Mit den Grünen zurück in die 1950er Jahre

Von | 8. Mai 2021

(Christian Ortner) Künstliche Verarmung der Menschen, um das Klima zu retten, ist keine gute Idee. Bei der Frage, wie Klimaschutz vernünftigerweise organisiert werden soll, spielen unabhängig von der ideologischen Verortung der jeweils handelnden Politiker Technologie und Innovation eine ganz zentrale Rolle: Egal ob Sonne oder Wind, Wasserstoff oder synthetische Treibstoffe – beim Versuch, die klimaschädlichen CO2-Emissionen zu reduzieren, steht die Technik stets im Mittelpunkt. Dissens besteht zwar über die Methoden, nicht aber über den Grundsatz, dass unsere heutige Form des Lebens und Wirtschaftens grosso modo beibehalten werden soll, nur eben klimakompatibler. Nur einige wenige randständige Gruppierungen unter dem Label “Degrowth” meinen, für den Klimaschutz sei eine Art geplanter Verarmung der vor allem westlichen Welt nötig.

Doch sollten in Deutschland im Herbst die Grünen stärkste Partei werden und die Kanzlerin stellen, etwa zusammen mit SPD und postkommunistischer Linkspartei, könnten die “Degrowth”-Thesen an Einfluss gewinnen – mit wenig angenehmen Folgen. Ein erstes Signal in diese Richtung könnte eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung – einer Art Thinktank der Grünen – sein, die vor ein paar Monaten erstellt, aber wohl aus Taktikgründen medial kaum verwertet wurde. Die Studie mit dem Titel “Societal Transformation Scenario” geht davon aus, dass die Klimaziele nicht allein durch Technologiesprünge zu erreichen seien, sondern, wie schon der Titel andeutet, durch notwendige Änderungen in unserem Alltag – und zwar gewaltige: “Bis 2050 sinkt der Autoverkehr in den Städten der Industrieländer um 81 Prozent; der Wohnraum pro Einwohner schrumpft um 25 Prozent; die Zahl der Elektrogeräte wie Waschmaschinen wird halbiert; der Fleischkonsum geht schon bis 2030 um 60 Prozent zurück; und in ein Flugzeug steigen die Bürgerinnen eines Industrielandes nur noch alle drei Jahre”, zitierte die linke deutsche Wochenzeitung “Freitag” den Sukkus der Studie.

Nun ist so etwas nicht einmal in Deutschland und nicht einmal unter einer grünen Kanzlerin zu erwarten – aber Studien wie diese bereiten den Boden für eine Politik, die grundsätzlich Wohlstand und Wachstum preiszugeben bereit ist, wenn dies ein tatsächlicher oder auch nur angenommener unmittelbarer Klimanotstand zu erfordern scheint. Insofern kann man die Corona-Krise bis zu einem gewissen Grad als Probelauf sehen, der zeigt, was alles möglich ist.

Es ist freilich eine extrem dystopische Welt, die da von der Böll-Stiftung entworfen wird. Ein Flug nur alle drei Jahre (ausgenommen werden natürlich, wie immer, die Herrschenden und ihre Umgebung sein) und eine Rationierung von Waschmaschinen und Toastern (mit den nämlichen Ausnahmen) – das ist eine Welt der erzwungenen Armut, des zur Tugend umgeschminkten Mangels und der permanenten Kontrolle. Da braucht es dann Klima-Blockwarte, die der Obrigkeit illegale Küchenmaschinen melden. Immerhin dürften die Studienautoren über etwas subtilen Humor verfügen, wenn sie meinen: “Wir beschreiben da eine Welt, wo die Leute vielleicht nicht mehr so viele Dinge zum Konsumieren haben, aber viel mehr Sicherheit und viel mehr Zeit, um ihr Leben zu genießen.” Auf diese Art von Genuss können wir aber wohl eher verzichten. (“WZ”)

13 Gedanken zu „Mit den Grünen zurück in die 1950er Jahre

  1. Gerhi09

    Grüner Kommunismus. Nothing else!

  2. Kluftinger

    Und dann will es wieder keiner gewusst haben?

  3. Cora

    Wer möchte dabei nicht zusehen, beim spannenden grünen Weg Deutschlands in die Dritte Welt?
    Blockwarte wird es wohl dazu brauchen. Aber es gibt auch genug Leute, die gerne über dieses Stöckchen springen wollen. Deutsche sind ja so was von übereifrig und vorbildsmäßig für die ganze Welt. So wurden die Grünen aus ihren eigenen Reihinnen für das Wort “Deutschland” im Titel des neuen Parteiprogramms kritisiert. Der Grund: im Zentrum grüner Politik soll der Mensch stehen und nicht das Land.
    Nein, nicht für Deutschland soll es nur gelten – sondern für alle, für die ganze Welt.
    Hatten wir schon mal.

