Lernen Sie Geschichte, Frau Präsidentin!

Von | 29. November 2016

(ANDREAS UNTERBERGER) Peinlich und skandalös, wie anbiedernd Doris Bures als Bundespräsidentenersatz den verstorbenen kubanischen Langzeitdiktator Fidel Castro bejubelt. Es wird höchste Zeit, dass in der Hofburg ein Präsident einzieht, der bessere Berater und Nachrufschreiber hat. Denn nur weil einer antiamerikanisch gewesen ist und sozialistisch-marxistische Parolen gedroschen hat, ist das noch keine Berechtigung, ihn als „Hoffnung auf eine bessere Welt“ zu rühmen. Ein demokratischer Linker müsste doch endlich begreifen, wie viele schwere Verbrechen Castro auf sich geladen hat.

Das Schlimmste in Castros Vita ist wohl, dass er die Welt in einen Atomkrieg hetzen wollte. Das ist damals nur durch die Vernunft des Nikita Chruschtschow im letzten Moment verhindert worden. Einem demokratischen Sozialisten – einem demokratischen – sollten aber auch die anderen Fakten aus Castros Leben zu denken geben:

nicht weniger als eine Million Menschen sind vor Castro geflüchtet;
er war persönlich für den Tod vieler Tausender verantwortlich;
er hat noch viel mehr Menschen aus rein politischen Gründen auf viele Jahre hinter Gitter gebracht;
er hat fast allen Kubanern Jahrzehnte der Freiheit, der Menschenrechte und des Wohlstands gestohlen;
und er hat halb Lateinamerika mit blutigen Guerillakriegen überziehen lassen.
Kann man es dagegen im Ernst als Gegengewicht in die Waagschale werfen, dass sich unter Castro Kubas Gesundheitsversorgung und Schulsystem deutlich verbessert haben?

Wie kommentiert das aber Frau Bures als quasi amtierendes Staatsoberhaupt? Sie geht auf keines dieser Fakten ein, sondern schwafelt nur: „Die Welt gedenkt heute einer Persönlichkeit, die – trotz Schattenseiten – für viele Menschen die Hoffnung auf eine gerechtere Welt verkörperte.“ Ja, ja, irgendwelche „Schattenseiten“ hat ja ein jeder. Aber für den „Kampf für eine gerechtere Welt“ kann man offenbar schon ein paar „Verletzungen und Einschränkungen demokratischer und menschenrechtlicher Grundwerte“ in Kauf nehmen.

Dass auch Heinz Fischer den verblichenen Diktator – der sich bis zuletzt vom Krankenbett aus gegen die Aussöhnung mit den USA durch seinen Bruder und Nachfolger gesträubt hat! – mit tiefer Sympathie nachtrauert, ist schon gar keine Rechtfertigung. War doch Fischer immer ein Propagandist von Ländern wie Kuba und Nordkorea.

Wenn die Sozialdemokraten nicht endlich lernen, linke Diktatoren genauso kritisch wie rechte zu sehen, dann haben sie moralisch kein Recht, sich als demokratisch zu bezeichnen. Stalin, Hitler, Mao, Mussolini und alle anderen Diktatoren mit Blut an den Händen sind um keinen Deut besser zu sehen, nur weil sie tot sind.

PS: Der Rest der Welt hat bis auf linke südamerikanische Caudillos überwiegend sehr distanziert auf Castros Ableben reagiert. Hingegen zeigte Russlands Wladimir Putin in seiner Reaktion, dass er nicht daran denkt, auf die demokratisch-rechtsstaatliche Seite der Geschichte zu wechseln: „Fidel Castro war ein aufrechter und zuverlässiger Freund Russlands.“ In Wahrheit war nur ein Freund der kommunistischen Sowjetunion, der Putin so heftig nachtrauert. (hier)

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14 Gedanken zu „Lernen Sie Geschichte, Frau Präsidentin!

  1. Mona Rieboldt

    Castro war ein Verbündeter der russischen Kommunisten. Was Putin dazu sagt aus Höflichkeit ist noch verständlich, dennoch geht er nicht zur Beerdigung. Was aber im Westen Politiker treibt, einen Diktator so zu lobhudeln, über die willkürlichen Verhaftungen und wie es dort in den Gefängnissen zuging, aber kein Wort zu verlieren, hat schon was Krankes, Dekadentes. Gerade diejenigen, die sich immer “Menschlichkeit, Rechtsstaat” etc. auf die Fahnen schreiben, bejubeln einen mörderischen Diktator. Im übrigen hat Castro ein verwüstetes Land hinterlassen, viele Häuser sind Einsturz gefährdet, keine Infrastruktur etc.

