Krise, Moral und Crash

“…..Es spricht vieles dafür, dass die moralische Krise unserer Gesellschaft nicht eine Folge des wirtschaftlichen Crashs ist, sondern dass auch der Niedergang der Moral die Krise möglich machte. Wenn wir diese Krise bewältigen wollen, bedarf es daher nicht nur einer Reform des Wirtschafts- und Finanzsystems, sondern eines tiefgreifenden Struktur- und Gesellschaftswandels. Der wiederum nur durch radikales Umdenken machbar ist, wenn wir nicht – nach nur oberflächlichen, kosmetischen Korrekturen – immer wieder in ähnliche Krisen schlittern wollen…..” (hier)

15 comments

  1. Selbstdenker

    Die grundsätzliche Botschaft deckt sich mit meinen Beobachtungen. Dem ökonomischen Niedergang geht häufig ein moralischer Niedergang voraus. Meiner Meinung nach haben wir es nicht mit einer klassischen Wirtschaftskrise zu tun, sondern mit einer Wertekrise, die voll in die Wirtschaft durchschlägt.

    Das wirtschaftliche Handeln der Menschen beruht aber letztlich auf Werte der handelnden Akteure. Wenn es keine Werte gibt, gibt es auch keine Verhältnismäßigkeit. Und wenn Werte auf den Kopf gestellt und funktionierende Institutionen durch dysfunktionale Organisationen ersetzt werden, führt dies zwingendermaßen auch wirtschaftlich ins Chaos.

    Es ist aber nicht der Kapitalismus oder der phöse “Neoliberalismus”, dem wir diese Krise zu verdanken haben, sondern die Segnungen der Achtundsechziger entfalten inzwischen ihre volle destruktive Energie.

    Es gibt einen zentralen Ausgangspunkt, anhand dem man den Zustand einer Gesellschaft aus verschiedenen Blickwinkel am treffendsten beurteilen kann: Kinder.

    Läßt man sie überhaupt zu?
    Unter welchen Bedingungen wachsen sie auf?
    Wer kümmert sich um sie?
    Wie sieht man sie?
    Was will man ihnen weitergeben?

    Am lächerlichsten sind für mich dabei eingefleischte Feministinnen, die sich stets auf “ihre Nachteile durch Kinder” rausreden obwohl sie gar keine Kinder haben.

  2. Thomas Holzer

    Schön, wahr und gut!
    Aber mit Etatismus, Sozialismus, PC, Tschänderastentum und allen anderen (un)möglichen “Segnungen” durch “unsere” demokratisch legitimierten Politikerdarsteller werden sich eine Umkehr nicht bewerkstelligen lassen; diese führen uns vielmehr schneller an das Ende der Sackgasse .

  3. Mike

    Die beiden Journalisten haben vollkommen recht! Egoismus, Dummheit, bildungsfernes Volk, charakterlosigkeit, führen die Gesellschaft ins Unglück! Die Welt ist Beweis genug.

  4. A.Felsberger

    Was kann man von individualistisch und utiltaristisch erzogenen Menschen schon erwarten? Dass sie die Familie hochhalten? Dass sie die Nation schätzen? Dass sie bereit sind sich staatlichen Regeln zu fügen? Dass sie an eine christliche Standesordnung glauben? Dass sie Demut gegenüber überlieferten Werten haben? Der moderne Mensch hat sich schon längst von all diesen Orientierungen verabschiedet und ergreift jede sich ihm bietende Chance, diese Werte in den Dreck zu ziehen. Nehmen sie sich doch selbst mal an der Nase! Was liest man denn in diesem Forum? Hass gegen die Obrigkeit, Verleumdung derselben als Bürokratie, Verächtlichungmachung der Demokratie, das Predigen eines Individualismus, der nur in der Zerstörung aller Werte münden kann! Und Sie, werte Diskutanten, wollen eine neue Ordnung errichten? Dass ich nicht lache! Was anderes als utilitaristische Anarchie fällt ihnen sicher nicht ein! Niemand hat das unverschämter zum Ausdruck gebracht als F.Nietzsche, der grosse Individualist: «Ich bin zuletzt der erste Psychologe des Christentums und kann, als alter Artillerist, der ich bin, schweres Geschütz vorfahren, von dem kein Gegner des Christentums auch nur die Existenz vermutet hat. – Das ganze ist das Vorspiel der “Umwertung aller Werte”, des Werks, das fertig vor mir liegt: ich schwöre Ihnen zu, daß wir in zwei Jahren die ganze Erde in Konvulsionen haben werden. Ich bin ein Verhängnis.» So ist es: Der Individualismus ist ein europäisches Verhängnis!

