Mises v. Keynes (Teil I)

“……..Dieser Beitrag möchte einige grundlegenden Wahrheiten über die Funktionsweise einer Wirtschaft zurechtrücken und die Rollen erklären, die Beschäftigung, Geld und Zins dabei einnehmen. Diese Wahrheiten entstammen weder der Österreichischen Schule (der Nationalökonomie), noch sind sie ein integraler Bestandteil bloß dieser Denkrichtung….” (etwas länger, hier)

2 comments

  1. Klaus Kastner

    Eine Diskussion Mises v. Keynes kann nur akademischer Natur sein, weil man zumindest einen von beiden (Keynes) nicht wirklich widerlegen kann. Solange ein Staat viel Geld ausgibt, werden Private viel Einkommen haben. Das ist unwiderlegbar! Ob diese Privateinkommen nachhaltig oder nur ein vorübergehendes Strohfeuer sind, ist nicht wirklich relevant, weil wir ‘in the long run’ entweder alle tot sind oder alles vergessen.

    Käme dann ein Mises als Finanzminister und würde er entscheiden, finanzielle Vernunft einkehren zu lassen, dann gäbe es auf jeden Fall kurzfristig ‘Anpassungsschmerzen’. Jeder Keynesianer würde argumentieren, dass dies unnötige Schmerzen für die Gesellschaft sind, nur weil jemand an die orthodoxe Lehre der Volkswirtschaft glaubt. Volkswirtschaftliche Orthodoxie ist, laut Prof. Krugman, für alle jene, die nicht großräumig denken können. Prof. Krugman argumentiert, dass Regierungen und Notenbanken in Zeiten wie diesen ein ‘glaubwürdiges Bekenntnis’ abgeben sollten, dass sie unverantwortlich agieren werden. Nur dann wird die Wirtschaft wieder in Gang kommen.

    Österreich hat beispielsweise 40 Jahre gebraucht, um die Staatsschuldenquote von unter 10% auf über 80% zu bringen. Vor 40 Jahren wäre eine Staatsschuldenquote von beispielsweise 25% einem Staatsbankrott nahegekommen. Heutzutage erscheinen 85% als niedrig (und immer noch triple-A würdig). Kein Mensch weiß, wo hier die Grenze liegt. Sollte sie in 40 Jahren bei 500% liegen, dann kann der österreichische Staat noch sehr viel deficit spending machen, bevor Keynes widerlegt wird. Und sollte es dann einmal krachen, dann wird man sagen können, es habe nur deswegen gekracht, weil man Keynes nicht weiter befolgt hat.

  2. A.Felsberger

    Ich stimme Ihnen zu. Man kann es ja an der USA gut studieren, wie die Grenzen des Machbaren immer weiter hinausgeschoben werden. Der alte Trick, die Staatsanleihen in die FED zu verschieben, der erstmals zur Kriegsfinanzierung des 2.WK angewandt wurde, ist eine logisch einwandfreie Methode Staatsschuld in ZB-Geld zu verwandeln. Man erhöht durch dieses Verfahren nicht das Ausfallsrisiko des Staates, sondern lässt einfach Staatsschuld via ZB-Geld zirkulieren. Wenn alle Marktteilnehmer dies Geld bar beheben, haben sie in Wahrheit nicht Noten, sondern Staatsanleihen in der Hand. Dies ist, im Vergleich zum Faust`schen Trick der Papiergeldschaffung ein hochentwickeltes Verfahren, weil die Instanz gegen die man sich wenden kann, wenn dies Papiergeld im Wert verfällt, nicht mehr eine private Bank, sondern der Staat höchst persönlich ist. Mit einem Wort: Der in der Vergangenheit drohende Bunkrun wegen privat ausgestellter Noten ist per Staatsgewalt untersagt. Das nennt man wohl: Evolution des Geldes (oder des Staates).-) Ich erwarte speziell in der USA: More of the same. Und wie Sie sagen: Es ist das Volk, das dies verlangt. Schmerzen tun niemanden gut.

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