Lasst doch das Volk über Griechen-Milliarden abstimmen….

Von | 23. Juni 2015

(C.O.) Griechenlands Bobo-kommunistischer Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Finanzminister Yannis Varoufakis nerven den Rest Europas seit Monaten mit ihrem kindischen Wunsch, viel Geld gegen null Gegenleistungen einzusacken. Sie behaupten: „Wir haben den Auftrag vom griechischen Volk erhalten, die Sparpolitik zu beenden“. Und wenn die Verhandlungen mit den Geldgebern scheitern sollten, so drohten sie, will die griechische Regierung das Volk über einen „Grexit“ abstimmen lassen.

Auf gut Deutsch heißt das: Die Griechen stimmen ab, bleiben in der Eurozone – und danach soll gefälligst der Steuerzahler in Österreich, Deutschland und all den anderen Geberländern auf Milliarden an alten Krediten verzichten und neue Milliardenkredite spendieren, und zwar flott und ohne weitere Faxen.

Ich halte es für eine ganz ausgezeichnete Idee, das Volk über derart weitreichende Fragen abstimmen zu lassen – allerdings vor allem das Volk in den Kreditgeber-Staaten Griechenlands. Wenn Tsipras die Griechen befragen will, ob sie in der Eurozone bleiben wollen oder nicht, dann ist es nur logisch und sinnvoll, auch den Steuerzahler etwa in Österreich zu befragen, ob er weitere Milliarden für Griechenland locker machen will oder nicht, oder gegebenenfalls auch, ob die Regierung in Wien auf einen Teil ihrer Forderungen an Athen im Wege eines Schuldenschnitts verzichten soll oder nicht. Immerhin geht es dabei um Kredite und Haftungen in Höhe von rund 8 Milliarden Euro, ein nicht eben geringer Betrag – nur zum Vergleich: die Steuerreform 2016 bringt den Bürgern fünf Milliarden.

Hierzulande wird der Wähler, wenn es gerade politisch opportun ist, auch zu weniger gewichtigen Fragen befragt – die Frage, ob Athen weiter alimentiert werden soll, wäre den Aufwand eines derartigen Plebiszites durchaus wert.

Dies um so mehr, als leider nicht davon auszugehen, ist, dass Griechenland seine Probleme so löst, wie das Noch-Bundeskanzler Werner Faymann bei seinem Besuch in Athen am letzten Freitag formulierte: das Land müsse sich „aus der Krise herausinvestieren“.

Das ist ungefähr so, als würde man einem Hotelier, der pleite ist, den Rat erteilen, er müsse eben jetzt ordentlich Geld in sein Hotel investieren, dann würden die Gäste schon wider kommen. Allen Ernstes zu behaupten, dass jemand der völlig pleite ist und genau null Kredit hat, investieren soll, zeugt von einem bemerkenswerten ökonomischen Unverstand.

Es sei denn, der Kanzler wollte damit andeuten, dass er Griechenland faktenwidrig für kreditwürdig hält und dem österreichischen Steuerzahler deshalb neue Griechen-Krediten zumuten will – dann wäre es erst recht sehr erfrischend, darüber doch bitte im Wege eines Plebiszites abstimmen zu dürfen.

8 Gedanken zu „Lasst doch das Volk über Griechen-Milliarden abstimmen….

  1. panta rhei

    Mann, das Griechen-Bashing nervt. Glaubt irgendjemand, dass der Otto-normal-Grieche beim Euro Eintritt die Absicht hatte, die anderen Staaten abzuzocken? Die Griechen haben als Südländer ihre Lebensart, die wir so schätzen, wenn wir dorthin auf Urlaub fahren. Sicher hat man sich mehr Wohlstand davon erwartet, nur dass man wie ein Häuslbauer in die finanzielle Geiselhaft genommen wird, das wusste “der Grieche” nicht. Das bekommen aber nun alle zu spüren (nicht aber die dafür Verantwortlichen). Auch wenn ich die politische Einstellung von Tsipras & Co. nicht teilen kann, ringt es mir doch einiges an Respekt ab, wie sie sich für ihr Volk einsetzen und sich alleine gegen den Moloch EU stellen. Dafür, dass am Ende die restlichen EU Bürger die Rechnung werden bezahlen müssen, sind unsere Herren Weltenlenker verantwortlich.

  2. Thomas Holzer

    Ich denke, im vorvorletztem Absatz einen Logik-Fehler zu erkennen…………….

  3. panta rhei

    @Thomas Holzer: ich meine, die Hoffnung auf bessere Möglichkeiten zu mehr Wohlstand in einem großen und wachsenden Wirtschaftraum mit starker, gemeinsamer Währung.

  4. cmh

    Das Paradoxon hat einen Namen: Sorites – das Pradox des Sandhaufens.

    Ein Korn macht kein Geräusch, wenn es fällt. Warum machen dann ein Sack Weizenkörner beim Fallen ein Geräusch.

    Also ein Grieche ist ein anständiger Mensch. Aber warum ist Griechenland insgesamt ein Negerantenhaufen, der entsprechend astronomische Summen für alle seine anständigen Bürger braucht?

    NB: Das gleiche gilt natürlich auch für alle ÖSterreicher und auch für alle Sozialdemokraten. Alles anständige Leute.

  5. mike

    natürlich sind die Griechen selber schuld an ihrem Elend. Nicht der Moloch EU – der schon ganz und gar nicht. Die Griechen haben ihre Regierungen gewählt, haben überall mitgemacht (va beim Steuerhinterziehen), haben jetzt eine ziemliche Trollvereinigung als Regierung, die der EU Geld abnehmen will ohne Gegenleistung, sozusagen wie gewohnt.
    Auch wir haben – mit wenigen Ausnahmen – eine Trollmannschaft unter Führung eines ehemaligen Taxlers, die Österreicher haben eben genauso gewählt und sollen nur entsprechend leiden.
    Wenn man nun die Griechen ihr Schicksal betreffend befragen will, so würde sicher ein entsprechendes Ergebnis erzielt werden wie in Ö bei der Frage: wollen sie keine Steuern zahlen. Es wäre kein intelligentes Ergebnis – wie in der CH bei diversen Abstimmungen – zu erwarten…

  6. panta rhei

    Das Problem liegt an der Demokratie – 51% entscheiden über die restlichen 49%. Daher kann man nicht alle pauschal verdammen. Wer sich mit dem System nicht einverstanden erklärt, kann sich entsprechend für eine Änderung engagieren, sonst bleibt nur noch auswandern. Wer kennt eine geeignete Destination?

  7. Fragolin

    Alles ohne Bedeutung.
    Es geht weiter, die nächste Runde, wieder für 3 oder 4 Monate – die Urlaussaison ist gerettet und das Sommerloch wird mit Flüchtlingsschicksalbetroffenheit gefüllt.
    Wie oft das noch so weitergeht?
    Gefühlt: endlos.
    Abstumpfungspolitik.

  8. FDominicus

    Nur soviel die Umfrage rechts ist irreführend. Es wird so getan als ob Griechenland nicht pleite wäre. Griechenland ist pleite. Und gerettet wird sicher nicht Griechenland, sondern unter anderem gewisse Banken die griechische Anleihen halten, worunter – Zufälle gibt es – auch die EZB fällt….

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