Migration: Der große Graben

Von | 13. Dezember 2015

(ANDREAS TÖGEL) Es liegt einige Zeit zurück, dass ein Thema die Emotionen derart hochpeitschte, wie die von Politik und Hauptstromdien fälschlich als „Flüchtlingswelle“ etikettierte Völkerwanderung unserer Tage. Die Schärfe der darüber entbrannten Auseinandersetzungen, ist weder in der Frage des Klimawandels, noch bei den Diskussionen zu den jüngsten Nahost- oder Balkankriegen zu erkennen. Selbst die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 (bei der es sich in Wahrheit um eine Bankrotterklärung des Realsozialismus handelte), führte zu keinen derart erbittert geführten Kontroversen innerhalb der westlichen Gesellschaften.
Man muss im Geschichtsbuch schon bis zum „NATO-Doppelbeschluss“ vom Dezember 1979 zurückblättern, um auf ein vergleichbar stark polarisierendes Thema zu stoßen. Ältere Semester werden sich noch gut darauf besinnen.
Zur Erinnerung: Damals fasste das westliche Verteidigungsbündnis den Entschluss, als Reaktion auf die Stationierung moderner sowjetischer Mittelstreckenraketen von Typ SS-20, in den Staaten des Warschauer Pakts, nachzuziehen und ebenfalls Waffensysteme mittlerer Reichweite (Raketen von Typ Pershing-II und Tomahawk-Marschflugkörper) in Europa zu installieren. Parallel dazu sollten die Sowjets zu Verhandlungen zur Begrenzung des Atomwaffenarsenals motiviert werden.
An gleich mehreren Fronten (wie etwa der in Afghanistan) unter Druck geraten, stimmten die Russen schließlich im Jahr 1987– also nicht lange vor dem Untergang ihres abgewirtschafteten realsozialistischen Experiments – einer Abrüstungsvereinbarung zu.
In der Zeit von 1979 bis 1983 war es in mehreren Ländern Europas, besonders in Deutschland, zu erbitterten Auseinandersetzungen zwischen linken Nachrüstungsgegnern (die von den Sowjets nicht nur finanziell, sondern auch organisatorisch massiv unterstützt wurden) und den im Lager der Deutschen Bundesregierung stehenden, transatlantischen „Falken“ gekommen. Letztere wollten auf die militärische Herausforderung durch die Kommunisten, eine adäquate Antwort geben. 1983 war es so weit. Die „Nachrüstung“ wurde tatsächlich vollzogen.
Damals wurde das Treffen zwischen (nach eigener Einschätzung) edlen linken Friedensaposteln und kriegerischen „rechten“ Hardlinern geführt. Wie immer, reklamierte die Linke die absolute moralische Überlegenheit für sich und ihre Position.
Die Parallele zur aktuellen Diskussion der „Flüchtlingsfrage“ ist nicht zu übersehen. Wieder gerieren sich die linken Kräfte, die diesmal allerdings mit der frontal gegen die legitimen Interessen ihrer Wähler agierenden Bundesregierung eines Sinnes sind, als die einzig wahren Humanisten, während Mahner und Kritiker des ungezügelten Zuzugs Großteils ungebildeter, unserer Kultur absolut fremder Menschen, als hartherzige Menschenfeinde, Reaktionäre und Rassisten denunziert werden.
Damit nicht genug, schrecken einige der perfekt in ihrer surrealen Parallelwelt eingerichteten Obertanen, die im Machtrausch offensichtlich jeden Kontakt zum Leben außerhalb ihrer geschützter Werkstätten verloren haben, nicht davor zurück, ihre Kritiker als „Pack“ oder „Dunkeldeutschland“ zu verunglimpfen. Ein bislang einmaliger Vorgang, den sich die Wähler – besonders die Nettosteuerzahler unter ihnen – in der mehr und mehr zum Tollhaus verkommenden Massendemokratie unbedingt merken sollten.
Eine kühle Abwägung sachlicher Argumente, scheint der Refugees-Welcome-Fraktion, wie weiland den vorgeblich pazifistischen Nachrüstungsgegnern, unmöglich zu sein. Jede Debatte zum Thema, gleitet binnen kürzester Zeit ins Emotionale und Irrationale ab. Wer sich – wie Kanzlerin Merkel und die Angehörigen des asylindustriellen Komplexes – im alleinigen Besitz der Moral wähnt, meint eben, auf Argumente verzichten zu können. Wer nicht unter der Wucht der Bilder zerbombter syrischer Wohnhäuser und ertrunkener Kinder, augenblicklich in komme-wer-da-wolle-Gesänge ausbricht, hat jeden Anspruch darauf verwirkt, von den „Helldeutschen“ als Mensch, geschwiege denn als Diskussionspartner, akzeptiert zu werden. Nicht die mit kühlem Kopf erfolgende Bewertung der Fakten, sondern durch wirksam in Szene gesetzte Bilder geschürte Emotionen, bestimmen das Handeln des Kollektivs der (ums Geld fremder Leute wohltätigen) Bessermenschen. Wer indes nur auf sein Herz hört, während er das Hirn dauerhaft abschaltet, sägt am Ast, auf dem er sitzt – und zwar baumseitig.
