Marc Faber: „Eine kräftige Rezession wäre wünschenswert“

Der berühmte Schweizer Finanzmarkt-Experte Marc Faber sagt, es sei zwar nicht politisch korrekt, er glaube aber an die heilsame Wirkung eines Wirtschaftseinbruchs in der westlichen Industrienationen (hier)

10 comments

  1. Fragolin

    Eine Rezession ist politisch nicht möglich, müssten die selbsternannten “Eliten” und sich als Wohlstandsmagier gerierenden Politiker dann eingestehen, erstens gar nicht die Fähigkeiten zu ihrem immer behaupteten Abrakadabra besitzen und zweitens bei dem diesen ersetzenden Akionismus vollkommenen Bockmist fabriziert zu haben. Also lenken wir die Kiste lieber mit Vollgas in den Abgrund und erklären dann der Welt, dass eine Mischung aus Globalisierung, Rechtspopulismus und Putin Schuld an all dem Elend wäre – so gehen die “Eliten”, die ja bekanntlich von sich selbst erklären, im Gegensatz zu dem Pöbel kein Problem darzustellen, mit weißen Hemden Schlachtfeld, ihre blutverschmierten Hände in Unschuld waschend.
    Bankenpleite, Währungsautonomie von failed states und Rezession in der Wirtschaft zuzulassen wäre vor 8 Jahren notwendig gewesen. Der point of no return Richtung Abgrund ist bereits überschritten. Alles, was jetzt noch kommt, wird in einem Knall enden, und mit jedem Tag, den es länger dauert, wird dieser Knall lauter ausfallen.

  2. Thomas Holzer

    Es geht nicht darum, was und ob etwas wünschenswert wäre, sondern es geht schlicht und einfach darum, die Wirtschaft Wirtschaft sein zu lassen, und daher von möglichst vielen politischen Einflüssen zu befreien.
    Dann würde sich zeigen, wohin die Reise geht.

  3. wbeier

    Habe leider die Quelle verloren, aber angeblich würde eine Zinserhöhung an den Kapitalmärkten auf lediglich 5% einen 50%igen Einsatz der österr. Budgets allein für den Schuldendienst bedeuten?! Kann das wer bestätigen oder hat entsprechende Links?

  4. Falke

    @webeier
    Ich weiß leider die Quelle auch nicht mehr, kann aber bestätigen, dass ich das auch gelesen habe.

  5. sokrates9

    webeier@ Milchmädchenrechnung: Staatsverschuldung derzeit lt Google offizielle Zahlen: 293 Mrd; Zinsendienst derzeit : 7 Mrd.Annahme derzeit 1% Zinssatz – langfristige Anlagen, wahrscheinlich eher mehr!Verfünffachung des Zinssatzes würde somit Zinsendienst auf 35 Mrd erhöhen, das ist die Summe die derzeit die Länder vom Bund bekommen!

  6. Herzberg

    @wbeier

    .. angeblich würde eine Zinserhöhung an den Kapitalmärkten auf lediglich 5% einen 50%igen Einsatz der österr. Budgets allein für den Schuldendienst bedeuten?! Kann das wer bestätigen oder hat entsprechende Links?

    Das läßt sich leicht durchrechnen: Aktuelle Staatsschuld inklusive Auslagerungen (ÖBB, BIG, Asfinag) gerundet: 300 Mrd.; Budget 2016, Auszahlungen inklusive Zinsendienst: 76 Mrd., davon rund 6 Mrd. für Zinsen, plus nochmal rund 1,5 Mrd. für Ausgelagertes.

    Allein an diesen Zahlen sieht man, wonach Österreich aktuell für alle aushaftenden Anleihen im Schnitt rund 2,5% bezahlt (7,5 von 300), was wiederum Daumen mal Pi ein Zehntel des Bundesbudgets ausmacht. Eine Verdopplung (von 2,5% auf 5%) bedingte einen 20%igen Anteil des Gesamtbudgets allein für Zinsen. Die eingangs genannten “50%” scheinen daher eher einem Stille-Post-Effekt geschuldet, zumal tatsächlich “ein Fünftel” eher zutreffend ist.

  7. Herzberg

    sokrates9

    Annahme derzeit 1% Zinssatz

    Das gilt allenfalls für Neuverschuldungen, nicht aber im Schnitt für die Summe der insgesamt zu bedienenden Anleihen Österreichs, die in etwas einmal alle 8,5 Jahre refinanziert werden (= dept maturity rate).

  8. Herzberg

    @wbeier

    Wie Sie zutreffend festhalten, ist dies alles andere als tröstlich. Einen Fehler sollten Liberale IMHO tunlichst vermeiden: Eine ansich berechtigte Kritik vortragen mit Zahlen, die dergestalt nicht vollständig valide sind. Dann hätten wir den Effekt, wonach Etatisten uns Panikmache vorwerfen können und beim Laien der Eindruck entsteht, es sei ja doch nicht alles so schlimm.

    Laut Budgetbericht für 2016 sollen unter dem Punkt UG 20 für “Arbeit” rund 8 Milliarden veranschlagt sein, UG 25 “Familien und Jugend” listet 7 Mrd auf, UG 30 “Bildung und Frauen” nennt 8 Mrd.

    Weshalb diese Aufzählung? — Jeder Einzelposten für sich entspricht größenordnungsmäßig dem aktuellen Zinsaufwand, und dieser wiederum ist höher als die Summe, die Österreich zusammen für “Wissenschaft und Forschung” (UG 31 4,3 Mrd.) und “Inneres” (UG 11, 3 Mrd) ausgibt.

    Wenn schon für besonders abgebrühte Deficitspender nicht erschreckend ist, wonach der Zinsendienst (offiziell + ausgelagert) aktuell schon 10% des Budgets ausmacht, so doch die Relation zu den übrigen Posten.

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