11 comments

  1. Ehrenmitglied der ÖBB

    Habe das Buch gelesen (4. Auflage). Man muss zwar einen guten Magen haben um die Sprache des Autors zu verdauen, aber das ist noch lange kein Grund, Lesungen zu verbieten bzw. zu verhindern!
    Nur, das betrifft nicht nur P. sondern kürzlich auch Herrn Sarrazin in Berlin, wo Demonstranten eine Lesung aus seinem neuen Buch ‘Der neue Tugendterror’ verhinderten.
    (wie weit ist noch der Weg zu der von den Nazi`s angeordneten Bücherverbrennung?)
    In diesem Blog war auch schon zu lesen, dass Buchhandlungen zögerten – in Wien – das Buch von Herrn Pirincci zu verkaufen.
    Es wäre an der Zeit, in einem Diskurs der Rechtsphilosphie den Status unseres Demokratieverständnisses zu erörtern!

  2. de Voltaire

    Und?
    ” Es ist aber sehr viel dagegen zu sagen, daß diese Veranstaltung auf Druck ihrer Gegner nicht stattfinden kann, denn das sind Methoden, die bislang nur gegen die NPD angewandt wurden. Von jetzt an, das soll heißen, seit der Begriff »rechts« prinzipiell auf alles ausgedehnt wird, was nicht dem allerneuesten Politirrsinn hinterherhechelt, kann dieser Mundtot-Plattmach-Furor prinzipiell jeden treffen.”

    Genau darin liegt die Krux. Wenn man grundsätzlich akzeptiert, dass gewisse Gruppen in ihrer Meinungsäußerung eingeschränkt werden, dann ist es eben nicht weit her mit der Meinungsfreiheit. Dann ist der Schritt zur Ausweitung der Gruppen ein nur kleiner und wird folgerichtig auch passieren. Egal ob bei Wahlveranstaltungen der AfD oder bei Lesungen eines Sarrazin oder Pirincci. Egal ob bei Akademikerbällen oder politisch nicht korrekten Demonstrationen. Und solange dies vom Staat toleriert wird, solange die Förderung durch Parteien sogar vom Wähler honoriert wird, solange wird immer weiter eingeschränkt werden. Egal ob mit Trillerpfeifen, mit “öffentlichem Druck” oder mit Gewalt und Steinen.

    Wer also sollte jetzt überrascht sein?

  3. Thomas Holzer

    @de Voltaire
    Absolut korrekt; um den Anfängen zu wehren, ist es leider schon viel zu spät! Und die Einschränkung wird weitergehen, und zwar ganz brav demokratisch legitimiert; weil es trifft ja immer nur den bösen Anderen.

  4. AD

    Sozialisten haben eben schon immer gewusst wie man Veranstaltungen jener verhindert, die man als “ideologische Feinde” betrachtet – man schickt den linken Mob um “aufzuräumen”. Ob dieser Mob dann braune, rote, grüne oder wie immer gefärbte Hemden trägt ist unerheblich

  5. Reinhard

    Die primitiven Nazis gehen zu einer Buchlesung, die deshalb verhindert werden muss von der linken Intelligenz, die randaliert und Steine schmeißt.
    Kommt nur mir da irgendwas nicht ganz kongruent vor??

  6. AD

    @Reinhard

    Nazi ist eine an und für sich unzulässige Verkürzung – handelt es sich doch um nationalistische Sozialisten.

  7. Reinhard

    @AD
    Ich hätte “primitive Nazis” besser in Anführungszeichen setzen sollen, ich wollte nur die offizielle Diktion der sich intelligent wähnenden Linken widergeben. Als “Nazi” ohne Hinterfragung des Begriffshintergrundes wird einfach jeder bezeichnet, der nicht stramm links steht und nicht im Meinungsmainstream mitschwimmt. Und “Nazi” muss zwangslaäufig “primitiv” sein; so kann man mit einer einfachen Keule jeden wider die linke Ideologie Denkenden in den Schmuddelkübel stecken.
    Putzig finde ich ja, wie hilflos sie einem Serdar Sumuncu gegenüberstehen, der ebenso rotzig-vulgär wie Pirincci gegen Schwule, Türken, Juden – und Deutsche und Nazis pöbelt. Grundsatz: “Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung!” Da stehen die linken Ideologen bis heute ratlos vor und wissen nicht, wann sie klatschen oder lachen dürfen…

  8. herbert manninger

    Bücherverbrennung nach Art der Linken/Grünen. Abgasfrei und klimaneutral, immerhin.

  9. Thomas Holzer

    Und all die “Verfechter” der “Meinungsfreiheit”, welche hier ihre Beiträge abliefern, und sich über die unzulässige Einschränkung dieser Freiheit durch die organisierte Linke alterieren, treten auch dafür ein, daß Schwachköpfe die Scharia hochleben lassen, daß Schwach-/Dummköpfe die Shoa leugnen dürfen?!
    Da habe ich so meine Zweifel

  10. Reinhard

    @Thomas Holzer

    Bei uns werden die Meinung und die Handlung gerne miteinander vermengt. Das führt zu seltsamen Auswüchsen.
    Wenn jemand den Holocaust leugnet, dann ist das das Äußern einer Meinung. Es ist geschmacklos den Opfern gegenüber und fragwürdig in Anbetracht der Beweislage. Aber es ist eine Meinung. Jeder kann sich blamieren, so gerne er möchte.
    Ich habe auch kein Problem damit, wenn jemand der Meinung ist, die Scharia wäre das einzig seligmachende Recht, welches gesprochen gehört. Gegen den gibt es Argumente, mit welch menschnverachtenden Praktiken er liebäugelt.
    Etwas Anderes ist die Handlung. Wenn jemand gegen die Gesetze der Gesellschaft verstößt, weil er meint, er müsse Selbstjustiz, Blutrache oder Ähnliches üben um seine bevorzugte Rechtsauffassung zu leben, hört sich der Spaß auf.
    Das ist auch der Casus Knaxus bei der oft strapazierten Religionsfreiheit. Jeder kann glauben, was er will, aber das berechtigt ihn nicht, im Namen seines Glaubens gegen weltliches Recht zu verstoßen und eine Sonderstellung vor dem Gesetz einzufordern. Im Namen des Glaubens darf man Kinder verstümmeln und Tiere schächten? Warum nicht auch Hexen verbrennen? Oder Schwule am Baukran aufknüpfen?
    Die Meinung muss frei sein. Die Handlung nicht.

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