Lieber kulturbereichernd Tanken……

“…….Müssen Tankstellenmitarbeiter ausgezeichnete Deutschkenntnisse haben? Der Unabhängige Verwaltungssenat Steiermark (UVS) ist jedenfalls nicht dieser Meinung. Ein entsprechendes Stelleninserat sei demnach diskriminierend nach dem Gleichbehandlungsgesetz, wie aus einem aktuellen Rechtssatz hervorgeht….” (hier)

25 comments

  1. oeconomicus

    Hier greift die Justiz unzulässigerweise in die Vertragsfreiheit der Bürger ein, eine Schande für jeden Rechtsstaat! Demnächst prüfen Gerichte Qualifikationserfordernisse bei Stellen-ausschreibungen (Brauchen´s dazu einen Diplomingenieur, genügt nicht ein HTL-er?) Der Tankstellenpächter hätte einen Tankwart mit Italienischkenntnissen suchen sollen.

  2. Thomas Holzer

    @oeconomicus
    Nicht nur hier!

    der Spruch des UVS ist in sich rassistisch und diskriminierend!
    1.) Alleine die Annahme, daß Personen mit Migrations(vorder)Hintergrund pauschal unterstellt wird, daß diese nicht über ausgezeichnete Deutschkenntnisse verfügen, ist diskriminierend.
    Viele Personen mit Migrationshintergrund verfügen über bessere Deutschkenntnisse als autochthone Österreicher. Sprich: Der UVS diskriminiert per Spruch
    2.) Da Tankstellenmitarbeiter lt. dieser UVS-(Recht)Sprechung explicit nicht über ausgezeichnete Deutschkenntnisse verfügen müssen (im Umkehrschluß reichen anscheinend rudimentäre Deutschkenntnisse) würde ich jedem Tankstellenmitarbeiter, welcher über ausgezeichnete Deutschkenntnisse verfügt, den UVS wegen Diskriminierung zu klagen.
    3.) Ich empfehle dem neuen Sozial- und Wirtschaftsminister (gemeinsam mit den Sozialpartnern und dem Integrationsstaatssekretär) eine Liste zu erstellen, in welcher expressiv verbis festgeschrieben wird, welche Art von Deutschkenntnissen für welche Berufsbilder in Österreich verlangt werden dürfen. (Und diese Liste bitte in den Verfassungsrang)
    4.) Außerdem, um jegliche mögliche Diskriminierung hintanzuhalten, empfehle ich die Einführung einer verpflichtenden Quote für jedes Berufsbild in Österreich (Quote entsprechend vorhandener Deutschkenntnisse, Migrationshintergrund, Zeitdauer des Aufenthaltes in Österreich im Verhältnis zum Lebensalter, ob hier geboren oder nicht, wievielte Generation schon im Lande, etc. etc. etc.)
    Erst wenn all dies mittels Gesetz und Verordnung und Verfassungsrang geregelt ist, können wir uns wieder den wesentlichen Aufgaben der Rechtsprechung und des Wirtschaftslebens zuwenden

  3. world-citizen

    Tankstellen haben fast immer einen internationalen Kundenstock. Meist Reisende, die ihren Tank auffüllen bevor die Fahrt weiter geht. Fernfahrer werden sogar von ihren Disponenten angewiesen, ihre Tanks wegen der niedrigen Spritpreise in Österreich aufzufüllen.
    Die aus dieser Tatsache resultierende zwingende Logik ist, daß Sprachkenntnisse bei Tankstellenpersonal von untergeordneter Bedeutung ist.

  4. Thomas Holzer

    @world-citizen
    Gerade weil “Tankstellen fast immer einen internationalen Kundenstock” haben, sind Sprachkenntnisse eben nicht von untergeordneter Bedeutung.

    Oder würden Sie einem international agierendem Unternehmen auch empfehlen, Personen mit mangelnden Sprachkenntnissen einzustellen?!

    Ihre Logik erlaube ich mir, doch als recht eigenartig zu bezeichnen.