    Und wäre Hitler mit 90 verstorben, wäre er dann auch als große Person der Zeitgeschichte verklärt worden?

  2. Fragolin

    Sogar bei den Massenmördern können die Rassisten nicht aus ihrer Haut: nur der deutsch-österreichische Massenmörder war ein böser Massenmörder, alle anderen Massenmörder waren gute Massenmörder…

  3. Reini

    Hitler ist eine große Person der Zeitgeschichte, große Personen der Zeitgeschichte sind ausschließlich Diktatoren, Herrscher, Feldherren großer Schlachten, usw… umso mehr Tote umso länger lebt der Name,…

  4. Thomas Holzer

    “Ein demokratischer Linker müsste doch endlich begreifen, wie viele schwere Verbrechen Castro auf sich geladen hat.”

    Bei diesem Satz war wieder einmal der Wunsch Vater des Gedanken. Die sogenannten demokratischen Linken beneiden Typen wie Castro, Stalin, Pol Pot, Mao et al. insgeheim, da diese (auch wenn sie nach gewonnen Wahlen an die Macht gekommen sind, siehe Chavez) sich überhaupt nicht um demokratische Gepflogenheiten scheren, sondern gleich zur Sache kommen und die Keulen der Unterdrückung, Vernichtung der Widersacher auspacken. Die vereinigten Linken, von Bures über Fischer, Mitterlehner, Kern, bis zu Hofer, Strache, VdB , Glawischnig, Strolz würden ja gerne so richtig “durchgreifen”, nur getrauen sie sich (noch) nicht.

  5. sokrates9

    Früher hätte man hinterfragt ob man dem Kommunisten Fischer wegen schändlichem Verhalten die Pension kürzen kann!

  6. mariuslupus

    Die Salonkommunisten von heute sind früher mit Che Leiberln, HoHoHochiminh trälernd herumgehopst, und andersdenkende beschimpft und bedroht. Dieser progressiven Linken war jeder Diktator und Massenmörder ein leuchtendes Vorbild, egal ob Mao, PolPot, Castro, Breschjew, Ulbricht. Sogar am Lenin, Trotzki und Stalin konnten sie durchaus positive Seiten entdecken.. Mit diesen Vorbildern konnten sie auch öffentlich prahlen, sie hatten die Inteligentsija und die Medien auf ihrer Seite. Bis jetzt hängen sie nostalgisch ihren Vorbildern nach, und arbeiten fleissig an ihrer Rehabilitierung und Auferstehung.

  7. Falke

    O.T.: Manchmal habe ich einen Anflug von Masochismus, da lese ich (im Internet) das ehemals seriöse Nachrichtenmagazin “profil”. Gestern tat ich es wieder, auch um zu sehen, wie die dortige Journaille auf den Sieg Trumps reagiert, vor allem die links-grüne Vorzeigefeministin Elfriede Hammerl, die ja monatelang gegen Trump gehetzt hat, vorwiegend wegen seiner “Frauenfeindlichkeit” – daraus hat sie den absolut sicheren Schluss gezogen, dass keine Frau ihn wählen wird und Hillary Clinton sich den Sieg somit nur noch abzuholen braucht. Und was las ich da gestern bei Elfriede Hammerl (u.a. wörtlich)?: “Frauen haben Trump gewählt, weil sie andere Frauen verachten. Indem sie auf andere Frauen hinunterschauen, erhöhen sie sich selber. Sie wollen was Besseres sein als Teil einer geringgeschätzten Gruppe”. Und weiters: “Frauen irren sich. Frauen sind fehlbar. Frauen haben keine Verpflichtung, besser oder klüger zu sein als Männer”. Da kommt wieder die unglaubliche Überheblichkeit und Präpotenz der links-grünen Gutmenschen zum Vorschein: sie selbst wähnen sich im Besitz der absoluten Wahrheit, wer eine andere Meinung hat ist dumm, ungebildet, irregeleitet, sitzt den Lügen der Rechtspopulisten auf (also wieder blöd). Ist ja nichts Neues, erstaunt aber immer wieder und beweist vor allem die absolute Realitätsferne und völlige Unfähigkeit der p.c.-Gesellschaft, aus Fakten irgendwelche Lehren zu ziehen. Und auch deren Demokratiefeindlichkeit: Kennzeichen einer Demokratie ist der Wettbewerb verschiedener Meinungen, wobei sich die Mehrheit durchsetzt. Man muss natürlich eine andere oder gegensätzliche Meinung nicht teilen, aber akzeptieren und respektieren. Vor allem muss man das Ergebnis einer demokratischen Wahl anerkennen und sich eingestehen, dass die eigene Meinung eben nicht mehrheitsfähig ist. Und genau das tun die Linken, Grünen und p.c Gutmenschen nicht.

