Live im ORF: Ein Linker ruft zum Mord auf

(ANDREAS TÖGEL) Gegenwärtig scheint man im ORF die Jean-Ziegler-Wochen ausgerufen zu haben. Sowohl im Radio, als auch im Fernsehen, ist der streitbare ultralinke Soziologe unentwegt zugange. Selbstverständlich hat jedermann das Recht, sich zu blamieren, so gut er kann. Das gilt auch für einen gelegentlich bereits etwas verwirrt wirkenden Greis aus der Schweiz. Dass der Großteil der von ihm erhobenen Behauptungen einer kritischen Prüfung nicht standhält, weiß schließlich jeder, der sich den Tort angetan hat, wenigstens eines seiner zahlreichen Bücher zu lesen.

Die harmlose Absonderung von Unsinn hat allerdings eine völlig andere Qualität als der öffentliche Aufruf zu tödlichen Gewalttaten, die einigermaßen offensichtlich als „Verhetzung“ im Sinne des österreichischen Strafrechts (§ 283 STGB) zu werten sind.

Ziegler gab im öffentlich-rechtlichen Fernsehen am zurückliegenden Donnerstag bei Nighttalks „Stöckl“ in einer Debatte mit Michael Fleischhacker von der Österreichausgabe der NZZ folgendes von sich: „Spekulanten gehören aufgehängt! Punkt.“ Unmittelbar davor hatte Fleischhacker darauf hingewiesen, dass es „reiche Spekulanten“ in Schottland gewesen seien, die mit Preisgarantien für künftige Ernten, den Bauern die Sicherheit verschafft hätten, auch im Fall einer Missernte nicht verhungern zu müssen.

Dass Ziegler offenbar gar nicht begriffen hat, dass „Spekulation“ in diesem Fall eine durchaus segensreiche Wirkung entfaltet, ist irrelevant. Entscheidend ist allein der Umstand, dass der Mann Menschen getötet sehen möchte, die sich nicht nach seinen Vorstellungen verhalten. Dass diese von ihm ins Visier genommenen Menschen sich zudem rechtschaffen – und wenn auch dem Eigennutz folgend – dennoch „wohltätig“ im Sinne armer Agrarier betätigen, bildet nur noch der Tupfen auf dem I.

Ein vergleichbarer Fall, in dem etwa ein Konservativer zum Mord an Sozialschmarotzern oder korrupten (linken) Politikern aufrufen würde, ist ganz und gar unvorstellbar. Der Betreffende würde wohl noch während der Sendung verhaftet und abgeführt werden. Ein ehemaliger „Sonderberichterstatter der UN für das Recht auf Nahrung“ und Ex-Abgeordneter der Schweizer Sozialisten dagegen, darf derartige Ungeheuerlichkeiten absondern, ohne dass die hilflose Moderatorin auch nur mit einer Wimper zuckt.

Angesicht des allgemein unterirdischen Niveaus einschlägiger Sendungen des österreichischen Rotfunks, fällt es nicht leicht, besondere Tiefpunkte auszumachen. Die Sendung mit Jean Ziegler (gegen den mittlerweile Strafanzeige nach $ 283 STGB erstattet wurde), bildet eine der seltenen Ausnahmen.

Link zur betreffenden Passage: https://www.youtube.com/watch?v=1wlFpjJVHPY

7 comments

  1. Thomas Holzer

    Es sollte auch völlig irrelevant sein, ob Spekulation “segensreich” oder nicht ist!
    Sie existiert seit Jahrtausenden und wird auch in Jahrtausenden noch existieren. Jeder spekuliert, der eine mit mehr, der andere mit weniger Geld.
    Nur Neider, Phantasten und Gesellschaftsklempner wollen mit möglichst vielen Verboten den Menschen nach deren eigenen Vorstellungen umformen; jedoch nie durch eigenes Tun, Handeln und Vorbild sein.

  2. Marianne

    Aber, aber, wer wird denn gleich mit dem Gesetz drohen. Der liebe Opa wollte doch nur spielen und hat das natürlich sooo nicht gemeint. Die rechten Socken sollen sich bloß nicht so haben. Humorlosigkeit war immer schon ein Vorrecht der Linken.

  3. Thomas Holzer

    “………..zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen ”

    Da “Spekulanten” keiner der im § 283 genannten Personengruppe angehören, erlaube ich mir zu behaupten, daß es kein Strafverfahren gegen diesen Mann nach § 283, geschweige denn eine Verurteilung geben wird.
    Außerdem: Linke dürfen randalieren, brandschatzen, verletzen und zu Mord und Totschlag aufrufen, weil Linke ja von der “guten Sache” “beseelt” sind, und daher der Zweck die Mittel -zumindest ab und zu- heiligt.
    Aber wehe, wenn ein paar geistig Minderbemittelte ein mal im Jahr Rechtswalzer in einem Ballsaal tanzen, dann steht der Nationalsozialismus kurz vor der Auferstehung, und muß aufs Schärfste -mit allen (erlaubten) Mitteln- bekämpft werden

  4. Goetz Goetz

    Ziegler bedenkt nicht, dass sein Vorschlag eine Ausdünnung der Personal-Resourcen der Linken in Salzburg, Linz und Wien bedeuten würde.

  5. H.Trickler

    Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler ist hierzulande für seine markigen Sprüche berüchtigt. Er hat wegen seinen Büchern Ehrverletzungsprozesse verloren und musste deswegen beträchtliche Summen zahlen.

    Ich bin auch der Meinung, dass man sich öffentlich sehr viel sorgfältiger äussern müsste. Ziegler macht das absichtlich nicht, und seine Äusserung ist keinesfalls zum Nennwert zu nehmen. Es ist etwa so wie wenn ich einem Kollegen im Spass sage: “Dich sollte man eigentlich aufhängen”.

    Wenn Ziegler sagte: “Spekulanten gehören aufgehängt – Punkt”, so ist das m.E. eine moralische Disqualifikation dieser Berufsgattung und kein Aufruf zu Mord und Totschlag?

  6. Mario Wolf

    Absurd, zu behaupten dass ein Aufruf zum Mord nur ein Spass ist. In welcher Welt sind wir bereits angekommen ? Oder waren wir schon da? Der Unterschied zwischen Genossen Ziegler und Genossen Stalin ist nur das Genosse Ziegler nicht die Macht hat die Spekulanten, als Klasse, zu lquidieren. Aber sollte er oder einer von seinen Jüngern, an die Macht kommen, werden sie dieses Vorhaben realisieren.

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