    Die Österreicher zeichnen sich dadurch aus, die mangelnden Deutschkenntnisse vieler Migranten zu kritisieren, tragen selbst aber zu diesem Mangel wesentlich bei, indem sie mit fast jeder Person, welcher der nichtautochthone Hintergrund anzusehen ist, mit z.B. folgenden Sätzen: “Du müssen gehen dorthin; Du nix tun Rauchen hier; Du hebe Sack und dort in Auto geben” et al. in “Kontakt” treten.

  5. world-citizen

    Was tun die Kunden an den Tankstellen?
    An der Zapfsäule bedienen sie sich selbst und anschließend gegen sie zur Kassa und kaufen vielleicht noch etwas im Shop. Das Geschäft wird durch schlüssiges handeln abgewickelt – ein Wortwechsel ist dazu nicht nötig.
    Schließlich darf man ja auch mit dem Auto fahren, ohne die Sprache können zu müssen. Ich würde es mir nicht wünschen, wenn von mir in Ungarn ungarische Sprachkenntnisse verlangt würden, nur wiel ich dort fahren will.

  6. Selbstdenker

    Von Tankstellenmitarbeitern Deutschkenntnisse zu verlangen ist genauso diskriminierend wie von UVS-Mitarbeitern sinnerfassendes Lesen, Kenntnisse rechtlicher Grundlagen sowie Denken in logischen Zusammenhängen einzufordern.

    Eine Lösung wäre natürlich die Tankstelle in eine SB-Tankstelle umzuwandeln. Die Kommunikation mit den Kunden könnte ein Kassenautomat übernehmen. Ein solcher Automat kann mich sogar (in mehreren Sprachen) fragen, ob ich lieber bar oder mit der Routex-, EC- bzw. Kreditkarte bezahlen möchte.

  7. Nettozahler

    ein bei uns angestellter Chauffeur fuhr mit einem unserer Kastenwagen zur Tankstelle und fragte den Tankwart, ob das Auto höhenmäßig in die Waschstrasse passt. Der Tankwart mit Migrationshintergrund und “nichtperfekten Deutschkenntnissen” verstand die Frage offenbar nicht und nickte nur. Das Endergebniss: Eine demolierte Waschstrasse und ein demolierter Kastenwagen. Die Mineralölfirma und der Tankstellenbetreiber zahlten uns nichts. Unsere Haftpüflichtversicherung musste den Schaden an der Waschstrasse bezahlen.

  8. Reinhard

    @WorldCitizen
    Nicht wirklich erstaunlich, Sie hier im Kreise der Diskriminierer wiederzufinden. Sie unterstellen Tankstellenpersonal, sie müssten, da sie ja schlecht bezahlten Jobs nachgingen, keine besonderen Kenntnisse besitzen. Will nicht wissen, wie Sie über Reinigungspersonal denken.
    Fakt ist, dass Servicepersonal nicht nur mit den Kunden interagieren muss, sondern auch umfassende Kenntnisse über den Umgang mit Gefahrstoffen und den Inhalt der Sicherheitsdatenblätter zu den gelagerten Gefahrstoffen besitzen muss. Wenn Tankstellenbetreiber (nicht die Mineralölfirmen, die vermieten die Dinger bloß) verantwortungsvoll darauf achten, dass keine ahnungslosen Leute eingestellt werden, dann werden sie abgestraft. Und ahnungslose Parolenpauker klatschen begeistert Beifall, denn Dummheit schützt ja bekanntlich nicht davor, Parolen in die Welt zu klopfen.
    Sie haben keine Ahnung von den Tätigkeiten des Tankstellenpersonals, sind wahrscheinlich nur Gelegenheitskunde an der SB-Tanke ohne weitere Kenntnis der Hintergründe, da lässt es sich leicht herumschwadronieren. Fakt ist, dass Tankstellenpersonal permanent mit einem Fuß hinter Gittern sitzt, und jene Betreiber, die Billigpersonal ohne umfassende Einschulung beschäftigen grob fahrlässig handeln. Aber interessant zu sehen, dass ausgerechnet diese schwarzen Schafe bei den gutmenschlichen World-Citizens dieses Landes immer wieder begeisterte Mitstreiter finden.