  8. Fragolin

    Komisch, dass die Wellkammisten gleichzeitig jemandem so nachjubeln, zu dem keiner hin-, aber von dem hunderttausende weggeflohen sind. Wieso wollen nur immer alle aus den sozialistischen Paradiesen in den knechtenden Kapitalismus fliehen?

  9. Der Realist

    die meisten Menschen haben eben auch Schattenseiten, und viele auch mangelnde intellektuelle Kapazität

  10. sokrates9

    Falke@ Elfriede Hammerl: Indem sie auf andere Frauen hinunterschauen, erhöhen sie sich selber!
    Ob das auch für diese Pseudojournalistin gilt??

  11. elfenzauberin

    Ob sich das kubanische Gesundheitsssystem unter Castro tatsächlich verbessert ist, ist zumindest diskutabel. Es gibt zwar genug Ärzte, nur sehen die Krankenhäuser eher wie abrißwürdige Bauruinen aus. Die Ausstattung ist inferior und die Sanitäranlagen erinnern eher an eine ungepflegte Bahnhofstoilette als an ein Krankenhaus.

    Wie es um die Gesundheitsversorgung dort tatsächlich bestellt ist, dazu genügt ein Blick in den lachenden Mund eines durchschnittlichen Kubaners mit seinen kaputten und oft fehlenden Zähnen.

    Fidel Castro hat übrigens nach seinem Amtsantritt der Prostitution den Kampf angesagt. Heute gibt es dort mehr Prostitution als zu Batistas Zeiten – ein Zeichen der unfassbaren Armut dieses Landes, die von Castro verschuldet ist.

  12. Urban Galler

    @Reini
    Hoffentlich will Merkel nicht als Große in die Weltgeschichte eingehen. Allerdings, wenn sie so weiter merkelt….?

  13. Christian Weiss

    Die schwachsinnigen Verweise auf das Gesundheitssystem und die Schulbildung sind etwa ähnlich intelligent wie Verweise darauf, dass Hitler schliesslich auch Autobahnen gebaut habe.

    Auch in der Schweiz haben die “demokratischen” Sozialisten (übrigens ein Oxymoron) beim Tod des roten Verbrechers völlig durchgedreht: Zitat aus der Zeitung “20 Minuten”: “Und auch Juso-Präsidentin Tamara Funiciello findet auf Facebook anerkennende Worte für den Máximo Líder, der das sozialistische Kuba bis 2006 über 47 Jahre mit eiserner Hand führte. «Bevor wir verurteilen: In Kuba haben alle freie Gesundheitsversorgung, freie Bildung, zu essen und ein Dach über dem Kopf.» Besonders angetan hat es Funiciello, dass in Kuba die sozialen Menschenrechte wie die Gleichberechtigung, das Recht auf Bildung oder das Recht auf Arbeit per Verfassung garantiert sind: «Die sind bei uns nicht mal einklagbar», schreibt Funiciello.”

    Lustig dabei ist, dass die Verblendete all jene “verblendete Kapitalisten” nennt, die diese “Errungenschaften” Castros nicht zu würdigen wüssten.
    Natürlich hat Funiciello damit recht, dass das “Recht auf Bildung” und das “Recht auf Arbeit” in der Schweiz nicht einklagbar ist. Das wäre auch vollkommen schwachsinnig. Es kann nur einem kranken Sozialistenhirn die Idee entspringen, dass auch ein Vollidiot in Astrophysik doktorieren darf, oder jemand fern jeder Kompetenz, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit eine bezahlte Arbeitsstelle haben darf.
    Weiter zweifle ich schwer an, dass die Jungsozialistin im Falle einer Herztransplantation ein Spital in Havanna dem Universitätsspital Zürich vorziehen würde.

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