisch keine Plattformen wie in Jurisprudenz oder Technik, wo unter Leitung eines unabhängigen Vorsitzenden kontroversielle Seiten ihre Behauptungen detailliert beweisen müssen. Das findet nicht medial statt, das dürfte auch nirgendwo in den sogenannten Expertenstäben stattfinden, von denen sich die Politik beraten lässt. Bei denen ja meist schon die Zusammensetzung das Ergebnis determiniert.

Mangels einer solchen Plattform entgeht uns – durch das aggressive Kriegsgeschrei beider Seiten im Ärztekrieg taub gemacht – noch etwas sehr Überraschendes: Inhaltlich hat in Wahrheit durchaus eine gewisse Annäherung stattgefunden. Nur will dies keine Seite wahrhaben, weder die offiziellen Experten noch die Briefe schreibenden Kritiker. Aus Bestemm und Rechthaberei nicht. Und um die eigenen Anhängerkohorten nicht zu enttäuschen.

So sind die offiziellen Experten mittlerweile viel vorsichtiger geworden. Sie behaupten nicht mehr wie früher, dass irgendetwas die Pandemie ganz besiegen könne, dass es eine “Vollimmunisierung” oder einen dauernden Schutz geben würde. Das haben sie lange intensiv betont – und die Politiker ihnen nachgeplappert.

Aber auch die Kritiker-Front gibt mittlerweile, wenn auch widerwillig als Negation und in Schachtelsätzen formuliert, zu, dass Impfungen keineswegs sinnlos sind. So schreiben sie:

  • ” … ist mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass dieser Schutz erstens allenfalls hinsichtlich schwerer Verläufe relevant ist und zweitens nach spätestens sechs bis sieben Monaten statistische Signifikanz verliert”: Also gibt es doch auch in ihren Augen für sechs bis sieben Monate einen Schutz vor schweren Verläufen (wenn man einmal das trotzige “allenfalls” überhört)!
  • “… ob durch die Boosterimpfung ein weitergehender Schutz erzielt werden kann, ist ungewiss. Die bisher hierzu vorliegenden Studien überblicken nur wenige Wochen und machen deutlich, dass die absoluten Effekte allenfalls marginal sind”: Wieder kann das trotzige “allenfalls” und das trotzige “marginal” nicht die “absoluten Effekte” verwischen; und wenn unklar ist, ob der Schutz weitergeht, dann ist offenbar klar, dass es vorher einen Schutz gegeben hat.
  • “… bereits gegenüber der derzeit noch vorherrschenden Delta-Variante wurde ein verminderter und rasch schwindender Effekt der Impfungen gezeigt”: Und wieder müssen sie – hinter trotzig relativierenden Adjektiva – zugeben, dass es Effekte der Impfungen gibt. Denn wenn es die nicht gäbe, konnten sie nicht schwinden und vermindert werden.

Langsam kommen einem die in ihren Positionen verstiegenen Ärztekrieger beider Armeen wie ein zankendes Ehepaar vor, wo am Schluss keiner mehr weiß, worüber man eigentlich streitet. Aber dennoch steigt keiner mehr von seinem Baum herunter.

Würden die einen offen zugeben, dass die Wissenschaft lange nicht so erfolgreich ist wie erhofft und dass sie oft viel zu unvorsichtig Erfolge verkündet hat, und würden die anderen nicht nur verklausuliert, sondern deutlich zugeben, dass Impfen doch einen wichtigen Sinn hat, dann könnte der Ärztekrieg zu einem Ende kommen. Aber das wird er nicht. Weil man da wie dort recht haben und nicht einen Dialog führen, keinen Konsens erzielen will. Weil man von der eigenen Claque angefeuert wird.

Dabei droht beiden Seiten im Impfkrieg schon jeweils das nächste Ungemach:

A) Die regierungsnahe Seite wird noch viel an der noch mit Begeisterung ausgerufenen Impfpflicht zu kiefeln haben, je näher man sich mit ihr befasst. Denn sollte die Impfpflicht den erhofften Erfolg haben, sollte es also am Ende wirklich eine fast hundertprozentige Durchimpfung geben, könnte es ja dennoch zur Blamage kommen, dass die Pandemie weitergeht, weil das Virus weiter in der Welt ist.

