Mindestlohn, ein gesetzliches Verbot von Arbeitsplätzen

“…..Tatsächlich kann es aber nur eine Sicht auf den gesetzlichen Mindestlohn geben: er ist erzwungene Arbeitslosigkeit, Punkt! Das Gesetz sagt: es ist illegal, und folglich kriminell, jemanden unterhalb eines bestimmten Stundenlohns von x Dollar einzustellen. Das bedeutet schlicht und einfach, dass viele freiwillig geschlossene Arbeitsverträge plötzlich gesetzeswidrig werden und dadurch Arbeitslosigkeit entsteht. Man muss bedenken, dass ein Mindestlohn keine neuen Arbeitsplätze schafft; er verbietet sie nur; und die Verdrängung von Arbeitsplätzen in die Illegalität ist eine unvermeidliche Folge.

Alle Nachfragekurven fallen, und jene für Arbeit bildet keine Ausnahme. Daher führen zwangsläufig alle Gesetze für marktrelevante Mindestlöhne (ein Mindestlohn von 10 Cent pro Stunde hätte keinen Einfluss)  zur Kriminalisierung von Beschäftigung und folglich zu Arbeitslosigkeit.

Kurz gesagt: wenn der Mindestlohn von 3,35 $ auf 4,55 $ pro Stunde steigt, führt dies zu dauerhafter Nichtbeschäftigung derjenigen, die sonst zu Löhnen irgendwo zwischen diesen beiden Werten eingestellt worden wären. Weil die Nachfragekurve für Arbeit (wie für jeden anderen Produktionsfaktor auch) durch die wahrgenommene Grenzproduktivität der Arbeit bestimmt wird, werden durch dieses Verbot genau jene „Grenzarbeiter“  (Niedriglohnempfänger) geschädigt und ruiniert, welche die Befürworter der Mindestlöhne besonders fördern und schützen wollen, z.B. Migranten und Teenager…” (Der 1995 verstorbene Ökonom Murray N. Rothbard in seinem 1988 erschienenen Text “The Free Market”)

12 comments

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  2. Reinhard

    Es hat keinen Sinn, gegen populistische Linkspropaganda mit Argumenten vorzugehen.
    Seit Jahren führt der Kündigungsschutz für über 50-jährige Arbeitnehmer dazu, dass jemand ab Mitte 40 faktisch unvermittelbar ist. Über diesen Zustand lamentieren nicht zufällig jene am lautesten, die für diese idiotischen Gesetze verantwortlich zeigen, denn es ist ja der Zweck dieser Forderungen, eine neue Klientel Verzweifelter zu züchten, für deren Rechte man dann wieder klassenkämpfen kann.
    Hartz IV in Deutschland ist ein Produkt von Rot-Grün, also den gleichen Sozen, die jetzt vollmundig Unternehmen geißeln, die genau jene Regeln in Anspruch nehmen, die sie selbst aufgestellt haben. Ohne Hartzer und osmanische Parallelgesellschaften hätten die Linken schön langsam keine Klientel mehr, denn der gut verdienende Facharbeiter ist längst in das schwarze Lager gewechselt um die Lücke zu füllen, die der gutbürgerliche Beamtensohn hinterlassen hat, als er zu den Grünen abwanderte.
    Hier in Österreich sind es nicht umsonst die Linken, die erst Altersteilzeit fordern um dann die daraus entstehenden Einkommensverluste zu geißeln, die Mindestlöhne fordern, um dann wieder die Chancenlosigkeit ungebildeter Hilfsjackel zu bejammern, die Kündigungsschutz fordern und dann schreien, wenn Unternehmen keine unkündbaren Katzen im Sack kaufen.
    Feuerwehrler, die zündeln…

  3. aneagle

    geschenkt, mindestlohn ist ev. kriminell, auf jeden fall nicht volkswirtschaftsfördernd. Allerdings ist wahrscheinlich lohndumping mittelfristig volkswirtschaftlich ähnlich schädlich und schon daher nicht unterstützenswert, mal abgesehen von möglichen negativen gesellschaftlichen Folgen . Wer weiß einen liberalen, marktwirtschaftlich sinnvollen, königsweg?