  5. Selbstdenker

    @Gaudium:
    Ob ein Wirtschafts-Crash automatisch die Lösung bringt, wage ich zu bezweifeln, weil dies nicht zwingendermaßen auf die vorgelagerten Parameter einen Einfluss hat.

    Meiner Meinung nach sollte ein modernisiertes bürgerliches Gegenkonzept entworfen, eine Gegenöffentlichkeit aufgebaut und nicht mehr nach den Spielregeln der Achtundsechziger gespielt werden.

    Über gezielte Befolgung und Nicht-Befolgung gesellschaftlicher Regeln lassen sich die bestehenden Institutionen verändern, zerstören oder neue, eigene Institutionen aufbauen.

    Ziviler Ungehorsam ist für viele Bürgerliche sicherlich eine ungewohnte Erfahrung, aber dieser kann, wenn man sich die die verbiesterten Fratzen unserer Feinde vor Augen hält, auch richtig Spass machen! 🙂

    Nicht die Ökonomie, sondern die Achtundsechziger sollen crashen. Und die befinden sich bereits nur ein, zwei Schritte vor dem Abgrund. Egal, wer die nächsten Jahrzehnte für sich entscheiden wird, die Achtungsechziger werden nicht mehr zu den Gewinnern zählen.

    Das aufgeregte Gegacker der Achtundsechziger gegen den abstrakten Feind “Neoliberalismus” zeigt, wie sehr die Nerven in dieser Szene bereits blank sind. Sie versuchen sich rasch vom Acker zu machen und einem anderen, der gar nicht anwesend ist, die Schuld am eigenen, umfassenden Versagen zuzuschreiben. Darin waren und sind sie Profis.

    Die ursprünglichen Neoliberalen haben nicht versucht den Sozialismus (in seinen Spielarten Kommunismus und National-Sozialismus) zu “verbessern” oder zu “transformieren”, sondern sie haben ein Gegenkonzept für den Zeitpunkt nach dem unausweichlichen Crash dieser Ideen aufgebaut.

    Spielen wir nicht mehr nach ihren Regeln und bauen wir uns eine Zukunft nach unseren Regeln auf.

  6. Selbstdenker

    @A.Felsberger:
    Sie liegen falsch. Das was Sie offenbar (direkt oder indirekt) hier fordern, ist ein One-way Ticket in den Faschismus. Nein danke, auf diesen “Fortschritt” kann ich verzichten.

  7. A.Felsberger

    Diese libertären Gedanken, denen hier viele anhängen, sind nur die Speerspitze des europäischen Individualismus und als solche höchstens aus pathologischer Sicht interesssant. Ihr träumt von einem Wirtschaftskrieg, den ihr mit individualisierten Söldnern gewinnen wollt, während das chinesische Arbeitsheer als Grande Armée, als Volksarmee, vor Euren Toren steht? Kann man noch dekatenter und blinder gegen den Aufstieg Asiens sein? Europa ist am Ende, und es sind Eure individualistischen Gedanken, die dafür verantwortlich zeichnen! Da gibt`s kein Jammern, da gibt`s, wie Nietzsche sehr wohl wusste, auch kein Zurück, da gibt`s höchstens noch ein Bedauern für Eure Dummheit! Wenn schon untergehen, dann wenigstens mit Verstand! Mit einem klaren Kopf dem Teufel – dem europäischen Individualismus – ins Auge schauen! Aber gut: Schimpft weiter auf die anderen, auf die Bösen, die Euch dieses Leid zufügen! Jeder nur das, was er kann!

  8. A.Felsberger

    Herr Selbstdenker: Ich fordere gar nichts, ich diagnostiziere. Das ist ein grosser Unterschied. Nicht jeder kann Chirurg sein, es muss auch einfache Ärzte geben.-) Grüsse A.F.

  9. Selbstdenker

    @A.Felsberger:
    Ich habe – offenbar im Gegensatz zu Ihnen – selbst in China gearbeitet.

    China erlebt gerade deshalb einen enormen Aufschwung, weil sie unsere westlichen Werte übernommen und mit dem Konfuzianismus verwoben haben.