Ebenso blamabel – wenn auch nicht für die Wissenschaftlerfront, sondern den Staat – wäre die Perspektive eines endgültigen Kollapses der Gesundheitsbehörden. Und die ist sehr wahrscheinlich. Waren die Gesundheitsbehörden doch schon lange – in Wien, aber auch in etlichen anderen Bundesländern – völlig außerstande, das eigentlich vorgeschriebene Contact-Tracing sinnvoll umzusetzen, die Absonderungsbescheide rechtzeitig auszustellen oder wenigstens nach zwei Jahren Pandemie die behördlichen Corona-Telefonleitungen ausreichend zu besetzen. Jetzt aber steht diesen ständig versagenden Behörden in Kürze die alle bisherigen Aufgaben in den Schatten stellende Mammut-Herausforderung bevor, hunderttausende Strafbescheide in juristisch sauberer Form auszustellen, die in ähnlich großer Zahl zu erwartenden Rekurse sauber zu beantworten und den Fall jeweils für die Oberinstanzen tauglich aufzubereiten. Wollen diese doch normalerweise jeden Einzelfall sauber behandelt sehen und sind nicht gewillt, sich mit Schimmeltexten abfertigen zu lassen. Da droht mit hoher Wahrscheinlichkeit die nächste Mega-Blamage der Gesundheitsbehörden, weil sie das rein administrativ nicht schaffen werden.

Noch größer ist die Blamage durch einen weiteren in den letzten Tagen gefällten Regierungsbeschluss. Nämlich den über eine vierzehntägige Pflicht-Quarantäne für jeden, der Kontakt mit einem Omikron-Infizierten hatte. Diese Quarantäne ist skandalös und verfassungsrechtlich unhaltbar, da

  • viele Anzeichen dafür sprechen, dass Omikron-Infektionen harmloser sind als die bisherigen Varianten, damit fällt die verfassungsrechtliche Rechtfertigung;
  • sogar die ganze Schulklasse eines einzigen infizierten Schülers in eine solche Totalquarantäne gehen muss;
  • die vierzehntägige Quarantäne auch dann vorgeschrieben ist, wenn der Kontakt-gehabt-Habende dreifach geimpft gewesen ist;
  • und da – jetzt muss man sich endgültig niedersetzen – sich selbst Geimpfte während der vollen 14 Tage nicht freitesten können.

Damit werden die ja noch immer so heftig beworbenen Impfungen lächerlich gemacht. Als Folge wird es kein Infizierter mehr wagen, sich seine Freunde durch deren Nennung als Kontaktpersonen zu Feinden zu machen.

B) Mindestens genauso dramatisch wird die Zukunft aber auch für die Gegenseite: Die impfkritischen Ärzte haben überhaupt noch nicht realisiert, in welche Gesellschaft sie sich begeben haben. Das müssten sie aber dringend, wollen sie auch nur eine Sekunde lang weiterhin ernst genommen werden.

Dabei geht es nicht um die angeblich rechtsextremen Parolen, die die Regierungsseite ständig zu erkennen behauptet, um die Demonstrationen zu diffamieren. Man bekommt zunehmend den Eindruck, dass die Behörden fast jeden Impfkritiker automatisch als Rechtsextremisten ansehen. Was diese aber nicht sind. Denn etwa der besonders oft als Beweis rechtsextremistischer Umtriebe genannte Vergleich zwischen dem Ungeimpften-Lockdown und den Judensternen der Nazis ist zwar unhistorisch, aber er ist nicht antisemitisch oder rechtsextrem. Denn er bedeutet ja eine Identifikation der Demonstranten mit den Juden. Die Behauptung ist sinnwidrig, dass man jemanden dadurch diskriminiert oder beleidigt, dass man sich selbst mit ihm identifiziert.

