Migranten: Droht jetzt das Drama am Brenner?

(ANDREAS UNTERBERGER) Griechenland hat jetzt zaghaft mit dem begonnen, was es schon vor einem Jahr tun hätte müssen: Illegale Immigranten werden auch gegen ihren Willen wieder aus Europa abgeschoben. Und nicht mehr nach Norden geschleust.
Aber schon der Beginn war so zögerlich, dass er wohl nur ein weiterer Beweis ist: Der ganze Türkei-Deal ist und bleibt eine Fehlkonstruktion. Denn bisher sind nur Pakistanis und andere abgeschoben worden, die nirgendwo ein Asyl bekommen hätten und auch gar nicht um ein solches angesucht haben. Dennoch hat die Türkei noch am gleichen Tag Syrer ganz legal und dauerhaft nach Deutschland exportieren dürfen (wo sie dann wohl, wie sogar im vorigen „Spiegel“ zu lesen, postwendend fragen, warum man hier nicht den Muezzin rufen hört). Bisher war ja immer der Eindruck erweckt worden, der legale Syrer-Transfer würde nur die Rückabschiebung von Syrern kompensieren. Aber nicht einmal dem ist so.

Ein besonders schlimmer Verdacht kursiert seit Montag: Werden jetzt die gleichen Pakistanis, die ja nur an die türkische Küste, nicht nach Pakistan zurückgebracht worden sind, noch mehrmals von irgendwelchen Organisationen nach Griechenland geschickt? Worauf dann jedesmal weitere Syrer legal nach Europa geschickt werden können? Angesichts dessen, was sich in den letzten Monaten in der Türkei abgespielt hat, halte ich auch das für möglich. Griechen wie Türken haben erkannt, dass die nötige Chuzpe die deutsche Dummheit derzeit exzellent über den Tisch ziehen kann.

Gewiss, vor einem Jahr hat es noch keinen Rücknahme-Deal mit der Türkei gegeben. Aber schon damals hätte Griechenland, hätte Europa den Mut haben müssen, illegale Einwanderer gegen ihren Willen, also auch mit Gewalt dort hinzubringen, wo sie nicht hinwollten. Und wenn es nicht die Türkei ist – wo sie ja hergekommen sind –, dann hätten es zwei oder drei nur für diesen Zweck zur Verfügung gestellte Inseln sein müssen. Abgesehen davon, dass auch schon damals Abschiebungen per Flugzeug nach Pakistan usw. möglich gewesen wären.

Aber alle wollten 2015 unangenehmen Szenen aus dem Weg gehen, auf die eine Fotografenmeute samt den Betroffenheits-Leitartiklern im Gefolge nur wartet. Man glaubt ja irgendwie, wenn wie in Ungarn Tränengas eingesetzt wird, dass dann gleich das Dritte Reich wieder ausbricht. Außerdem haben sich Richter wie Asylbeamte für den scheinbar leichteren Weg entschieden, also de facto fast alle hereinzulassen. Da gibt es dann keine linksradikalen Demonstrationen gegen sie. Was vielen wichtig ist.

Besonders katastrophal war der laut posaunte Beschluss der EU, alle übers Mittelmeer (mit Hilfe von Schleppern) nach Italien kommenden Boote samt Insassen ständig zu „retten“. Damit hat sich die EU zur Anstifterin von unzähligen Migrationsbewegungen und zur Helferin der Schlepperbanden gemacht. Diese müssen ihre menschliche Fracht seither nur ein paar Kilometer aufs Meer hinausschippern und schon stehen die europäische und italienische Marine zu deren Übernahme, pardon: Rettung bereit. Und schon können die Schlepper das Honorar für die Reise nach Europa kassieren.

Als dann Angela Merkel sogar eine sich in Blitzesschnelle rund um den Erdball verbreitete offene Einladung ausgesprochen hat, nach Deutschland zu kommen, war dann überhaupt kein Halten mehr. Seit diesem historischen Fehler Merkels ist alles zehnmal schwerer geworden. Denn die von allen guten Geistern verlassene Bundeskanzlerin hat damit natürlich in allen Arabern riesige Hoffnungen ausgelöst, die jetzt nicht einfach wie ein Schalter abgedreht werden können. Der Geist der Völkerwanderung will nicht mehr zurück in die Flasche.

Auch der Türkei-Deal kann, selbst wenn alles einmal wirklich wie vereinbart laufen sollte, bloß zu einer neuen weiteren Form der Migration nach Europa führen, für die absurderweise die EU dem türkischen Herrscher auch noch viel Geld gibt.