  4. Ehrenmitglied der ÖBB

    Ich kann mich noch erinnern, als der Brotpreis gesetzlich vorgeschrieben war (inclusive “Nachtbackverbot” = nicht einmal der Betriebsinhaber durfte vor 4h mit der “Tafelarbeit” beginnen).
    Die Löhne, die Preise der Rohstoffe stiegen, ebenso die Energiepreise, aber der Brotpreis (und auch der Preis für Semmeln etc..) wurde nicht erhöht. Ergebnis, viele der für die Region notwendigen Kleinbetriebe verschuldeten sich zuerst und mussten dann zusperren.
    Weiteres Ergebnis: im Umkreis von 20 Km war zuerst keine Bäckerei und dann auch kein Lebensmittelgeschäft existenzfähig = Verödung; Abwanderung ; Rückgang der Bevölkerung etc…
    Mit der Mindestlohnvorgabe wäre das halt umgekehrt: irgendwann müssten die Preise so steigen, dass die Kaufkraft (gerade in den ländlichen Gegenden) nicht mehr vorhanden ist. Fazit? Siehe oben?

  5. Nettozahler

    “Wer weiß einen liberalen, marktwirtschaftlich sinnvollen, Königsweg?”
    Ein gesetzlicher Mindestbruttolohn ist volkswirtschaftlich, arbeitsmarktpolitisch, betriebswirtschaftlich nur dumm. Es geht darum, die Arbeitskosten niedrig zu halten und die Nettolöhne zu erhöhen und attraktiv zu gestalten. Das geht nur durch Reduktion der Lohnnebenkosten, der Steuern, SV-Beiträge, U-Bahnsteuer, AK-Umlagen, Wohnbauförderung, lohnsummenabhängige WK-Umlagen etc., etc..

  6. freeman

    @aneagle: Was genau ist “Lohndumping”?
    “Dumping” bedeutet normalerweise, daß ein Anbieter eine riesige Menge eines Produkts unterhalb des Selbstkostenpreises auf dem Markt wirft, um die Konkurrenz durch die gesunkenen Preise zur Aufgabe zu bewegen.
    Dumping ist also etwas das vom Anbieter ausgeht, nicht vom Konsumenten. Auf dem Arbeitsmarkt würde dies bedeuten, daß ein erklecklicher Teil der Arbeiterschaft freiwillig auf Lohn verzichtet, um die Konkurrenz aus dem Markt zu drängen. Wo genau gibt es Hinweise für derartiges Verhalten?

  7. oeconomicus

    Wäre der Durchschnitts-österreicher ein bißchen ökonomisch gebildet, wäre ihm klar, dass ein Mindestlohn für die Beschäftigung in Österreich schädlich ist, und linke Bauernfänger könnten ihm eine solche Politik nicht verkaufen. Leider kapieren auch die meisten EUROPÄER den Marktmechanismus nicht, wir brauchen nur auf die Arbeitslosigkeit im Süden Europas zu schauen. Jeder Mindestlohn in Europa ist eine Gratissubvention für die Beschäftigung außerhalb Europas.

  8. Karl Markt

    Der “Marktmechanismus” macht arm.
    Wettbewerb mach arm.
    Deshalb gefähreden Mindestlöhne auch Arbeitsplätze.
    Von arbeitslosen Sklaven habe ich übrigens noch nie was gehört…

    Frank Stronach hat in der “Wahlfahrt” übrigens gesagt “20.000, das sollte der Durchschnitt verdienen”.
    Und der hat immerhin Ahnung von Wirtschaft.

