Mehr Kapitalismus wagen

Von | 27. Februar 2021

(C.O.) In der Taxibranche zeigt sich beispielhaft, wie Erholung nach der Corona-Krise nicht zu erzielen sein wird. Wenn Österreich nach dem tiefen Corona-Wirtschaftsabsturz so schnell wie möglich wieder einen soliden gesellschaftlichen Aufschwung, mehr Jobs und mehr Wohlstand erreichen will, dann wird es im Wesentlichen drei Dinge brauchen: erstens Wachstum, zweitens Wachstum, drittens erraten, Wachstum. Gelingt das nicht, gelingt gar nichts. Und wer glaubt, mit noch mehr Schulden oder gar noch mehr frisch gedrucktem Geld Wohlstand schaffen zu können, irrt komplett

Wie aber erreicht man kräftiges Wirtschaftswachstum nach einer derart monumentalen, von einer medizinischen Jahrhundertkrise verursachten Rezession? Nicht nur, aber auch: indem der Staat die Gründung neuer Unternehmen stimuliert wie die Corona-Impfung das Immunsystem. Denn ohne neue Unternehmen gibt’s keine neuen Jobs, und ohne neue Jobs kommen wir nie aus der Krise. Um das zu erreichen, muss der Staat Firmengründungen so leicht und problemlos wie noch nie zuvor in der Geschichte der Zweiten Republik machen: Schlaue digitale Tools statt Bürokratie, ein Liquidieren zahlreicher Auflagen, selbst wenn sie für sich genommen sinnvoll sein sollten, vielleicht Steuerfreiheit für zwei, drei Jahre – was es braucht, ist ein unternehmerfreundliches Klima, wie man es sonst nur in Singapur, Hongkong oder ein paar anderen Weltgegenden findet. Unternehmer zu werden, muss zu einem Angebot werden, das man nicht ablehnen kann.

Eine Alternative dazu gibt es nicht. Wer meint, der Staat könnte den Wohlstand der Bürger im wünschenswerten Maße heben, hat seine lebensbedrohliche Tollpatschigkeit beim Bestellen der Corona-Impfstoffe verschlafen. Leider gibt es derzeit nicht die winzigsten belastbaren Hinweise darauf, dass die Wirtschaftspolitik diese Notwendigkeit begriffen hätte. Ganz im Gegenteil: Dass Österreich mehr Kapitalismus wagen muss, um aus der Krise zu kommen, gilt parteiübergreifend als Zumutung und nicht als Zielvorgabe.

Beispielhaft zeigt das die Neuordnung von Taxi, Uber, Bolt und Co, die Anfang März in Wien in Kraft tritt. Anstelle von Wettbewerb werden da die Preise planwirtschaftlich vereinheitlicht, auch Uber-Fahrer brauchen einen Taxischein, den die Innung vergibt oder auch nicht, Monopoldenken ersetzt Konkurrenz – und die Preise werden angehoben, für alle Marktteilnehmer, um runde 15 Prozent (als Feigenblatt, damit das Ganze nicht zu sehr nach Stalinismus riecht, dürfen die Tarife gnadenhalber um 20 Prozent abweichen). Das ist, als dürften Bäckereien künftig nur das gleiche Brot zu einem amtlich festgelegten Preis verkaufen und sich dabei nur Personals bedienen, das eine Berufsberechtigung hat, die von den bestehenden Bäckern vergeben wird oder auch nicht. Man kann sich gut vorstellen, wie da neue Bäckereien en masse gegründet würden.

Den Schaden der neuen Regulierung von Taxi und Co haben die Kunden, die höhere Preise werden zahlen müssen, und tausende bisherige Uber-Driver, die keinen Taxischein bekommen haben. Weniger Jobs und höhere Preise, dafür mehr Regulierung und Vorschriften – diese Mentalität wird uns wirtschaftlich noch mehr schaden als die Pandemie. (WZ)

8 Gedanken zu „Mehr Kapitalismus wagen

  1. sokrates9

    Gibt es heute in Östzerreich noch irgendwem der marktwirtschaftlich denkt?? Jetzt sagt Gartlehner, der Obervirologe der offensichtlich nichts anderes gelernt hat, einer der Fehler des letzten Jahres war dass man keine Studien gemacht hat wie einzelne Maßnahmen wirken und was sie bringen.Ist so wie wenn Unternehmer halt Preise erhöht, in marketing investiert , Produkt verkleinert oder was auch immer aber nicht beachtet ob das am Markt wirkt und sich nach einem Jahr wundert dass seine Ziele nicht erreicht werden..
    Dire Wirtschaftsdkammer müsszte doch tausende Studien haben die belegen wie groß Wahrscheinlichkeit ist sich wo zu infizieren und falls kaum Risiko das Segment – Beispiel Tennis in Halle – freigeben.
    Einzig die Wiener Symphoniker haben Studie gemacht, die von der Regierung ignoriert wurde.Von wem kann man komplexes Denken erwarten??

