Lob der Schweiz

(von NATASCHA CHROBOK)  Entgegen dem politischen Mainstream haben sich die Schweizer in einer Abstimmung am vergangenen Wochenende für eine Beschränkung der Zuwanderung ausgesprochen. Somit soll zukünftig die Zuwanderung kontingentiert werden. Was in anderen (nichteuropäischen) Ländern gang und gebe ist, also die Beschränkung der Zuwanderung, löst in Europa einen regelrechten Beissreflex der Medien aus. Während Kanada Australien, Neuseeland und andere Staaten sich die Besten aus den Massen der migrationswilligen Zuwanderer aussuchen, und somit nachhaltig den Erfolg und das Vorankommen ihrer Nationen sichern, wird jeder, der in der EU auch nur ansatzweise in die Richtung einer Beschränkung der Einwanderung denkt, als garstiger, unmenschlicher Rassist gebrandmarkt.

Natürlich sollte sich jeder zu halbwegs vernünftigen denken befähigte Mensch im Klaren darüber sein, dass man mit Massen an unter- und nichtqualifizierten Einwanderern kaum in der Lage ist, eine wirtschaftliches System aufrecht zu erhalten, geschweige denn, das stets so hochgepriesenen Sozialsystem.

Doch zurück zur Schweiz. Das Votum der Eidgenossen ist knapp ausgefallen, aber immerhin hat sich die Mehrheit für die Einführung von Beschränkungen ausgesprochen. Und das, obwohl viel Geld in Kampagnen gesteckt wurde, um die Schweizer von der Tür-auf-Politik zu überzeugen. Doch all die Kassandrarufe haben nichts daran geändert, dass die Abstimmung Pro-Beschränkung ausgefallen ist.

Das Ergebnis zeigt sehr genau, wie die Meinung des Volkes über die Einwanderungsagenden der Politik ist: sie steht diametral zur medial hochgepushten Einheitsmeinung. Deswegen schreiben die Medien, kaum ist die Abstimmung entschieden, auch so vehement dagegen. Da wird unterstrichen, wie knapp die Mehrheit ist und dass sie vermutlich eine Regierungskrise auslösen wird. Auch wird in solchen Situationen immer hervorgehoben, dass es doch einen Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Gewerkschaft gegen die Beschränkung gab (derlei Schulterschlüsse sind in der Regel ein klarer Indikator dafür, dass die einfachen Bürger abgezockt und betrogen werden sollen) und, der Klassiker, es wird den abstimmenden Bürgern unterstellt, sie seien zurückgebliebene, ungebildete Landeier.

Das in den letzten Wochen aggressive Säbelrasseln diverser EU-Spitzenapparatschiks gegen die Schweiz wird wohl in der nächsten Zeit noch lauter werden, genau wie das Aufheulen der politisch korrekt gleichgeschalteten Medien. Denn es ist ein weiterer Indikator dafür, dass das Kartenhaus EU bereits bedrohlich schwankt und Gefahr läuft, in den nächsten Jahren in sich zusammenzufallen. Deswegen versucht man mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, derlei Abweichler auf Kurs zu bringen.

Doch wie will man das bei der Schweiz machen? Sie ist weder EU-Mitglied noch ist sie so marode und verschuldet wie die EU-Mitgliedsstaaten. Klar, ein Wirtschaftsboykott mit Sperren an den Grenzen rund um die Schweiz könnte vielleicht ein Einlenken bewirken, aber dazu hat in der EU niemand die Eier (zumal man in der Schweiz doch seine Bankkonten mit den abgepressten Geldern liegen hat). Somit wird der empörte Aufschrei de EU-Politiker und der Journaille kaum mehr als ein bisschen Lärm sein

Und die Angst der Verantwortlichen in der EU ist berechtigt. Denn was, wenn die Meinung der Eidgenossen Schule macht? Ungarn z.B. hat seit längerer Zeit bereits eine Regierung, die sich um geltendes EU-Recht einen feuchten Dreck schert. Und sollte auch die Stimmung im ohnedies EU kritischen Großbritannien pro UKIP kippen, dann könnte dies einen Domino-effekt auslösen.