  9. DTR

    >> Der “Marktmechanismus” macht arm. Wettbewerb mach arm. <<
    Marktmechanismus im vergleich zu was? Menschen die unabhängig von ein ander existieren und keinerlei Güter (Waren und Dienstleistungen (auch Arbeitskraft fällt darunter)) austauschen. Warge ich stark zu bezweifeln, da Menschen nicht alles gleich gut können und daher manche Dinge im Überfluss produzieren und an anderen Mangel haben. Durch den Austauch von Gütern (Das ist Markt: ich gebe dir etwas, dafür gibts du mir etwas auf freiwilliger Basis) die ich im überfluss habe gegen Dinge an denen es mir mangelt stehe ich hinterher besser da als vorher, bin also weniger Arm.
    Zweite Alternative: Bürokratie (Eine Autorität verteilt die Güter). Auch hier ist die Aussage, mit Respekt, zu Pauschal. Je komplexer der Kontext wird, desto mehr informationen müssen verarbeitet werden um die effizeinet Zuteilung von Gütern sicher zu stellen. Was also im kleinen (Familie, Kommune aber auch Unternehmen) funktionieren mag wird Gesamtgesellschaftlich an der komplexität scheitern. Ganz abgesehen von den Kosten, die für den "Verteiler" anfallen.
    Dritte Alternative: Es gibt keinen Markt (Austausch von Gütern) da es kein Eigentum gibt. In dieser Situation kan Person A einer Person B ein gute entwenden ohne eine Gegenleistng bekommen zu haben. Es gibt ja kein Eigentumsrecht, das diese Gegenleistung rechtfertigen würde. Ich glaube es ist offensichtlich, das zumindest Person B in diesem Beispiel ärer geworden ist.

  10. DTR

    Ach ja, Alternative 4: Ich habe einfach einen anderen Begriff von Armut oder von Marktmechanismus. Aber dann wird jeglich Diskussion schwer.

  11. Zaungast

    ~~~~~~~~~
    Frank Stronach hat in der “Wahlfahrt” übrigens gesagt “20.000, das sollte der Durchschnitt verdienen”.
    Und der hat immerhin Ahnung von Wirtschaft.
    ~~~~~~~~~

    20.000, das entspricht einem Brutto-Gehalt von ca. 1.090 (14mal zuzüglich DG-Gehaltsanteile). Bei einer 40-Stunden-Woche sind es ca. 1800 Soll-Arbeitsstunden p.a., d. h. ohne Krankenstand ergibt das einen Stundenlohn von 11,1 – das sollte also der durchschnittliche Stundenverdienst sein (vor allen Steuern und Abgaben versteht sich).

    Nimmt man von diesem Durchschnitt 60%, so kommt man auf einen Mindeststundenlohn von 6,66 bzw. umgerechnet ca. 650 “Brutto-Gehalt” bei einer “40-Stundenwoche”. Nach Abzug aller Steuern und Abgaben bleiben dem DN netto ca. 7.740 p.a., nachdem er zuvor ca. 12.000 erwirtschaftet hat, d. h. der Abzug beträgt ca. 35%. Anschließend fallen dann noch Konsumsteuern an…

  12. bertrandolf

    Ich versuche mir den Arbeitnehmer auch als Bilanz vorzustellen. In seine GuV, fliessen Lebenserhaltungskosten wie Miete, Essen, usw… ein und das Arbeitseinkommen als Ertrag, so kommt man quasi zum Existenzminimum. Aus den Werten könnte er mit der Kosten-Leistungsrechnung den Lohn errechnen, der mindestens diese Kosten deckt und dürfte darunter gar nicht mehr seine Arbeit anbieten. Kurzfristig kann er seine Kosten versuchen zu reduzieren oder mit Krediten seine fehlenden Einnahmen kompensieren.

    Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo er auf den Markt nicht mehr bestehen kann. Ein Unternehmen geht dann in die Insolvenz, aber ein biologischer Körper hat diese Möglichkeit nicht und müsste nach dem freien Markt rational gedacht, sterben. Oder ist das nicht die in Kauf genommene Konsequenz?

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