Hingegen ist etwas anderes skandalös und macht jeden, der da zumindest indirekt mitmacht und sich nicht laut distanziert, selber völlig unakzeptabel. Das sind die Demonstrationen von Impfgegnern vor Spitälern. Das sind die Bedrohungen und Angriffe gegen andersdenkende Ärzte, Impfpersonal, Journalisten und Polizisten. Da wird die Grenze zum Extremismus eindeutig überschritten. Das – und nur das – sollte jeden anständigen Menschen und Politiker sofort davon abhalten, weiter mitzumachen. Hier werden Grenzen überschritten, die jedes Restverständnis unmöglich machen. (Tagebuch)

22 Gedanken zu „Krieg der Ärzte

  1. Susi

    “…sie sagen fast nie konkret, wofür sie als Ärzte eigentlich sind, was sie sonst den hilfesuchenden Menschen empfehlen, um sich besser zu schützen”. Genau Her Unterberger, DAS denke ich mir schon seit Bekanntwerden der ersten kritischen “Ärztestimmen”. Was es bei mir erreicht hat ist, dass ich ALLEN Ärzten nun generell SEHR kritisch gegenüberstehe, sie ALLE haben Medizin studiert, also ALLE dieselbe Ausbildung, behandeln Krankheiten und sind sich nicht einig? WEM kann ich noch vertrauen ?

  2. Thomas F.

    Wenn der Autor auf die Argumente der kritischen Ärzte eingehen würde und die Daten, die sie ins Treffen führen, dann hätten wir irgendwann vielleicht einen wirklichen Diskurs. Aber diese Mühe macht auch er sich nicht. Aus unbewusster Angst vor der Wahrheit, hat man fast den Eindruck, gibt es hier Berührungsängste.

  3. Cora

    Die Kritikerfront sitzt am kürzeren Ast. Wie A.U. so treffend schreibt, “gibt [sie] mittlerweile, wenn auch widerwillig als Negation und in Schachtelsätzen formuliert, zu, dass Impfungen keineswegs sinnlos sind. “. Die daran angeführte Bullet-Liste zeigt, auf welchen tönernen Füßen die Gegnerschaft steht. Umso erbitterter wird sie geführt. denn nun kann es ja justament nicht sein, dass die anderen recht haben. Naja, wie bei der Gurtenpflicht damals vor 40 Jahr, ein Dejavu nur schlimmer. Österreich, Österreich, wo soll das nur hinführen? Ein Trost bleibt ja, die Gurtenpflicht wurde nach einiger Zeit dann doch akzeptiert, auch sie war ja eine eklatante “Freiheitseinschränkung”. Das wird hoffentlich bei der Impfung auch so sein. Und dann können wir uns hoffentlich wieder Wichtigerem widmen. Es gibt Wichtigeres als die grassierenden Virusvarianten: nämlich die grassierende Inflation und ihre gräuliche Zwillingsschwester, die kalte Progression, zumindest bei uns in Ösiland. Gegen die gibt es leider keine Impfung. Na das wär was, wenn man sich dagegen impfen lassen könnte!

  4. LePenseur

    Chère Mme. Cora,

    es ist, um es höflich zu formulieren, etwas unbedacht, die Gurtenpflicht mit der kommenden Zwangsimpfung zu vergleichen.

    Erstere ist nur während des Autofahrens einzuhalten (so, wie ich dabei auch bspw. einen ausreichenden Bremsweg oder das Einschalten der Scheinwerfer bei Einbruch der Dämmerung zu beachten habe). Sobald ich das Auto verlasse, betrifft mich das alles nicht im geringsten.

    Die Zwangsimpfung bedeutet hingegen, daß ich von Staats wegen einen medizinischen Eingriff zu dulden habe. Ein medizinischer Eingriff ist jedoch juristisch wie faktisch gesehen eine Körperverletzung, die nur deshalb straffrei bleibt, weil ich ihr zugestimmt habe. Ich habe vor jeder Operation eine genaue Information über die Notwendigkeit und die möglichen Risken erhalten (das dauerte im Schnitt ca. eine halbe Stunde) und habe dann freiwillig (!) zgestimmt, daß ich diesen Eingriff an mir vornehmen lasse. Hätte ich das nicht, wäre ich eben z.B. mit einem hochgradig gereizten Blinddarm wieder nach Hause gegangen. My choice, my risk.