  9. Mario Gut

    @world-citizen
    Lassen wir doch das ganze Geplaudere um Details – es ist eine Frechheit, wenn dauersubventionierte Beamte, die noch nie einen Schritt in die wahre Welt gesetzt haben, in Entscheidungen der Unternehmensführung eingreifen! Der Weg in die Verstaatlichung der Bevölkerung hat, ob ihrer scheinbaren Wichtigkeit sich größenwahnsinnig gebärenden, geistig fremdgesteuerten Apparatschiks, längst begonnen.
    Allerdings auch der Gang zum Brunnen – Widerstand ist langsam angesagt. “Empört Euch”(©Stéphane Hessel) – mit neuem Hintergrund!

  10. Christian Weiss

    In solchen Momenten wäre ich froh, meine eigenen Deutschkenntnisse wären etwas begrenzter. Dann liefe ich weniger Gefahr, beim Lesen solchen Irrsinns ein Hirnaneurysma zu erleiden.
    Demnächst werden Hodenkrebsselbsthilfegruppen zwingend Frauen aufnehmen müssen.

  11. cmh

    Ich kenne viele Leute mit Migrationshintergrund, die einem freundlich lächelnd zuhören und dann in einwandfreiem Deutsch versichern, dass sie alles verstanden hätten und dass es da kein Problem gibt.

    Tatsächlich haben die garnichts verstanden.

  12. cmh

    Im Umkehrschluss bedeutet das Urteil, dass der Tankstelleninhaber sicher zu stellen hat, dass die Migrationshintergründler die nicht unbeträchtigen Sicherheitsregelungen bei Tankstellen erfasst haben. Da diese jedoch diskriminiert werden, wenn sie sich des Deutschen bedienen müssen, ist es Aufgabe des Inhabers, mit seinen Migrationshintergründlern in deren Heimatidiom zu verkehren.

    Was man der Tankstelleninhaberin schon vorwerfen muss ist jedoch, dass ihr nicht ganz klar war, dass ihr Feind nicht bei den Migraten, sondern bei ihren eigenen Mitbürgern sitzt. Die machen keine Gefangenen.

  13. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>> ein bei uns angestellter Chauffeur fuhr mit einem unserer Kastenwagen zur Tankstelle und fragte den Tankwart, ob das Auto höhenmäßig in die Waschstrasse passt. Der Tankwart mit Migrationshintergrund und “nichtperfekten Deutschkenntnissen” verstand die Frage offenbar nicht und nickte nur. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Moderne Waschanlagen haben eine Lichtschranke. Wenn das Fahrzeug zu hoch oder zu groß ist, lässt sich die Anlage gar nicht starten.

  14. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>> Fakt ist, dass Servicepersonal nicht nur mit den Kunden interagieren muss, sondern auch umfassende Kenntnisse über den Umgang mit Gefahrstoffen und den Inhalt der Sicherheitsdatenblätter zu den gelagerten Gefahrstoffen besitzen muss. Wenn Tankstellenbetreiber (nicht die Mineralölfirmen, die vermieten die Dinger bloß) verantwortungsvoll darauf achten, dass keine ahnungslosen Leute eingestellt werden, dann werden sie abgestraft. – <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Tankstellen gibt es in so gut wie allen Ländern der Erde. Und Treibstoffe sind in anderen Ländern nicht weniger gefährlich als anderswo. Folgerichtig kann man von jedem Menschen, der schon an Tankstellen gearbeitet hat voraussetzen, dass er damit auch richtig umgehen kann. Die Sprache ist dabei nebensächlich, da Zapfsäulen überall gleich funktionieren.

    Eher stellt sich noch die Frage, ob man nicht Kunden mit mehrsprachigen Hinweisen und Pictogrammen auf die richtige Handhabung einer Zapfsäule hinweisen wollte. Immerhin gibt es sogar in Europa noch Gegenden, in denen SB-Tankstellen weitestgehend unüblich sind. Habe schon öfters Leute (auch alteingesessene Österreicher) erlebt, die im Umgang mit einer SB-Zapfsäule ziemlich unbeholfen wirkten.

