Lasst uns die Reichen hetzen!

Von | 7. April 2016

“…..Die Enthüllungen der Panama Papers bringen vieles ans Tageslicht. Auch den Sozialneid. Jeder, der sein Geld ins Ausland bringt, ist ein Verbrecher. Warum? Freizügigkeit muss auch im Finanzwesen gelten…” (hier)

21 Gedanken zu „Lasst uns die Reichen hetzen!

  1. Heinrich Elsigan

    Naja, weil es in der EU mit (Schweiz, Liechtenstein, Monaco, Vatikan) genügend steuerschonende Anlageformen und Firmenkonstrukte und.dererlei Dinge (von britischer LTD mit 1€ Haftung als Kommandidist in & Co KG, bis Anleihen auf Jersey Islands, Luxembourg Hedgefonds, Briefkastenfirmen in Liechtenstein, Leerverkaeufe bei Derivaten auf Boersenbeteiligung, Mantel gmbh, AG Maentel und sogar Bankenmaentel etc.) gibt.

    Nur hier wurde zu sehr ueber die Straenge geschlagen, ueber 1800 Firmen in einem leeren baufaelligen Geschoss in Panama-City.

  2. Fragolin

    “Jeder, der sein Geld ins Ausland bringt, ist ein Verbrecher. Warum?”
    Ganz einfach: Weil er Geld besitzt, das er ins Ausland bringen kann.
    Propaganda arbeitet immer auf der Ebene der niedersten Instinkte.
    Unbefriedigte Gier und Neid stehen da an oberster Stelle.
    Man denke an die Argumente, die in der Hitlerei das Volk gegen die Juden aufhetzte.
    Immer die gleichen Leute werkeln mit immer den gleichen Werkzeugen an immer den gleichen Machtstrukturen.

  3. Reini

    … jeder kennt die Steueroasen seit Jahrzehnten und keiner hat etwas unternommen! … warum jetzt die Aufregung?
    … in Europa findet ein Ausverkauf von Immobilien, Grundstücken, usw… statt. Scheichs und Oligarchen investieren Mrd. welches in den eigenen Ländern dringendst für die Bevölkerung benötigt wird! … aber dies ist der Preis der Freien Marktwirtschaft den Europa duldet.

  4. Thomas Holzer

    “Das lehrt: Am Ende gewinnt immer der Fiskus.”

    Ja, leider! Und die Politikerdarsteller tun alles!, um dies auch zu garantieren, da hat Privatsphäre einfach keinen Platz, steht sie doch einem “höheren, hehren” Ziel im Weg: nämlich der staatlich organisierten und verwalteten Zwangsbeglückung (fast) aller und der möglichst weitgehenden Enteignung der verbliebenen Wenigen, um all den Schwachsinn, welche sich diese Politikerdarsteller und deren Epigonen ausdenken, zu realisieren

  5. Marcel Elsener

    @Reini
    Genau! Diese Steueroasen müssen endlich ausgetrocknet werden, damit am Schluss alle, die nicht systemkonform sind und nicht aus den monopolisierten staatlichen Brunnen versorgt werden, in der Steuerwüste verrecken müssen. Der Staat entscheidet dann darüber, wer leben darf und wer nicht. Killing Fields sind gar nicht mehr notwendig; die Ausrottung erfolgt heute auf humanerem Wege. Der Grosse Bruder namens Staat liebt uns schliesslich alle.

    Natürlich wäre es einfach, die ausgedehnten Steuerwüsten in Oasen zu verwandeln. Freie Marktwirtschaft, freies Eigentum, freier Wettbewerb heissen die Zauberworte. Aber die freie Marktwirtschaft ist unser Feind, wie Sie, werter Reini, diagnostizieren; das weiss doch jeder, der porentief gehirngewaschen wurde. Freie Marktwirtschaft ist zufälligerweise auch von den Mächtigen nicht erwünscht, weil sie dadurch ihre Macht über ihre Untertanen und deren Eigentum einbüssen würden bzw. nicht erlangen könnten; sie sind die Torwächter, welche die Zugänge zu den obengenannten Brunnen kontrollieren und wollen es auch bleiben. Diese Brunnen sollen die einzigen Möglichkeiten sein, an dem sich die Bewohner der endlosen Steuerwüste noch laben können dürfen. Und die treudoofe demokratische Mehrheit im Volk lässt sich aufgrund des ihr innewohnenden Neids mit sozialen Wohltaten leicht kaufen.

