Krise, welche Krise?

(ANDREAS TÖGEL)  Die Arbeitslosigkeit im Land am Strome nimmt zu. Kein Tag ohne neue Nachrichten von Firmenschließungen oder Produktionsverlagerungen ins Ausland. Zuletzt waren es etwa die vom Aus des Wäscheherstellers Triumph im burgenländischen Oberwart (mit 210 Arbeitsplätzen) und die des zum französischen Saint-Gobain-Konzern gehörigen Glasfaserherstellers Isover in Stockerau. Im diesem Werk nördlich von Wien, werden zum Jahresende 2015 90 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Verantwortlich dafür ist nicht nur die allgemein schlechte Konjunktur. Es gibt auch hausgemachte politische Ursachen.

Es ist nicht so, dass nur Groß- und Konzernbetriebe aus Österreich abwandern. Mittlerweile kehren auch kleine und mittlere Produzenten dem Land den Rücken – und das nicht ohne Grund: Die Alpenrepublik verkommt mehr und mehr zur Abgaben- und Steuerwüste. Die Slowakei dagegen lockt, wie viele andere Staaten des ehemaligen Ostblocks, mit niedrigen Steuern und vergleichsweise moderaten Löhnen und: Pressburg ist gerade einmal 60 Kilometer von Wien entfernt. Während Unternehmern dort aber größte Wertschätzung entgegengebracht wird, leiden diese in Österreich unter kollektiver Verachtung. Zudem macht der ständig zunehmende Steuer- Regulierungs- und Wettbewerbsdruck, den heimischen KMU das Leben immer schwerer. Die Zeiten, da die heimischen Betriebe sich hinter dem Eisernen Vorhang vor Konkurrenz aus dem Osten sicher fühlen duften, sind eben schon lange vorbei. Jetzt geht´s ans Eingemachte.

Von alldem machen sich natürlich fortschrittliche Geister, wie etwa der Klubobmann der SPÖ, Andreas Schieder, nicht die geringste Vorstellung. Als Sohn des langgedienten SPÖ-Abgeordneten Peter Schieder, verfügt der Mann über so etwas wie den großen Proletariernachweis. Alter roter Parteiadel. Dass er, wie die meisten seiner im Parlament sitzenden Genossen, Zeitlebens niemals sein Brot unter Marktbedingungen verdient hat, versteht sich von selbst. Nie war er etwas anderes als Kammerbürokrat und Berufspolitiker.

Und weil er demzufolge von der rauhen Welt außerhalb geschützter Werkstätten naturgemäß nicht die leiseste Ahnung hat, kann er auch völlig schwindelfrei die Forderung nach der Einführung einer sechsten Urlaubswoche für alle – ungeachtet ihrer Betriebszugehörigkeitsdauer, versteht sich – erheben. Begründet wird das vom gelernten Ökonomen Schieder, mit dem dadurch verbundenen Impuls zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Dass vor ihm noch keiner auf diese geniale Idee gekommen ist: Mehr Urlaub bedeutet weniger Arbeit pro Nase und bedingt daher mehr Nasen in Beschäftigung. Problem erkannt – Problem gebannt – brillant! Da der von ihm angestrebte Effekt desto stärker ausfällt, je größer der Freizeitanspruch ist, verwundert es indes, dass er nicht sieben, acht oder gleich zwölf Wochen Urlaub fordert. Das hätte doch einen vielfach positiven Effekt auf die Beschäftigungssituation. Betriebe sind ja schließlich nicht für die Herstellung von Gütern oder das Angebot von Dienstleistungen da, wie finstere Reaktionäre, Ausbeuter und bürgerliche Spießer irrig annehmen, sondern, wie Andi Schieder gelernt hat, natürlich primär für die Bereitstellung ebenso kommoder, wie hochdotierter Arbeitsplätze.

Sollte dem Herrn Klubobmann diese Art von Voodoo-Ökonomie an der Universität Wien beigebracht worden sein, wäre es angebracht, das dort ansässige „Departement of Economics“ schleunigst, und zwar besser heute als morgen, dichtzumachen.

In einer Zeit, in der sich – siehe oben – die Beschäftigungssituation und die Lage der Betriebe im Lande dramatisch verschlechtern, den Unternehmen ohne jede Veranlassung mit sinnfreien Forderungen zusätzliche Lasten auferlegen zu wollen, ist grob fahrlässig. Das Gegenteil ist – auch im Sinne der Wähler der SPÖ – gefragt. Der Betriebsstandort Österreich muss wieder international konkurrenzfähig werden!

Nach Hundstorfer mit seinem Maschinensteuer-Vorstoß, erhebt nun dessen Parteifreund Schieder mit der Forderung nach einer sechsten Urlaubswoche den Anspruch auf die Schnapsidee des Monats. Wäre da nicht die Grünabgeordnete Musiol, mit ihrem skurrilen Verlangen nach einer strengeren Bestrafung des Führens von Adelstiteln – er hätte glatt gewonnen…

Tagebuch

36 comments

  1. Fragolin

    Solange sich Wähler und Wählerinnen (hier lege ich Wert auf Gendern!) von blödsinnigen Versprechungen und widersinnigem klassenkämpferischen Gequatsche begeistert einkochen lassen, werden wir auch mit solchem bombardiert werden. Ich glaube nicht, dass Schieder nicht weiß, dass er ökonomischen Blödsinn verzapft, aber ich glaube, er weiß sehr wohl, dass er damit Wähler aktiviert. Nach der Wahl gibt es dann ein paar Meldungen, dass die heldenhaften Kämpfer zum Wohle der Arbeiterklasse bei der fiesen Industrie und ihren finsteren schwarzen Vertretern beim Koalitionspartner interveniert haben und dort gar blockiererisch abgewiesen wurden, was 1) den Heldenmut der Sozen und 2) die ausbeuterische menschenschinderei der neoliberalen Kapitalisten beweist. Außer Spesen nix gewesen, viel Blabla um ein paar Wählerstimmen und in 5 Jahren beginnt das ganze Schmierentheater von vorne.