  15. KClemens

    >>>>>In einer Stellungnahme, die sich auf kritische Medienberichte bezog, stellte die Antidiskriminierungsstelle unter anderem fest: “In der realen Dynamik des österreichischen Arbeitsmarktes geht es weniger um die durchaus legitime Qualifikationsanforderung ‘Deutschkenntnisse’, sondern um die Frage: Gehört die sich bewerbende Person zu ‘uns’ oder nicht? Und das hat nichts mit beruflicher Qualifikation oder Fähigkeit zu tun sondern mit Diskriminierung.”>>>>>

    Wer so einen Quatsch verzapft, wie “gehört diese Person zu uns” beweist, daß er aus äußerst warmen und bestens bezahlten Sesseln im ÖD noch nicht viel von der Wirklichkeit der Arbeitswelt “da draußen” mitbekommen hat.

  16. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Wer so einen Quatsch verzapft, wie “gehört diese Person zu uns” beweist, daß er aus äußerst warmen und bestens bezahlten Sesseln im ÖD noch nicht viel von der Wirklichkeit der Arbeitswelt “da draußen” mitbekommen hat. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Leider ist das kein Quatsch, sondern die bittere Realität, aber die meisten Menschen sehen nicht, was sich außerhalb ihres eng begrenzten Lebensumfeldes abspielt: http://search.salzburg.com/news/artikel.html?id=36262017

  17. Reinhard

    @world-citizen
    “Tankstelle” heißt beim Weltbürger also “Zapfsäule mit Sprit” und fertig. Keine Öle, Additive, chemische Zusätze für Frostschutz, keine aggressiven, giftigen und ätzenden Stoffe, keine Ordner voller Sicherheitsdatenblätter, Verhaltensanweisungen zu Brandschutz, Unfallschutz und Umweltschutz – ach was, der depperte Kassenkuli braucht nix deitsch und nix wissen. Muss die Kunden auch nix vastehn, Beratung braucht der Baumax-erzogene Kunde von heute ja eh nicht mehr, ob Lampe passt in Auto muss auch Kunde selba wissen…
    Anderen ein “begrenztes Lebensumfeld” nachgeifern, aber selbst von garnichts eine Ahnung, nur groß den Weltverbesserer raushängen lassen und sich damit zum Verteidiger genau jener Tankstellenbetreiber aufschwingen, die nur billigste Arbeitskraft ausbeuten wollen und auf Qualifikation und Kundennutzen sch***. Diskriminierend ist nämlich nicht der Hinweis auf nötige Sprachqualifikation (diese erst als “legitim” bezeichnen und im selben Satz als zweitrangig abkanzeln und per Urteil eben wieder illegitim erklären – was für eine dümmliche Eierschaukelei ahnungsloser Beamter in ihren geschützten Elfenbeintürmen) sondern die Ausbeutung von Billigstarbeitskräften, die oft nicht mal verstehen, wie sie verschaukelt werden. Ab mit denen an die Tanke, auf den Bau und in den Tunnel – da müssen’s nämlich nix können, nur malochen, gell Herr Weltbürger?
    Erbärmlich, absolut erbärmlich. Und sowas will sich als kuschelweicher Weltenretter und Richter über den ach so kalten Neoliberalismus aufspielen…

  18. Reinhard

    @world-citizen
    Nachsatz: Zu allen Vorschriften, Datenblättern und Verhaltensanweisungen gibt es ein seitenlanges Pamphlet auf der Tanke, das dem Arbeiter vorgelegt wird: “Willstu Job, musstu unterschreiben!”. Wenn dann was passiert, hängt der Arbeiter in den Seilen der Justiz, denn der Arbeitgeber hat sich abgesichert. Frag mal bei den Frächtern, wie sowas funktioniert. Oder in den Lagern.
    Nachfragen, ob der Arbeiter alles verstanden hat, braucht er nicht, denn das hat dieser mit seiner Unterschrift bereits bestätigt.
    Scheinbar ist es den Beamten wie dem Weltbürger ein Bedürfnis, dass sich an solchen Praktiken nichts ändert, denn sie garantieren billiges Tanken an SB-Terminals. Keine Sorge, es wird noch billiger, denn die Automatenzapfsäulen werden wöchentlich mehr. Dann sparen wir uns die billigen Kassenkulis auch noch ein und die bigotten Weltbürger können nach dem Billigeinkauf wieder jammern über die Arbeitslosigkeit…

