«Männlichkeit»: die Rasierklinge am Hals

“….Die Herausforderung in der Geschlechterdebatte besteht darin, sich von tradierten Corsagen zu befreien, ohne die freigelegten Körper gleich mit neuen Mäntelchen zu bedecken. Biologie ist zu akzeptieren, Biologismus nicht. NZZ, hier

9 comments

  1. astuga

    Biologismus – ein Kampfbegriff der Kulturwissenschaften welcher dazu dient die Biologie abzuwerten.
    Und das obwohl sie selbst teilweise in den Bereich der Pseudowissenschaften gehören und fragwürdige Methoden verwenden.

    Der Sozialismus hatte ja etwa auch immer Probleme mit der Evolutionsbiologie. Was einer der Gründe für Missernten id. Sowjetunion war.
    Siehe: Lyssenkoismus.
    Diese Linke erinnert zunehmend an Flat Earth-Theoretiker und Evolutionsleugner.

  2. Erich

    @astuga
    Ich gehe noch einen Schritt weiter und befürchte, dass es bei zu vielen Linken keinerlei evolutionäre Entwicklungen gab und gibt. Übrigens gibt es auch große Gruppen, die sich seit dem 6.Jahrhundert nicht weiterentwickelten. Was schlimmer ist wird sich herausstellen.

  3. Selbstdenker

    Was mir auffällt: der ideologische Tunnelblick der Linken veranlasst sie jene Methoden auszuwählen, die absehbar das von ihnen erhoffte Ergebnis liefern – auch wenn es klar erkennbar falsch ist.

    Da viele Menschen nicht die zeitlichen Möglichkeiten haben, die zur Erreichung eines bestimmten Zieles eingebauten methodischen Fehler aufzuspüren, gehen die auf diese Weise gefälschte Ergebnisse als unrichtige – aber häufig nicht weiter hinterfragte – Grundannahmen in die öffentliche Diskussion ein.

    Gender “Studies” ist keine Wissenschaft, nicht einmal eine Anti-Wissenschaft, sondern schlichtweg ein sehr umfassendes Anschauungsobjekt, an dem man so gut wie jede erdenkliche Form der intellektuellen Unredlichkeit studieren kann.

  4. astuga

    @Selbstdenker
    Und sieht man sich die Ursprünge der Gender Studies an, dann stößt man auf Menschenversuche, zerstörte Existenzen und perverse Sexualstraftäter als Wissenschaftler verkleidet.

    Das folgerichtige und widerwärtige Endergebnis sind dann ganz offensichtlich missbrauchte und instrumentalisierte Kinder wie Desmond (USA) oder Lactatia (Kanada).
    https://www.youtube.com/watch?v=wGMQ7wPtjGc&t=25

    Da überrascht dann auch nicht weiter, dass westliche Perverse sich mitunter ganz besonders für junge Flüchtlinge einsetzen (in Kanada wurde kürzlich ein Politiker deswegen verhaftet), tradierte Formen von Päderastie wie das afghanische Bacha Bazi kommen denen wie gerufen.

  5. Selbstdenker

    Der verlinkte NZZ-Artikel ist in einer sehr unterschwelligen und zum Teil sogar sehr unsachlich-wertenden Sprache verfasst. Einige Beispiele:

    „Die teils inszenierte, teils auch echte öffentliche Empörung über einen etwas gar politisch korrekten Werbespot des Rasierklingenherstellers Gillette hat uns vor Augen geführt, was gesellschaftlich schon lange zu beobachten war: In der postindustriellen, digitalen und urbanen Gesellschaft sind traditionelle Attribute von Männlichkeit überflüssig geworden.“

    Der Autor eröffnet den Artikel mit einer falschen Grundannahme und erhebt die Marketingabteilung eines Rasierklingenherstellers zur Verkünderin einer „verdrängten Wahrheit“. Was in bestimmten – häufig vom Geld anderer lebender – Filterblasen als „wahr“ gilt, hat gleich universelle Gültigkeit.