    Selbstredend werden die loyalen Günstlinge des Systems nicht angegriffen, egal wie reich die sind. Deswegen wird ein George Soros, ein David Cameron, die Rockefellers, die Bushs, die von Ihnen, Reini, erwähnten Ölscheichs usw. usf. nie vom herrschenden System angegriffen, solange sie im herrschenden System nicht in Ungnade fallen. Das zeigt der künstlich erzeugte Skandal um die Panama Papers sehr deutlich.

    Die sogenannten Reichen, welche sich bislang noch nicht dem Staatsmoloch unterworfen haben, haben genau verstanden, was Sache ist. Sie sollen sich unter das Protektorat des Staates stellen, denn sie sind diejenigen, die derzeit noch am ehesten vom Staat unabhängig bleiben können. Sie sollen mit dieser Aktion eingeschüchtert werden; ob sie irgendwelche Verbrechen begangen haben, ist dabei vollkommen unerheblich. Ihr einziges relevantes Verbrechen besteht darin, sich dem Machtstaat noch nicht vollständig unterworfen zu haben, was natürlich nur in den Augen der Machthaber und ihrer Günstlinge überhaupt ein Verbrechen sein kann.

    Der Durchschnittsdödel hingegen ist schon längst dem Staat völlig ausgeliefert. Zypern und Griechenland haben das gezeigt, als der Staat in einem putschartigen Coup die Banken schloss, und die meisten Untertanen schon nach wenigen Tagen mangels Bargelds auf dem Trockenen lagen. Die Regierungen haben dabei unmissverständlich demonstriert, wer tatsächlich die Macht innehat und wer nicht – Demokratie hin oder her. Der nächste logische Schritt ist das Bargeldverbot und das Verbot von Goldbesitz. Auch die grossflächige Entwaffnung der Bürger passt in diese Herrschaftslogik. Die Rentner, Wohlfahrtsabhängigen, Staatsangestellten und Subventionsempfänger sind sowieso völlig von der Gnade des Staates abhängig; ohne stetig fliessende Staatsknete verenden die ziemlich schnell.

    Die demokratische Mehrheit hat geholfen, diese Tyrannis aufzubauen – ob aus Dummheit, aus Desinteresse, aus Opportunismus, aus Profitgier oder aus ideologischer Überzeugung spielt keine Rolle. Am Ende steht dann die orwellsche Dystopie, in der der Durchschnittsdödel mit Brot und Spielen ruhiggestellt ist und sich von der Obrigkeit ausbeuten, verhetzen und steuern lässt. Hauptsache die Glotze läuft und das Bier fliesst in Strömen.

    Wir erleben nun die Hasswochen gegen die ‘bösen Reichen’. Und die meisten machen dabei willig mit, weil es sie ja nicht betrifft. Ich habe mich oft gefragt, wie in despotischen Systemen immer wieder das Volk gegen gewisse Minderheiten aufgewiegelt werden konnte, und hinterher diese Minderheiten dann auf die eine oder andere Weise liquidiert werden konnte, während die grosse Mehrheit grölend oder zumindest apathisch dastand und der Hetzjagd zuschaute. Jetzt kann ich diese Mechanismen live beobachten. Fast nur Nischenmedien stehen dieser Entwicklung kritisch gegenüber; die Mainstreammedien sind grösstenteils schon gleichgeschaltet.