Das ist auch der Grund, warum die Verantwortlichen in der EU den Zusammenschluss zum Supereuropa immer schneller und extremer vorantreiben wollen. Man will vollendete Tatsachen schaffen. Ob dieses Vorhaben allerdings von Erfolg gekrönt sein wird wird uns die Geschichte lehren.

Letztendlich bleibt mir nur zu sagen: Hut ab vor dem Votum der Schweiz. Hut ab vor einem Staat, der uns allen lehrt, wie Demokratie wirklich funktioniert. Und es zeigt sehr genau, warum hierzulande ein Abstimmungssystem wie in der Schweiz nie erlaubt würde.

57 comments

  1. Manuel Leitgeb

    @ world-citizen
    Blödsinn!
    Solche Aussagen sind übrigens im Normalfall nur dazu da, andere Diskussionsteilnehmer wütend zu machen wie ein Troll es tun würde, und auf ein solches Niveau wollen Sie sich doch nicht begeben, oder?
    Außerdem, wer sowas behauptet, hat meiner Meinung nach, weder Faschismus noch Kommunismus in Theorie und Praxis verstanden! Insbesondere da v.a. der Kommunismus in Theorie immer sagt, es gäbe keine Nationalitäten sondern Klassen.
    Aber auch am Verständnis des Liberalismus (sofern man die Strömungen als “einen” bezeichnen kann) hapert es. Der klassische Liberale, sowie der Neoliberale gestehen jedem Menschen zu, ein Individuum zu sein und somit gewisse Grundrechte und Freiheiten zu haben, genauso akzeptieren sie im Rahmen eben dieser Grundrechte aber auch, wenn sich eine Gruppe von Menschen (wie die Schweizer) zu einer Gemeinschaft zusammenschließen und sich strikte Regeln geben, wer darin aufgenommen wird und wer nicht. Das ist zu akzeptieren.
    Jetzt kann man zwar diskutieren, warum Staaten und Staatsbürger so aufgeteilt sind, wie sie sind, aber der Liberale ist auch Realist und akzeptiert die Tatsache, daß sie historisch gewachsen sind. Und eine Gemeinschaft gegen ihren Willen und gegen ihre Regeln für alle von außen zu öffnen, geht nur mit Gewalt und würde deren Grundrecht auf Selbstbestimmung verletzten.
    Ja ja, ich weiß, da kommt immer das Gegenargument, wann darf man eine Gemeinschaft in der Gemeinschaft gründen, wie viele muß man sein, warum kann ein Dorf nicht sagen es pfeift darauf und macht seinen eigenen Staat etc. Da komme ich eben auch das historisch gewachsene zurück und die lange Zeiräume die es braucht und genauso wie einem die Geburt Rechte innerhalb einer Gemeinschaft gibt, legt sie einem auch Pflichten auf, und das Individuum kann sich ja eine neue suchen, die ihm besser zusagt.

    Lange Rede gar kein Sinn 🙂 und Fazit des Ganzen:
    Wenn die Schweizer so entscheiden, ist das ihr Recht und wir dürfen ihnen deswegen weder dreinreden noch sie beschimpfen. Und in puncto bürgerliche Freiheiten kann sich der Großteil der EU Staaten (und die EU selbst) von den Schweizern noch was abschauen.