  2. GeBa

    Na sowas, der Taxitarif wird angehoben? Herr Ortner, wissen sie seit wann der jetztige gültig ist?
    Bitte sehr, hier nachzulesen
    https://www.taxi40100.at/service/taxitarife/
    Kennen sie eine ander Branche, die seit 9 Jahren ihre Preise nicht erhöht hat?
    Dass Uberfahrer einen Berechtigungsschein erwerben müssen, ist wohl das Mindeste, das man von jemand, der im Personenbeförderungsgewerbe tätig ist, verlangen darf. Uber als positives Beispiel hervorzuheben ist ja schon fast kriminell. Haben Sie jemals mit einem Uber Fahrer gesprochen? Das sind/waren die reinsten Lohnsklaven, meist aus der Slovakei o.ä., die sich von ihrem “Verdienst” nicht einmal ein Bett in einem 4-Bett Zimmer in Wien leisten können und vielfach im Auto übernachten. Sehr hygienisch!
    Sie können mir glauben, ich habe einen sehr guten Einblick in dieses Gewerbe und dass es einen verbindlichen Tarif für Wien gibt, ist nur zu befürworten.

  3. CE___

    Ich sehe eher dass in Zukunft allein schon das Lösen eines Taxischeins und die Investition in ein Taxi-Vehikel eine Hochrisiko-Investition darstellen wird.

    Ich rede da noch gar nicht von anderen Wirtschaftsbranchen.

    Ab sofort muss jeder Unternehmer damit kalkulieren dass ihm aufgrund eines Virus (oder vielleicht in Zukunft sogar eines Bakteriums) das Unternehmen auf Monate, vielleicht sogar Jahre, zugedreht wird oder der Umsatz zumindest schwerstens beeinträchtigt wird.

    Egal ob dahinter nur die Hysterie und Panik der Poltik und Behörden, oder gar ein sinistrer politischer Plan steht.

    Ich denke die meisten überzuckern das noch nicht wirklich was dieser Dammbruch, dieses seit März 2020 quasi stattfindende Dauer-Erdbeben samt Dauer-Bodenverflüssigung, für Auswirkungne hat. Ein jeder glaubt nach dem Wahnsinn mit dem Wuhan-Virus wird das vorbei sein, ich sehe aber dass hier Scheunentore für zukünftiges Schindluder geöffnet worden sind.

    Es wird auch nicht so sein dass einem “der Staat” immer die entgangenen Umsätze (!!!) ersetzen wird, oder auch nur die Löhne/Gehälter der Mitarbeiter, oder die Kosten des ganzen Test- und Impfschwachsinns.

    Wie kalkuliert man nun in Zukunft als Unternehmer dieses ab nun wie ein Damoklesschwert über einem hängende (Investitions)Risiko in die Preise ein? Wer versichert einem das (wenn überhaupt)?

    Meine Beobachtung im internationalen Versicherungsbereich ist eher dass sich da alle Versicherungen schön wegducken und die Deckung solcher Risken auschliessen. Wohlweislich, da politischer Wahnsinn und Idiotie nicht kalkulierbar sind.

    Das wird sich am tiefsten in den Klein- und Mittel-Unternehmen ausdrücken die viel mit Eigenkapital arbeiten. Ein höchstverschuldetes (börsenotiertes) Unternehmen wird dies am ehestens abfedern können da diesem am ehesten, egal wie bankrott, von der Politik und (Staats)banken Kredite in den Rachen geworfen werden wenn schon das Geschäft behördlich zugedreht wird.

    Der beste Konjunkturstimulator wäre den Zustand von Vor-März-2020 wiederherzustellen, und diejenigen Politiker und Bürokraten und Mitläufer mittels strikter Wahldisziplin der Bürger für immer wegzubekommen, die das ganze Desaster verbrochen haben.

  4. Falke

    @CE__
    Ich bin völlig Ihrer Meinung und wäre natürlich auch dafür, dass die für das Desaster verantwortlichen (ich würde eher sagen: am Desaster schuldigen oder die das Disaster verursachenden) Politiker wegzubekommen. Allerdings sind leider sehr viele (ich vermute, sogar die Mehrheit) der Bürger weiterhin total verängstigt, obrigkeitshörig und -gläubig, d.h. überzeugt davon, dass die derzeitige Regierung genau das Richtige macht und die Menschen vor noch mehr Not und Leid bewahrt. Daher werden sie diese Politiker auch das nächste Mal wieder wählen, vorausgesetzt, es wird noch demokratische oder überhaupt Wahlen geben.