    Interessant ist für mich, dass v.a. die Intellektuellen sich bei der Jagd auf Andersdenkende besonders hervortun. Sie agieren als Überzeugungstäter, obwohl es auch eine eher kleine Minderheit unter ihnen gibt, die genauso überzeugt Widerstand leistet.

    Mich deucht jedenfalls, dass gerade der achso dumpfe Stammtischprolet gegenüber den staatlichen Verhetzungsparolen resistenter ist – vielleicht, weil er viel weniger in einer Scheinwelt lebt als die bourgeoisen Mittelständler und die Realität mit all ihren Widersprüchen zu den obrigkeitlichen Glücksverheissungen besser erkennt.

  6. max

    Ein Unternehmen in der EU, das keine solche Konstrukte gebraucht, handelt kurzsichtig und ist völlig verantwortungslos. Dass Einschränkungen im Kapitalverkehr jederzeit möglich sind, haben Griechenland und Zypern bereits bewiesen. Kommen noch die feuchten Träume von Staatsvergottern wie Schäuble und anderen dazu, ist es um so dringender gefordert, Finanzverkehr ausserhalb der Einflusszone dieser totalitären Mischpoke erledigen zu können.
    Lustig ist insbesonders, dass Pack wie Gabriel von Gier spricht. Wer will eigentlich was von wem? Wer ist der Gierige? Derjenige. der sein Geld, das er selber verdient hat, behalten will, oder derjenige, der ihm das in “sozial gerechter” Höhe abnehmen will?
    Kommt dazu, dass nicht einer dieser neidzerfressenen Populisten sich jemals für eine stärkere Verfolgung von Steuergeldverschwendung stark gemacht hat. So wurde z.B. beim Flughafenbau in Berlin doch die eine oder andere Mark Fuffzig in den Sand gesetzt. Hat jemand jemals Gabriel eine Strafuntersuchung gegen die Hauptverantwortlichen, nämlich seine Genossen Wowereit und Platzeck, fordern gehört?

  7. Reini

    … die Demokratie (inkl. freier Marktwirtschaft) ist nicht die beste Staatsform, aber es gibt keine bessere!… den das gierige Volk schaufelt in der Demokratie mit der finanziellen Scheinwelt ihr eigenes Grab und sieht es nicht, 😉

  8. Christian Peter

    Mit ‘Reichenhetze’ und ‘Sozialneid’ hat die Debatte sicher nichts zu tun. Es kann nicht angehen, dass Klein- und mittelständische Unternehmen und normal sterbliche Privatpersonen vom Fiskus geschröpft werden wie eine Weihnachtsgans, während Großunternehmen und Superreiche mittels Offshore – Gesellschaften im großen Stil Steuervermeidung betreiben.

  9. max

    Nein, mit Reichenhetze und Sozialneid hat es ganz sicher nichts zu tun wenn irgendwelche Schreiberlinge Firmen und Privatleute an den Pranger stellen, die nichts illegales getan haben. Ganz sicher nicht.
    Abgesehen davon weiss ich nicht, was sich für die von Ihnen (zu Recht) so bemitleideten Subjekte ändert, wenn andere auch wie eine Weihnachtsgans ausgenommen werden. Sie werden doch wohl nicht so naiv sein, zu glauben, dass sich dann die Steuerlast für irgend jemanden verringert? Der Beweis, dass dem nicht so ist, ist längst erbracht.

  10. CE___

    @ Christian Peter

    Aufgrund der prohibitiven und schon über jedes erträgliche Maß weit hinausgehenden Steuersituation in den Steuerwüsten der Welt KANN man das Pferd nicht von dieser Seite aufsatteln.

    Ihre Argumentation lasse ich höchstens gelten wenn wir zB. in Ö eine Gesamtsteuerbelastung (Betonung auf GESAMT) von Hausnummer max. 10% haben.

    Nur die Staatsfinanzen in all den Steuerwüsten der Welt kranken nicht daran dass zuwenig Steuern herausgepresst werden.

