Lehrer führen, indem sie dienen

(JOSEF STARGL) Die „antiautoritäre Erziehung“ ist eine Utopie. Erziehung ist nur möglich mit Autoritäten. Lehrer sind Führungspersönlichkeiten. Sie benötigen Führungsfähigkeiten. Die Ausbildung und die „Auswahl“ der Lehrer sollte dies berücksichtigen. Lehrer, die selbst orientierungslos sind und den Schülern keine Orientierung geben wollen/können, sind als Pädagogen zum Scheitern verurteilt. Erziehung verlangt Werte. Persönlichkeitsbildung ohne Menschenbild ist unmöglich. Der Lehrer ist aufgefordert, sich zu positionieren.
Was wir brauchen, sind Lehrer als Autoritäten, die als solche auch in der Öffentlichkeit akzeptiert und geschätzt werden. Es gibt Nachholbedarf in der Wertschätzung der „Autorität Lehrer“.

Erziehung ist ein Wagnis. Die Lehrer müssen wieder mehr Mut haben, als Autorität, als Führungspersönlichkeit, zu agieren. Selbsterziehung, Selbsterkenntnis, faire Selbstbeurteilung und Selbstvertrauen sind Voraussetzungen, damit Autoritäten als Quelle des Vertrauens empfunden werden können. Seelische Zuneigung, Vertrauen, muss sich ein Lehrer als fachliche und moralische Autorität stets aufs Neue erarbeiten und verdienen, damit sich seine Schüler ihm anvertrauen, ihn achten und verehren, damit sie eine Bindung im Vertrauen eingehen.

Die Schüler suchen Autorität. Sie haben ein Recht auf Orientierung, auf Beurteilung durch die Autorität und auf Widerstand an der Autorität. Durch Autoritäten kommen die Schüler zu sich selbst und werden freie Persönlichkeiten. Freiheit ist nur dort, wo sie erobert werden muss!

Eine Verantwortung des Lehrers liegt darin, dass er als Vorbild seine Schüler im Rahmen der Hilfe bei ihrer Selbsterziehung zu Leistungen führen soll. Damit dies gelingt, muss der Lehrer selbst Leistungen erbringen, seine persönliche Leistungsfähigkeit pflegen, Lernbereitschaft und Lernfähigkeit zeigen. Er muss sich in den Augen seiner Schüler bewähren. Er muss vorleben, dass Anstrengung und Durchhaltevermögen zu Erfolg und Freude führen, damit die Schüler es „für-wahr-halten“, dass Mühen die Erfolge würzen, dass die Freude über das Gelingen umso größer ist, je mehr man sich angestrengt hat.
Wesentlich ist, dass ein Lehrer seinen Schülern sein Vertrauen in ihre Fähigkeiten zeigt und ihnen Hoffnung auf Erfolg macht. Die Aussicht auf Erfolg spornt an, „setzt Kräfte frei“, führt die Schüler hin zum Wunsch, sich zu bewähren und zur Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen.

Autoritäten haben die Aufgabe, zu unterstützen, zu helfen, zu ermuntern, zu fordern, Herausforderungen zu bieten, anzuleiten und zu fördern. Fördern verlangt Fordern, Ermutigung zu Leistungen. Die Schüler sollen auch lernen, ihre Leistungen im Vergleich mit konkreten Anforderungen und mit den Leistungen ihrer Mitschüler einzuschätzen. Der Lehrer als Autorität prüft, bewertet und beurteilt jeden einzelnen Schüler nach den im Vergleich mit den Anforderungen von ihm erbrachten Leistungen. Er kann Lob artikulieren, Belohnungen „verteilen“, besondere Leistungen aufzeigen, aber auch ermahnen, die Schüler zurechtweisen, ihnen beim Erfahren ihrer Grenzen helfen, sie beunruhigen und verwirren, um sie zu Ratlosigkeit als Quelle eigenständiger Einsicht zu führen.

Führung von Schülern erfordert Achtung der Menschenwürde, Offenheit, die Aufforderung zur Meinungsäußerung, Zuhören, die Kenntnisnahme von Kritik, die Beseitigung von Unklarheiten durch Aussprache und die Information der Schüler über die Spielregeln im Dialog. Wettbewerb ist vereinbar mit der Wertschätzung anderer Menschen, mit einem Verständnis für menschliche Schwächen. Dass die Menschen Fehler machen ist nicht verwunderlich. Sie sind aber verpflichtet, eine nützliche Lehre daraus zu ziehen. Sie haben die Verantwortung, zu lernen!

Gemeinsame Aktivitäten, „Abenteuer mit Schülern“, gemeinsame Unternehmungen und Anstrengungen, unterstützen die Akzeptanz der Autorität des Lehrers. Der Lehrer hat dabei die Möglichkeit, Erfolge mit seinen Schülern zu genießen, im Interesse seiner Schüler Mühen auf sich zu nehmen und Risiken zu teilen. Er kann aber auch bei Fehlschlägen/bei Misserfolgen eine Anteilnahme, Trost und Geborgenheit vermitteln. Ein Lehrer kann sich zuverlässig erweisen. Er kann liebenswürdig führen. Es ist möglich, den Schülern gütig und fürsorglich zu dienen.

