Migration und Vodoo-Wachstum

Von | 1. Januar 2016

(MARTIN VOTZI) Jetzt haben wir es schwarz auf weiß. Die für präzise Vorhersagen – man denke nur an ihr Mitwirken beim Hypo-Desaster – bekannte Österreichische Nationalbank informiert uns, dass die Ausgaben für Flüchtlinge das Wirtschaftswachstum mit einem Anteil von immerhin 0,3% stützen werden. Wenn man das weiterdenkt, dann wird der Beitrag 2017, 2018 usw. noch höher sein, weil die Ausgaben wegen der steigenden Anzahl von Flüchtlingen aber auch wegen der vermehrten Zuerkennung von Mindestsicherung steigen werden.

Die OeNB ist in guter Gesellschaft mit ihrer Prophezeiung. Auch das Wifo und das IHS rechnen mit ähnlichen Effekten.

So gesehen sollten wir auch die österreichischen Arbeitslosen, Notstandshilfe- und Mindestsicherungsbezieher vor den Vorhang bitten. Auch Sie tragen nicht unwesentlich zum Wirtschaftswachstum bei und haben daher den gleichen Applaus dafür verdient wie unsere Flüchtlinge.

Spaß beiseite. Was kann ein Wirtschaftswachstum aussagen, dass durch eine weitere Verschuldung des Staates gespeist wird. Müsste man diese Zahl nicht mit der Neuverschuldung, der Arbeitslosenzahl und der Steigerung von Sozialausgaben gemeinsam nennen, um nicht in die Irre geführt zu werden?

Wenn es also nur ums Wirtschaftswachstum geht, dann gäbe es weitere sehr effektive Maßnahmen zur Steigerung desselben. Sei es eine viel weitergehende Steuersenkung für alle, die ohnehin ihr dann etwas höheres Einkommen für den Konsum ausgeben werden. Oder eine rasch startende Investitionswelle des Staates, für den Wohnbau ohnehin dringend notwendig. Hauptsache klotzen und nicht Kleckern.

Man wird uns erklären, warum das nicht geht und der Staat mit den Steuern sorgfältig umgehen muss und man im Übrigen ein zumindest strukturell ausgeglichenes Budget anstrebe.

Soll sein, die vorgeschlagenen Ideen zur Steigerung des Wirtschaftswachstums waren ohnehin nicht ernst gemeint.

Komisch bleibt nur, wie die mit Schulden oder kommenden Steuererhöhungen erkauften Ausgaben für Flüchtlinge uns mit folgenden Schlagzeilen verkauft werden:

  • Konsum und Flüchtlinge pushen Konjunktur (Der Standard)
  • Flüchtlingszustrom stützt Wirtschaftswachstum (Presse)
  • Dank Flüchtlinge Wirtschaftswachstum (Österreich)
  • Wirtschaftsfaktor Flüchtlinge (Wiener Zeitung)
  • Sonderkonjunktur in Österreich durch Steuerreform und Asylwerber (Wirtschaftsblatt)

Die Liste ließe sich noch fortsetzen, aber die Grundaussage ist immer dieselbe:

Seht doch, die Flüchtlingskrise bringt schon jetzt Vorteile, von Prognosen über den Beitrag der später integrierten Migranten zur Wirtschaftsleistung ganz abgesehen. Steuerreform und Ausgaben für Flüchtlinge werden quasi gleich gesetzt. Beide wirken positiv auf das Wirtschaftswachstum.

In diesem Sinne, nur weiter so. Österreichs Zukunft ist dank der nicht enden wollenden Flüchtlingswelle gesichert.

12 Gedanken zu „Migration und Vodoo-Wachstum

  1. Herbert Manninger

    So sicher fühlen sie sich im Amt, unterstützt von den gekauften Medien und ,,Experten”, dass sie uns mit saublöden Lügen niederhalten.

  2. Rainer

    Viele Flüchtlinge/Einwanderer sind nur mit erheblichen Kosten zu uns gekommen und haben damit Schulden.
    Diese werden Sie natürlich vorrangig abtragen müssen. Die pos. Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und Konjunktur halte ich daher für geschönt.

    Grüße und eine Gutes Neues Jahr
    Rainer

  3. astuga

    Ein Wahnsinn, was alles ein gutes Geschäft ist.
    Die Hypo-Rettung, die Griechenland-Rettung, und jetzt die Asylindustrie.

    Da wünscht man sich ja beinahe, dass alles noch schlechter wird.
    Damit es noch besser wird – oder so.
    Voodoo-Ökonomie trifft es ganz gut, betrieben von Polit-Zombies.

  4. Falke

    Man sollte diese guten Nachrichten auch den Polen, Tschechen und Slowaken überbringen – dann werden sie bestimmt sofort gerne hunderttausende “Schutzsuchende” aufnehmen. Vielleicht sollte man diese Aufgabe unserem Bundestaxler übertragen; der wird ja bekanntlich europaweit – und ganz besonders bei unseren östlichen Nachbarn – als besonders kompetent angesehen und ist dort auch ausgesprochen beliebt.

