Marktwirtschaft statt Integrationskurs

Von | 30. Dezember 2015

(MAXIMILIAN FREI) Minister Sebastian Kurz hat erst kürzlich ein Integrationspaket vorgelegt, das die Eingliederung von Flüchtlingen in die österreichische Gesellschaft gewährleisten soll. Es sieht unter anderem vor, dass ihnen heimische Werte in verpflichtenden “Werteschulungen” vermittelt werden sollen. Diese Maßnahme steht in Einklang mit den mittlerweile geflügelten Worten der deutschen Kanzlerin Merkel „Wir schaffen das“ sowie dem gängigen Gedankengut „Wir müssen die Flüchtlinge in unsere Gesellschaft integrieren“. Sie drückt einerseits den Wunsch eines Teiles der Bevölkerung für die Umpolung der zugereisten Menschen aus, andererseits auch den unbedingten Glauben an den Erfolg dieser geistigen Umerziehung.

Falls die Werteschulungen nicht unmittelbar Auswirkung zeigen sollten – was zu erwarten ist – und die Flüchtlinge nicht sofort zu ordentlichen Demokraten und Europäern machen, dann kann dies analog sozialistischer Denkmanier nur daran liegen, dass man sie einfach noch zu wenig integriert hat. Mehr Mittel müssen logischerweise bereitgestellt werden. Es bedarf einer Behörde für Wertevermittlung, öffentlicher Sprachinstitute und einer Monitoringstelle für die Kontrolle des Fortschritts der Integration und Wertevermittlung für Flüchtlinge.

Ähnliche Ansätze kennen wir bereits aus anderen Gesellschaftssystemen. In der DDR hat es beispielsweise eine Einrichtung namens Jugendwerkhof gegeben, deren Aufgabe die Umerziehung von Adoleszenten mit dem Ziel der Heranbildung vollwertiger Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft und bewusster Bürger der Deutschen Demokratischen Republik war. Auch in China ist die ideologische Umpolung bis heute ein probates Mittel geblieben: Assimilationspolitik mittels Umerziehung durch Arbeit. Arbeits- und Umerziehungslager kannte und kennt man auch aus der Sowjetunion, Vietnam, Nordkorea, Kambodscha und natürlich dem Dritten Reich. Die sozialistischen Gesellschaften, die derartige Methoden angewendet haben und anwenden, werden üblicherweise sogar von den Sozialisten in Österreichs Parteien verurteilt (auf den offensichtlichen Widerspruch wird an dieser Stelle nicht näher eingegangen).

Ich stelle hier die These auf, dass es nicht gelingen wird, Menschen, denen man als Willkommensgeschenk Geld, Unterkunft und Nahrung gibt, mittels verpflichtender Werteschulungen zu aufgeklärten Demokraten zu machen. Es besteht nämlich keine Notwendigkeit für sie, ihre Wertvorstellungen zu ändern. Sie erhalten alles gratis zur Verfügung gestellt, was sie zum Leben benötigen. Aus welcher Motivation heraus sollten sie also ihre mitgebrachten Werte und Verhaltensweisen ändern? Etwa aus Solidarität zu den Österreichern? Dies erscheint mir wenig realistisch. Antrieb in den angeführten sozialistischen Beispielen waren die Angst vor Strafe oder der Überlebenswunsch. Aber diese abschreckenden Methoden wollen wir natürlich nicht anwenden. Muss man daher die Flüchtlinge nicht eigentlich so akzeptieren, wie sie sind? Frau Merkel hat doch alle generös eingeladen, ohne irgendwelche Bedingungen zu stellen.