  2. Thomas Holzer

    “Krise, welche Krise?”

    Dafür von 08.50h -12.00h auf W24 life Sozialistenbeweiräucherung auf Steuerzahlerkosten….

    Kein Wunder, daß dieses Land den Bach hinunter geht; man lese auch das Interview des Bundestaxlers im heutigen “Österreich”; wem noch nicht schlecht ist, dem wird es spätestens dabei

  3. sokrates

    Man sollte aber gleich auch Mitterlehner vor den Vorhang holen: Auch er Apparatschnik vom feinsten, der noch nie in seinem Leben einen Euro ehrlich erwirtschaftet hat! Derzeit werden in einem österreichischen . Beschlägewerk infolge der Russlandssanktionen 250 Leute entlassen! Wo ist der Aufschrei gegen Sanktionen, die – siehe Abschuss der MH 17 durch die Ukraine – herbeigelogen wurde? Brav folgt man den Vorgaben der USA, die zwischenzeitlich mit den Russen all-time – high Handelsbeziehungen hat! Wo sind die Banker, die Milliardenrisken in der Ukraine und Russland haben! – Schweigen im Walde und großes Wundern warum Österreich in allen Rankings ( Ausnahme Kriminalität immer mehr zurückfällt!!

  4. A.Felsberger

    “Der Betriebsstandort Österreich muss wieder international konkurrenzfähig werden!” Soll ich daraus schliessen, dass Sie Österreich zu China, Vietnam oder Bangladesch machen wollen? Oder genügt ihnen bereits Polen, wo die Menschen um ein Drittel mehr arbeiten und gerade mal die Hälfte verdienen, wo Altersversorgung ein Fremdwort ist und Arbeitslose ihre Heimat Richtung GB, Kanada oder USA verlassen sollen? Was propagieren Sie hier eigentlich? Das weltweite Vagebundentum? Das Zerreissen von Familien aus Gründen des bloßen Überlebens? Ist das das Ziel, das Sie für ein Volk haben? Man kann sich nur mehr wundern angesichts der Ahnungslosigkeit, die Sie hier zur Schau stellen. Haben Sie, Herr Tögel, die Weisheit mit dem Löffel gefressen? Wo ist ihr Plan? Wie wollen sie den österreichischen Industriestandort wieder konkurrenzfähig machen? Die Löhne runter auf China-Niveau oder das Märchen von der Bildung, das uns aus dem Schlamassel rausholen soll, und doch immer nur einige wenige, zumeist höchst mobile, rettet? Sie haben keinen Plan, sie verstecken sich bloß hinter dem dümmlichen Glauben: dass, wenn wir den Marktkräften ihren freien Lauf lassen, es schon wieder besser werden wird. Das hat das Empire auch einst gehofft und zuschauen müssen wie die billigere USA ihnen den Rang ablief. Und heute hoffen`s die Amerikaner und dürfen dem Aufstieg Chinas tatenlos zusehen. Vergessen sie das, was Sie hier propagieren. Wir leben im Weltmarkt, und der Weltmarkt kennt keine Gnade. Er stößt Völker nach oben und andere nach unten. Und er folgt immer dem gleichen Gesetz: dass, wenn eine Nation gealtert ist, sie verloren hat. Punkt. Ende.

    PS: Diesmal keine freundlichen Grüsse, weil mir ihr Geschreibselwerk zunehmend am Nerv geht. Ihre Freiheit, mein Ärger. Sparen sie sich ihren dümmlichen “Anti-Sozialismus” und fangen sie endlich mal zum Denken an! Schauen Sie sich die USA an, wie sie mit ihrer Lage ringen und wie schwer es ihnen fällt dem chinesischen Druck standzuhalten. Vielleicht begreifen Sie dann eines Tages, dass wir hier es mit Kräften zu tun haben, gegen die Ideologie so wenig hilft wie ein Medikament gegen Hirnatrophie.

  5. Thomas Holzer

    @Felsberger
    “…………….Weltmarkt kennt keine Gnade. Er stößt Völker nach oben und andere nach unten”
    Mit Verlaub: Blödsinn; der Weltmarkt stößt Völker weder nach oben noch nach unten; das bewerkstelligen viel erfolgreicher unsere Politikerdarsteller 😉

    Und wo sind dann Ihre Vorschläge? Oder erwarte ich mir da zu viel?