    Bei einer Zwangsimpfung hingegen ist eine freiwillige Zustimmung ex definitione ausgeschlossen. Wenn diese im Gesetzestext dennoch fingiert wird, ist das eine eines Rechtsstaates unwürdige Farce! Das hat das Niveau von Bananenrepubliken mit einen mehr als penetranten Beigeschmack von Heuchelei und läßt mich an den bekannten Vorfall bei der Emigration von Sigmund Freud denken, der ja auch unterschreiben mußte, daß alles korrekt abgelaufen sei und dann meinte, er wolle noch ergänzen: “Ich kann die Gestapo jedermann aufs beste empfehlen.”

    Das ist zwar ein nicht verifizierbares Zitat, aber es entlarvt exakt die legistische Abgefeimtheit der aktuellen Legistik, mit der zwar formal betont wird, es gäbe keine Zwangsimpfung — aber alle übrigen Bestimmungen, wie es ja auch die “Verfassungsministerin” Edtstadler korrekt erfaßte, laufen darauf hinaus, daß ab Februar 2022 der weitere Aufenthalt eines ungeimpften Österreichers in seinem Heimatland Österreich illegal ist. Mit Strafandrohung und faktischem Berufsverbot — oder kennen Sie Berufe, in denen man weder Mitarbeiter noch irgendwelchen Kontakt zu Kunden und Lieferanten hat? Mit völligem Verbot sozialer Kontakte (außer mit einzelnen Angehörigen des Familienkreises). Mit Ausgangssperren und Betretungsverboten, die Sie zum völligen Outcast machen.

    Wenn das alles für Sie keine Freiheitseinschränkung bedeutet, sondern bloß eine solche in Anführungszeichen, analog zur Gurtenpflicht, dann haben Sie leider einen Freiheitsbegriff, der jede Diktatur der Welt legitimieren würde.

  5. Cora

    @penseur
    Ihr Ton ist völlig unangemessen. Diese plumpe, persönlich ansprechende, scheinheilig nette, herablassende Art … was fällt Ihnen ein, mich so anzusprechen? Auch Ihre verkorksten Argumente: die Gurtenpflicht entfällt, wenn man aus dem Auto steigt und ist deshalb mit der Impfpflicht nicht vergleichbar, was für eine Plattheit. Ihr schauerlicher Vergleich mit der Gestapo, die Herbeirufung ehrwürdiger Persönlichkeiten, etc. – tragen wenig dazu bei, mich zu überzeugen. Also, lassen Sie es gut sein und verschonen Sie mich.

  6. Johannes

    @LePenseur: I
    m Grunde gebe ich ihnen Recht.
    Ich bin gegen die Pflichtimpfung.
    Aber wer Rechte hat, der hat auch Pflichten.
    Wie sehen Sie die von der Intensivmedizin beschriebenen Überlastungen der Intensivstationen und damit einhergehenden Einschränkungen für jene Menschen deren schwere Krankheiten (nicht Covid) auf einer Warteliste landen?
    Welche Vorschläge würden Sie machen das diese Spitzenwerte von Ungeimpfte welche die Intensivstationen blockieren nicht eintreten.? Wo also machen Sie die Pflichten der Ungeimpften fest?
    Sie haben recht einen Gurt kann man ablegen, aber eine versäumte Krebsoperation eben auch nicht.
    Und bitte jetzt nicht mit der unbeschränkten Aufstockung der Intensivbetten argumentieren, von Ihnen erwarte ich mir schon realistischere Antworten.
    Sollten die Impfgegner nicht akzeptieren das sie im Fall des Falles eben mit dieser Krankheit, ganz eigenverantwortlich selbst fertig werden müssen, wenn bestimmte Kapazitäten ausgeschöpft sind?

  7. GeBa

    @LePenseur
    Perfekt beantwortet!
    Dieses immer gleiche Geplapper der Befürworter ist manchmal nicht mehr auszuhalten.
    Normal negiere ich es, aber in dem Fall MUSS man zustimmen
    Danke

  8. hausfrau

    Es ist in der Tat zwecklos mit Zeugen Coronas zu diskutieren, womöglich noch Argumente oder Fakten anzubieten.
    Ihr Bestreben beschränkt sich lediglich auf Recht haben wollen und AUS.

