Lob für Herrn Faymann

(GEORG VETTER)  Heute nehme ich die durchaus seltene Gelegenheit wahr, Bundeskanzler Faymann und Verteidigungsminister Klug zu loben. Ich möchte sie dafür loben, dass sie zu den olympischen Spielen nach Sotschi gefahren sind. Die olympischen Spiele sollen gemäß ihrem antiken Vorbild als Treffen der Jugend sowohl dem sportlichen Vergleich als auch der Völkerverständigung dienen. Folgt man den zahlreichen Kritiken soll offensichtlich das Gegenteil der Fall sein: Olympische Spiele sollen den Anlass für Völkerzwietracht bieten. Das heutige Russland ist weder die Diktatur, wie es die einen behaupten, noch eine lupenreine Demokratie, wie es ein anderer sagte. In meiner Jugend war der Kontinent durch den Eisernen Vorhang in zwei Teile geteilt, Dissidenten flüchteten in den Westen, diverse Atomsprengköpfe waren auch auf Österreich gerichtet. Heute ist dies alles nicht mehr der Fall – das Land hat sogar den Übergang zum Kapitalismus mehr oder weniger geschafft. Wer es mit seinem Bekenntnis der Ablehnung von Ausländerfeindlichkeit ernst meint, sollte bei aller Berechtigung von Kritik gerade jetzt das Gemeinsame über das Trennende stellen, Hetze vermeiden und die Völkerfreundschaft hervorkehren. Denn genau darin liegt der Sinn des olympischen Gedankens.

5 comments

  1. w.maurer

    Spindi allein zuhaus?
    Das österreichische Bundesheer liegt ausgemergelt und ausgehungert darnieder und der Verteidigungsminister jubelt in Sotschi. Die HAA harrt dringendst einer Lösung, die Milliardenverluste aus dem Nichthandeln drohen das Staatsbudget zu sprengen und der Regierungschef im Anorak lächelt in jede Kamera, die er entdecken kann.
    Mir fällt kein Grund ein, in großes Lob zu verfallen. Ich fühle mich verarscht.

  2. Rado

    Würde die Herren Faymann und Klug auch gerne loben.
    Zuerst würde ich aber gerne wissen, wer den Ausflug bezahlt hat. Ansonsten kämen mir einige böse Gedanken im Zusammenhang mit den aktuellen Steuererhöhungen.

  3. Thomas Holzer

    Willkommen im Club der Naivlinge, Herr Dr. Vetter!
    Die Urlaubsreisen der unbedarften Herren Faymann und Klug nach Sotschi tragen gar nichts zu einer wie immer gearteten Völkerverständigung bei.
    Daß Sportveranstaltungen und der Besuch derselben ein friedlicheres Miteinander bewirken, ist eine von der Politik und den entsprechenden Verbänden gepflegte Mär.

  4. Rennziege

    Zumal die österreichischen Schlitterer nimmer so vüü g’winnen tan ois wia friera, wird auch die Hoffnung der Herren Faymann und Klug nicht aufgehen, sich im Widerschein güldener Medaillen vor allen möglichen Kameras spiegeln zu dürfen.
    Herrn Vetters anbiederndes 10-$-Sätzchen “… gerade jetzt das Gemeinsame über das Trennende stellen, Hetze vermeiden und die Völkerfreundschaft hervorkehren” ward schon x-mal aus rotgrünen Kehlen vernommen und ist weit unter seinem bislang vermuteten Niveau. So etwas kann man nur den gewohnt schlafenden Parlamentarier unterjubeln, wohl wissend, dass denen derart billige Gemeinplätze auch in ihren wenigen wachen Stunden nicht auffallen.
    Diese Weicheierei mag ein Mosaikstein der Gründe sein, weshalb Frankieboy Stronach das Handtuch vor seinem Fähnlein Fieselschweif geworfen hat.
    Vor Tische las man’s anders und interessanter bei Ihnen, Herr Vetter.

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