  5. Erwin Tripes

    Lieber Herr Ortner, was Sie zu erwähnen vergessen haben: Abschaffung des Zwangskammerstaates. Sehen Sie sich den Wirtschaftsoberkämmer Mahrer an. Der hilft seinen Schafen nicht. Im Gegenteil er stützt mit Regierungsgehorsam die Zwangseingangstests für seine Zwangsklienten. Das ist für jeden noch halbwegs Denkenden wohl als geschäftsminimierend erkennbar und so sinnlos wie die Impferei selbst. Die Pharmalobby kann nicht beweisen, daß nach Impfung keine Virusweitergabe stattfindet und verlangt wegen des Impfisikos obendrein eine Überwälzung auf den Staat.
    Sehen sie wirklich nicht, was da läuft?

  6. sokrates9

    Hätte nie gedacht dass die Wirtschaftskammer aber auch die Gewerkschaft so auf Tauchstation gehen, der Regierung die Mauer machen und ihre ( Zwangs-) Mitglieder voll ignorieren!

  7. Allahut

    Herr Dr. Ortner: “Wachstum, Wachstum, Wachstum”, das ist stets die simple Forderung, aber wohin soll die Wirtschaft wachsen, ins Unendliche? Wirtschaft funktioniert halt noch immer nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Natürlich können beliebig viele Jobs geschaffen werden, aber sinnvoll sind nur die, die auch gebraucht werden. Man kann auch maßlos produzieren, aber es braucht auch Kunden die die Erzeugnisse wollen, und die sich diese auch leisten können. Mit Dienstleistungen verhält es sich nicht anders, letztendlich sichert nur der Konsument Betriebe und Jobs. Vielleicht sollte man den Betrieben überhaupt Steuerfreiheit gewähren, nur womit tätig dann der Staat seine Ausgaben. Milliardenvermögen wird nämlich jetzt schon vernichtet, weil es derart viele Betriebsgründungen gibt, die ohnehin nie eine Überlebenschance haben. Solche Baumumarmer” braucht niemand. Tausende Jobs im öffentlichen Bereich könnten auch locker eingespart werden, und niemand würde es merken, ich denke da zum Beispiel an Fahrradbeauftragte, usw. . In Wien gibt es auch sogenannte Mediatoren für Gemeindebauten, dient dazu, damit sich die “Neubürger” nicht gegenseitig den Schädel einhauen, muss wohl extrem belastend sein und ist sicher ganz gut dotiert, bekommt man garantiert ohne Parteibuch.
    Vielleicht schaffen wir einmal solchen Wohlstand, dass niemand mehr arbeiten braucht, dann ist die Schaffung von Jobs auch kein Thema mehr.

  8. Johannes

    Vor dem Wachstum wird wohl die Konsolidierung all jener die wirtschaftlich überlebt haben der erste Schritt sein.
    Aber auch dafür braucht es eine echte Entlastung und da werden zwei Weltanschauungen in der Regierung zum Duell antreten.
    Kogler der ernstlich behauptet der Kapitalismus hätte n der Covid-Krise versagt und müsste nun zu einer Sendepause gezwungen werden.

    Und die ÖVP die nun schwer angeschlagen von der WKStA in den Seilen hängt.
    Die ÖVP wird nach meiner persönlichen Meinung, gerade abmontiert.
    Es rächt sich bitter den Grünen das Justizressort überlassen zu haben.
    Keine Rede in der Justiz, zumindest dringt da erstaunlicherweise nichts an die Öffentlichkeit, von burgenländischen Goldplättchen, von einem Hochhaus welches aus unerklärlichen Gründen von Rot-Grün unbedingt gebaut werden sollte, von einem BP und dem was er von Ibiza wußte, lange bevor es an die Öffentlichkeit kam.
    Es scheint niemanden in der Justiz zu interessieren weder das zuvor genannte noch wie permanent Verdächtigungen gegen Türkis und Blauan an die Öffentlichkeit gespielt wird.
    Hat man bei Strache noch argumentiert das könnte auch sein Anwalt hinausgespielt haben, so hat man sich nun selbst überführt indem man Dinge in die Medien brachte die der Beschuldigte erst von dort erfahren hat. Hier habe ich noch keine schlüssige Erklärung gehört wie und von wem das weitergegeben wurde und es scheint auch niemanden in der Justiz wirklich zu stören.
    Dabei ist diese Art und Weise die eigentliche Beschädigung der Justiz, nach meiner Meinung, auch die läppische Behauptung diese schweren Verfehlungen und dadurch Missachtungen der Wahrung der Rechte von Beschuldigten dürften nur eingeschränkt kritisiert werden.
    Die ÖVP wird in atemberaubender Geschwindigkeit abmontiert.
    Die nächste Regierung wird Rot-Pink-Grün sein und somit wird genau das Gegenteil von dem geschehen was sie Herr Ortner fordern.
    Da läuft etwas mit mit der Präzision eines Uhrwerkes ab, das Ergebnis wird ein Politumbau nach links sein.

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