    Es krankt allein an schon mittlerweile ohne jeden Genierer seitens der Machthaber durchgeführten Steuergeldverschwendungen und Klientelpolitik (der eine hat seine ÖBB, der andere seine Kulturbereicherer, und jeder unterhält seine unmittelbares Stimmvieh, der andere seine FuZo, etc. etc. etc.).

    Und selbst wenn alle “Großunternehmen und Superreichen” voll alles im Heimatland versteuern würden, ist das nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein der Steuergeldverschwendung und Klientelpolitik, nein, schlimmer noch, es gibt unser allen Politverbrechern nur den kleinen Tropfen weiteren “Treibstoffs”.

    Ich hege überhaupt keinen Groll gegen einen Messi oder andere Privatpersonen aufgrund dieser “Affäre”.

    Für mich haben es halt ein paar Steuersklaven geschafft von einer der Plantagen abzuhauen.

    Selber als Steuersklave richtet sich Groll gegen die eigenen Steuersklavenhalter die mich in einer Steuerwüste gefangen halten, nicht gegen die entlaufenen die es in freiere Gefilde geschafft haben.

  11. Marcel Elsener

    @Christian Peter
    Genau. Deshalb gehört diese staatlich betriebene Ausbeutung der Wertschöpfenden abgeschafft, damit die kleinen und mittelständischen Unternehmen und normal sterblichen Privatpersonen nicht mehr vom Fiskus geschröpft werden. Sie wären dann endlich steuerrechtlich den Reichen und Superreichen gleichgestellt, was doch angeblich doppeltplusgut ist, oder nicht?

    Der Staat hat sich von niedrigen indirekten (Konsum-)Steuern sowie von Gebühren bei Inanspruchnahme von staatlichen Dienstleistungen durch die betreffenden Bürger zu finanzieren. Wenn der Staat sich auf seine Kernkompetenzen gemäss liberaler Staatsidee beschränkt, dann kommt er mit dem eingenommenen Geld locker aus, wie die Beispiele der Donaumonarchie oder auch des Deutschen Kaiserreichs zeigen, die mit traumhaft tiefen Steuersätzen auskamen. Freilich gäbe es dann wohl mehrere Millionen Ex-Staatsangestellte und vormals staatlich bezahlte Günstlinge, die sich einen neuen Job suchen müssten und nicht mehr auf Kosten des Steuerzahlers gemästet würden. Für Parasiten und Schnorrer brächen schwere Zeiten an.

    Als netter Nebeneffekt würde der Lobbyismus bei einem schlanken Staat sofort auf ein kleines Mass zurückgeführt. Ein Staat der fast keine Regulierungshoheit besitzt, ist für Lobbisten ganz einfach nicht interessant.

    Auch viele andere Probleme, die man sich mit dem fetten Regulierungsstaat eingehandelt hat, würden entfallen. Konsequenterweise gehört auch die kommunistische Institution namens Zentralbank abgeschafft. Die Bürger könnten mit den eingesparten Steuern und Abgaben locker jene zusätzlichen Dienstleistungen bezahlen, die sie auch wirklich benötigen – z.B. Schulgeld für die Kinder, private Altersvorsorge etc.

    Interessanterweise wird diese Alternative des Staates in unseren achso freien Medien so gut wie nie auch nur erwähnt, geschweige denn diskutiert. Ein solcher Minimalstaat ist in den Hirnen unserer Medienschaffenden im wahrsten Sinne des Wortes undenkbar geworden. Diese propagieren immer nur den Maximalstaat, der sich möglichst überall einmischen soll.

  12. gms

    Reini,

    “… die Demokratie (inkl. freier Marktwirtschaft) ist nicht die beste Staatsform, aber es gibt keine bessere!”

    Demzufolge ist wohl auch Tripper die beste Geschlechtskrankheit, an der eine Gesellschaft zwangsweise leiden muß.