  19. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>> Keine Öle, Additive, chemische Zusätze für Frostschutz, keine aggressiven, giftigen und ätzenden Stoffe, keine Ordner voller Sicherheitsdatenblätter, Verhaltensanweisungen zu Brandschutz, Unfallschutz und Umweltschutz <<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja, das sind die Wunschvorstellungen. Ich kann mich aber nicht erinnern an das es an einer Tankstelle Personal gibt, die etwa wissen, welches Öl mein Fahrzeug benötigt. Aber dazu gibt es ja ein Benutzerhandbuch, das mir vom Fahrzeughersteller gemeinsam mit dem Fahrzeug übergeben wurde. Und die Öldosen stehen ja ebenso wie das Scheibenwaschmittel zur Entnahme vor dem Eingang zum Tankstellenshop.
    Scheinwerferlampen kann man ohnehin nicht mehr selbst auswechseln – bei Xenonlicht ist das sogar lebensgefährlich. Da muss man ohnehin in die Fachwerkstatt oder zumindest zum ÖAMTC.

    Tankwarte sind keine Mechaniker und sind es nie gewesen.

  20. Reinhard

    @world-citizen
    “Sind es nie gewesen”? Irrtum. Noch vor einigen Jahren gab es Bedienungstankstellen und Kleintankstellen, die mit Hebebühne ausgestattet vom Räder- über den Lampen bis zum Öl- samt Filter-Wechsel alles am Auto schraubten, was dem Kunden gefiel. Sie wuschen nicht nur die Scheiben, sondern prüften (und füllten) auch Öl oder berieten sachkundig über Additive und Tuning-Zubehör. Ich weiß, keine Ahnung zu haben schützt nicht davor, eine Meinung zu besitzen, aber die Qualität mangelt.
    Aber interessant, wer sich hier so für den qualitativen (und damit einhergehend verdfienstmäßigen) Niedergang des Tankstellenpersonals zwecks Gewinnoptimierung stark macht. Hauptsache geschlechtsneutral, antidiskriminiert, gerecht und fair in den A*** getreten, dann ist das schon OK…

  21. Rennziege

    @WC:
    “Tankwarte sind keine Mechaniker und sind es nie gewesen.”
    Na, da täuschen S’ Eahna oba gewoitig, Chef! Selbst in Tagen wie diesen, wo der Mechatroniker sich wichtiger dünkt als der Schrauber, gibt es Tankwarte, die jeden Mechaniker schlagen.
    Die schnuppern einmal am Auspuff, dann am Ölmeßstab, legen ein liebevolles Stethoskop auf den Zylinderkopf und haben eine erstklassige Diagnose — während der Mechatroniker noch mühsam nach einem passenden Stecker für das elektronische Diagnose-Steckerchen sucht, das sein Laptop benötigt.
    Die wissen auch haargenau, welches Motor- und Getriebeöl die jeweilige Kiste braucht, ohne “ihm” im Handbuch nachzulesen. Viele davon sind Zuagraste, meist aus Russland, Polen oder ehemaligen östlichen Teilstaaten der ehemaligen UdSSR. Liebenswerte Menschen, die sich zersprageln, um unsereine wieder flottzumachen. Ihr Deutsch ist selten grammatikalisch perfekt, aber wer steht schon auf Perfektion? Jedenfalls können sie sich auf Deutsch, manchmal sogar englisch oder französisch — im automobilen Jargon hinreichend ausdrücken. Denn sie haben Ladas, Moskwas, Polski-Fiats und ZIL-Politruk-Limousinen gewartet und repariert, und sie hören schon am Schnurren eines Keilriemens, am Zirpen einer Bremsscheibe oder am Surren einer Lichtmaschine, wo der Hund begraben ist.
    Aber sie können sich verständlich machen und tun dies als absolute Autofreaks, die glücklich sind, in Ländern gelandet zu sein, wo es ihresgleichen gibt. Zu Recht werden sie gut bezahlt. Wenn sie einer Frau begegnen, die den Unterschied zwischen Batterie und Akkumulator kennt, flippen sie geradezu aus! 🙂
    Wer allerdings wie unser geliebter WC meint, das Aufsammeln von Kamelmist mache einen perfekten arabischen oder ostanatolischen Tankwart, komplett wortlos, der kriegt schnell Heimweh nach dem Herzerl in der Klotür, hinter welcher alles noch so einfach ist. Und so sozial gerecht; denn wir alle müssen hin und wieder.