  5. Thomas Holzer

    “Passend” dazu: Winfried Göschl, stellvertretender Landesgeschäftsführer des AMS-Wien: “Immigration beschert uns einen Wachstumsschub”……….

  6. Fragolin

    Wenn man konsequent ausblendet, von wem das Geld kommt, das da über den Umweg der Versorgung und des Konsums der Eingefallenen in die Wirtschaft gepumpt wird, stimmt es eh. Man belügt uns ja nicht, man verschweigt ja nur den Teil der Wahrheit, der aus dem vermeintlichen Erfolg ein deutliches Fiasko macht.
    Halbwahrheiten sind eben schlimmer als reine Lügen…

  7. Johannes

    Seit Beginn der Wirtschaftskrise (immerhin schon ca 7 Jahre) hat es keine echte Änderung des Kurses gegeben. Es fehlen die dynamischen, durchsetzungsfähigen Politiker die zehn, zwanzig Jahre vorausschauen und dem entsprechend schon jetzt die dafür notwendigen Weichenstellungen durchführen können. Statt dessen haben wir den Herrn Junker, ein älterer Herr der nur durch seine peinlichen Umarmungen, Küsse, und sonstigen Showeinlagen auffällt. Ein Spruch der ihm nachgesagt wird charakterisiert die ganze Tragödie unserer EU -“Führung“ – “wenn es ernst wird hilft nur lügen,lügen,lügen“!?
    Ich wünsche mir endlich Männer und Frauen in Brüssel denen der Ernst der Lage bewusst ist und die willens und mächtig genug sind uns Gesetze zu schenken die uns zumindest nicht behindern wenn wir wirtschaftlich erfolgreich sein wollen. Hört endlich auf mit dem überregulieren und mischt euch nicht in alles ein. Die Finanzkrise konntet ihr in Brüssel und Wien nicht verhindern aber dem kleinen Wirten das Leben zur Hölle machen, dass beherrscht ihr!

  8. mariuslupus

    Dieser Schwachsinn dass die Wirtschaftsmigranten das Wirtschaftswachstum fördern werden, wird penetrant von irgendwelchen vom Staat alimentierten Experten prognostiziert. Der Zeitraum wann sich diese Prophezeiung erfüllen soll, ist nach oben offen. Keiner von diesen sogenannten Experten hat durchgerechnet und durch Fakten belegt, wie dieses angebliche Wirtschaftswachstum entstehen soll.
    Demnächst werden diese Experten behaupten dass das perpetuum mobile funktionsfähig ist. Baron Münchhausen freut sich über seine geistigen Erben.

  9. Rennziege

    Auf die verlogene Gesundbeterei einer Katastrophe kann nur die unsterbliche Tante Jolesch antworten:
    “Gott soll uns bewahren vor allem, was noch ein Glück ist.”
    (Von Friedrich Torberg aufgezeichnet, von mir aus dem Gedächtnis wiedergegeben. Das Buch liegt leider noch in Wien.)

  10. Leitwolf

    Wenigstens müssen die Kosten der Völkerwanderung nicht gegenfinanziert werden, im Gegensatz zur Steuerreform 😉

  11. Fragolin

    @mariuslupus
    Man muss nur daran glauben. “Irgendwelche vom Staat alimentierte Experten” wissen nichts, aber sie glauben fest: an Marx, an die sichere Pension, an den historischen Kanzleranspruch der Roten, an Reichtum aus der Notenpresse und an die jüdische Weltverschwörung. Deshalb predigen sie auch den Ederer-Tausender, die Bombengewinne aus Griechenland-Krediten und neuerdings den Aufschwung durch in das Sozialsystem einfallende Massen.
    Damit das Bild nicht durch unangenehme Fakten gestört wird, will der oberste Einkommensräuber, äh, Finanzminister, die Kosten für die Einfallenden (Wieso haben am Rande gefragt eigentlich vor 20 Jahren nach Österreich kommende Deutsche, Ungarn und Serben keine Unterkunft plus Vollverplegung, Kleidung und Handy bekommen sondern nur einen Schrieb der BH, innerhalb von 3 Monaten Einkommen und Wohnadresse nachweisen zu müssen, andernfalls die fremdenpolizeiliche Ausweisung erfolgt?) aus dem Budget herausfiltern. Wäre das ein Roter oder Grüner, könnte man den Versuch verstehen, er ist aber ein Schwarzer. Und da kommt mir der ketzerische Gedanke, dass ein Grasser sich wenigstens noch die Mühe gemacht hat, die Fakten zu schaffen, um Zahlen zu verändern; einem Schelling reicht das einfache Ausblenden der Fakten vollauf…

  12. sokrates

    BIN FUER Verdreifachung der Fluechtlingszahlen! Dann steigt unser Wachstum um mehr als 1%!
    Derselbe Volkswirteschmaeh mit denen man frueher die Kompensationsforderungen des Eurofighters als gutes Geschaeft fuerOesterreiche verkaufte!

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