Dienen ist ein Teil des Führens. Wer als Lehrer nicht lernt zu dienen, wird auch als Autorität, als Führungspersönlichkeit, keine Anerkennung finden. Liebe und Dienen schließen Fordern und Wertschätzung von Leistung nicht aus

8 comments

  1. sokrates9

    Hervorragender Artikel, theoretisch und wahrscheinlich auch praktisch völlig Richtig! Aber betrachten sie die heutigen Lehrerbildungsanstalten! Total linke / grüne Ideologie – Abschaffung des Leistungsprinzips, der Noten, soziale Kompetenz ist das dominante Lehrziel,was lernt man aus Pisa? Bisher nur große TV – Diskussionen usw, Ziel: Wie schafft man es dass Alis fehlerfrei seinen Namen schreiben kann? Habe keine einzige Wortmeldung gehört wie man aus dem unteren Level -auch die Bildungsfernen können das Kreuz bei Wahlen an der richtigen Stelle machen- zur Elite aufsteigt und bei den Top – mitmischen kann??
    Wenn das Unterrichtsministerium jedoch fridays for future als Lehrveranstaltung akzeptiert sieht man dass der Fisch vom Kopf aus stinkt! NS hat wer gegen die Unterrichtsministerin protestiert? -Is eh wurscht…

  2. GeBa

    Das beginnt schon mit der Erziehung im Elternhaus, Lehrer tun sich naturgemäß schwer, wenn diese Fratzen schon zuhause nie Respekt gelernt haben, im Gegenteil, denen wird ja noch oktroyiert DU hast Recht und lass dir nichts gefallen und im Notfall wird gleich mit Anwalt gedroht und gehandelt.

  3. Der Realist

    Die “fortschrittlichen” Pädagogen würden am liebsten jede Leistungsbeurteilung abschaffen. Von den Schülern Leistung einfordern zu dürfen ist teils verpönt. Engagierte Lehrer werden vielfach vom Direktor und auch Stadtschulrat oder ähnlichen Institutionen schikaniert. Dass viele Lehrer durch das heutige Schulsystem die Freude an ihrem Beruf verlieren und sozusagen Dienst nach Vorschrift machen, ist nachvollziehbar.
    Dazu kommen noch die sogenannten “Brennpunktschulen”, dort wurde Deutsch als Unterrichtssprache vielfach abgeschafft. Die Ursache liegt auch hier in der linken fortschrittlichen Ideologie, nach der Multi-kulti ohnehin so schön und toll ist, Integration und die Erlernung der Sprache des Gastlandes nicht einmal erwünscht ist.
    Viel Geld könnten wir sparen und viele Probleme hätten wir nicht, würde man den neuen Mitbürgern klare Verhaltensregeln mit auf den Weg geben und auch deren Beitrag zur Integration einfordern.

  4. fxs

    Dank der “Modernen Unterrichtsmethoden” haben wir in Mitteleuropa die Technologieführerschaft schon an Ostasien abgegeben.

  5. Falke

    @GeBa
    Das würde ich allerdings voll unterstützen, z.B. wenn die Eltern ihren Kindern die ganze Greta-Klima-Hysterie als das darstellen, was sie ist, und ihnen daher verbieten, an den blödsinnigen Freitags-Demos teilzunehmen. Wenn dann die Lehrer etwa darauf bestehen, dann ist es voll o.k., mit dem Anwalt zu drohen.

  6. astuga

    Solange vielen Lehrern allerdings die gesellschaftspolitische Kompetenz und Hausverstand fehlen warne ich davor ihnen blind mehr Autorität zuzugestehen.
    Linke Schwärmer und Radikale die einzelne Schüler mobben oder ganze Schulklassen zu indoktrinieren versuchen gibt es bereits genug.

  7. sokrates9

    Falke@ Die blödsinnigen Freitags-Demos sin von Unterrichtsministerium genehmigte “Schulveranstaltung “- da können sie beim Salzamt klagen!
    Beklagen können sie sich dass die NEOS und FPÖ hier keine Ministeranfrage einbringen warum die Freitagsdemos die immer mehr nach links driften akzeptiert werden!.(..bei der Klimakrise geht es nicht nur um die Umwelt”, sondern um die “ausnahmslose Demontage” der sogenannten “kolonialistischen, rassistischen und patriarchalen Unterdrückungssysteme”.)

  8. Mourawetz

    Der Begriff „Antiautoritäre Erziehung“ ist in sich widersprüchlich. Schön dass man da auch mal draufkommt, im Bundesministerium noch immer nicht.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .