Mehrheit gegen Tsipras?

Von | 2. Juli 2015

“Die Stimmung in Griechenland scheint sich zu drehen. Laut einer neuen Umfrage will eine Mehrheit beim Referendum am Sonntag für den Reformkurs der Europartner stimmen….” (hier)

15 Gedanken zu „Mehrheit gegen Tsipras?

  1. Christian Weiss

    Die Griechen stimmen womöglich Ja zum Reformkurs der Euro-“Partner”? Dünkt mich nur auf den ersten Blick intelligent. Damit deutet sich statt des Endes mit Schrecken ein Schrecken ohne Ende an. Die von Europa verordneten “Sparmassnahmen” und Halbreformen werden ja aus Griechenland keineswegs ein wettbewerbsfähiges Land machen, stattdessen wird der Weg in die Transferunion geebnet. Griechenland präsentiert die nächsten Jahre ein paar halbwegs ausgeglichene Haushalte, dafür gibt es weiterhin Kredite zu Fantasiezinsen.

    Nein. Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Griechen so blöd sind und auf ihre Chefs hören und den “Sparkurs” verweigern. Dann wird Tsipras noch einige Zeit mit der grossen Kelle anrichten, bis der ganze Laden in sich zusammenstürzt, ohne die angrenzenden Parzellen gross in Mitleidenschaft zu ziehen. So ein gepflegter Staatsbankrott ist die Chance für ein Neubeginn. Mit der Insolvenzverschleppung ändert sich hingegen gar nichts.

  2. Thomas Holzer

    Außerdem ist es lächerlich, Griechenland als einen Industriestaat zu bezeichnen.

  3. sokrates9

    Griechenland hat sich in die EU reingelogen! Warum sollen wir die dann für ewig sponsern?
    Wobei: Wo sind die Milliarden? Auch wenn die europäischen Banken das Geld gecasht haben, abgesehen von den Zinsen haben sie ja den Griechen das Geld mal geborgt! Schön wäre Aufstellung über Wert der Waffenkäufe der letzten 10 Jahre! Den Österreicher der gerade das Bundesheer zu Tode spart wird sicherlich freuen, wie viel U – Boote die Griechen sich mit unseren 8 MRD gekauft haben!

  4. Rado

    Frage an die Experten: Ein Ausscheiden aus der Eurozone scheint nur einvernehmlich möglich zu sein, also gemeinsam im Konsens mit EU, und allen Mitgliedsstaaten. Demnach könnte nicht einmal Deutschland aus dem Euro aussteigen, wenn es von Griechenland nicht aus dem Vertrag entlassen wird?

  5. Christian Weiss

    Und Varoufakis fährt natürlich mit dem Motorrad aus dem Ministerium. Da steckt doch Absicht dahinter, dass sich dieser Typ wie Andreas Baader inszeniert.

  6. Rado

    @Christian Weiss
    Immerhin lässt er sich nicht von einem Chauffeur kutschieren und die Tür aufhalten.
    Gebe ihnen allerdings recht. Passender wäre für den Griechen ein klassischer Ape Dreiradroller.

  7. Marcel Elsener

    Diese Abstimmung ist meines Erachtens für die wirtschaftliche Lage Griechenlands irrelevant. Ein reines Ablenkungsmanöver, das die Aufmerksamkeit der Bürger von tauglichen (apolitischen) Lösungen auf untaugliche politische Lösungen lenken soll. Damit nützt es natürlich allen, die eine (untaugliche) politische Lösung favorisieren, weil sie davon profitieren – insbesondere nützt es sämtlichen politischen Kräften, sowohl in Griechenland als auch in der EU und in den EU-Staaten.

    Die EU-Potentaten wurden allerdings überrascht von Tsipras Ankündigung einer Volksabstimmung, denn sie war offensichtlich nicht mit ihnen abgesprochen. Das erweckt nun den Eindruck, als ob die EU-Potentaten mit der Abhaltung einer Abstimmung nicht einverstanden wären, was in dieser Pauschalität nicht richtig ist.

  8. Syria Forever

    Shalom Marcel Elsener.

    Nichts geschieht in Politik aus Zufall. Nichts!
    Es ist ab zu warten was das Ziel ist doch ich denke es ist recht klar; Griechenland verbleibt in der EU und im Euro.
    Nach einer Woche “Panik” sind die Griechen weich gekocht denke ich. Interessant wird sein wie die Abstimmung abläuft, Organisatorisch? Ein guter Indikator wie lange die das schon planen.
    Lassen Sie sich überraschen!

    Guten Tag.