  4. sokrates9

    Wie Cora richtig zitiert wollen ja die Grünen das Wort Deuitschland aus ihren Wahlprogramm streichen: Bin dafür das Land auf ” Armland” umzubenennen :-).
    Was so bedenklich ist dass Milliarden in die Klimaziele durch CO2 Reduktion gesteckt werden doch 90 % der Wissenschaftler argumentiert dass totale Reduktion des C02 selbst unter außerachtlassung der zumeist “giftigeren” Alternativen -neudeutsch Kollateralschäden -Beispiel Elektroauto – nichts bringt….

  5. Rado

    In ein paar Jahren wird die ÖVP dasselbe predigen.

  6. Wolfgang Niedereder

    Vielleicht stimmt der dumme Spruch “arm aber glücklich” irgendwie doch, denn arme Länder haben diese Sorgen nicht – wie Reduktion des Lebensstandards. Wir diskutieren stundenlang über die nächste Diät während immer noch Menschen auf diesem Globus verhungern, aber wen interessiert das schon – ergibt keine schönen Fotos.
    Man hätte doch Psychologe in einem (grünen) Nobelort werden sollen.

  7. Falke

    Egal, ob und inwieit der Welt eine “Klimakatastrophe” droht oder nicht, die “Maßnahmen” der EU, und noch weniger Deutschlands oder gar Österreichs, werden daran irgendetwas ändern. Sogar wenn – einmal theoretisch angedacht – die EU ihre gesamte Industrieproduktion, ihren Verkehr, ihre Ernährung und was einem noch alles einfallen könnte, auf Null hinunterdrücken würde – es wäre nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und sogar wenn China, Indien, Brasilien die USA und Russland mitmachen würden – es wären bestenfalls 2 Tropfen. Zur Zeit der Saurier und der Riesenfarne war die Erde um einiges wärmer als sie im Falle der von den Klimahysterikern befürchteten schlimmstmöglichen Klimaerwärmung sein würde. Wie schön wäre es doch, wenn Grönland wieder zum ursprünglichen “Grünland” werden würde! 😉

  8. CE___

    Grüne Khmer.

    Genauso brandgefährlich, wie wenn man in der Savanne einer schwarzen Mamba von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht.

    Die Roten Khmer haben die Leut’ aus den Städten hinaus und in die Arbeitslager und Killing Fields getrieben um sie vor dem angeblichen Sündenpfühl der “bourgoisen Stadt” zu “schützen” und ihnen die Vorteile des einfachen Verreckens, pardon, des einfaches Lebens ohne Zivilasation, nahezubringen.

    Die Grünen Khmer glauben es wegen einem CO2-Schmafu tun zu müssen.

  9. aneagle

    immer wieder faszinierend, die Genauigkeit grüner Wissenschaft, zb. der Böll-Stiftung. Bis 2050 sinkt der Autoverkehr in den Städten um 81 Prozent. Nicht um 79 oder 80% nein genau 81%. Nicht 2049 oder 48 sondern genau 2050. Und, so haben es die weisen Grünexperten von der Kanzel ihres exakten, einzig wahren Wissens den unmündigen Mitwirblern verkündigt, es benötigt bis genau 2050 genau 2Grad Celsius weniger und alles wird paradiesisch. Nicht 1 Grad, auch nicht 3 Grad, das Orakel befindet genau 2 Grad. Aber, In seiner unermesslichen Toleranz würden es sogar noch 1.5 Grad durchgehen lassen.

    Wow, wie exakt. Ist das Jahr 2050 nicht das von den Propheten für Greta mit ultragenauen Megamodellrechnungen und beeindruckenden Hockeystick-Graphiken erkorene Jahr, in welchem die erzürnte Erde sich anschickt eines Donnerstags im Mai vielleicht exakt um 16:00 mit Stumpf und Stiel zu verbrennen, weil die unbelehrbaren Menschen immer noch mit Braunkohle heizen? Das wäre blöd, denn dann haben wir alle uns vergeblich kasteit, die größte, dümmste und unnötigste Anstrengung der Menschheit verhallt unverlacht im All.