Der liberale und meines Erachtens einzig richtige und wirksame Ansatz für Integration ist, dass man anerkannten Asylanten nichts zur Verfügung stellt außer minimalen Sachleistungen wie ein Dach über dem Kopf und Essensgutscheinen. Und freien Zugang zum Arbeitsmarkt (auf dadurch automatisch steigende Arbeitslosenzahlen sei hier nur kurz hingewiesen, diese Konsequenz ist aber dem Problem der Mindestlöhne und der Mindestsicherung geschuldet, einem weiteren sozialistischen Eingriff an anderer Stelle). Nur wer die lokale Sprache beherrscht und sich an die vorherrschende Kultur anpasst, wird in der Lage sein, seine Situation mit einem Einkommen zu verbessern. Das Streben nach Glück und der freie Markt lassen Integration von alleine geschehen. Und wer sich nicht integriert, der wird das Land mittelfristig aus Mangel an Erwerbsaussichten und Verbesserung seiner Situation wieder verlassen. Mehr ist nicht zu tun. Im Interesse der Flüchtlinge und der Österreicher.

 

12 Gedanken zu „Marktwirtschaft statt Integrationskurs

  1. Fragolin

    Es handelt sich weder um Flüchtlinge noch um Schutzsuchende sondern um Sozialmigranten. Wer in ein System einwandert, das Unvermögen belohnt und Leistung bestraft. soll so dumm sein und sich “integrieren”?
    Abgesehen davon, dass das Verändern von Werten durch Schulungen absolut unmöglich ist; da beißen sich die besten Psychotherapeuten und NLP-Master die Zähne aus. Das Innenleben eines Menschen verändert sich immer nur durch ihn selbst; jeder Mensch entscheidet, von welchen äußeren Faktoren er sich beeinflussen lässt und wie. Deshalb ist Integration nicht mit Assimilation vergleichbar. Nach dem Motto: erst wenn der Moslem Bier trinkt, Schwein futtert und den Musikantenstadl schaut, ist er ein vollwertiger Österreicher. Quatsch mit Soße, Einwanderer werden nur dann Österreicher, wenn sie dieses Ziel bei ihrer Ankunft bereits im Herzen tragen. Man kann davon ausgehen, dass dies bei den momentanen Einwanderern höchstens im Promillebereich der Fall ist.
    Der Rest ist Augenauswischerei. Sedativum für die Massen. Es geht nicht um Integration sondern um Kulturvernichtung und Auflösung der Nationalstaaten durch Verdauung der Nation zu einem kulturell entwurzelten Einheits-Menschenbrei.
    Auf dem Wege dahin werden Institute aus dem Parteien-Umfeld Schnellbesohlungskurse in Wertevermittlung anbieten, in bekannter Qualität der Bewerbungstrainings und Gender-Mainstreaming-Seminare und gefördert mit AMS-Millionen. Die Pfründe dürfen nicht austrocknen, solange es irgendwie geht…

  2. Thomas Holzer

    Würde der von Herrn Frei einzig richtige Ansatz umgesetzt werden -wie grosso modo z.B. in den USA- käme der Zustrom von Neubürgern inner weniger Wochen zum vollkommenen Erliegen 😉
    Dies scheint aber nicht erwünscht zu sein.

  3. mariuslupus

    Herr Kurz merkt, endlich, aber auch viel zu spät, dass er und seine Regierungsfreunde in der EU mit ihren Latein am Ende sind. Jetzt wird schnell der heisse Erdäpfel der Wirtschaft zugeschoben. Die Wirtschaft soll jetzt die Aufgabe übernehmen die Wirtschaftsmigranten, die noch nicht einmal richtig angekommen sind, zu integrieren. Das gleiche Wunschdenken von der sog. Integration verkündet heute auch die NZZ und propagiert die “Flüchtlingslehre”. Im Klartext die Betriebe sollen Leute ausbilden die faktisch Analphabeten ohne Kenntnis der Landessprache, sind. Leute die überhaupt kein Bedürfniss haben sich zu integrieren. Diese Migranten bekommen von der ersten Stunde an, in der sie sich als Füchtlinge bezeichnet haben , alles gestellt, umsonst. Und noch Bargeld dazu. Ein Afghane im EU Schlaraffenland angekommen, berichtet nach Hause wieviel er geschenkt bekommt. Seine Verwandte und Bekannte meinen entweder er ist wahnsinnig geworden, oder er lügt. Dieser Afghane oder Syrer, bekommt von einen EU Staat so viel pro Monat, ohne Arbeit, wie seine Kollegen im ganzen Jahr nicht verdienen. Bei freier Kost und Logis, ärztliche Versorgung inklusive. Warum sollte er sich anpassen oder integrieren. Es werden auch keine Anforderungen gestellt, es wird nicht verlangt dass die Werte der Gesellschaft in die sich der Ausländer integrieren soll, akzeptiert werden.
    Kurz und Kolleginen versuchen nur die Tatsachen zu verschleiern. Die Tatsachen dass bereits die sog. Integration der Ausländer aus dem Balkan, Afrika und Vorderasien, kläglich gescheitert ist. Bereits bei einen Zehntel der aktuellen Ausländerzahlen ist die Integration gescheitert, wieso soll sie jetzt gelingen. Ein Beispiel, 90% der Eriträer die seit fünf Jahren, als annerkannte Flüchtlinge, in der Schweiz leben, bekommem Sozialhilfe. Interesse die Sprache zu lernen, oder zu arbeiten, gleich Null.