    Auch wenn die USA durch den Schuldenexzess von G.W. Bush und Obama derzeit relativ schwächeln – gesellschaftlich stehen die individualistischen Amerikaner immer noch recht gut da.

    Sorry, Sie versteigen sich in wirre Thesen, ohne aus verschiedenen Blickwinkeln einen Reality-Check vorzunehmen.

  10. A.Felsberger

    Der europäische Individualismus hatte seine Zeit: Er hat die Industrie und die grossen Städte aus dem Boden gestampft, die Bevölkerung aus überlieferten ständischen Formen gerissen, und bemerkenswerte kulturelle Leistungen vollbracht. Ehrlich zu sich selbst war er nie, die Weltherrschaft, die Unterwerfung der Kolonien, die mit ihm Hand in Hand ging, hatte immer eine kollektive und keine individualistische Form. Die Zeit des Erfolges ist nun vorbei, und alle Versuche einer Neu-Kollektivierung sind gescheitert. Zu mehr als Faschismus und Stalinismus hat es der Europäer nicht gebracht. Nun heisst`s: erfolgreicheren Formen der Kollektivierung wie jenen Chinas die Aufmerksamkeit zu schenken oder sich weiter im eigenen Leid zu verkriechen. Ich zweifle keinen Moment daran, dass der individualistische Europäer die Übernahme der kollektiven Orientierung Chinas nicht schafft. Verlangt auch niemand von ihm! Aber sein Hirn sollte er nicht ausschalten, und die Ursachen seines Niedergangs klar benennen. Mehr will ich nicht sagen: wenn mich andere deshalb für einen Nationalisten oder sonst was halten, dann ist das ihr Problem! Niemals würde ich für so eine dekatente, spezifisch europäische Form der Kollektivierung das Wort ergreifen.

  11. A.Felsberger

    Ich muss nicht in China leben, um zu sehen, was dort abläuft. Die Bilder der digitalen Welt, die Meinungen und Stimmen, die man vernimmt, sind allgegenwärtig. China hält sehr wenig vom europäischen Weg und jeder, der das behauptet, gibt sich einem Wunschdenken hin. Tag für Tag darf man in unseren Zeitungen die Hoffnung lesen, dass sich China dem demokratisch-europäischen Weg anschliesst. Ja, wo denn? Dass China mit der Vergangenheit Mao`s abrechnet? Ja, wo denn? Dass China Banken privatisiert und endlich der Kreditkrise freien Lauf lässt? Ja, wo denn? Ihr seid lauter Träumer, noch 20 Jahre und China dominiert die Welt!

  12. A.Felsberger

    >Sorry, Sie versteigen sich in wirre Thesen, ohne aus verschiedenen Blickwinkeln einen Reality-Check vorzunehmen.> Ja, “wirr” ist ein gutes Wort! Dem Europäer erscheint es als “wirr”, dass die USA die Schuldenkrise besser bewältigt hat als er, und es entgeht ihm dabei, dass die Amerikaner dies auf eine kollektive Art getan haben. Dem Europäer scheint es als “wirr”, dass China ihn nach allen Kriterien des ökonomischen Erfolgs überrennt, denn es hiesse: die kollektive Natur Chinas und seine Überlegenheit zu respektieren. Was immer der Europäer als “wirr” bezeichnet: ist bloss die Unfähigkeit über seine eigenen Dogmen hinwegzublicken. Er ist selbstherrlich und blind, und kann die Welt nur von seinem Fleckchen aus denken. So viel zum Begriff “wirr”.-)

  13. Thomas Holzer

    Und die kollektive “Art” hat die Krise erst ermöglicht; auch dies sollte man nicht vergessen

  14. Rennziege

    To cut a long story short: Es täte uns gut, uns auf das Christentum (oder dessen überlebende Reste) zu besinnen, um ein bisschen Moral in unser Tun und Lassen einfließen zu lassen, unabhängig von politischen und zeitgeistigen Maulwürfen. Die 68er nähern sich ihrem biologischen Ende, aber sie haben wirksam dafür gesorgt, dass sogar Kleinkinder und Erstklassler in ihrem Sinn indoktriniert werden: Anything goes und verantwortungslose Beliebigkeit werden uns nicht weiterbringen, sondern nur Frust und Einsamkeit auslösen.

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