Aber noch viel schlimmer ist, dass gleichzeitig der illegale Migrationsstrom übers Mittelmeer nach Italien wieder von Tag zu Tag mehr anschwillt. Und zur Beendigung dieses Tsunamis gibt es noch überhaupt keinen Deal. Es gibt nicht einmal vage Vorstellungen davon. Daher steigt auch von Tag zu Tag die Befürchtung, dass sich binnen kurzem am Brenner und an anderen italienisch-österreichischen Übergängen die gleichen Szenen abspielen werden wie derzeit an der griechisch-mazedonischen Grenze.

Dass italienische und österreichische Linksradikale bereits Gewalttaten gegen Polizisten am Brenner geübt haben, ist ein weiteres Indiz, dass es dort bald sehr dramatisch zugehen wird. Es wird dort in den nächsten Monaten wohl immer schlimmer werden, bis Europa eines Tages draufkommen muss, dass es nur zwei Möglichkeiten hat: Entweder die völlige Kapitulation vor der Völkerwanderung und die Öffnung aller Tore (in diese Richtung werden jedenfalls die Grünen, der ORF, Linksradikal-Theologen wie Paul Zulehner, die Asylindustrie und alle linken NGO von Tag zu Tag stärker agitieren). Oder die rasche Umsetzung des australischen Beispiels. Das kann im Falle Italiens nur die Errichtung großer geschützter Lager in Nordafrika und die – auch gewaltsame – Rückführung aller illegalen Migranten dorthin bedeuten.

Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. (TB)

 

15 comments

  1. Rado

    Nur wenn es am Brenner ein so. Drama gibt wissen wir, dass die Sache funktioniert. Sonst wars wieder nur ein Gauklerstueck wie alle Monate vorher.

  2. wbeier

    Kernaussage des Beitrags der ich mich vollinhaltlich anschließe: Zwischen totaler Öffnung und rigider Grenzschließung bleibt letztlich und fertig gedacht keine Alternative.
    Was soll allein die Augenwischerei mit Kontingenten? Einmal im Schengenraum = immer im Schengenraum als vagabundierende Masse (wenn überhaupt erfasst).
    Was wurde in den relativ ruhigen Wintermonaten beschlossen, auf den Weg gebracht oder gar umgesetzt? Hinter den Nebelgranaten für die dumbe Masse läuft das Drehbuch weiter und wenn Europa 2016 wieder nicht die Kurve kriegt heißt es wohl endgültig: „Der letzte dreht das Licht ab“

  3. Tom

    “Damit hat sich die EU zur Anstifterin von unzähligen Migrationsbewegungen und zur Helferin der Schlepperbanden gemacht. Diese müssen ihre menschliche Fracht seither nur ein paar Kilometer aufs Meer hinausschippern und schon stehen die europäische und italienische Marine zu deren Übernahme, pardon: Rettung bereit.”

    Warum kam und kommt bis dato keiner der Verantwortlichen auf diese Idee ?

    Die Pomornik-Klasse (deutsch Skua) ist der NATO-Codename des Luftkissen-Landungsschiffs-Projektes 1232.2

    “Die Landungsschiffe hatten aufgrund der sowjetischen Ostsee- und Schwarzmeerstrategie die Aufgabe, rasch und gezielt große Mengen von Fahrzeugen und Material unabhängig von üblichen Verkehrswegen anzulanden, auch als ideales Hilfsmittel der Katastrophenhilfe in Küstengebieten.”

    –> Die griechische Marine besitzt vier (4) Schiffe. Drei Schiffe wurden 2001 bestellt: Kefallonia (L 180) wurde gebraucht von der russischen Marine übernommen und überholt. Ithaki (L 181) wurde ab 2001 neu in der Ukraine, Zakynthos (L 183) neu in Russland gebaut. Das vierte Schiffe, Kerkira (L 184), wurde ab Juni 2004 in der Ukraine gebaut und ging im Januar 2005 in Dienst.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pomornik-Klasse

    “Amateur-Seeleute” – auflesen, einladen, 180 Grad Kehrtwende und mit 55 kn (102 km/h) “return to sender”, anlanden, “Klappe” auf und retournieren … – vermeidet “unschöne” Szenen an den Grenzübergängen …

  4. Alfred Reisenberger

    wir werden nie den Mut der Australier haben!! The Australian’s balls are much bigger than the Austrian’s balls. Und die Australier werden bald T-Shirts mit folgender Aufschrift haben: no refugees in Australia.