  4. astuga

    “Das Streben nach Glück und der freie Markt lassen Integration von alleine geschehen. Und wer sich nicht integriert, der wird das Land mittelfristig aus Mangel an Erwerbsaussichten und Verbesserung seiner Situation wieder verlassen. Mehr ist nicht zu tun. Im Interesse der Flüchtlinge und der Österreicher.”

    Schon, aber erstens kann man auf diese Weise die Migranten nicht effektiv parteipolitisch binden, und es verdient ja auch niemand der üblichen Verdächtigen daran.

  5. Lisa

    Wertebildung geschieht in der Familie, aber die Schule, die Sozialisation in der eigenen Generation hat mehr Einfluss. Darum sind auch Umfragewerte betr. Einwanderung/Flüchtlinge oder was immer da”Fremdes” dazukommt, unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen mehrheitlich zugunsten der Zuwanderer.
    je älter die Leute, desto misstrauischer Fremdem/n gegenüber. Kinder kann man sehr wohl auf Werte trimmen, ob sie nun mit dem ersehnten Helm und Gewehr unterm Weihnachtsbaum beglückt und in der Schule auf Habacht!und zu kaiserlichen Soldaten gedrillt wurden – oder ob die Jünger von Neill, Reich, Adorno , HAbermas und Woodstock-Romantiker eine Brut heranzogen, die ungestraft in Gasthäusern aus Tellern anderer Leute Pommes pickten oder (Kinderrechte!) 4 Bahnsitze für sich, ihre Kissen und Spielzeuge beanspruchten. Erziehung ist immer Wertevermittlung – und Hänschen lernt das leichter als Hans. Diese “freiheitlich” (v)erzogenen Kinder wurden auch Eltern, Lehrer, Erzieher und standen dann plötzlich vor Problemen, mit denen sie schlecht oder überhaupt nicht umgehen konnten und können. Besonders, wenn despotisch erzogene Kinder aus gewissen Kulturen in eine offene GEsellschaft versetzt werden, sind sie überfordert, weil sie Drill gewohnt sind, damit sie gehorchen. Nicht unüblich, dem Vater, von dem sie eben verprügelt worden waren, danach demütig die Schuhe zu küssen. Solche Details aus den Niederungen des Alltags interessiertnur die allerwenigsten Politiker, ja nciht einmal sog. Integrationsbeauftragte. Tatsächlich ist diese Willkommenskultur alles andere als förderlich – wie übrigens (es sei hier mal deutlich gesagt!) das ganze verrottete Sozialsystem, das Menschen im Grunde eigentlich verachtet, indem es sie arm, hilfsbedürftig und schwach hält. Statt den “LEidensdruck” (ohne den auch keine Therapie erfolgreich sein kann) mit Geld und anderem Zustupf zu lindern, wäre es klüger, den MEnschen die Möglichkeit zu geben, sich aus eigener Kraft (und wenns sein muss eben ohne Mindestlohn! Ich weiss, wovon ich spreche!) ein “gutes Leben” aufzubauen.