  9. Tomj

    @Johannes: Ihr Argument wäre unter Umständen stichhaltig, wenn es denn jemals eine Überlastung der Intensivstationen gegeben hätte. Abgesehen von einer Fake-Meldung der APA (“Leichen wegen Überfüllung am Gang abgestellt” vom November, die von keinem einzigen Spital offiziell bestätigt wurde), lagen im November 2021 nämlich maximal 642 Personen auf österreichischen Intensivstationen (die Spitze lag am 7.12. bei 670 – im Vergleich lag der Höchststand 2020 bei 709, damit hat die Impfung aus dieser extrem vereinfachten Sicht ungefähr 10% ICU-Fälle verhindert. Das ist nicht Nichts, aber für eine Impfpflicht verdammt wenig), was nicht einmal ein Drittel aller Intensivbetten in Österreich ausmacht. Alle Zahlen aus dem EMS via Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/COVID-19-Pandemie_in_Österreich

    @Ortner: Ich weiß nicht, was euer Problem ist. Löscht ihr meine Beiträge, weil sie euch nicht gefallen oder warum sonst? Ich wäre um Aufklärung eurerseits dankbar. Meine e-Mail-Adresse habt ihr ja, lasst es mich einfach wissen.

  10. Tomj

    Rechenfehler meinerseits: Genau genommen ist die Wirkung sogar noch schlechter: 709-670 = 39 ~ 5.5% ICU-Fälle, die im besten Fall von der Impfung abgewendet wurden.

  11. Johannes

    @Tomj : Im Jahr 2020 wurde meines Wissens, noch nicht geimpft.
    Damals waren durchwegs ältere Menschen und Menschen mit besonderen Vorerkrankungen stark betroffen.
    Nun sind mittlerweile annähernd knapp 70 Prozent der Menschen geimpft. Sie sprechen von einer Höchststandszahl von zwischen 670 und 709 auf Intensivstationen, verschweigen aber oder wollen sich vielleicht selbst nicht eingestehen das diese Zahlen nicht von allein aufgehört haben zu steigen, sondern durch eine Notbremsung namens Lockdown gestoppt wurden.

    Der Chef der Intensivabteilung des AKH sprach davon das nun vor dem letzten notwendig gewordenen Lockdown 85 Prozent der Covidpatienten auf der Intensivstation nicht geimpft sind.

    Mir ist es wirklich gleich ob sich jemand impfen läßt oder nicht, ich respektiere jede Meinung, aber Sie (die nicht Geimpften) müssen sich dann der Realität stellen, wenn zu wenig Betten vorhanden sind und die Konsequenzen akzeptieren und andere Patienten welche an anderen, nicht vermeidbaren Erkrankungen leiden, respektieren indem sie zu Gunsten dieser Leute auf auf ein Intensivbett und eine adäquate Behandlung verzichten.

    Ich sage das weder höhnisch noch sonst irgendwie böse gemeint.
    Aber wenn man volles Risiko geht dürfen Krebspatienten diesen- aus meiner Sicht, – Leichtsinn, nicht ausbaden müssen.

  12. sokrates9

    johannes@…..Und bitte jetzt nicht mit der unbeschränkten Aufstockung der Intensivbetten argumentieren, von Ihnen erwarte ich mir schon realistischere Antworten..
    Verstehe nichtwarum es ein Tabu ist über die Aufstockung von Intensivbetten zu diskutieren.Warum Intensivbetten in den letzten Jahren abgebaut wurden obwohl die Bevölkerung von 7 Mio Richtung 9 Mio steigt ist für mich auch nicht nachvollziehbar!..
    von Ihnen erwarte ich mir schon realistischere Antworten..

  13. sokrates9

    Cora@ Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.Ich halte die Überlegungen zu einer Zwangsimpfung wie LePenseur es darstellt für absolut richtig.Die Überlegungen der “Verfassungsministerin” Edtstadler laufen darauf hinaus, daß ab Februar 2022 der weitere Aufenthalt eines ungeimpften Österreichers in seinem Heimatland Österreich illegal ist.
    Ich verstehe nicht wie man das anders als im Sinne von Gräber aufreißen interpretieren kann. jetzt wurde uns 70 Jahre richtigerweise eingehämmert Niemals wieder und weehret den Anfämgen! Jetzt gibt es wieder ähnliche Sprachaggressionen, aber das ist alles ganz harmlos??