  5. Gerald Steinbach

    Ich fürchte wirklich wenn die Schutzsuchenden am Brenner stehen und die “verzweifelten ” Kinder bei geringen nächtlichen plus Grade ausharren müssen und der Weg nach “””Europa”””” versperrt ist, die Schleusen geöffnet werden und kräftiger Zuhilfenahme der NGOs
    Die Busse werden ja hoffentlich dann schon bereit stehen

  6. Gerald Steinbach

    Tom@ Gerne würde ich mich irren, aber ich fürchte die Lawine die Deutschlands Mutti losgetreten hat, ist nicht mehr zu stoppen, die daraus folgenden unschönen Wandlungen in unseren noch schönen Land wurden ja hier schon zur Genüge abgeklärt

  7. Christian Peter

    Es gibt sehr wohl eine dritte Möglichkeit : Die Grenzen wirksam zu schützen, wie es Ungarn tut. Illegale Einwanderer, die man nicht einreisen lässt, brauchen auch nicht abgeschoben werden.

  8. aneagle

    Österreich kann schon mal Cola-Automaten an die Brenner-Grenze stellen. Und die rührige Caritas (14.000 Beschäftigte, zweitgrößter Arbeitgeber Wiens, größter Anbieter Österreichs im mixed social business) kann mit dem Spendensammeln für den Flaschenpfand beginnen.

    Sicher bekommt man von dem für seine Humanität weltweit berühmten Colakonzern jede 50.Flasche gratis und die tatkräftige österreichische Bundesregierung verdoppelt die jeweilige Gratisflasche. Wenn bloß die Flüchtilanten mitmachen und nicht in den Trinkstreik treten ! 😉

  9. Falke

    @Gerald Steinbach
    Und wenn keine (oder zu wenig) Busse am Brenner stehen, werden sicherlich hunderte Taxis hinfahren – war ja auch zwischen Spielfeld und Salzburg ein tolles Geschäft.

  10. Rennziege

    8. April 2016 – 13:29 aneagle
    Ich bevorzuge den Ausschank von Obstler, grünem Veltliner und Zweigelt an die Neuankömmlinge, denn anders ist eine Integration in österreichische Kultur unvorstellbar. (Na schön — Almdudler oder Kracherl für die linientreuen Muslime sei in Härtefällen gestattet.)
    Anschließend oder parallel gibt’s ein Kärntner Hauswürschtl und ein dreistöckiges steirisches Speckbrot, was die Integration vertieft.
    Wer sich halal-technisch ziert, wird stante pede zurückgeschickt; denn er will sich gar nicht integrieren. Dieses simple Verfahren spart auch jede Menge Aufklärung bezüglich erlogener Herkunft und Altersangaben, gefälschter Papiere, etc. Und jede Menge Steuerzahlerschweiß.

  11. gms

    Alfred Reisenberger,

    “wir werden nie den Mut der Australier haben!!”

    So es den EU-Europäern an Mut mangelt, dann jenem, ihre höchstrichterlichen Besatzungsmächte über Bord zu werfen. Laut sakrosanktem Urteil von ganz oben hat jeder Schlauchbootinsaße ein Anrecht auf das volle Asylprogramm inklusive Beistand und Einspruchsmöglichkeiten, sobald sein Boot von der Küstenwache in Schlepptau genommen wird. Put simply: Was physisch betreffend Rückführung durch Frontex ein Kinderspiel wäre, scheitert an der sorgsam pervertierten Auslegung dessen, was uns Europäern als ‘Menschenwürde’ wie ein Nagel in die Hirne getrieben wurde und seither dort erfolgreich vorsich hinrostet.

    Damit dieser Bug wiederum zum perfekten Feature wird, müssen dem Narrativ nach auch alle Hotspots innerhalb der EU liegen, notabene in Griechenland und Italien, aufdaß solidaritätstechnisch die Menschenflut auch wirklich *unser* Problem ist, darf man den armen Süden doch nicht hängen lassen. Der politmediale Um- und Holzweg über die Türkei war allein einer Vergrößerung der Fallhöhe geschuldet, einem Spiel auf Zeit, bis die Bürger der EU kapieren, wonach sie die Flutilanten tatsächlich an der Backe haben und vorgeblich nur der große politische Wurf eine Abhilfe darstellt.

    Wer ein Problem nicht lösen will, der vergrößert es. So tickt die Union seit ihrer Erfindung in den 40ern, aufdaß noch jede gezielt aufgeblasene Schwierigkeit hernach die Ebene zusehends in die gewünschte Richtung neigte, bis es kein Zurück mehr gab. Wohin sich die Union entwickelt, braucht den Bürger nicht zu kümmern, entscheidend ist bloß, wonach er aus Furcht vor behaupteten übergroßen Mißständen eine weitere Zentralisierung nolens volens erduldet.