    Das sind Mechaniker, WC — oft bessere als die heutigen BIldschirmsüchtigen. Weil sie einen Motor noch riechen, spüren und erfühlen

  22. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>> Noch vor einigen Jahren gab es Bedienungstankstellen und Kleintankstellen, die mit Hebebühne ausgestattet vom Räder- über den Lampen bis zum Öl- samt Filter-Wechsel alles am Auto schraubten, was dem Kunden gefiel. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ja, noch vor einigen Jahren. Damals konnte man die Autos äußerlich noch unterscheiden, aber die Technik war bei allen gleicht. Heute sehen sie zwar alle gleich aus, aber für jedes Modell benötigt man schon eigenes Werkzeug. Und das hat nur die Fachwerkstätte. Bei meinem neuen Wagen kann ich nicht mal mehr eine Batterie an der Tankstelle kaufen. Da muß man schon die Originalbatterie verwenden. Außerdem müsste man erst einige Abdeckungen demontieren um zur Batterie zu gelangen.

  23. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>> Die wissen auch haargenau, welches Motor- und Getriebeöl die jeweilige Kiste braucht, ohne “ihm” im Handbuch nachzulesen. Viele davon sind Zuagraste, meist aus Russland, Polen oder ehemaligen östlichen Teilstaaten der ehemaligen UdSSR. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Das müssen aber auch schon ältere sein. Im kommunistischen Osten waren Ersatzteile Mangelware und klar wurden dort Wasserpumpen repariert und nicht ausgetauscht. Aber das Reparieren von Autoteilen hatte auch schon vor 30 Jahren kein westlicher Mechaniker mehr gelernt. Und inzwischen werden es die jungen Osteuropäer wahrscheinlich auch nicht mehr können, es sei denn, sie restaurieren alte Wartburgs und Wolgas für Nostalgiefahrten.

  24. Reinhard

    @world-citizen
    “Aber das Reparieren von Autoteilen hatte auch schon vor 30 Jahren kein westlicher Mechaniker mehr gelernt.”
    Vom Lehrberuf des Mechanikers, der zur Facharbeiterprüfung bis heute Kollektoren auf einer Drehbank bearbeiten muss, haben Sie ja noch weniger Ahnung. Als technischer Ausbilder kann ich Ihnen nur frei nach Dieter Nuhr den gutgemeinten Rat geben: Wenn man von etwas absolut keine Ahnung hat, ist es vielleicht besser, einfach mal die Klappe zu halten. Ansonsten wird Ihr Unwissen über die Materie nur noch von der Präpotenz getoppt, mit der Sie hier Ihre Meinung über Berufe als gottgegebene Weisheit in die Welt hinausposaunen, von denen Sie nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung haben. Wenn Sie von all den anderen Dingen, über die Sie hier im Forum immer wieder so selbstherrlich richten, ebensowenig Ahnung haben (und davon muss ich leider ausgehen), dann verstehe ich den Spott, den Sie immer wieder ernten, vollkommen.
    Ich lasse es jetzt lieber sein, denn ich werde es wohl kaum schaffen, den selbstaufgelegten Goldglanz der Weisheit von Ihrem unwissenden Selbst zu kratzen, denn mir scheint, Sie leben lieber in einer Scheinrealität, die Sie sich selbst zusammengezimmert haben, als sich durch so unwichtige Dinge wie Hintergrundwissen oder Erfahrung in irgend einer Weise beeinflussen zu lassen.

  25. world-citizen

    @Reinhard

    Es gibt viele Dinge, die man irgendwann gelernt hat und mangels praktischer Anwendung schnell vergisst.
    Ich habe noch Stenographie gelernt und kann heute nichts mehr davon, weil im späteren Leben niemals angewendet und seit mindestens 30 Jahren wird eine derartige Fähigkeit von niemandem mehr nachgefragt – so wie etwa das Reparieren von Wasserpumpen.

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