    Daß ausgerechnet die Rothschilds als Briefkastenprovider in den USA die großen Profiteure der Panama-Pampers sind (pardon the stinky pun), müßte sich mitterdings durchgesprochen haben. Nicht minder sollte inzwischen zum Wissenstand des noch nicht vollständig verhaustierten Untertans zählen, wonach ausgerechnet global agierende Oligarchen die stärksten Kräfte hinter den weltweiten Drift in den Sozialismus unter dem Label der Dämokratur sind.

    Die nächste Initative ist der sogannte ‘Inclusive Capitalism [1] mit Lynn de Rothschild [2] als Frontfrau. Demzufolge sollen Firmen sich in den Dienst der Gesellschaft stellen und vom Staat entsprechend in die Pflicht genommen werden. Auf der Agenda hierfür stehen nicht nur umfassende Nachhaltigkeit und Genderequality, sondern auch die verpflichtende Überlassung von Firmenanteilen an Mitarbeiter.
    Daß das Ganze verdammt nach Kommunismus riecht, wissen die Zentralfiguren dieses Ansinnens selbst, aber, im Sinne des ‘Dritten Wegs’ zwischen Sozialismus und Kapitalismus, erfordert Globalisierung der Legende nach nun mal ein Abrücken von Ideolgien wie etwa jener der freien Marktwirtschaft.

    [1] twitter.com/inclusivecap
    [2] avenuemagazine.com/american-royalty-lynn-forester-de-rothschild-has-a-new-mission-in-life/
    Her friendship with the Clintons dates back to the early ’90s, to Bill Clinton’s first campaign and administration. Lynn Forester was already a powerhouse Democratic fundraiser and played a small role in his administration. It was Henry Kissinger who introduced her in 1998 to Sir Evelyn de Rothschild at the Bilderberg Group conference, an annual confab of industry and political leaders, in Scotland.

  13. Fragolin

    @Christian Peter
    Wieso sind dann die tausenden Namen von der gehackten Liste der Offshore-Unternehmen Einzelunternehmer, Kleinunternehmer, Sportler, Künstler…?
    Ihre Parolen in allen Ehren, aber manchmal bringt es nichts, die mit Gewalt in ein Thema zu pressen, in das sie nicht passen. Hier wird Jagd auf Mittelständler und Gutsituierte gemacht, nicht auf Großkonzerne und Superreiche. Auch das “Austrocknen der Steueroasen” richtet sich allein gegen die üblichen Weihnachtsgänse aus der BMW-Klasse (Bäcker-Metzger-Wirte). Glauben Sie im Ernst, wirklich Superreiche und Großkonzerne bedienen sich einer abgewrackten Bauruine in Panama für eine Postfachfiliale? Ach was, da parken Kleinunternehmer ihre zusammengekratzten Tausender, bevor der Staat von heute auf morgen mit Gültigkeit vorgestern eine Vermögensabgabe beschließt und jeden abschröpft, den er erwischen kann. Und das, genau das, ist was auf uns zukommt. Erst Vermögensbesteuerung (das Geplärre nach Substanzbesteuerung wird im Windschatten der Panama-Papiere wieder einsetzen) und dann auf immer kleinere Vermögenswerte bis zum Haus, zur Werkstatt, zum Kiosk hinunter erst einmalige, dann permanente Substanzbesteuerung. Gleich vom Konto gepfändet wie der GEZ-Beitrag der Frau von Storch. (All jene, die jetzt Spott und Häme über sie gießen sind zu dämlich, zu begreifen, dass sie das absichtlich gemacht hat, um den Menschen zu zeigen, was der Staat tut, wenn er sich seinen Teil holen will: Zugriff auf jeden erreichbaren Vermögenswert. Und dazu kommt kein Kuckuckskleber mehr vorbei und pfändet den alten Fernseher, nein, das Geld wird direkt vom Konto abgebucht. Zur Not im Rahmen der Überziehung. Aber das nur am Rande.)
    Wenn der Staat ein so vehementes Interesse daran hat, wo ich jenes Geld hinschafffe, für das ich bereits die Hälfte abgedrückt habe, muss ich mich fragen: Was will er denn mit diesem Wissen? Außer eben dieses Vermögen einzukassieren, wann immer es ihm beliebt? Einen anderen Nutzen als permanente Zugriffsmöglichkeit auf etwas, auf das er keinen Anspruch hat, sehe ich nicht. Und der Anspruch lässt sich gesetzlich herstellen. In Diktaturen wie der unseren auch rückwirkend…