    „Selbst für den Dienst an der Waffe braucht es keine archaischen Krieger mehr, Soldatinnen vermögen die heutigen Kampfmittel genauso schlagkräftig einzusetzen wie ihre männlichen Kameraden.“

    Hier spricht der Unternehmensjurist Loris Fabrizio Mainardi offenbar so sehr aus dem Nähkästchen, dass er sich gleich belastbare Fakten und Beispiele spart. Meint er damit die “erfolgreichen” Drohnenkriege in Afghanistan und dem Irak?

    „Doch auch im zivilen Leben haben sich noch längst nicht alle Männer mit der geschlechtsneutraleren Verteilung beruflicher Tätigkeiten abgefunden – gleichzeitig beklagen ihre Arbeitskolleginnen stossende Lohnungleichheiten und dass bis heute oberste Führungspositionen männlich dominiert sind.“

    Auch hier wird gar nicht erst hinterfragt, ob das Ziel (wer definiert dies eigentlich?) einer „geschlechtsneutraleren“ Verteilung von beruflichen Tätigkeiten überhaupt den Vorstellungen der Männer und Frauen entspricht. Das Dasein als Bürodrohne in einem Großkonzern ist offenbar so erstrebenswert, dass man es unabhängig von individuellen Lebensentwürfen und Leistungsmöglichkeiten geschlechtsneutral verteilen muss.

    Und jene, die den vom Autor vorgesetzten utopischen Fraß nicht mit vorgespielt freundlicher Miene runter würgen, sind eben männliche Spielverderber, die sich einfach nicht damit abfinden können als Statist gemäß jenem Drehbuch zu spielen, dass ihnen eine leistungsferne Clique ohne Skin in the Game vorsetzt.

    „…oder warum in Ländern, die fortschrittlicher bei der Gleichstellung sind…“

    Woher möchte der Autor wissen, dass es sich beim politischen Eingriff in die privaten Entscheidungen von Menschen, die selbst in der Lage sind ihr bestes Living Arrangement zu finden, um einen „Fortschritt“ handelt?

    „Als zwangserfolgreiche Manager absolvieren sie nach fünf Stunden Schlaf und zwölf Stunden Arbeit noch ihr Marathonpensum oder plagen sich an stählernen und stählenden Foltergeräten der Selbstoptimierung ab.“

    Was für jeden einzelnen Menschen gut ist, wo sie sich wohl fühlen und in welchen Aufgaben sie regelrecht aufgehen, weiß der Autor natürlich am besten. Wenn er das berufliche Mittelmaß vorzieht um in seiner Freizeit mittelmäßige Gastkommentare in der NZZ zu schreiben, trifft dies natürlich auch auf alle anderen Menschen zu.

    “Der geschilderte Identitätsverlust ist nur einer unter vielen in der multikulturellen Welt, man denke nur an die gefallenen politischen, religiösen und moralischen «festen Burgen». Sodann kommen viele Männer mit den neuen Realitäten sehr gut zurecht; für manche wirken sie sogar eher als Befreiung von erwartungsbehafteten, starren Rollenbildern. Und schliesslich: Wie viele Männer wünschen sich wohl tatsächlich in Zeiten lebensgefährlicher Jagd- und Kriegszüge zurückversetzt?”

    Die „gefallenen politischen, religiösen und moralischen festen Burgen“ werden nun eben von Stämmen gestürmt, die zentrale Entwicklungen der letzten 500 Jahre nicht mitgemacht haben und auch nicht vorhaben, sich die Welt von westlichen Pseudointellektuellen erklären zu lassen. Die Diskussion über „starre Rollenbilder“ wird an dieser Stelle dann enden.

    “Eine intelligente Gender-Politik strebt keine – faktisch nicht zu erreichende und ihrerseits einengende – Gleichstellung oder gar Gleichschaltung an, wie sie durch «geschlechtsneutrale» Sprachverordnungen erschreckend laut widerhallt, sondern vielmehr eine rechtsstaatlich durchzusetzende Gleichberechtigung.“

    Bei „intelligenter Gender-Politik“ handelt es sich um ein Oxymoron. Wenn sich ein Jurist einen „rechtsstaatlich“ durchzusetzende contradictio in adiecto wünscht, sollten alle Warnlampen knallrot blinken, da es sich sehr wahrscheinlich um eine Gelddruckmaschine handeln düfte, die die letzten Reste an Rechtsstaatlichkeit erodiert.

