Menschenverachtender Anschlag auf unsere armen Lehrer!

Von | 25. Juni 2013

ÖVP-Chef Michael Spindelegger will, dass Lehrer künftig 26 Stunden pro Wochen in der Schule anwesend sein müssen. Ein unglaublich brutaler, unmenschlicher neoliberaler Anschlag auf die wohlerworbenen Rechte der Lehrer ist das, dem sich die Lehrergewerkschafter mit Recht todesmutig entgegenstellen. Denn wenn das Schule macht, müssen sich die Lehrer in Zukunft womöglich auch noch mit zwei Monaten Jahresurlaub begnügen.

17 Gedanken zu „Menschenverachtender Anschlag auf unsere armen Lehrer!

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  2. cppacer

    Unerhört!Da könnt ja jeder kommen!Nein nein, alles bleibt wie bisher.
    Höchstens eine kleine Gehaltserhöhung,das wär´drin.

  3. cmh

    Bildung funktioniert in Hirnen unser Bildungsexperten nach einer klassischen Produktionsfunktion

    Bildung=F(Lehrermannstunden(Geld)).

    Das ist auch dann nicht richtig, wenn Ortner (sorry!) dieser Ansicht ist. Es ist immer wieder erstaunlich, dass die Existenz des Nürnberger Trichters unausgesprochen einfach vorausgesetzt wird.

    Tatsächlich sollte den Schülern die Möglichkeit gegeben werden, das von den Lehrern gehörte Wissen in nicht zu knappen Hausübungen und mit viel Privatfleiß zu behirnen, zu erwerben und zu festigen. Ohne dass dauernd ein Lehrer vorne oder hinten oder auf der Seite den Kasperl pardon Moderator machen muss.

    Da aber Hausübungen genauso wie Privatfleiß Begriffe einer vergangen Zeit sind, ja es ganz allgemein verpönt ist, an Schüler Forderungen zu stellen, kann auch eine vervierfachung der Lehrermannstunden am mangelnden ERgebnis Bildung nichs ändern.

    NB: Die auf einem Kurierplakat postulierte Forderung einers Schülers nach “Mehr Sport am Stundenplan!” ist einfach nur absurd. Wer hindert ihn denn daran, nach getaner Arbeit Sport zu betreiben? Muss man das unseren Kindern heute auch noch “befehlen” pardon sie dazu “coatschen” (sic!)?

  4. Thomas Braun

    Wie so oft werden alle in 1 Topf geworfen. Auch von der Gewerkschaft. Und diesmal leider auch von Ortner. Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob ein Lehrer mit Geographie und Turnen 1 Klasse zusätzlich im Jahr zu betreuen hat (dem entspricht die geforderte Std.-Erhöhung in etwa) oder ein zB. Sprachlehrer mit zu korrigierenden Hausübungen und Schularbeiten.

    Abgesehen davon: Der Vergleich 40 Std-Woche/20 Schulstunden für Lehrer hinkt gewaltig. Unterrichtsstunden in einer Klasse kann man unmöglich mit einer Anwesenheitsstunde eines Angestellten im Büro vergleichen. Eine Stunde in der Klasse benötigt durchgängigen Einsatz, um nicht unterzugehen. Eine Stunde im Büro mit Klogehen, Kaffee holen, privat im Netz surfen (so wie ich soeben!), tratschen….? Geh bitte!

    Und lieber Hr. Ortner, ganz im Sinne des Neoliberlaismus: Wenn Lehrer sein so super ist, dann kann ja jeder Lehrer werden. Trotzdem studieren immer weniger Lehramt. Komisch, oder?

  5. oecomicus

    @Thomas Braun
    Geistige Arbeit ist einmal heterogen: denken Sie an einen Anwalt, der einen Schriftsatz verfasst, mit Klienten spricht oder vor Gericht ein Plädoyer hält. Oder einen Verkäufer, der im Auto/Flugzeug sitzt, ein Angebot verfasst oder mit Kunden verhandelt.