  14. gms

    Fragolin,

    “Wieso sind dann die tausenden Namen von der gehackten Liste der Offshore-Unternehmen Einzelunternehmer, Kleinunternehmer, Sportler, Künstler…?”

    Vergessen Sie’s. Seit Generationen erklärt man hier dem faktenresistenten Forumsbrauen mit seinem Konzääan-Gebrabbel, wonach Trusts, Holdings oder Mantelfirmen keine Frage der Firmegröße oder Rechtsform ist und sogar die ominöse Mitzi-Tante dabei profititieren könnte.

    Daß bestimmte Konstrukte sich finanztechnisch erst ab gestimmten Größen auszahlen, ist ebenso total ungerecht wie die Tatsache, daß Zwerge sich seltener bücken müssen oder Riesen bei Regen früher naß werden als andere. Wer aber solch banale Prinzipien nicht behirnt oder nicht behirnen will, verkläfft auch morgen noch gerächtistisch einen falschen Baum nach dem anderen.

  15. Christian Peter

    @Fragolin

    ‘Hier wird Jagd auf Mittelständler gemacht, nichts auf Konzerne und Superreiche’

    machen Sie sich nicht lächerlich. Offshore – Konstrukte dienen ausschließlich der Steuervermeidung von Konzernen bzw. Verschleierung beträchtlicher Vermögenswerte von Privatpersonen. Nicht umsonst befinden sich zahllose auf Prominente aus Politik und Wirtschaft aus dieser Liste.

  16. Christian Peter

    @Marcel Elsener

    ‘Daher gehört die staatlich betriebene Ausbeutung der Wertschöpfenden abgeschafft.’

    Richtig. Aber bis es soweit ist, soll für alle Wertschöpfenden dieselben Regeln gelten. Es kann nicht angehen, dass sich der Großteil der Wertschöpfenden ausbeuten lassen muss, während sich andere einer Besteuerung entziehen.

  17. Thomas Holzer

    @CP
    Ihre Aufregung in “Ehren”, aber mehr als nur gekünstelt, da Steuervermeidung legal ist.
    Nicht die “Steuervermeider” sind zu kritisieren, sondern die Politikerdarsteller, welche erst Gesetze kreieren, welche diese Aktivitäten geradezu unterstützen

  18. Fragolin

    @Christian Peter
    Das wird den Genossen Maas aber freuen, dass Sie sich faktenresistent seiner realitätsignorierenden Parolen anschließen. Wahrer werden sie dadurch nicht.
    Zählen Sie mal all die Superreichen und Großkonzerne von der Panama-Liste auf. Bis jetzt höre ich nur was von russischen Oligarchen (die bei uns aber sowieso keine Steuern zahlen, also seit wann sorgen wir uns um Putins Steuereinnahmen?), ein paar Sportlern und der Rest sind tausende kleine Fische. Aber vielleicht können Sie uns Unwissende erleuchten und Namen nennen von den Großkonzernen und Superreichen dieser Liste?
    Also zeigen Sie mal, dass nicht Sie derjenige sind, der sich lächerlich macht.
    Bei dieser Panama-Liste geht es nirgends um Großkonzerne sondern darum, dass Mittelständler keinen anderen Weg mehr sehen, ihren Wohlstandspuffer aus dem gierigen Blick eines Schäuble zu schaffen. Und aus dem Fokus eines ultralinken Kapitalistenjägers vom Format eines Maas. Und dass sie selbst in Panama nicht mehr sicher sind, dafür sorgen hochkriminelle Hacker.