  14. dna1

    Grauenhafte Diskussion zwischen Cora und LePenseur.
    Ein Vergleich mit der Gurtpflicht ist auch deshalb schon unzulässig, weil, wenn man die Gurtpflicht ablehnt, Alternativen hat, z.B. mit dem Rad oder der Bahn zu fahren. Bei der Impfpflicht hat man keine strafbefreiten Alternativen.
    Ein Vergleich mit der Gurtpflicht ist auch deshalb völlig unzulässig, weil ich noch nie davon gehört hätte, dass man an Nebenwirkungen wie Fieber, Kopfweh bis hin zu Thrombosen und sogar Tod leiden täte, nur weil man sich im Pkw angegurtet hat.
    Das ist ein komplett schwachsinniger Vergleich.

  15. Johannes

    @Sokrates: Unbeschränkt ist nicht möglich und nach meiner Meinung erfordert ein exponetieller Anstieg der durch keinen Lockdown gebrochen wird diesen.
    Wenn Sie mir Ihre persönliche Meinung über den konkreten Bedarf an Betten nennen können bin ich sehr interessiert daran.

  16. Untergrundkämpfer

    Dieses „Angurten“-Argument taucht immer wieder auf. Was dabei vergessen wird: Unabhängig davon, ob ich mich nun angurte oder nicht, darf ich am öffentlichen Leben teilnehmen. Das ist für alle, die sich zwar nichts zu schulden kommen haben lassen, jedoch ungeimpft sind, nicht möglich.

    Ich tippe darauf, daß diese sogenannte Impfpflicht (sie wird vorrübergehend kommen, damit die Politiker zumindest ein bißchen ihr Gesicht wahren können) kurz-, spätestens mittelfristig, kassiert wird.

  17. sokrates9

    Johannes@:
    Verstehe nicht warum es ein Tabu ist über die Aufstockung von Intensivbetten zu diskutieren.Warum Intensivbetten in den letzten Jahren abgebaut wurden obwohl die Bevölkerung von 7 Mio Richtung 9 Mio steigt ist für mich auch nicht nachvollziehbar!..
    Unbeschränkt ist nicht das Thema, warum werden Betten abgebaut trotz Bevölkerungszunahme, noch dazu in Zeiten wo Geld offensichtlich keine rolle mehr spielt…

  18. Falke

    @LePenseur
    Nachträglich und verspätet noch Gratulation und Respekt für ihren ausgezeichneten Beitrag, der die Situation tatsächlich hervorragend und (fast) erschöpfend widerspiegelt.

  19. LePenseur

    @cora:

    1. lesen Sie, bitte, Ihre Antwort auf mein Posting durch, und Sie werden darin jede Menge Formulierungen finden, die exakt das sind, was Sie meinem Posting vorwerfen. Stört mich nicht weiter, da ich im Internet-Diskurs nicht übertrieben wehleidig bin — ich wollte es nur der Ordnung halber vermerkt haben.

    2. irren Sie, wenn Sie glauben, daß ich Sie “überzeugen” wollte. Absit longe! Was Sie denken und glauben, interessiert mich nur insofern, als es mich und meine Lebensführung beeinträchtigt. Ich wollte daher bloß Ihnen und den anderen Lesern dieses Blogs klarmachen, daß Ihre Argumente, insbes. das mit der Gurtenpflicht, nicht stichhältig sind. Ich verwendete die Formulierung: “unbedacht” — was m.E. eine durchaus höfliche Formulierung ist. Hätte ich bspw. “trottelhaft” geschrieben, so hätten Sie mit gewissem Recht ” … was fällt Ihnen ein, mich so anzusprechen? ” replizieren können. Auf “unbedacht” wohl nicht.

    3. und abschließend darf ich auf den von ihnen geäußerten Wunsch “Also, lassen Sie es gut sein und verschonen Sie mich” von ganzem Herzen mit einem “Sie mich auch!” replizieren.

  20. LePenseur

    Cher M. Falke,

    danke für die Blumen — und ich hoffe, mein Posting war eben nur “fast”, aber nicht allzu “erschöpfend” 😉

  21. seerose

    @ Sokrates
    Bin ich dann als österreichischer Staatsbürger ungeimpft staatenlos? Kann ich dann Asyl sagen und darf dann auf Wunsch der Pharmaindustrie nicht geimpft werden?

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