Was wäre wohl geschehen, hätte die NATO anno 1979 keine robuste Antwort auf die Herausforderung durch die Sowjetkommunisten gegeben? Der Westen Europas wäre jederzeit erpressbar und vor Anmaßungen der Staaten des Warschauer Pakts zu keiner Zeit sicher gewesen. Die Implosion des Sowjetimperiums hätte wohl noch einige Zeit auf sich warten lassen – zum Nachteil deren Insassen ebenso, wie zu dem der in ihren Satelliten oder im besetzten Afghanistan darbenden Menschen. So problematisch kontrafaktische Geschichtsbetrachtungen auch immer sein mögen: Hätten die selbsternannten „Friedenapostel“ sich damals durchgesetzt – die Welt wäre heute mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein besserer Ort…
In Ermangelung einer zuverlässig funktionierenden Kristallkugel, lässt sich schwer voraussagen, welche Konsequenzen die Völkerwanderung von Millionen Afrikanern und arabischen Muslimen nach Europa nach sich ziehen wird. Bereits erwiesen ist allerdings, dass die Sicherheit in Euroland drastisch abnehmen wird. Ebenfalls sicher ist, dass der Leviathan – sowohl der nationale, als auch der supranationale – die Massenzuwanderung zum Vorwand nehmen wird, die bürgerliche Freiheit, soweit noch vorhanden, weiter einzuschränken und seine Macht weiter auszudehnen. Sicher ist weiterhin, dass der Massenzuzug schlecht oder gar nicht (aus-)gebildeter Menschen, zu erheblichen Belastungen der ohnehin bereits angespannten Sozialsysteme führen wird.
Da die Zahl der Transferempfänger massiv zunimmt, die von den produktiv Tätigen dauerhaft durchzufüttern sind, wird die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaften – besonders Deutschlands – deutlich zurückgehen.
Ethnisch, kulturell und/oder religiös heterogene Gesellschaften, weisen stets ein erheblich höheres internes Konfliktpotential auf, als homogene. Daher können nur Zyniker im Zusammenhang mit der Völkerwanderung den Begriff „Kulturbereicherung“ in den Mund nehmen. Rassenunruhen – Pardon – „ethnische Konflikte“ oder gar ethnisch-religiös bedingte Bürgerkriege, sind in Ländern mit homogener Bevölkerung, wie etwa Japan oder Korea, unbekannt – und sie waren es bis vor kurzem auch in Skandinavien und Mitteleuropa. Damit ist es nun vorbei. Wir dürfen uns auf „israelische Verhältnisse“ gefasst machen. Europa handelt sich – zum Gaudium seiner Wettbewerber und Feinde – mit der Massenzuwanderung ausschließlich Nachteile ein.
Als besonders problematisch wird sich die weitere Zerstörung des gesellschaftlichen Zusammenhalts – der quer durch die Bevölkerung gehende, „große Graben“ – erweisen. Einmal mehr schafft der Staat – aktiv oder durch Untätigkeit – Probleme, für deren vorgebliche Bewältigung er anschließend die Gesellschaft schwächt und in Geiselhaft nimmt. Die weitere Aushöhlung des Privatrechts – insbesondere jenes auf privates Eigentum – und willkürlich ergriffene Zwangsmaßnahmen, sind bereits an der Tagesordnung. Das alles geht an die Fundamente dessen, was Europa einst stark gemacht hat. Hoheitlich oktroyierter Gleichmacherei sei Dank, wird sich vieles ändern – und zwar nicht zum Besseren.
Aber auch für jene Länder, aus denen die „Flüchtlingswelle“ zu uns schwappt, verbinden sich mit dem Massenexodus erhebliche Probleme: Da es die Jüngeren und Mobileren sind, die gehen, verlieren sie Entwicklungspotential. Wer soll in Syrien und im Irak für eine politische Stabilisierung und für den Wiederaufbau sorgen, wenn alle Jungen, Kräftigen und Arbeitsfähigen nach Europa auswandern? Doch das sind Fragen, mit denen man sich in „Helldeutschland“ lieber nicht auseinandersetzen möchte…