  6. A.Felsberger

    Herr Holzer. Was mich hier so maßlos ärgert, ist das blinde Ineinanderwerfen von Kategorien, die nichts miteinander zu schaffen haben. Hier ist ein Forum von Anti-Etatisten. Das ist legitim, es gibt viele Gründe sich gegen den Staat und seine Macht zu stellen. Nur ist Anti-Etatismus kein Alleinstellungsmerkmal des Liberalismus. Es hat Philosophen wie Nietzsche gegeben, die Anti-Etatisten waren und doch mit Liberalismus nichts am Hut haben wollten. Es hat sogar Sozialisten gegeben, die Anti-Etatisten waren, man nannte sie Anarchisten. Und selbst Marx wurde vom preussischen Staat in persona verfolgt, sodass es gänzlich absurd ist ihm Etatismus zu unterstellen. Aber was hier betrieben wird, ist die blinde Gleichsetzung von Etatismus und Sozialismus. Für so einen Schwachsinn bin ich nicht zu haben. Das Zweite, was mich so maßlos ärgert, ist der Glaube, dass wir ohne Etatismus durch den Weltmarkt segeln könnten. So läuft das Spiel nicht. Schauen Sie sich das Empire an, das zu aller Zeit auf die Macht seiner Navy setze. Oder die USA, oder China, die gerade heute massiv aufrüsten, um ihre Handelswege zu sichern. Kapitalismus ist keine Spielweise für Anti-Etatisten, vielmehr sind jene bloß naives Kanonenfutter, die, ob als Libertärer oder Anarchist, auf etwas hoffen, das niemals eintreten wird. Ich bevorzuge eine kontrolliert etatistische Strategie unter Wahrung der Bürgerrechte. Ich stelle mich nicht hin und propagiere etwas, was gänzlich absurd ist. Ich will in diesem Weltmarkt überleben und nicht an Träumen zugrundegehen. Meine Vorschläge im Einzelnen habe ich oft dargelegt. Es geht um eine sinnvolle Kombination von Etatismus und Markt………..

  7. Thomas Holzer

    Nur weil jemand (aus politischen Gründen) vom Staat verfolgt wird (Marx) impliziert dies nicht automatisch eine ablehnende Einstellung dem Staat per se gegenüber. Vielmehr werden viele “Verfolgte” alles in ihrer Macht Stehende tun, um selbst in die Position zu kommen, andere zu verfolgen.
    Sozialismus ohne Etatismus ist unmöglich, da Sozialismus ohne Zwang nicht funktioniert; und um diesen Zwang auf eine möglichst große Bevölkerungsgruppe ausüben zu können, bedarf es eben des Staates; insoferne ist die Gleichsetzung sehr wohl zulässig

  8. A.Felsberger

    Es stimmt einfach historisch nicht, was Sie sagen. Es mag ihre persönliche Sichtweise sein, aber mehr ist es nicht. Ein Teil der Sozialisten war zu jeder Zeit anarchistisch gesinnt, und das aus gutem Grund: Weil sie staatlich Verfolgte waren. Der Widerstand gegen Stalin wuchs zum Teil aus anarchistischen Positionen, zum Teil aus etatistisch-sozialdemokratischen. Bei Marx selbst findet sich Sozialismus als “Verein freier Menschen” definiert, die Frage des Staates lässt er aussen vor. Sie tun der Wahrheit nichts Gutes, wenn sie Sozialismus mit Etatismus gleichsetzen. Die europäische Sozialdemokratie hat diesen Weg genommen, und natürlich der asiatische Sozialismus. Der aber aus Gründen, die mit Sozialismus eigentlich nichts zu schaffen haben…….

    PS: Zu behaupten, dass jeder staatlich Verfolgte zum Etatisten wird, ist an Verrückheit nicht mehr zu überbieten. Das kommt dem Argument gleich, dass jeder Geschändete zu einem Schänder wird. Wenn`s so wäre, ist die Welt verloren…..

  9. A.Felsberger

    Der Politik alleine die Schuld am heutigen Schlamassel zu geben, greift zu kurz. Sie ist schuldig in dem Sinne, dass sie die Gesetze des Weltmarktes nicht versteht. Dass sie “Frieden” und “Humanität” propagiert in einer Welt, die auf dem Gegenteil fußt. Man kann nicht gut sein, wenn alle anderen schlecht sind. Also sollte man sich der Realität stellen, und seine Werkzeuge der Macht entsprechend einsetzen. Es gibt nur zwei Wege im Leben: Die Gesetze des Weltmarktes zu respektieren, und das grausliche Spiel mitzuspielen, oder es sein zu lassen. Aber es einerseits zu bejammern, es abschwächen zu wollen, es zu verurteilen, und dann doch mitzuspielen, das ist Wahnsinn. Was die Europäer betreiben ist schizophren bis in die Knochen. Man kann es auch Dekadenz nennen…..

  10. Thomas Holzer

    Zwischen “jeder” und “viele” besteht wohl ein Unterschied
    Theorie und Praxis stimmen oft nicht überein; Marx kann seinen “Verein freier Menschen” nennen wie er will, in realiter -auch geschichtlich betrachtet- beruht(e) Sozialismus immer auf Zwang.
    Außerdem schreiben Sie selbst von “etatistisch-sozialdemokratischen”

    “Der aber aus Gründen, die mit Sozialismus eigentlich nichts zu schaffen haben…….”
    Ja, kennen wir zur Genüge: Sozialismus in realiter hat nie etwas mit Sozialismus zu tun, genau so wenig wie Alkohol mit Alkoholismus, der ist je eigentlich eine Laktose Unverträglichkeit 😉

    Was an der Globalisierung, am Welthandel grauslich sein soll, wäre auch noch zu erklären.
    Nicht “die Wirtschaft” liefert z.B. die EU-Überschüsse auf Grund einer fehlorganisierten Agrarplanwirtschaft nach Afrika, sondern die EU-Politik ist dafür verantwortlich; und diese Politik ist ergo dafür verantwortlich, daß in vielen afrikanischen Ländern die lokale Agrarwirtschaft nicht mehr “wettbewerbsfähig” ist, weil es eben keinen freien Wettbewerb gibt.