  19. Rennziege

    7. April 2016 – 19:38 Fragolin
    Sie haben recht. Die Whistleblower wacheln ja nur mit angeblichern Listen herum deren Namen sie zwecks “Informantenschutz”, was immer sie darunter vestehen, nicht preisgeben wollen — wohl auch gar nicht können.
    Die Prantl-Prawda stürzte sich drauf wie ein kurzsichtiger Geier auf ein verschrumpeltes Hundstrümmerl, und ~400 unterbeschäftigte Journalisten tippen diesen Müll unbesehen ab, dem vermeintlichen “SZ”-Scoop nachhechelnd.
    Die Nachrichtenlage ist so was von verwaschen, das man aus deren Nachäffung nur schließen kann: Alles ist der Presse recht, um von den wahren Problemen der Gegenwart abzulenken.

  20. Christian Peter

    @Fragolin

    Sie snd es doch, der sich zum nützlichen Idioten macht. Dass sich Offshore – Konstrukte nur für Großunternehmen und Vermögende lohnen, ist hinlänglich bekannt. Die legalen Möglichkeiten für Privatpersonen, sich durch derartige Konstrukte Steuern zu sparen, sind in Europa mittlerweile sehr stark eingeschränkt, daher dienen solche Konstrukte fast immer illegalen Aktivitäten, häufig zur Verschleierung von Geldflüssen, etwa für Korruption. Fast täglich kommt durch die Panama – Papiere ein anderer Staatsmann in Bedrängnis, heute der argentinische Staatschef Mauricio Macri.

  21. Marcel Elsener

    @Christian Peter
    >Richtig. Aber bis es soweit ist, soll für alle Wertschöpfenden dieselben Regeln gelten.

    Erkennen Sie nicht das Problem in Ihrem obigen Einwand, Herr Peter? Die Mehrheit der Nicht-Wertschöpfenden ist darin gar nicht enthalten. Darum spielt es eine untergeordnete Rolle, ob für alle Wertschöpfenden dieselben Regeln gelten oder nicht, denn für die Nicht-Wertschöpfenden gelten sowieso besondere Regeln. Kommt hinzu, dass die wichtigste Ungleichheit zwischen den Wertschöpfenden vom Staat selbst installiert wurde: nämlich die Steuerprogression. Beschweren Sie sich also beim Staat über die ungleichen Regeln, Herr Peter.

    Natürlich ist es eine schlaue Taktik, die Ungleichheit zwischen diversen Wertschöpfenden zu installieren und obendrein noch zu betonen. Man heizt Grabenkämpfe auf einem Nebenkriegsschauplatz zwischen den Wertschöpfenden an, und die parasitären Nicht-Wertschöpfenden sind fein raus. Spalte und herrsche! Die erzwungene Alimentierung der Nicht-Wertschöpfenden wäre aber das eigentliche Ziel, welches es zu bekämpfen gilt.

    Es wird nie soweit sein, dass die Ausbeutung der Wertschöpfenden abgeschafft wird – jedenfalls nicht auf ordentlichem Weg innerhalb des herrschenden Systems. Die politischen Führer und ihre Hintermänner sind ja selbst Nutzniesser dieser Ausbeutung; ihre Macht speist sich wesentlich aus der Tatsache, dass sie die von den Wertschöpfenden geraubte Umverteilungsmasse an ihre Klientel verteilen und so deren Loyalität kaufen. Zu glauben, dass ausgerechnet die Mächtigen ihre eigene Machtbasis zerstören, ist nicht mehr nur naiv sondern geradezu dumm.

    Die nutzniessende, nicht-wertschöpfende Klientel macht die demokratische Mehrheit aus; deswegen wird die Machtbasis der Ausbeuter auch stabil bleiben. Folgerichtig wird der Wertschöpfende, der seine eigene Wertschöpfung vor dem räuberischen Zugriff des Staates schützt, immer ein Dissident in der Ausbeutungsgesellschaft sein.

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