18 Gedanken zu „Migration: Der große Graben

  1. Herbert Manninger

    Der neueste Schmäh: tolles Wirtschaftswachstum durch die massenhafte Einwanderung großteils ungebildeter Nichtskönnener.
    Aber gleichzeitig die Belastungen aus dem Budget rausrechnen, um das Defizit im gerade noch erlaubten Rahmen zu halten……

  2. Lisa

    Der Punkt, dass die Länder einen Teil ihres Aufbaupotenzials verlieren, wird von den Gutmenschn, die in diesem Fall eigentlich tatsächlich Schlechtmenschen sind, unter den Teppich gekehrt. Die ganze behauptete Kulturbereicherung ist doch im Grunde eine Kulturverarmung. In alten National Geographic Magazines zu blättern, zeigt , wie bunt die Welt vor (vielen) Jahren noch war. Da konnte einer noch was erzählen, wenn er “eine Reise tat”. Heute wiess ich nicht, ob die Hotels und Blocks an denen ich vorbeifahre in Rio oder Moskau oder Wien oder Tokyo oder Berlin oder Nairobi stehen: überall coca cola, Starbucks, MacDonalds, C&A etc etc United colors of Benetton ergibt eben real einen Melting pot, eine dunkle Brühe, die überall gleich ausschaut. Es gab eine Zeit, wo man Pizza nur in Italien essen konnte und Feta nur in Griechenland erhältlich war, Schwarze, Inder und Chinesen gab es eben nur in Afrika/Amerika, Indien und China. Da hat ein Markt den andern vertrieben: statt Touristen und Exklusivität, konsumierende Immigranten, Fernlaster und Aldi. Das ist billiger und massentauglich.

  3. Hanna

    Wieso sind die “Gutmenschen” eigentlich so “gefürchtet”, sodass man sich als RealistIn vielerorts gar nichts mehr zu sagen getraut? Wohin ich auch blicke – Anti-Gutmenschen! Ich habe keinen Bock darauf, irgend eine/n linke/n Fanatiker auch nur zu respektieren. Und im zwischenmenschlichen Gespräch sage ich, was ich denke. Ich bin “ausländerfeindlich”, wenn es darum geht, ob ich lieber in meiner angestammten Kultur leben will oder in einer fremden in meinem eigenen Land. Kürzlich erklärte mir (Anfang 50) eine Jungunternehmerin (Ende 20) woran es hierzulande eigentlich hapert, in Sachen “konstruktiver Widerstand”: Die geistige “Elite”, soll heißen, Leute, die etwas Sinnvolles zu sagen haben, die Dinge sehen wie sie sind und keine verblendeten Gutmenschen sind, die tauschen sich auf Blogs aus. Man macht sich Luft, diskutiert mit Gleichgesinnten – und fühlt sich besser. Kein Wunder tut sich nichts, weil in der Öffentlichkeit kein Mensch zu sehen ist. Die Linken können schreiende Massen mobilisieren. Die Normalen werden ins rechte Eck gestellt, wenn sie einmal etwas öffentlich zu sagen haben – und statt auf ihren Ansichten zu bestehen, fürchten sie sich – vor den Linken! Und bleiben zu Hause und bloggen weiter.
    Nun wird man vielleicht mich fragen – und was machen Sie so, öffentlich, um die Missstände zu ändern? Gar nichts, außer am Echt-Gespräch-Netzwerk mitzuarbeiten, Face to Face.

  4. Falke

    Deswegen sind ja auch die USA so sehr dafür, dass Europa, und hier vor allem Deutschland, möglichst viele Migranten aufnimmt; damit schafft man sich einen starken wirtschaftlichen Konkurrenten auf dem Weltmarkt vom Hals.