  9. Marcel Elsener

    Guten Tag, Syria Forever

    Unabhängig davon, ob es in der Politik Zufälle gibt oder nicht, stimme ich Ihnen darin zu, dass Griechenland kaum aus der EU und dem Euro ausscheiden wird. Die einzige Möglichkeit wäre, wenn die Griechen sich in einer Art Sezessionserklärung dazu entschlössen, was ich aber für äusserst unwahrscheinlich halte. Sie wurden – wie die meisten anderen Europäer – so sehr domestiziert, dass sie glauben, ohne eine politische (EU-)Obrigkeit nicht existieren zu können. Ein Irrglaube, an dem aber halt die grosse demokratische Mehrheit festhält.

    Auf lange Sicht sind die EU-Potentaten tatsächlich am längeren Hebel, denn die Griechen wollen etwas, das ihnen die EU gewähren soll: neue Kredite, damit sie ihren Lebensstandard aufrechterhalten können. Dass diese keinesfalls gratis zu bekommen sind, ist klar.

    Aber auch die EU-Potentaten stehen unter Druck. Sie wollen die Macht über die europäischen Völker behalten und noch weiter ausbauen. Sie sind somit der eigenen Machtgier unterworfen. Ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Machtbereich der EU wäre für sie eine Katastrophe – nicht wegen der Griechen selbst, denn dafür ist deren Staat zu unbedeutend, sondern weil Griechenland jener Dominostein sein könnte, der das fragile Machtgebilde EU zum Einsturz bringen könnte. Davor haben die EU-Machthaber wohl am meisten Angst.

    Es bleibt in der Tat spannend in diesem Machtspiel.

  10. sokrates9

    Natürlich wollen die Griechen beim Euro und in der Zone bleiben! Ist doch der bequemste Weg, sich weiter von Europa durchfüttern zu lassen!

  11. FDominicus

    @sokrates9. Sicherlich ein Grund der “Eliten”, aber für die Sparer bedeutet der Euro einen gewissen Schutz gegen Inflation. Oder glaube Sie das eine griechische Zentralbank nicht mehr und schneller drucken wird als die EZB und die legt ja gerade mit 64 Mrd oder so im Monat ! zu. Dem steht gar nichts gegenüber außer Schuldscheinen von Staaten.

    Als Sparer in Griechenland wäre ich auch sehr für den Euro, jedenfalls mehr als für eine neue Fiat-Drachme. Klar sieht der EUR gegen Geld eben sehr schlecht aus. Aber es gibt tatsächlich Abstufungen im Schlechten

  12. Astuga

    Wie Fleischhacker (ehemals Presse, jetzt NZZ) gestern in den Spätnachrichten im ORF-Studio angemerkt hat, ist es eigentlich egal, ob Ja oder Nein.
    Denn das worüber abgestimmt wird steht ohnehin nicht mehr zur Diskussion.

    Und ein neues Hilfspaket müsste die EU erst beschließen.

  13. Fragolin

    @Astuga

    Genau. Ich staune nur, dass die diese Millionenverbrennung wirklich durchziehen. Da scheint jemand sein Land wirklich mmit Gewalt in den Ruin treiben zu wollen.

    Da stimmen also die Griechen darüber ab, ob sie ein Lotterie-Los kaufen wollen, und das 5 Tage nach der letzten Ziehung. Das ist an Skurrilität kaum noch zu überbieten. Welche sinnlosen Bluffs werden in dieser erbärmlichen Pokerpartie denn noch an den solidarisch nettozahlenden “Partnern” abgearbeitet?

    Ich bleibe dabei (und das v.A. nach all den Bekenntnissen der üblichen Freunde in der EU): Griechenland wird weiter “gerettet”, die Insolvenz weiter mit Milliardenhilfen verschleppt, die auch bei uns nur als Pfändung der Leistung unserer Enkel existieren.

    Die Griechen werden versprechen und dann, wie erwartet und gewohnt, nicht im Traum daran denken, diese Versprechen zu halten. Den EU-Schranzen und ihren fiskalischen Wurmfortsätzen kann man da nur sagen: Tja, ihr Lieben, dannn spürt ihr wenigstens mal, wie es uns hier unten permanent geht. Wir werden von euch permanent belogen und betrogen, dürfen täglich dem Brechen eurer Versprechen und sogar Verträge zusehen – nun trifft es eban mal euch. Und, wie fühlt es sich so an, wenn man verarscht wird? Na??

  14. Astuga

    “Ich bleibe dabei (und das v.A. nach all den Bekenntnissen der üblichen Freunde in der EU): Griechenland wird weiter “gerettet”, die Insolvenz weiter mit Milliardenhilfen verschleppt…”

    Ja, das steht zu befürchten.

  15. Christian Peter

    1. Die Griechen entscheiden sich am Sonntag für ‘JA’ und das Kasperltheater geht weiter.
    2. Die Griechen entscheiden sich am Sonntag für ‘NEIN’, dann wird man den Griechen entgegenkommen und das Kasperltheater geht weiter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.