    Der Staat hat sich aus dem privaten Leben der Bürger und den Geschäften der Unternehmen herauszuhalten. Staatliche Institutionen brauchen in diesem Zusammenhang einzig und allein den Gleichheitsgrundsatz zu berücksichtigen: gleiche Sachverhalte werden gleich beurteilt und ungleiche Sachverhalte werden ungleich beurteilt.

    „Dabei wird dem Freiheitsbegriff zentrale Bedeutung zukommen: Der Rechtsstaat hat zu garantieren, dass jedem Menschen – unabhängig von seinem Geschlecht – gleiche Rechte und Chancen zustehen, das eigene berufliche und private Leben, alleine oder im Zusammenleben mit anderen, frei zu gestalten.“

    Der Freiheitsbegriff ist in der Tat von elementarer Wichtigkeit: die Freiheitsdefinition vom Unternehmensjuristen Loris Fabrizio Mainardi bedeutet „Freiheit zu“ und geht meist zu Lasten anderer. Die westlichen Gesellschaften haben erst dann die Chance der aktuellen Abwärtsspirale der sozialen und ökonomischen Kapitalaufzehrung zu entkommen, wenn sich wieder ein Freiheitsverständnis im Sinne von „Freiheit von“ durchsetzt.

    „So sollte gleichermassen möglich und akzeptiert sein, dass sie am Konferenz- und er am Wickeltisch, er im Boxring und sie an der Ballettstange steht oder umgekehrt bzw. variabel kombiniert – dass somit konventionelle und neue Formen gleichberechtigt sind. An der Freiheitsmaxime haben sich auch sinnvolle Geschlechterquoten zu orientieren: Solche sind dort – und nur dort – nötig und legitim, wo die Freiheit von Zugängen durch geschlechtliche Diskriminierung eingeschränkt wird, was sich in der Praxis an einer ausgeprägten geschlechtlichen Asymmetrie von Bewerbenden und Gewählten diagnostizieren lässt.“

    Was wer, wie und wo akzeptiert, ist eine private Entscheidung, die niemand anderen Menschen aufzunötigen hat. Das Einzige, das wir brauchen, ist das Freiheitsverständnis im Sinne von „Freiheit von“. Auf Heerscharen von Sozialingenieuren, Rabulisten und juristischen Geschäftemachern können wir alle verzichten.

  6. Selbstdenker

    Ich habe den Gilette Mach-3 seit seiner Markteinführung benutzt und es ist mir nicht entgangen, dass die Rasierklingen trotz anzunehmender erheblicher Skaleneffekte über die Jahre massiv verteuert wurden. Im güngstigsten Fall bekommt man eine Mach-3 Klinge um etwas mehr als EUR 2,- pro Klinge.

    Der Firma Gilette möchte ich trotz dieser verunglückten Marketingkampagne danken: zum einem für die Offenheit wie sie sich selbst sieht, was sie von ihren Kunden hält und zum anderen für den nötigen Ruck, den jeder braucht um sich von alten Gewohnheiten zu lösen und auf ein anderes Rasiersystem zu wechseln.

    Die Balea 5 Revolution Klingen kosten in bekannten Drogeriemärkten pro Klinge circa die Hälfte, kommen mit weit weniger unnötiger Verpackung aus, sind in der Anwendung angenehmer und im Ergebnis erheblich besser als der Mach-3 von Gilette.

    Bei einen geschätzten Verbrauch von 5 Klingen pro Woche ist dies eine jährliche Einsparung von immerhin circa EUR 255,- im Jahr. Mit dieser Einsparung kann ich nicht nur Tichys Einblick, Achgut.com und die Artikel von Christian Ortner via Blendle finanzieren, sondern mir auch das eine oder andere Buch von Thomas Sowell kaufen.

    Ich warte schon mit großen Interesse auf die nächste globale Marke, die mir die Augen öffnet.

  7. Falke

    Die rechtsstatliche Gleichberechtigung der (zwei!) Geschlechter ist in unseren Breiten längst Realität, mehr Eingriffe des Staates sind unnötig und dann erst recht diskriminierend. Dazu gehört meiner Meinung nach allerdings nicht die Homoehe: hier wird Gleiches mit Ungleichem verglichen bzw. gleichgesetzt.

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