  5. Christian Peter

    Völlig verrückt, überall auf der Welt gibt es nur Hohn und Spott für Merkels Wilkommenskultur für illegale Einwanderer. Zudem ist es höchst unmoralisch, Flüchtlinge umzusiedeln. Nach einer aktuellen Studie kommt es 30 x teurer, Flüchtlinge aus dem Nahen Osten umzusiedeln, als diesen in einem sicheren Nachbarland Hilfe zukommen zu lassen. Das bedeutet : Die Umsiedelung von Flüchtlingen geht zu Lasten einer Vielzahl anderer Menschen, denen dadurch nicht geholfen werden kann, denn die Ressourcen sind begrenzt. Ein paar wenigen Menschen auf Kosten vieler anderer zu helfen – das ist unmoralisch.

  6. sokrates9

    Hanna@ Problem sehe ich darin, dass die Medien total links sind und ungestraft ihre eigene Politik machen können! Dies geht so weit dass selbst Wiedersprüche in eigenen Artikeln niemand mehr auffallen! Gibt es noch Journalisten, die etwas anständiges studiert haben? Bin überzeugt dass ein Bacher oder ein Dichand Journalisten die in der Woche 3x selbst die eigene Meinung ändern hochkantig gefeuert würden!

  7. waldsee

    die nachrüstungsgegner wurden von der Sowjetunion damals mehr als unterstützt, kann es denn heute sein ,daß der asylindustrielle Komplex von Ländern wie Saudi-Arabien,Türkei u.a. ebenso gefördert wird ?das Absicht und Ziel: die Ausbreitung der islam. Lehre ist ein religiöses Gebot für jeden Muslim und steht in der todo-liste ganz oben.akteure gibt es hierorts genug dafür,man braucht nur die Sozialbücher aufschlagen und was Muslime so von sich geben in ihren Medien. und:sie legen ihre Meinung dar , ganz ehrlich und offen.
    ein Schelm ,der es nicht glaubt,oder ein dummkopf ?

  8. timeo

    Wer soll in Syrien und im Irak für eine politische Stabilisierung und für den Wiederaufbau sorgen, wenn alle Jungen, Kräftigen und Arbeitsfähigen nach Europa auswandern? Doch das sind Fragen, mit denen man sich in „Helldeutschland“ lieber nicht auseinandersetzen möchte…
    Deutschland schickt doch seine Soldaten nach Syrien, “.. für eine politische Stabilisierung…”
    Währen die Syrischen Flüchtlinge, wie heißt es doch so schön, “unter den Linden in Berlin sitzen und Kaffe trinken….”

  9. timeo

    Jungen, Kräftigen und Arbeitsfähigen nach Europa auswandern? Doch das sind Fragen, mit denen man sich in „Helldeutschland“ lieber nicht auseinandersetzen möchte…
    Deutschland schickt doch seine Soldaten nach Syrien, “.. für eine politische Stabilisierung…”
    Währen die Syrischen Flüchtlinge, wie heißt es doch so schön, “unter den Linden in Berlin sitzen und Kaffe trinken….”

  10. gms

    Hanna,

    “Wieso sind die „Gutmenschen“ eigentlich so „gefürchtet“ [..] Die Linken können schreiende Massen mobilisieren.”

    Damit ist der relevanteste Punkt genannt. Der typisch Linke ist ein Herdenwesen, das sich selbst einem Gruppendruck unterwirft und diesen zugleich auf andere ausübt. Die Beziehung wird dem Sachlichen übergeordnet und dementsprechend das Gemeinsame überbewertet.
    Essentiell für wirksamen Gruppendruck und dessen spezifischer Ausprägung namens “politischer Korrektheit” ist die Abwesenheit von Dissidenten. Menschen (und dabei Skandinavier insbesondere) neigen dazu, das objektiv Falsche und von ihrer eigenen zutreffenden Wahrnehmung Abweichende auf Anfrage vor Publikum zu bestätigen, solange sie alternativ dabei allein wären. Dies ändert sich schlagartig und in unzähligen Versuchen demonstriert, wenn nur ein einziger Teilnehmer ausschert.
    Im Labor muß dieser Abweichler nichtmal besondere Kompenz haben, es reicht ein Setting, in dem ein erkennbar Sehschwacher anscheinend zufällig den längsten der zur Auswahl stehenden Balken als eben diesen benennt, aufdaß auch andere Probanten den Mut fassen, ihrer eigenen korrekten Wahrnehmung Ausdruck zu verleihen.

