Medien: Zurück zur Gartenlaube

Von | 10. August 2014

“…Der Spiegel soll ab 2015 nicht mehr montags, sondern samstags erscheinen. Die dicke Zeit mit ihren gepflegten Ratgebertexten für städtische Altbaubewohner und ländliche Resthofbesitzer setzt bereits seit längerem auf den geduldigen Wochenendleser. Und jetzt will auch noch der Stern mit neuen Wohlfühl-Ressorts wie „Inspiration“ und „Sein und Haben“ für geruhsame Sonntagnachmittage sorgen. Gartenlaube allüberall.
Während die kurzlebige Springerpresse aggressive politische Kampagnen fährt, zieht sich die ehedem liberale, nun aber sinnentleerte Hamburger Pfeffersackprosa ganz aus dem werktäglichen Kampf ums Leserinteresse zurück. Das Wochenende soll der neue Zufluchtsort für die vertiefende Berichterstattung werden….” (lesenswert, hier)

5 Gedanken zu „Medien: Zurück zur Gartenlaube

  1. Christian Peter

    Klassische Printmedien sind ein Auslaufmodell – leider werden diese aber weiterhin mittels Unsummen an Subventionen aus öffentlichen Mitteln künstlich am Leben erhalten.

  2. Herbert Manninger

    Früher war der Spiegel ein Themenmacher, etwas linkslastig, aber dennoch um genaue Recherche bemüht, dessen Abonnenten den vollen Einzelpreis zahlen mussten.
    Heute ist er ein von PC-Knechten gestaltetes Blättchen wie so viele andere. Und das Abo+Designerwecker bekommt man nachgeeorfen.

  3. Rennziege

    Die “Gartenlaube” (1853 bis zur Machtergreifung des böhmischen Gefreiten) war ein solides Blatt — ein wenig verträumt und schnulzig zwar nach heutigen Begriffen, aber sie passte in ihre Zeit. Vor Jahren entdeckte ich im Dachboden meines alten Herrn einige vergilbte Exemplare, die seine Großeltern dort hinterlassen hatten. Vergnüglich zu lesen, wenn man sich in ihre Zeit zurückversetzt, was Nachgeborenen auch historisch die Augen öffnet..
    Heutige “Zeit”- und “Spiegel”-Ausgaben, online oder Print, haben ihre Haltbarkeitsdauer schon nach fünf Stunden überschritten. Für immer.

  4. Der Couponschneider

    @Rennziege
    An die historische “Gartenlaube” dachte ich auch sofort und mir fiel sofort die Ambiguität der Aussage “Zurück zur Gartenlaube” aufgefallen. Einerseits das Zurück zu heimiligen Wohlfühlthemen, andererseits aber auch die offene antisemitische Positionierung in etablierten Medien. Beides passiert, teilweise in Personalunion: Jakob Augstein. Er hat ein Buch übers Gärtnern veröffentlicht und positioniert sich in seiner SPON-Kolumne und mit seinem “Freitag” antisemitisch.

  5. MAKU

    der Spiegel hat Geschichte gemacht, bald ist er selbst Geschichte ….

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