  6. Schnabeltierfresser

    Auch wenn ich mich nicht um das Arbeitspensum unserer Lehrer sorge: unter den Arbeitsbedingungen in unseren Schulen (1/2m Schreibtisch zu zweit etc.) ist mehr Annwesenheit im besten Fall vertane Zeit, im schlimmsten Fall eine Zumutung.

  7. Reinhard

    @Schnabeltierfresser
    Leider wird sich da nix bewegen, denn meine immer wieder hinausgerufene Forderung, das Geld nicht den in die wohlerworbene Passivität des vorzeitigen Ruhestandes Entwichenen nachzuschmeißen sondern den Schulen für eine vernünftige Infrastruktur der aktiven Lehrer zur Verfügung zu stellen, um aus dem Kuddelmuddel der wenigen zu Hause randvoll eingedeckten Lehrer arbeitsintensiver Fächer und der vielen raunzenden Spaziergänger einen übersehbaren Vollzeitarbeitsplatz zu formen, verhallt in den riesigen vom Beamtengeist mit meterdickem Beton umgossenen Hallen der Wohlerworbenen Rechte.
    Das Wohl der Kinder ist den meisten Lehrern sch**egal, was ich aber verstehen kann, da es ihrem Dienstherren ebenso ergeht und der Fisch bekanntlich vom Kopf her zu faulen beginnt. Und dieser modert seit Jahrzehnten.
    Dass man Bildung nebst allen Nebenarbeiten – Erstellen kompletter Arbeitsunterlagen, Prüfungen, Kontrollen, Aufgabenstellungen, Auswertungen und Berichtsarbeit zusätzlich zu all den bürokratischen Freuden der Selbstständigkeit auch an bis zu 1600 Ausbildungsstunden im Jahr (das entspricht einem Vollzeitjob in der Klasse) erledigen kann, und das für netto weniger als ein pragmatisierter Landeslehrer, zeigen tausende meist selbstständige Ausbilder in verschiedenen Bildungseinrichtungen. Und denen werden jährlich neue Knüppel von der Politik (auf Geheiß der mächtigen Gewerkschaften, denen jeder Nicht-Angestellte ein Dorn im Auge ist) zwischen die Haxen geschmissen. Interessiert keinen, denn das sind alles Leute, die ihren Job aus Enthusiasmus machen und nicht, weil sie nix anderes gelernt haben.
    Und so wird sich nichts bewegen im Bildungssystem, solange Gewerkschaften und Beamte das Sagen haben.
    Die Linksgestrickten jaulen zwar wieder wie die getretenen Köter über den bösen Neoliberalismus und malen das Schreckgespenst der wirtschaftlichen Ausbeutung der Familien an die Wand, wenn man eine rigorose und umfassende Privatisierung des gesamten Bildungssystems fordert, aber ich gestehe, dieses Risiko gerne in Kauf zu nehmen, wenn sich nur endlich irgend etwas bewegt. Und es würde zu etwas führen, was nämlich den Kern der Sache trifft: Die Eltern, die Menschen, die Gesellschaft müsste wieder das Hirn einschalten und bildungspolitische Verantwortung übernehmen, anstatt smartphonesediert und wohlstandsverwahrlost die Kinder einer zwar verachteten, aber irgendwie doch bequemen staatlichen Behörde in den Rachen zu werfen.
    Keine Angst, wird nicht passieren, solange die Beamten und Betonierer in unserem Parlament und unserer Regierung sitzen und ihre Pfründen mit Zähnen und Klauen verteilen.
    Ortners Erguss mag sarkastisch, überspitzt und für den einen oder anderen geschmacklos klingen – aber den Kern trifft der allemal.