    Linke wissen, sei’s nun aus tradiertem Wissen oder intuitiv, um die Sprengkraft von Abbweichlern, weswegen diesen seit jeher besonders skrupellos begegnet wird. Der Nicht-Linke hat in solchen Auseinandersetzungen oftmals etwas zu verlieren, oder er scheut generell die Auseindersetzung, die mit Distinguiertheit und Sachlichkeit allein nicht rasch genug entschieden werden kann. Und — was die alten Römer schon wußten — irgendwas bleibt immer hängen.

    Dementsprechend konnten am Höhepunkt der politischen Korrektheit die ersten Abtrünnigen auch wirksam kaltgestellt werden, doch langsam sickerte immer mehr durch, daß der Kaiser tatsächlich nackt ist. Flankierend fanden sich zunehmend Proponenten wider das linke Treiben, die sich in der Debatte den Schneid durch Untergriffe nicht abkaufen ließen und parierten. Mutig ist der Linke nicht, im Gegenteil ist es seine eigene empfundene Schwäche, die er als “Angst” etikettiert verbal aufs Gegenüber projiziiert und nicht minder das eigene herdenhafte Verhalten als “Hetze” dem Opponenten umhängt. Von sich selbst auf andere schließen ist Wesenszug derer, für die Sachaspekte zugunsten des Menschlichen untergeordnet sind.

    “Die Normalen werden ins rechte Eck gestellt, ..”

    .. weil die Linke lehrbuchhaft die sog. Diskurshoheit errang und dabei konsequent Begriffe aushöhlte respektive verbog. Das absurde heute dominierende Links-Rechts-Schema, welches von Sozialisten seit Ende des zweiten Weltkriegs propagandiert wurde, ist in die Hirne der Massen diffundiert und nun jene schiefe Ebene, auf der zu diskutieren sinnlos ist. Orwell war anfangs selbst überzeugter Linker, er kannte seine Pappenheimer und deren Praktiken nur zu gut, doch anscheinend trauen wir uns nicht mehr auf das zu hören, was er uns in einfachen und klaren Worten verdeutlichte.

    Der Pessimist mag nun einwerfen, Gehirnwäsche funktioniere selbst dann, wenn das Opfer sich des Brainwashings bewußt sei. Der Optimist wird nicht minder korrekt replizieren, wonach Gesellschaften leichter und vehementer umschlagen können als Individuen.
    ‘Sapere aude’ war nicht grundlos das Credo der Aufklärung, ist doch Erkenntnis niemals mit einem sich fügen unter einen Gruppendruck vereinbar. ‘Tu ne cede malis’ als liberales Motto bekräftigt das noch, weshalb es uns sogar eine Freude sein sollte, ausgerechnet von Linken im rechten Eck positioniert zu werden.
    Ja, lieber Linker, ich bin verdammt weit rechts, und das ist gut so.

  11. gms

    “13. Dezember 2015 – 16:55 gms
    Ihr Kommentar muss noch freigegeben werden.”

    Teurer Blogherr, die Automoderation Ihrer Forensoftware saugt aktuell Christbäume durch handelsübliche Strohhalme, aufdaß jedem Teilnehmer, dem hier nicht bloß am belanglosen Gruppen-Chat mit knappen und entbehrlichen Zweizeilern gelegen ist, die Freude an Debattenbeiträgen nachhaltig und wirksam ausgetrieben wird. Der Liberale mag vielleicht vielem Unheil aufrecht entgegen gehen, aber eine eratische Bevormundung gehört definitiv nicht dazu.

    Ihr Blog, Ihre Regeln — Geschenkt! Meine Zeit und mein Engagement läßt sich aber auch anders verschenken, daher mein wiederholter Appell: Bitte überarbeiten Sie die Moderationskriterien!

  12. aneagle

    Nach dem Scheitern des arabische Frühlings, hat der europäische Frühling begonnen. Mit den gleichen irrealen Wunschvorstellungen und hysterischen Euphorismen der aufgehetzten Bevölkerungssegmente. Es richtet sich in Europa allerdings nicht die aufgebrachte Bevölkerung gegen die unterdrückende Regierung, sondern es bekämpft, zumindest die deutsche Regierung, den ausdrücklichen Willen eines großen Teiles ihrer Bevölkerung. Zwar wahrscheinlich mit demokratisch legalen Mitteln, möglicherweise aber unter fördernder Inkaufnahme eines großen Grabens in der deutschen Zivilbevölkerung. Das ist zum Schaden Deutschlands und sicher nicht zum Wohle Deutschlands, gemäß dem Regierungsauftrag, .
    Hier weiss sich die unter Walter Ulbrich sozialisierte Frau Merkel eins im Wirken für eine neue Ordnung mit den nationalen Sozialisten unter Sigmar Gabriel und den europäischen internationalen Sozialisten unter Hollande Tsipras Corbyn und last but least, Schulz. Wie und wann der europäische Frühling dem arabischen folgen wird- hoffentlich bald und ohne ernste Kollateralschäden.

