Lasst uns doch kurz alle Israelis sein!

(C.O.) Liebe Österreicherinnen und Österreicher! Lassen Sie mich angesichts der Raketenangriffe der islamistischen Terrororganisation Hamas auf israelische Städte und Dörfer, Kinder und Alte, Kindergärten und Krankenhäuser mit aller nur möglichen Klarheit und Unmissverständlichkeit eines festhalten: Österreich steht in dieser Auseinandersetzung eindeutig und ohne Vorbehalte an der Seite des Staates Israel. Und ich würde mir wünschen, dass auch der neu gewählte Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, dies ebenso klar und unmissverständlich im Namen der Europäischen Union erklären würde.

Wir stehen, um Missverständnisse zu vermeiden, nicht auf der Seite Israels, um damit irgendeine allfällige historische Schuld Österreichs gegenüber den Juden abzutragen. Die heute lebenden Österreicher tragen keine Verantwortung für den Holocaust, diesbezügliche Schuld abtragen müssen sie so wenig, wie sie dies können.

Österreich steht nicht deshalb an der Seite Israels, weil Israel ein jüdischer Staat ist. Österreich steht fest an der Seite Israels, weil dies der einzige richtige Standpunkt ist. Wenn ein demokratischer Rechtsstaat von einer Terrororganisation mit tausenden Raketen angegriffen wird, kann es keine Neutralität zwischen Terroristen und Angegriffenen geben; so wie es auch keine Neutralität zwischen bewaffneten Geiselnehmern und der Polizei geben kann. Mit gutem Grund waren wir nach den 9/11-Anschlägen nicht unparteiisch zwischen al-Qaida und den Vereinigten Staaten, und so wenig können und sollen wir das angesichts des Hamas-Terrors gegen den Judenstaat sein.

Ich persönlich, liebe Landsleute, bin noch heute sehr froh darüber, dass die Alliierten im Zweiten Weltkrieg nicht versucht haben, die „Spirale der Eskalation“ zwischen ihnen und Nazi-Deutschland zu stehen zu bringen, und außerordentlich froh darüber, dass die USA nicht etwa versucht haben, zwischen Hitler und Churchill zu vermitteln, sondern sich klar auf eine Seite gestellt haben: auf die richtige.

Österreich hat nach 1945 oft, für meine Begriffe etwas zu oft, eine ausschließlich von kurzfristigen eigenen ökonomischen Interessen getriebene Außenpolitik betrieben. Viel zu lang haben wir vor dem Zusammenbruch des Kommunismus und der Sowjetdiktatur mit den dortigen Machthabern gekuschelt, anstatt den Dissidenten den Rücken zu stärken; und auch in jüngster Zeit haben wir die Sicherheit unserer Energieversorgung über die Sicherheit anderer Europäer gestellt, von einem autoritären Regime bedrängt zu werden. Ich möchte diesen Fehler im Fall Israels nicht abermals begehen.

Lassen Sie mich bei der Gelegenheit ein paar in Österreich weitverbreitete Irrtümer korrigieren. Der Gazastreifen, von dem aus Israel attackiert wird, ist kein „Konzentrationslager für Palästinenser“, sondern wird von Israel tagtäglich mit hunderten Tonnen Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Lebensnotwendigkeiten versorgt. Selbst Strom liefert Israel – ohne dafür bezahlt zu werden. Erst dieser Tage haben israelische Techniker eine von palästinensischen Raketen zerstörte Stromleitung nach Gaza repariert, damit es dort wieder Strom gibt – und haben dabei ihr Leben riskiert, weil die Hamas weiter Raketen abfeuerte.

Diese Raketen sind auch, entgegen einer weit verbreiteten Annahme, keine „besseren Feuerwerkskörper“. Die stärksten der derzeit auf Israel abgefeuerten Raketen können eine Bombenlast von 150 Kilo tragen – so etwas möchte niemand von Ihnen, geschätzte Landsleute, in seinem Wohnzimmer einschlagen sehen.

Schließlich ist auch Unsinn, dass sich Israel unverhältnismäßig stark militärisch wehrt: Obwohl drei von vier Bewohnern Gazas die Hamas gewählt haben, warnt Israels Luftwaffe die Zivilbevölkerung vor jedem Angriff. Israel, liebe Landsleute, hat jedes Recht der Welt, sich gegen diese Terrorangriffe auf seine Bevölkerung zu wehren, und Österreich wird Israel gegen jeden Versuch in Schutz nehmen, Israel die Ausübung dieses Rechtes zu nehmen.

Es ist dies ja ohnehin nicht mehr als eine Geste. Aber es ist eine dringend notwendige Geste. (“Presse”)

10 comments

  1. Herbert Manninger

    Und alle Antifas: JETZT könnt ihr beweisen, dass ihr aus der Geschichte gelernt habt, den Anfängen(?)wehrt, nicht wegschaut, Gesicht zeigt, usw.
    Nicht heuchlerisch betroffen der ermordeten Juden in Mauthausen alljährlich gedenken, nicht noch mehr Staatsknete für Aufklärung fordern, nicht ein ganzes Jahr des Geschichtsunterrichts mit dem Holocaust verplempern: JETZT gilt es zu erkennen, dass die Hamas und ihre Anhänger, Hitlers Wahn umsetzen wollen.