    Abschließend zum Mut der Australier: Australien hat nichtmal ein Drittel der Einwohner der BRD, Kanada weniger als die Hälfte. Haben die Leute dort nur Mut, oder auch Verstand, wonach es zur Wahrung ihrer eigenen Interessen keiner politischen Fusion mit anderen Staaten bedarf zur Vermeidung dessen, was in unseren Breiten als Schreckensgespenst eines Untergangs in den hohen Wellen der Globaliserung mit unterlegter Gruselmusik von der Dressurelite an die Wand gemalt wird?

    Was würden wir doch schallendes Lachen ernten, wollten wir versuchsweise der Schweiz, Südkorea, Taiwan, Kanada oder Australien deren Souveränitätsabgabe schmackhaft machen, ein Zusammenkauern unter einer einheitlichen poltitischen Knute, die dann zugleich Unbill von außen fernhält und nur so den Untergang abwendet. Dasselbe Lachen verdient das gigantische Freiluftexperiment hierzulande, dem Subjekt sui generis namens EU, dessen 500 Millionen Bürger bloß Manövriermasse von Projektleitern sind.

  12. mariuslupus

    Das nächste Aufzug in der von Merkel geschriebenen und inszenierten Schmierenkomödie. Jetzt werden die Migranten hin und her geschoben. Italien schiebt unliebsame Flüchtlinge nach Österreich, die Griechen entledigen sich der Migranten in Richtung Türkei, dort werden sie mit syrischen oder türkischen Pässen versehen, um wieder auf anderen Wegen ins gelobte Land zu kommen. So wird sich der Flüchtlings-Karussel weiter drehen, mächtig angetrieben von der Asylindustrie, bis es allen schwindlig wird. Niemand wird sich mehr auskennen wer, wo hingehört. Aber damit ist dass eigentliche Ziel erricht. Die Dumpfbacken, die auochthone Bevölkerung, wird sich mit der Situation abfinden. Die erstan Anzeichen sind schon da. Niemand protestiert gegen den weiteren Zuzug von Massen von Muslimen jeden Tag. Merkel hat ihr Ziel erreicht. Die Unterwanderung Europas durch den Islam ist eine Tatsache.

  13. gms

    mariuslupus,

    “Das nächste Aufzug in der von Merkel geschriebenen und inszenierten Schmierenkomödie.”

    Zum x-ten Mal: Merkel hat hier garnichts geschrieben. Das einzig Inszenierte ist die Legende, irgendwer hätte sich mit anderen nicht abgestimmt. Alle haben von allem gewußt, alle waren mit an Bord.

    [0] carnegieeurope.eu/2016/02/04/how-refugee-crisis-will-reshape-eu/itj7
    A minisummit in September 2015 brought together the most concerned EU member states and the Western Balkan countries. A coalition of the willing including Austria, the Benelux countries, Finland, Germany, Greece, and Sweden began to meet regularly to prepare EU gatherings but also held separate meetings with Turkey. The Dutch government briefly floated the idea of replacing Schengen with a “mini-Schengen” consisting of a smaller number of countries ready to accept a higher level of solidarity on migration issues. On the other side of the divide, the Visegrad countries (the Czech Republic, Hungary, Poland, and Slovakia) adopted common positions hostile to the relocation of refugees.
    [1] euobserver.com/migration/132032
    28. Jan.: „The Netherlands is gathering support among a group of EU countries for a plan to accept “a couple hundred thousand refugees per year” from Turkey, in exchange for sending back all illegal migrants that arrive in Greece.“
    [2] theguardian.com/world/2016/jan/25/refugee-crisis-schengen-area-scheme-brink-amsterdam-talks
    (Tuesday 26 January) Following eight hours of talks in the Dutch capital, the Austrian interior minister [..] said: “Schengen is on the brink of collapse. [greece] temporally to be kicked out of schengen”
    [3] spiegel.de/international/europe/closing-balkan-route-means-migrant-crisis-for-greece-a-1076232.html
    (February 09) With EU officials considering border closures along the Balkan refugee route, Greece is worried that it will become overwhelmed by migrants.
    [4] euobserver.com/migration/132320
    Austria was due to host the meeting on Thursday (18 February) in Brussels, where about 10 EU leaders were going to try to convince Turkey to agree to a migrant swap deal whereby EU states would accept a limited number of refugees if Ankara would take back those rejected by Europe.
    [5] faz.net/aktuell/rhein-main/krisen-als-lebenselixier-schaeuble-wirbt-fuer-die-eu-14141060.html (23.03.2016)

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