  2. Reinhard

    @world-citizen
    Oje, die schwere Last des Messias muss erdrückend sein!
    Fragen Sie mal einen beliebigen Österreicher zum Thema In- und Ausland. Oder Franzosen. Oder Monegassen. Finnen. Iraker. Koreaner. Fidschi.
    Es muss wahrhaft erdrückend sein, der einizige auf der ganzen Welt zu sein, der sich selbst als wahren Liberalen einstuft, während er von Milliarden wahrgenommenen Faschisten und Kommunisten umzingelt und erdrückt wird!
    Ein schweres Los.
    Vielleicht helfen getrocknete Froschpillen. 🙂

  3. Christian Peter

    Unkontrollierte Einwanderung (Personenfreizügigkeit) = Nivellierung nach unten, Armut, Elend.
    Kontrollierte (steuerbare) Einwanderung = Wohlstandsgewinn.

  4. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> wenn sich eine Gruppe von Menschen (wie die Schweizer) zu einer Gemeinschaft zusammenschließen und sich strikte Regeln geben, wer darin aufgenommen wird und wer nicht. Das ist zu akzeptieren. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    NEIN, weil die Schweiz ein Staat (= Verwaltungszone) ist, aber keine Gemeinschaft. Gemeinschaft erfordert einen freiwilligen Zusammneschluß mündiger (erwachsener) Menschen.

  5. Manuel Leitgeb

    Doch. Gerade die Schweiz ist das noch am ehesten, da sie durch eine freiwilligen Zusammenschluß gegründet wurde. Und die jetzige Gemeinschaft ist eben so historisch gewachsen und wird von der Mehrheit anerkannt.
    Nach Ihrer Definition wäre ürbigens Kinder kein Teil der Gemeinschaft und müßten sich ihre Anteilnahme erst durch irgendetwas “verdienen” (wie vielfach im Altertum).
    Und da die Schweiz nicht die DDR ist, kann jedes Individuum die Gemeinschaft verlassen und sich eine andere suchen, deren Regeln es besser zusagen. Womit wir wieder bei der Freiwilligkeit des mündigen Menschen wären.
    Zudem, auch wenn die Kantone durch die neue Bundesverfassung kein Austrittsrecht mehr haben, glaube ich nicht, daß die Schweizer einen weiteren Bürgerkrieg riskieren würden, wenn z.B. die frankophonen Kantone sagen, sie wollten austreten. Sie würden sie eher ziehen lassen.

    Fazit: Wir haben die Regeln ihrer Gemeinschaft zu akzeptieren, sowie sie unsere akzeptieren. Wir können mit ihnen reden und verhandeln zwecks Änderungen (und sogar einseitig Maßnahmen setzen), aber wir sollten ihnen nicht drohen oder gar Gewalt anwenden.
    V.a. da Schweiz in puncto Freiheit und Bürgerrechte ein zivilisiertes Land ist (Vergleich: Dort hängen keine schwulen Männer von Baukränen).

  6. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Wir haben die Regeln ihrer Gemeinschaft zu akzeptieren, sowie sie unsere akzeptieren. Wir können mit ihnen reden und verhandeln zwecks Änderungen (und sogar einseitig Maßnahmen setzen), aber wir sollten ihnen nicht drohen oder gar Gewalt anwenden. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Jetzt ist erst mal die schweizer Bundesregierung am Zug. Die müssen in Brüssel anklopfen und um eine Vertragsänderung bitten.
    Auch die EU ist eine Gemeinschaft, deren Regeln einzuhalten ist.
    Und niemand droht hier mit Gewalt. Die Frage reduziert sich wie folgt: Wollen die Schweizer Europäer sein oder lieber ein x-beliebiger Drittstaat wie etwa Lesotho oder Malawi.
    Wenn es wirklich um's Ganze geht, werden erstaunlich viele Menschen vernünftig.

  7. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Und da die Schweiz nicht die DDR ist, kann jedes Individuum die Gemeinschaft verlassen und sich eine andere suchen, deren Regeln es besser zusagen. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Leider trifft das nicht voll zu, weil es bisweilen noch keine Regelungen zum einfachen und unbürokratischen Staatswechsel gibt.

    http://www.wohnsitzbuergerschaft.blogspot.com

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