“Lasst Zypern pleitegehen!”

Von | 26. Februar 2013

“…Zypern Geld zu geben, wäre der größte Fehler, den die Europäer machen könnten. Wir sollten die zypriotischen Banken – das Hilfspaket soll ja vor allem der Stützung der maroden Institute dienen – keinen einzigen Cent geben. Lasst sie pleitegehen! Was ist daran bitteschön so schlimm? Wer am Markt nicht bestehen kann, geht Bankrott. Insbesondere wäre das Kapital, das vor allem russische Anleger auf der Insel deponiert haben, verloren. Aber das ist nicht das Problem des europäischen Steuerzahlers. Er ist nicht dazu da, russisches Schwarzgeld zu retten…” (Der deutsche Wirtschaftswissenschafter Lorenz Jarass in der “WiWo“)

12 Gedanken zu „“Lasst Zypern pleitegehen!”

  1. Thomas Holzer

    Der Steuerzahler ist prinzipiell NICHT dazu da, um Unternehmen zu “retten”, welche am Markt nicht bestehen können!
    egal ob es sich um Banken, Airlines, oder sonstige Unternehmen handelt.
    Die “Rettung”, sprich der staatliche Eingriff, führt zu Wettbewerbsverzerrungen, welche wieder die Politik auf den Plan ruft, einzugreifen, um diese Verzerrungen durch neue Verzerrungen zu “bekämpfen”, ad infinitum…

  2. Samtpfote

    @Thomas Holzer
    Grundsätzlich natürlich voll bei Ihnen.
    Allerdings die N-B-o-Klausel zuerst aufweichen und jetzt luftgedrocknet den Zyprioten (bzw. deren Banken) auf den Schädl zu donnern….?
    Wer Irland sagt, muss auch Zypern sagen..
    Abgesehen davon, ist der Finanzbereich der einzige Bereich, der innert kürzester Zeit einer Volkswirtschaft Steuereinnahmen ermöglicht. Nur von Schafskäse und Tourismus wird Zypern nicht (über)leben können.
    Von den politischen und markttechnischen “Signalen” gar nicht zu reden.

    Sorry also.. diese Krot müss ma leider fressen…

  3. Suwarin

    Nö, Zypern retten wir und als Sicherheiten nehmen wir die Gasfelder.

  4. Thomas Holzer

    @Samtpfote
    Da haben Sie natürlich auch recht 😉
    aber angeblich wurde vor Zyperns Südküste Erdgas gefunden, mit den Erlösen des Verkaufes könnten die ihre Banken retten 🙂

    Aber mir isrt schon bewußt, das auch Zypern “gerettet” werden wird; sollte Italien gerettet werden müssen, wird halt der ESM einfach aufgestockt 😉 und Draghi läßt mehr Scheinderln drucken

  5. Samtpfote

    @Thomas Holzer
    Wie “suwarin” richtig schreibt, wird es eine Junktimierung zwischen Gas und Geld geben. Goldmännchen mit Sachsmotor hat es ja in GR mit dem Lottogeschäft prächtig vorexerziert, wie man sich Sicherheiten holt…..

  6. Gerhard

    Wenn dieübrigen Euro-Länder die zypriotischen Banken retten, dann retten sie automatisch auch das von der russischen Mafia und den russischen Oligarchen dort gebunkerte Geld.

  7. Thomas F.

    Das gilt nicht nur für Zypern und man braucht kein “Wirtschaftswissenschafter” zu sein, um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Das sagt einem auch der Hausverstand.
    Bloß die Wirtschaftswissenschafter haben uns bislang etwas anderes nahe gelegt, ohne es schlüssig zu erklären.

  8. Ehrenmitglied der ÖBB

    Hat die Frau Schmied (ehemals Kommunalkredit) noch ein Konto auf Zypern? Da untersucht seit 2006/ immer noch die Staatsanwaltschaft Wien, vielleicht weiss die etwas?

  9. Mona Rieboldt

    Griechenland wird ja auch dauernd gerettet, daher wird auch Zypern gerettet. Da gehe ich jede Wette ein.

  10. Reinhard

    Samtpfote :

    Wer Irland sagt, muss auch Zypern sagen..

    Genau das ist das Problem!
    Als die uckermärkische Staatsratsvorsitzende das erste Mal über den Tisch gezogen wurde, ach was, alternativlos freiwillig drübergekrochen ist, war die Schranke gefallen.
    Den Zyprioten jetzt beizubringen, warum Irland, Portugal und Griechenland mit Spielgeld auf Steuerzahlers Kosten geflutet werden, Zypern aber pleite gehen soll, wird schwer.
    Der Besen ist unterwegs und unsere Zauberlehrlinge haben es mal wieder gründlich verbockt.
    Das kommt noch dicker, die Wane ist noch längst nicht voll!

  11. Samtpfote

    Weitere Aspekte, den man nicht vernachlässigen darf.

    1.) Die Einlagen bei den zypriotischen Banken belaufen sich auf 21 Mrd. Trotz der Schwierigkeiten zog kaum jemand Geld ab – auch nicht die Russen – sondern die Einlagen stiegen 2012 sogar um 7%!
    2.) 40% aller Operationen Zyperns betreffen Griechenland. Dementsprechend sind auch die Verluste von 25% des BIPs erklärbar, die die Banken und die Volkswirtschaft schlucken müssen. Dies ist die höchste Quote in ganz Europa… fast möchte man sagen Gott sei Dank.. (im übrigen Europa ca 1% des BIPs)

    Wenn eine Rettung Sinn macht, dann die Zyperns.

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