  6. Christian Peter

    Es ist verrückt : Mittlerweile kämpfen immer mehr Frauen in Syrien gegen den IS, selbst Jugendliche befinden sich darunter, denn durch die Massenflucht gibt es mittlerweile kaum Männer im wehrfähigen Alter mehr. Warum werden Menschen belohnt, die vor den Problemen flüchten und nicht solche, die sich trotz widriger Umstände den Problemen stellen ?

  7. Falke

    @Fragolin
    Völlig richtig. Und deswegen wird auch die großmäulig (vor allem von Faymann) verlangte und verkündete “gerechte” Verteilung der Sozialmigranten auf alle EU-Staaten nie funktionieren, da bestimmt keiner freiwillig nach Polen oder Ungarn gehen wird – und zwingen dürfen/wollen wir doch niemanden, nicht wahr? Und sogar wenn – die sind garantiert innerhalb einer Woche wieder in Deutschland oder Österreich, wo die “sozialen Stadards” und Leistungen unendlich höher sind.

  8. sokrates9

    Warum soll ein Moslem, den ohne Arbeit “Reichtümer” in den Hintern geschoben werden, die er in seiner Heimat nie hätte, von dem Einzigen was er gelernt hat, brav dem Islam zu dienen, wegen ein paar verrückter
    Gendergetriebenen Idioten vom ” vom “Wahren Glauben” abrücken??Er lebt in seiner Gesellschaft so bequem wie noch nie, er hat doch seine Lakaien und willige österreichischen Diener, die sich doch freuen dass er da ist; die sich bemühen ihre nationale Identität von Kreuzen über Weihnachten bis zum Schweinefleisch wegzuräumen um ihm nicht zu beleidigen! – Der österreichische Bundespräsident steht doch mit Willkommensfahne am Bahnhof, Merkl ist beeindruckt und lässt selfies mit den Analphabeten zu – schließlich wird sagt sie von denen noch viel lernen zu können!° – Dieser Asylant soll sich ändern? Österreichische Werte annehmen, wenn das österreichische Bundesheer mit Klobesen hinter ihm hergeht um die von ihm verschmutzten Toiletten wieder zu reinigen?? Sklave und Diener zu werden??Das zu glauben? So blöd können doch nur die verweichlichten Europäer sein!!

  9. Mona Rieboldt

    Das ganze Gerede über Integration dient nur dazu, die eigene Bevölkerung ruhig zu stellen. Es hat ja schon bisher nicht funktioniert mit den hier lebenden moslemischen Türken. Die jungen Männer, die schon in Deutschland geboren wurden, hier zur Schule gingen, sind diejenigen, die heute die Polizei angreifen und ihnen klar machen, dass sie in ihrem Viertel nichts zu suchen haben, siehe Duisburg-Marxloh etc. etc.

    Und es sind diese jungen Männer, die vielfach zum IS gingen und gehen. Wobei von seiten der Islam-Verbände dann gesagt wird, Schuld daran sind die Deutschen, weil sie diese jungen Männer nicht so willkommen geheißen, nicht integriert haben.

    Und all den Asylanten wird entgegen gekommen, sie wollen von Frauen nicht das Essen annehmen, weil Frauen unrein seien. Sie bekommen halal-Essen. Warum? Wenn ich nach Saudi-Arabien gehe, bekomme ich auch kein Schweineschnitzel.

  10. Christian Peter

    @Mona Rieboldt

    ‘Das ganze Gerede über Integration dient nur dazu, die Bevölkerung ruhig zu stellen’

    Eher zu beunruhigen, denn nach dem Asylrecht ist es gar nicht vorgesehen, Flüchtlingen auf Dauer eine neue Heimat anzubieten, sondern nur temporären Schutz vor Verfolgung oder anderen Gefahren zu anzubieten.

  11. Christian Peter

    Nachtrag : Daher wird der subsidiärer Schutz für ‘Kriegsflüchtlinge’ nur befristet vergeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.