  11. Thomas Holzer

    Die Politik schafft mit ihren Pseudoaktivitäten mehr Probleme, als sie vorgibt zu lösen; sie schadet umso mehr, je mehr sie sich “engagiert”

  12. A.Felsberger

    Schauen sie, Herr Holzer: Man wird nie den Einfluss des “Marktes” oder des “Staates” auf den Welthandel voneinander trennen können, ganz einfach, weil sie wie siamesische Zwillinge ineinandergreifen. Gedankenspiele wie der “reine Markt” oder der “reine Staat” gehören ins Labor, aber nicht in die Wirklichkeit, die immer beides zugleich war. Es geht nicht darum, das eine gegen das andere auszuspielen, sondern beides zu einer “scharfen Waffe” zu formen, damit man am Weltmarkt besteht. Die Amerikaner verstehen das, die Chinesen auch, nur die Europäer glauben das Rad neu erfinden zu müssen. Hier beteiligen sich Sozialisten, Konservative und Liberale an hypothetischen Gedankenexperimenten und verweigern unter diesem Vorwand die Beteiligung an der Wirklichkeit. Das ist das Schändliche an der heutigen Lage Europas: dass Machtpolitik keinen Stellenwert mehr hat. Na, dann wird man halt untergehen, sein eigenes Volk verarmen und rund um den Globus wandern sehen. Dummheit wird nun mal von der Geschichte bestraft……

  13. A.Felsberger

    Sie werden doch nicht ernsthaft glauben wollen, dass der Chinese zunächst Sozialist ist bevor er Chinese ist. Absurder geht`s ja wohl nicht. Sie sehen ja selbst, dass die Chinesen ihre eigene Welt basteln, die mit europäischen Vorgaben rein gar nichts mehr zu tun hat. Der Sozialismus ist eine deutsche Erfindung, und wo immer er sonst in der Welt stattfand, ist er nur ein Abklatsch dieser Idee. Man kann auch sagen: Eine Perversion. Nur die Deutschen sind oder wären in der Lage diese Idee umzusetzen. Das wusste keiner besser als Karl Marx. Was ihm an Leben in England wiederfuhr, hat die Hoffnung auf einen dortigen Sozialismus schleunigst sterben lassen………

  14. Thomas Holzer

    Wenn am “Markt” Fehlinvestitionen (oder eben keine Investitionen) getätigt werden, ist das Unternehmen nach spätestens ein paar Jahren weg (Nokia nach ein paar Monaten); Entscheidet jedoch die Politik, wo und wie investiert werden soll, dauern die Fehlentwicklungen Jahrzehnte, mit entsprechenden Kosten (siehe Milchquote in der EU)
    Gerade als Realist geht es mir eben um keine “reine Lehre”, sondern um Praktikabilität; und hier erweist sich, auch empirisch bewiesen, daß die Politik
    1.) zu langsam ist
    2.) fehlerhafter als “die Wirtschaft” ist (wahrscheinlich auch der Langsamkeit geschuldet)
    daher die Folgekosten katastrophal sind; leider wird aber nicht der logische Schluß gezogen, nämlich der, daß sich die Politik zurücknimmt, sondern vielmehr genau das Gegenteil wird versucht (mit den entsprechenden Folgen; s. Pkt. 1 u.2)
    Konkretes lokales Beispiel: ein Arbeitnehmerschutzgesetz mit über 1280! Paragraphen

    Daher meine Forderung: der Staat möge sich auf das besinnen, wofür er “geschaffen” wurde: Garantie der äußern und inneren Sicherheit und unabhängige Justiz; that’s it

  15. A.Felsberger

    Herr Holzer: Es gibt ganze Industrien, die nur vom Staat leben: Militär, Rüstung, Sicherheit, Gesundheit. Soziales. In den USA macht das, ohne es genau zu wissen, vielleicht 60% des BSP aus. Was erzählen Sie hier vom “freien Markt”? Was machen Sie mit diesen Industrien? Wollen Sie sie zusperren oder ihre Aufträge vom Staat abkoppeln? Da lachen ja die Hühner! Es gibt ein Maß an Weltfremdheit, das man nicht überschreiten sollte. Das tut niemanden gut.-) Die sonstigen Industrien? Ja, da haben sie recht. Sie sind besser in privaten Händen und von öffentlichen Aufträgen unabhängig. Nur wir reden hier von einem Teil der Wirtschaft, und nicht vom Ganzen. Und dieser Teil verliert durch die Alterung der Bevölkerung sogar an Bedeutung,.