  13. Max

    @Hanna: Sie sprechen mir aus der Seele. Bei der Lektüre dieses Artikels dachte ich mir auch, dass diese Herumjammerei wegen fehlender Diskussionskultur der Linken wirklich das Unwürdigste ist. Wenn man den Luxus hat, aus einer mehr als klaren Faktenlage heraus zu argumentieren und dann trotzdem den Schwanz vor ideologisierten Eiferern einzieht, darf man sich auch nicht beklagen, nicht gehört zu werden. Diese argumentativen Blödheiten, die ja tatsächlich immer wieder kommen, sind schlicht und einfach zu ertragen und als Ultima Ratio braucht auch niemand davor Scheu zeigen, eine mögliche Feindschaft zu akzeptieren.

    Die Anerkennung von solchen Diskussionspartnern gewinnen zu wollen, ergibt logisch nur dann Sinn, wenn man genau das was der Artikel anprangert, nämlich die eingebildete und unbegründete moralische Überlegenheit der Linken, als gegeben betrachtet (und auch dann wäre ein solches Verhalten würdelos). Ich mache das nicht, sie offenbar auch nicht. Gut so.

  14. mariuslupus

    Gute Überschrift “Der grosse Graben”. Es sind schon viele Leute, die nicht mehr unter uns sind, am Rande eines Grabens gestanden. Alle hatten noch immer Hoffnung. Noch vor einer kurzen Zeit standen wir auch am Rande eines Grabens, in der baldigen Zukunft werden wir einen grossen Schritt weiter sein.
    Dazu braucht es wirklich keine Kristallkugel. Die Linksextremisten in der EU haben Tatsache geschaffen. Its the quantity, stupid. Diese Tatasachen sind unumkehrbar. Es gibt nur eine lineare Extrapolation in die Zukunft, Zukunft für wen ? Sicher nicht für Europa der Bürger.

  15. Rado

    Sehr treffender Beitrag! Alledings scheine ich wohl bei der “Schärfe der Auseinandersetzungen” etwas versäumt zu haben. Habe seit dem Frühjahr nur eine Propagandawalze bemerkt, die in ihrer fordernden Überheblichkeit ziemlich alleine das Feld des Meinungsaustausches beherrscht hat. War da noch was anderes?

  16. Andreas Tögel

    Verehrter Rado,
    ich meine Auseinandersetzung im privaten Kreis. Und die, so erlebe ich es jedenfalls, gibt es tagtäglich – landesweit. Von einer allgemeinen “Refugees-welcome-Stimmung” kann nicht im Entferntesten die Rede sein. Für die von Staatszuwendungen abhängigen Medien natürlich, sind “Flüchtlinge” allesamt Lichtgestalten, deren Zuzug uns allen zur Freude gereichen sollte…

  17. Rado

    Sehr geehrter Herr Tögel!
    Im sehr privaten Kreis kann ich Ihnen eventuell zustimmen, beispielsweise in den Diskussionen mit meiner Frau. In meinem erweiterten Bekanntenkreis bemerke ich, dass dieses Thema peinlichst gemieden wird. Da herrscht beinahe sowas wie Angst.

  18. Lisa

    @Andreas Tögel: im privaten Kreis ist dann auch zu beobachten, wie dünn der Lack der Akzeptanz der offenen Grenzen und der nicht anpassungswilligen Einwanderer ist. Die gleiche Person, die eben noch einen kritischen Blick aufwies und desillusionierende Erfahrungen beim praktischen Engagement für Asylbewerber schilderte, klatscht in einer grösseren Gruppe “Gleichgesinnter” bei jedem “wir schaffen das” u.ä. Beifall. Der Graben ist zwischen Macht und Ohnmacht, nicht zwischen rechts und links (deren Extreme gleichen sich im Auftreten genau so, wie es die verwaschenen Proramme der grossen Lechts-oder Rinks-Parteien tun). Durchsetzen wird sich, wer mehr Macht hat, egal, welche Interessen er verfolgt. Und Macht bekommen Parteien, bzw. deren Politiker, wenn man sie wählt.

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