    PS – Warten wir’s ab, “menschenverachtend”, “den Kindern die Jugend stehlend”, “Lehrerhassend” – das wird in Kürze in den Leserbriefen und politischen Kommentaren aus der linken Reichshälfte erschallen. Die pawlowschewn Reflexe in Österreich funktionieren…

  8. herbert manninger

    Ich bin schon neugierig, was den Lehramtsanwärtern zukünftig in den 5-6 Jahren Ausbildungszeit vermittelt wird.
    Wahrscheinlich Genderidiotie bis zum Abwinken und linkes Soziologengeschwätz bis zum Erbrechen.
    Aber gut, der OECD-Akademikerstatistik ist dann damit Genüge getan…..

  9. Graf Berge von Grips

    oecomicus :
    @Thomas Braun
    Geistige Arbeit ist einmal heterogen: denken Sie an einen Anwalt, der einen Schriftsatz verfasst, mit Klienten spricht oder vor Gericht ein Plädoyer hält. Oder einen Verkäufer, der im Auto/Flugzeug sitzt, ein Angebot verfasst oder mit Kunden verhandelt.

    Das einzige was hier hinkt, ist der Vergleich… vor allem am Monatsersten am Gehaltszettel!

  10. Regninnam

    @Thomas Braun
    “Trotzdem studieren immer weniger Lehramt. Komisch, oder?”

    Das stimmt so schlicht nicht, in Graz, immerhin der zweitgrößten Uni studieren heute mehr Leute Lehramt denn je, die Zahl der Umsteiger aus Diplomstudien erreicht neue Rekordstände. Wenn überhaupt, dann gibt es Engpässe in den bekannten Problemfächern Mathe und Physik. Wenn nur ein teil dieser Aspiranten abschließt steht eine neue Welle bevor. Und noch lange nicht sind alle Wartelisten bei den Landesschulräten abgearbeitet. Mitverursacht wird der “Mangel” auch durch viele unnötige Frühpensionierungen nach dem ÖBB-Schema.

  11. Thomas Braun

    @Regninnam
    Im Gymnasium in Wien, wo meine Frau unterichtet, stellt sich das anders dar. Dort unterrichten bereits Lehramtsstudenten mangels ausgebildeter Lehrer. Und von wenigen Problemfächern hat sie mir auch nichts erzählt. Eher das Gegenteil! Auf die Welle von Grazer Junglehrern wartet sie jedenfalls gespannt….

  12. Regninnam

    @Thomas Braun
    Mag sein, in Wien war von jeher mehr Bedarf, das ist schon richtig, aber in den meisten Bundesländern stellt sich das außer in Randregionen nicht so krass dar. Wenn alle Kärntner, die in Gra zu studieren und hier in der Steiermark bleiben, dann hättet Ihr in Wien sicher keinen Mangel.

  13. RB

    Ich schätze Ortner sonst als klaren Denker, aber menschlich berührend finde ich es, dass es doch ein Thema gibt, wo Herr Ortner im Gleichschritt mit Fellner & Co. marschiert. Jetzt noch Gesamt- und Ganztagsschule befürworten, und nichts steht mehr im Weg zum staatlich anerkannten “Bildungsexperten”.

  14. Christian Peter

    Dringender als eine lächerliche Anwesenheitspflicht wäre eine Anpassung der
    Lehrergehälter an den Durchschnitt der der OECD – Länder – demnach sind
    Lehrer in Österreich um etwa 20 % überbezahlt.

  15. Regninnam

    @Christian Peter
    Vor allem die durch nichts zu rechtfertigenden Unterschiede zwischen Gymnasium- und Grundschullehrern. Die Tätigkeit rechtfertigt heute diese Kluft nicht mehr. Beide Lehrerverträge gehören angeglichen, aber da wollen die Herrschaften von ihren Privilegien nicht runter. Das wohlbekannte, in bestehende Verträge darf nicht eingegriffen werden, zum Kotzen. An anderer Stelle geschieht dies nämlich sehr wohl.

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