  2. Walter Höller

    Sehr geehrter Herr Ortner!
    Danke für Ihre klaren Worte. Im herrschenden Meinungsklima gehört viel Mut dazu, sich so eindeutig auf die Seite Israels zu stellen. Unter lauter moralisch und intellektuell Orientierungslosen sind Sie der einzige Journalist in Österreich, der im Nahostkonflikt überhaupt einmal die relevanten Fakten zur Kenntnis nimmt (und den Lesern zur Kenntnis bringt) und dann auch klar sagt, dass Israel alles Recht der Welt hat, sich gegen die beabsichtigte Vernichtung zur wehr zu setzen. Danke noch einmal.

    Walter Höller

  3. Oliver Schauer

    Danke für die klaren und notwendigen Worte. Auch ich stehe 100% hinter Israel und seinem Kampf gegen den religiösen Terror.
    Man muß sich nur mal vor Augen halten wie human Israel diesen Kampf auf sich nimmt. Welche andere Armee auf diesem Planeten warnt die Gegenseite nicht nur vor Gegenschlägen, sondern gibt auch noch den genauen Ort und die genaue Uhrzeit an, damit sich der Gegner rechtzeitig in Sicherheit bringen kann. Keine einizige.
    Trotzdem wird Israel als Aggressor hingestellt und auch noch als Apartheidnation (!) an den Pranger gestellt. Aber so langsam scheint auch dem Rest der Welt zu dämmern welche islamischen Neonazis die Hamas und Konsorten wirklich sind. In Ägypten gibt es ja schon öffentliche Stellungsnahmen die den Untergang der Hamas herbeiwünschen.
    Vielleicht besteht ja dann doch noch Hoffnung, daß auch unsere linke (Pseudo)Intelligenzija einsieht wer im Nahen Osten wirklich den Frieden gefährdet und den Terror verbreitet

  4. caruso

    Ich danke Ihnen vom Herzen, Herr Ortner, für diese klaren Worte. So sollte es sein.
    Ob die Mehrheit der Menschen, Politiker inbegriffen, zu einer solchen Haltung – nach jahrzehntelangen Gehirnwäsche durch die meisten Medien – noch fähig sind, das ist
    eine andere Frage. Da bin ich skeptisch.
    Daß es eine Minderheit gibt die so denkt, empfindet und sich verhält, ist mir bewußt
    und wie sehr mich das freut, kann ich gar nicht beschreiben.
    lg
    caruso

  5. aneagle

    @ C.O.
    Sie haben persönliche Courage, das kann man nicht von jedem sagen.
    Ihr heutiger Presse Artikel ist für einen österreichischen Journalisten außergewöhnlich.
    Er wird sie allerdings hierorts nicht beliebter machen, aber dass wissen Sie und das ist ein Teil der Qualität ihres Artikels .
    Daher:
    Schön dass es Sie gibt,
    traurig, dass es Sie geben muss !

  6. Tagebuchleser

    Gut so, an geraden Tagen lasst uns alle Israelis sein!
    und an ungeraden Tagen lasst uns zur Abwechslung dann auch Palästinenser sein, so sieht man besser die Grautöne!

  7. Christian Weiss

    Trotzdem wird Israel als Aggressor hingestellt und auch noch als Apartheidnation (!) an den Pranger gestellt. – See more at: https://www.ortneronline.at/?p=29928#sthash.iD3kaZyy.dpuf

    Von allen unglaublichen verzerrten Darstellungen über Israel ist die der Apartheidnation eine der groteskesten. Israel kennt sowohl Religionsfreiheit, wie auch Rechtsgleichheit. Während man als Araber in Israel sehr wohl leben und arbeiten kann und darf, ist der umgekehrte Versuch, sich in einem arabischen Land als Jude niederzulassen, ein höchst zweifelhaftes Vergnügen. 800’000 in arabischen Ländern heimatansässige Juden wurden seit 1948 vertrieben. Die arabische Halbinsel ist längst judenfrei, richtig gehend gesäubert. Wer betreibt hier Apartheid?

  8. Rennziege

    Christian Ortner hat wieder einmal Durchblick, Format, Charakter und Rückgrat bewiesen.
    Danke! (Nicht nur weil seine Meinung mit meiner 100%ig übereinstimmt.)

  9. he23 - Heinrich Elsigan

    Danke Herr Ortner für diesen sehr klaren Artikel.
    Dass Israel nicht gegen alle Palästinenser vorgeht, sieht man eindeutig daran, dass es nur gegen Gaza vorgeht von wo aus Raketen auf Israel abgeschossen werden. Die im Moment friedlicheren Palästinenser im Westjordanland greifen Isreal nicht an und gegen diese verteidigt sich Israel auch nicht.

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