  16. Fragolin

    Herr Felsberger, indem Sie in Bausch und Bogen Tögels Worte in den Boden rammen, muss ich annehmen, dass Sie gegenteiliger Meinung sind. Herr Tögel tut nichts anderes, als Maschinensteuern und Urlaubsgeschenke als wirtschaftspolitisch genau jenen Blödsinn zu bezeichnen, der sie nun mal sind.
    Glauben Sie also, dem “Weltmarkt” zu begegnen, indem Sie den heimischen Unternehmen neue Belastungen umhängen?
    Überhaupt, “der Weltmarkt” ist keine Person sondern ein Instrument, ein Werkzeug menschlichen Handelns (in beiderlei Wortbedeutung).
    Sie verzapfen den gleichen Topfen wie alle Leute, die immer wieder von den persönlichen Eigenschaften “des Marktes”, “des Staates”, “der Wirtschaft” faseln. Wenn ich die drei mal an einem Tisch sitzen sehe, bestelle ich ihnen ein Bier. Bis dahin betrachte ich sie als das Abstraktum, das sie sind und das denkfaule Menschen immer brauchen, um sich zu positionieren, und gehe davon aus, dass es nur zwei Dinge gibt: gesetzliche Rahmenbedingungen, die von Menschen geschaffen wurden und Handlungen, die von Menschen begangen werden. Es sind immer Menschen und ihre Eigenschaften, die Dinge tun oder lassen, verändern oder bewahren. Keine Märkte, keine Staaten, keine Wirtschaften. Solange jemand nach “dem Staat” ruft, um “den Markt” zu zügeln und “die Wirtschaft” zu lenken, frage ich mich, ob die getrockneten Froschpillen leer sind. Das gleiche gilt übrigens für Leute, die “die Wirtschaft” entfesseln und “den Staat” zurückdrängen wollen. Der Staat ist ein Instrument einer Menschengruppe, und das einzige was man zurückdrängen kann, sind die falschen Menschen in den falschen Positionen innerhalb dieses Staates, sein Einsatz für oder gegen das Volk, dessen Instrument er ist. Dazu kann man diese Menschen mit Rechten ausstatten oder ihnen rechte entziehen (auch das tun wieder Menschen), also in Summe geht es immer, überall und ohne Ausnahme um Menschen.
    Deshalb funktioniert der Kommunismus auch nicht, denn er kennt nur das Kollektiv und ist un-menschlich, wie es nur Materialismus sein kann, und funktioniert die bürgerliche Demokratie noch am Besten von allem, was bisher probiert wurde, weil sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt uund ihm alle Verantwortung für sein Tun selbst aufbürdet. Das mag die Bequemen stören und die Gerechtigkeitspropagandisten im Nacken ziehen, aber bisher und in der Praxis hat die Verbindung der Organisationsformen Demokratie und Kapitalismus den größten Wohlstand geschaffen. Sogar unter unserer Pseudodemokratie funktioniert es noch halbwegs.
    Noch.

  17. A.Felsberger

    >dass es nur zwei Dinge gibt: gesetzliche Rahmenbedingungen, die von Menschen geschaffen wurden und Handlungen, die von Menschen begangen werden> Das wäre schön, wenn es so wäre. Ich bin in diesem Land “Österreich” geboren und erzogen worden, ohne auch nur im Geringsten darüber abgestimmt zu haben, ob die Art wie hier “Erziehung” organisiert ist, meinen persönlichen Vorstellungen entspricht. Genauso bin ich in einen Weltmarkt hineingeboren, dessen Spielregeln nicht ich festgelegt habe, sondern die längst da waren, als ich das Licht der Welt erblickte. Dieses ewige Geschwafelwerk von der “Selbstbestimmung der Menschen” (=Demokratie”) stinkt zum Himmel! Wir sind allesamt nicht selbstbestimmt, was natürlich nicht heissen soll, dass wir überhaupt keine Freiheitsgrade haben. Aber sie sind bei weitem nicht so gross, wie Sie, Herr Fragolin, sich das einbilden. Und genau dieser Mangel an Freiheitsgraden erlaubt es dann auch von vorgegebenen institutionellen Faktoren zu sprechen, eben “Wirtschaft” oder “Staat”. Dieser naive Glaube an das Selbstbestimmungsrecht der Völker, auch “Demokratie” genannt, den kann ich nicht mehr ertragen.

    PS: Ihr seid ja allesamt selten schizophren: Ihr glaubt an die Demokratie und werdet enttäuscht. Dass die Ursachen dieser Enttäuschung weit über das Wahlrecht hinausgehen könnten, dieser Gedanke kommt euch nicht. Blind folgt ihr dem Gedanken der Wahl, so als ob die Welt gewählt und nicht organisch gewachsen wäre. Und woran liegt`s dann, wenn man enttäuscht wird? An der Dummheit der Menschen? An dem Wähler. Na, bravo.-) Wir Wähler sind nicht so dumm wie ihr Liberalen es Euch einbildet. Wir sind nur: OHNMÄCHTIG:

  18. Thomas Holzer

    Daß es keine “freien Märkte” gibt, sage ich immer und habe nie bestritten.
    Militär, Rüstung, Sicherheit sind nicht 3 Industrien, sondern eine! Durch Aufzählung und vor allem verschiedene Bezeichnungen werden es auch nicht mehr 😉

    Und z.B. die Fa. Glock hat lange! bevor sie mit Staatsaufträgen “zugeschüttet” wurde, die berühmt-berüchtigte Glock entwickelt.
    Empfehle auch ein bisserl mehr Realitätssinn

  19. Thomas Holzer

    “……….. ob die Art wie hier “Erziehung” organisiert ist, meinen persönlichen Vorstellungen entspricht”

    Ich denke nicht, daß Sie kurz oder auch einige Jahre später, nicht mal als Wunderwuzzi, entscheiden konnten, ob z.B. “Erziehung” ihren damaligen Vorstellungen entsprochen hat

