Leider sehr wahr…

Von | 1. März 2013

“…Dass der damalige Vorstandschef des Telekom-Konzerns vor Gericht mit der Verantwortung durchkommt, er habe von den Kursmanipulationen (die ihm immerhin ein paar hunderttausend Euro Prämie beschert haben) keine Ahnung gehabt, zeigt, dass wir doch noch nicht ganz in der Zivilisation angekommen sind…” (Josef Urschitz, “Presse”)

9 Gedanken zu „Leider sehr wahr…

  1. Thomas Holzer

    “In dubio pro reo”
    diesen Grundsatz sollte auch Herr Urschitz beherzigen 😉

  2. Dr.Paul Felber

    “In dibio pro reo”
    Ich bezweifle, daß die Erde eine Kugel ist.

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    @Thomas Holzer
    ” In dubio pro reo”, ja was den Richterspruch betrifft. Nicht, was die Wirklichkeit betrifft?

  4. Thomas Holzer

    @Ehrenmitglied der ÖBB
    Nun denn, vielleicht hätte man sog. “erweiterte Verhörmethoden” anwenden sollen, um Herrn Sundt zum Reden zu bringen.
    Aber es fehlten anscheinend die stichhaltigen Beweise; soll vorkommen

  5. Gerhard

    Wenn ein Generaldirektor nicht weiss, was in seinem Unternehmen an wesentlichem geschieht, dann war bzw. ist er für diese Position ungeeignet. Er hat ja für seine Aufgaben ordentliche Bezüge (Gehalt, Bonus, Abfertigung) bekommen. Gleichzeitig gehört auch der damalige Aufsichtsrat gemaßregelt, denn diese Leute haben scheinbar auch nicht ihre als Pflicht zur Kontrolle des Vorstandes erfüllt und nur kassiert.

    Ausserdem muss es noch einige Telekom-Leute im Innendienst geben (Sekretärinnen, Buchhalter), welche alle diese Machenschaften aufgefallen sind. Gab es dazu nicht die erforderliche Zivilcourage bzw. zumindest der Mut zu einer anonymen Anzeige an die Behörden oder Information an die Medien?

  6. herbert manninger

    Jeder Kauf/Ankauf von Aktien beeinflusst je nach Umsatz den Kurswert.
    Der Broker Wanovits hätte auch, falls Verkäufer im gleichen Zeitraum Verkaufsorder gegeben hätten, auf seinen teuerer erworbenen Aktien sitzen bleiben können, und er säße heute noch immer drauf…..
    Nennt mich naiv – aber wo ist hier der Betrug?
    Jeder Fuzzi kann doch mit relativ geringen Beträgen umsatzschwache Werte Tage lang “manipulieren”, falls er das Risiko eingehen will.

  7. Thomas Holzer

    @Gerhard
    Es geht nicht darum, was Herr Sundt wusste, sondern schlicht und einfach, welches Wissen das Gericht ihm nachweisen konnte.

  8. gms

    herbert manninger :
    Jeder Fuzzi kann doch mit relativ geringen Beträgen umsatzschwache Werte Tage lang “manipulieren”, falls er das Risiko eingehen will.

    Im Anlaßfall waren 14 Millionen Euro nötig, um in der Schlußauktion den Kurs von 11,6 pro Aktie über die nötigen 11,7 zu pushen. Für Fuzzis sollte das wohl einen Nummer zu groß sein, sowohl was die absolute Summe, wie auch das Verlustrisiko von rd 100.000 anbelangt, wenn das Papier tags darauf nur 10ct tiefer eröffnet. Exakt die war hier auch der Fall, bis erst fünf Tage später ein halbwegs verlustfreier Ausstieg möglich war.

    Man man zu Kursbeeinflussungen stehen wie man will — der nicht zu leugnende Betrug lag darin, daß Vorstände mit Firmengeldern zu ihrem eigenen Vorteil den Kurs pflegten (Veruntreuung) und zugleich mit den dadurch erhalten Boni oben genanntes Risiko von 100.000 Euro locker decken könnten, wäre es schlagend geworden.

    Die Sache war also absulut wasserdicht, weil der mittelbare Gewinn aus den zu Unrechte lukrierten Prämienzahlungen einen allfälligen Verlust aus der Transaktion weitaus überstieg. Wäre es nötig gewesen, hätte man sogar ein Vielfaches an Aktien zur Kurspflege kaufen. Sofern sich alle am Bonusprogramm beteiligten Führungskräfte am Betrug beteiligt hätten, stünde ihnen ein geschenkter Margin von 9 Mio. zur Verfügung, war dies doch die zu erwartende Summe an Zahlungen durch die Telekom beim Überschreiten besagter 11,7. Damit hätte man zur Not auch um 140 Mio Aktien kaufen können, um bei einer tags darauf bis zu 6% niedrigeren Notierung aus der Chose wieder verlustfrei rauszukommen.

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