    Und ja, das Leben ist absolut ungerecht, niemand hat Sie gefragt ob Sie überhaupt gezeugt werden wollen (da ist dem lieben Gott ein Konstruktionsfehler unterlaufen, vielleicht wird’s ja beim nächsten Mal besser)

    Und bitte keine Verallgemeinerungen, auch nicht in Momenten emotionaler Aufwallung 🙂

  20. A.Felsberger

    Die Konkurrenzfähigkeit am Weltmarkt ist eine Funktion: 1) der Höhe der Löhne, 2) der Länge der jährlichen Arbeitszeit und 3) des allgemeinen Preisniveaus. Die Besteuerung wirkt bloss auf die Höhe des Preisniveaus, und indirekt auf die Höhe der Lohne, nicht aber auf die Länge des Arbeitsjahres und ist daher bei weitem nicht der zentrale Faktor der Konkurrenzfähigkeit. Besteuerung heisst Umverteilung eines geschaffenen Produkts, nichts mehr. Österreich könnte die Besteuerung auf Null runterfahren und wäre trotzdem den Chinesen gegenüber niemals konkurrenzfähig. Wie aber die Löhne und das Preisniveau senken, das Arbeitsjahr verlängern, wenn man es mit einer gealterten Bevölkerung zu tun hat? Das wird auf ewig Euer Geheimnis bleiben.-)

  21. A.Felsberger

    Ja, Herr Holzer, das Leben ist ungerecht. Nichts anderes sage ich. Ein bisserl mehr Realitätssinn tät` jeden gut……

    PS. Zu den Industrien: Ich habe Infrastruktur, Bildung und – das Strafrecht – vergessen.-)

  22. Thomas Holzer

    “………Eine Perversion. Nur die Deutschen sind oder wären in der Lage diese Idee umzusetzen”

    Der ist gut, der landet sicher in de Geschichtsbüchern 😉

    Hat man ja in der DDR gesehen, wie die Deutschen in der Lage waren.

    Sie übersehen (absichtlich?!), daß der Sozialismus egal in welcher Art und Weise auf dieser Erde mit dem Menschen nicht funktionieren kann. Daher ist der zwang unerläßlich, weil nur mit Zwang kann eine große Bevölkerungsgruppe für einen gewissen Zeitraum dazu gebracht werden, die persönlichen Wünsche einer erzwungenen Gleichheit unterzuordnen

  23. Thomas Holzer

    Warum Infrastruktur und Bildung staatlich sein müssen, wäre zu erklären

    “..das Leben ist ungerecht” Ich weiß das, nehme es zur Kenntnis, verzweifle darob aber nicht; meinte es aber in Bezug auf Sie ironisch

  24. Fragolin

    @A.Felsberger
    Dass jemand, der sich ohnmächtig fühlt, sich nach einem starken Kollektiv sehnt, ist verständlich, ändert aber nichts an der Tatsache, dass starke Kollektive erst die Ohnmacht des Einzelnen begründen. Also schnell einen Schnaps gegen den Kater!
    Auch “das Bildungssystem” ist ein Abstraktum; auch Ihren Lehrern hätte es freigestanden, sich nicht wie Armleuchter aufzuführen oder sich begeistert in ein Beamtenschema zu kuschen. Es gibt ja immer wieder Beispiele, dass es auch anders geht. Am Ende steht immer ein Mensch mit seiner freien Entscheidung.

    Wenn das Große Kollektiv es dem Einzelnen ermöglicht, sich in den Falten seines Rockes zu einem Armleuchter zu entwicklen, ist das Große Kollektiv nicht die Lösung, sondern das Problem.
    Privatschulen z.B. können sich nur so aufführen, wie die Eltern der Schüler es zulassen, also jene Leute die vormundschaftlich die Verantwortung für Minderjährige tragen. Die Eltern können sich auch organisieren, Kollektive bilden, aber am Ende geht das Ganze die Institution Staat einen herzlichen Dreck an.
    Und in einem gebe ich Ihnen Recht: Es gibt einen Missbrauch dieser Institution durch Machtverbände wie Parteien, aber solange sich der Souverän mit der Rolle des halbdezennialen Kreuzchenmachers bescheidet und ansonsten von Politik nicht belästigt werden möchte, darf er sich nicht wundern, wenn diese eben von anderen gemacht wird.
    Es geht auch anders, siehe Schweiz.
    Aber wir sind ja sooo gerne Untertan, lassen uns sooo gerne regieren, wettern gegen “die da oben” und “den Markt” und wasweißichwen, anstatt den Menschen, die die Möglichkeiten der Institution missbrauchen, einmal zu zeigen, woher der Bartl den Most holt.
    Sie sind nicht ohnmächtig, wenn Sie es nicht zulassen.

  25. A.Felsberger

    Der “Sozialismus” ist ein Produkt preussischen Denkens, andere Völker haben diese Voraussetzung nicht. Was die Franzosen an “Sozialismus” zusammengedichtet haben, hat Marx verächtlich “unwissenschaftlich” genannt. Es war aus seiner Sicht: Phantastentum. Rosa Luxemburg hat Lenin verächtlich einen “asiatische Kahlkopf” genannt, sie hielt diesen Mann für einen Despoten. Nur jemand, der mit dem Sozilaismus vertraut ist, versteht seine Verwandschaft zum Preussentum. Euch Liberalen fehlt die Voraussetzung dafür. Ihr verwechselt Sozialismus mit Etatismus. Ihr schaut auf die UdSSR und glaubt, dies sei “Sozialismus” gewesen. Weit gefehlt: Das war asiatische Despotie. Es gab nur einen wirklich deutschen Sozialismus auf dieser Welt, und das war der: Nationalsozialismus. Hier waren alle “Tugenden” des Preussentums vereint: Elitär bis in die Knochen, rassenorientiert, ein Sendungsbewusstsein über alle Grenzen hinweg, und Führertum.

    PS: Alle diese Merkmale findet man im übrigen bei Marx auch, die Zeit, in der er lebte, berücksichtigend. Er war absolut elitär, in seiner Familie wurde nur Goethe zitiert, er war deutsch bis in die Knochen, und jede andere Rasse war ihm suspekt. Er hatte ein Sendungsbewusstsein, das ihn unentwegt in Streit mit allen, selbst Freunden, fielen liess. Er war rechthaberisch zum Quadrat. Nur das Führertum findet man bei ihm nicht. Dieser gedanke wurde erst 20 Jahre nach seinem Tod geboren ………

  26. sokrates

    Fragolin@ Top – Analyse! es ist schwierig mit Theoretikern und Philosophen zu diskutieren die sich immer ihre eigenen Begriffe basteln, die sie dann am liebsten mit einem Schuss Marx versehen zum Besten geben!..Sogar unter unserer Pseudodemokratie funktioniert es noch halbwegs… Noch !
    Und da sind meine Bedenken: Wenn nun schon seit Beginn dieses Jahrhunderts unter tatkräftiger Mithilfe der EU in Europa alle “Werte” immer mehr ignoriert werden und sich die Ausbildung auf Indoktrination einer Gender und PC – konformen sozialistischen Utopie bezieht, und alle neuen Entwicklungen / Ansätze im Keim erstickt werden, sofort mit der Faschismuskeule oder sonstigen Schlaginstrumenten über alle Denkansätze ohne ernsthafte Diskussion darübergefahren wird, dann hat ihr “Noch” eine besondere Bedeutung!

  27. A.Felsberger

    Herr Fragolin! Ihre Schilderung und ihr Plädoyer für Freiräume weise ich nicht zurück. Ich unterstütze das….

    PS: Ich habe lange in Grenznähe der Schweiz gelebt, und ich kann ihnen garantieren, dass alles, was da an Urteilen herumgeistert, blosse Phantasie ist. Dieses Land hat die gleichen Probleme wie wir auch, nur zeitverschoben…..

  28. Thomas Holzer

    @Felsberger
    Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen; aber wo haben Sie eigentlich Ihren “Weltschmerz” her?!

    Ob jetzt der Nationalsozialismus oder die “asiatische” Despotie, oder Pol Pot oder Mao oder wer auch immer der “bessere” Sozialismus war, ist, ist mir herzlich egal. Sie alle waren und sind Kollektivisten, vielleicht rührt ja Ihr “Weltschmerz” daher, daß alle realen Sozialsmen immer im Massenmord geendet haben, Sie jedoch weiterhin hoffen, daß er in naher Zukunft einmal so realisiert wird, daß für alle Friede, Freude, Eierkuchen herrscht 😉

  29. A.Felsberger

    Her Sokrates: Ich bastle nicht meine eigenen Begriffe, ich verwende die, die üblich sind. Sie verwechseln da was.-) Sie können sagen: Ich sei ein Schlappschwanz, weil ich es nicht wage originäre, neue Begriffe einzuführen, aber zu behaupten, dass meine Begriffe “weltfremd” seien, das ist Chuzpe. Umgeekhrt: Ihr Liberalen diskutiert in Begriffen, die von niemandem verstanden werden…….

  30. A.Felsberger

    Ich muss ja nur mehr lachen, wenn zum Beispiel die “Sozialisten” die heutige Welt als “neoliberal” bezeichnen, und die “Neoliberalen” die gleiche Welt als “sozialistisch”. Wer spinnt nun von den beiden? Aus meiner Sicht: Beide.-) So viel zu Begriffen….. Das sind alles nur Kampfworte.

  31. A.Felsberger

    Der “Liberale” hat von Natur aus ein verkürztes Vokubalar: Es fehlt ihm der Begriff “Volk”, der Begriff “Nation”, weil ja der Staat stets nur als Negativbild auftaucht. Es fehlt ihm der Begriff “Wirtschaft”, damit auch eine Beschreibung derselben (z.B. “Kapitalismus”), weil er Wirtschaften als eine Veranstaltung Einzelner begreift. Höchstens hat er einen Begriff von Demokratie (im Sinne von Wahlfreiheit), aber nur einen verkürzten, weil ihm ja die Gewaltmittel des Staates suspekt sind.. Also, was bleibt? Auf welche Art von Diskussion hofft ihr? Dass wir bis zum St.Nimmerleinstag die “Freiheit des Einzelnen” preisen? Irgendwann erschöpft sich jedes Gebet……

  32. Rennziege

    1. Mai 2015 – 16:11 A.Felsberger
    Schön, dass Sie uns auf die Herkunft Ihres Vokabulars hinweisen: Volks-Genossen und National-Sozialisten. Und dass Nazis und Kommunisten einander so heftig bekämpften, weil sie gemeinsame Intentionen haben: Das Individuum ist nichts, das Kollektiv alles. Und wer dagegen aufmuckt, wird massakriert.
    Eine bezaubernd vorgestrige Weltsicht, die Sie uns da auftischen!
    Mein Appetit darauf beträgt haargenau null. Und ein sturer Griesgram sind Sie ebenfalls, passend zu Ihren ideologischen Wurzeln. Brrr!

  33. Fragolin

    @A.Felsberger
    Schön für Sie, wenn Sie zu wissen glauben, wie “der Liberale” tickt. Wenn ich ihn treffe, spendiere ich ihm auch ein Bier. Bis dahin verlasse ich mich darauf, dass jeder Mensch ein Individuum ist und vielschichtige Ansichten vertreten kann. Schubladisieren und Ferndiagnosen über “den Liberalen”, “den Russen” oder “den Juden” überlasse ich den Leuten, die glauben, die Wahrheit mit dem Löffel gefuttert zu haben.
    Schönen Feiertag noch.

  34. Zaungast

    @Fragolin (1. Mai 2015 – 05:22)

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Jeder vierte Deutsche, berichtet die “Zeit” unter Berufung auf die neuesten Zahlen der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (Allbus), sei inzwischen aufgeschlossen gegenüber Wunder- und Geistheilern. Rund 40 Prozent der Bevölkerung halten der Untersuchung zufolge etwas von Astrologie oder New Age, mehr als die Hälfte äußern Sympathie für Anthroposophie und Theosophie. …

    Jeder zweite Westdeutsche glaube an Wunder, ungefähr jeder Vierte an die Wiedergeburt. “Esoterische Vorstellungen gelten zunehmend als normal”, zitiert die “Zeit” den Münsteraner Soziologen Detlef Pollack….
    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    (Quelle: welt.de)

    Und die sind alle wahlberechtigt. Entsprechend sehen dann auch Politiker und Politik aus. Als vernunftbegabtes Wesen steht man dieser kollektiven Übermacht ohnmächtig gegenüber.

    Und dem Genossen Schieder traue ich durchaus zu, dass er den ökonomischen Blödsinn selber glaubt, den er zwecks Wählerstimmengenerierung verzapft.

  35. Selbstdenker

    @Fragolin:
    Vielen Dank. Ihre Analyse trifft den Nagel auf den Kopf!

    @A.Felsberger:
    Richtig: Staat und Markt sollten sich ergänzen und nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das war übrigens ein zentraler Aspekt vom Neoliberalismus im ursprünglichen Sinne dieses Begriffs, den Sie hier im Blog übrigens unter dem Menüpunkt “Neoliberalismus” nachlesen können. Herr Felsberger, Sie sind ein Neoliberaler ohne es zu wissen 😉

    Während von nur wenigen – vorwiegend Libertären – die Existenz des Staates komplett abgelehnt wird, ist die Ablehnung des Marktes ein zentrales Wesensmerkmal, das dem Sozialismus in all seinen verschiedenen Spielarten innewohnt.

    Ob man lediglich das Gefüge oder gleich die Existenzberechtigung in Frage stellt, macht einen erheblichen Unterschied wenn man bedenkt was hinter den Begriffen steht:

    Der Markt als Gesamtheit zwischen Geschäftspartnern auf individueller Ebene freiwillig geschlossener Verträge, bestehend aus Leistung und Gegenleistung einerseits und der Staat als herrschaftliche Zwangausübung durch bestehende Machthaber ohne Anspruch auf eine Gegenleistung anderseits.

  36. Selbstdenker

    @A.Felsberger:
    Ihre Überlegungen betreffend dem Weltmarkt kann ich ein Stück weit nachvollziehen. So wie kein Individuum dem anderen gleicht, gleicht auch kein Teilnehmer am Weltmarkt dem anderen. Muss er auch nicht. Der Sinn eines fairen Wettbewerbes, von dem meines Erachtens alle profitieren, besteht jedoch darin, dass für alle die gleichen Spielregeln gelten sollten.

    Und hier liegt meiner Meinung nach das Problem: um schnellstmöglich die unterschiedlichsten Teilnehmer im Weltmarkt integrieren zu können, hat man jene erwähnten Spielregeln maximal gedehnt, so dass sie eben nicht für alle gleich zur Anwendung kommen. Hätte man z.B. China nicht so schnell in die WTO aufgenommen und stattdessen TTIP vor 15 Jahren abgeschlossen, würde man sich heute einige Kopfschmerzen ersparen.

    Was den ursprünglichen Beitrag von Herr Tögel angeht, muss ich ihm recht geben: der Wirtschaftsstandort Österreich verliert seit mehreren Jahren ganz erheblich an Boden. Gerade in dieser Situation noch weitere Belastungen zu beschließen um sich eine Reform der völlig überholten staatlichen Strukturen zu ersparen, würde sich als massives Eigentor, zulasten aller hierzulande lebender Menschen erweisen.

    In Bezug auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit zählen die Kosten pro Stück. Mit einer weiteren bezahlten Urlaubswoche sowie einer Wertschöpfungsabgabe schnellen diese ordentlich in die Höhe und es kommt zu Investitionsstopps, Stellenabbau, Standortverlagerungen und Firmenschließungen.

    Ob mit diesem von Hundstorfer (ja, das ist der, der bei der BAWAG den Aufsichtsratsbeschluss bezüglich der Karibikgeschäfte mit der Anwesenheitsliste “verwechselt” hat) geforderten ökonomischen Selbstmordattentat den Bürgern dieses Landes geholfen wäre, wage ich zu bezweifeln.

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