    Diese groteske, totalitäre Ideologie der Grünen trägt Züge einer ansteckenden Geisteskrankheit. Nun, nachdem die Graphiken und Rechnungen teils schon durch Gerichte widerlegt wurden, das IPPC der UNO schon zurückrudern musste und man einige der Betrüger öffentlich schon als Lügner bezeichnen darf, gibt es weniger Grund zur Angst, als angenommen. Nicht mal die bewundernswerten grünen Experten haben alles am Schirm. Schwer vorstellbar, aber wagen wir jetzt mal, ganz ohne Expertise, einen Blick in die Zukunft:

    *Jede große gut organisierte Entität regelt Ihren Stoffwechsel nach ihren eigenen Notwendigkeiten selbst, so auch die Erde. Die von den Grünen verkündeten erlaubten CO2 Mengen und Gradzahlen, läßt sie, sofern die Erde dies überhaupt bemerkt, im besten Falle unbeeindruckt.
    im Schlechtesten greift sie, wegen ihrer physikalischen Gegebenheiten, zur Gegenregulation. Mit einem Wort: Die Deppen wissen nicht mal was sie möglicherweise mit Ihrem CO2 Wahn lostreten.
    Nicht umsonst begasen die Bauern Ihre Glashäuser für Mehrertrag mit CO2. Schon geringe Veränderungen des CO2 können die Erde weniger fruchtbar machen, und unsere Bewaldung (=C 3 Pflanzen) in mehrheitlich Kakteenwälder(=C4 Pflanzen) wandeln.

    *Die effizienteste Art der Mobilitätsenergie ist weltweit der Dieselkraftstoff. Das ist physikalisch bewiesen.

    * Ob eine durch den Menschen versuchte Verringerung des Kohlenstoffes und der Versuch der Herabsetzung der Erddurchschnittstemperatur um ungefähr 2 Grad gelingt und mehr bringt als sie kostet ist unbewiesen, unklar und gefährlich.

    *Viele Grüne, manche Physikerin, eine hyperaktive Trampolinspringerin und neuerdings auch ein schräger Ministerpräsident, hegen die infantile Hoffnung, daß Strom einfach aus der Steckdose kommt,. Das ist ohne Einbezug der Atomkraft unmöglich. Zudem ist solch eine Zentralmonopolisierung der Elektro-Energie in den Händen einer Regierungselite das Letzte, was man einem Land wünscht. Jeder föderale Liberale zieht öffentlich zugängliche Tankstellen und verschiedene individuelle Wahlmöglichkeiten der Energieart, geregelt durch einen freien Markt, bei weitem vor.

    Daher abschließend ein optimistischer Ausblick:
    Wenn die Grünen so weitermachen, fördern sie ungewollt die Entstehung einer großen Autopartei in Deutschland. Dafür kann man den Grünen gar nicht genug danken. Diese Partei und der vernunftbegabte Rest der CDU werden eine demokratische Mehrheit bilden und den grünen Bestrebungen, in Deutschland derzeit den Morgenthau-Plan zu realisieren, wirksam entgegentreten. Dann kann Deutschland die soeben aus der Taufe gehobene Gesetzgebung des Durchregierens, erleichtert verlassen und zur schwierigen, oftmals mühseligen föderalen Demokratie zurückkehren. Das wäre auch gut für Deutschlands Nachbarn und für die Rolle dieses großen Landes in der EU.

    Aber noch ist es nicht so weit. Noch ist Deutschland nur noch 3% von einer grünen Trampolinspringerin mit wenig (Aus)bildung und noch weniger Regierungserfahrung entfernt. Noch erwarte ich mit Interesse die in ca 18 Monaten anstehende Eröffnung der weltgrößten Batteriefabrik in Grünheide, im umweltbewußten Brandenburg durch Annalena, die grüne Kanzlerin. Eine Fabrik, die bis zu einem Drittel des Wassers von Grünheide beanspruchen wird und die in einem Trinkwasserschutzgebiet gebaut wird.(Quelle : Handelsblatt 16.03.2021) . Man darf gespannt sein.

  10. Johannes

    Bis jetzt waren die Visionen der Grünen lauthals geschriene Parolen, mit einer Radikalität die ohne direkte Verantwortung leicht von den Lippen gingen.
    Wenn Annalena dann einmal das Ruder übernimmt wird sie mit Stromengpässen, hundertausenden Arbeitslosen aus der Automobilindustrie, der Rohstoffknappheit für Batterien, einer Landwirtschaft die auf ausgelaugten Böden nur noch einen Bruchteil der notwendigen Nahrungsmittel produzieren kann, unzufriedenen Antifanten denen ihre Schutzpatronin nicht radikal genug ist und vieles mehr, konfrontiert sein.

    Um die Grünen zu entzaubern muss man sie an die allerhöchste Macht lassen, dann erledigt sich das Problem von selbst.

    Das Deutschland für 4Jahre lang wieder einmal so etwas wie den “totalen Krieg“, gegen sich selbst wünscht ist zwar nicht klug aber ich denke man muß manchmal auf die Nase fallen um klüger zu werden.

    Bedenklich wird der Druck sein den die grüne Regierung auf die europäischen Länder ausüben wird diesen eigenen deutschen Irrsinn zu übernehmen. Hier fürchte ich wird es zu Gräben kommen die lange nach dem grünen Experiment aufgerissen bleiben werden.
    Man wird, ansatzweise wurde es bereits angedeutet, die Nachbarländer extrem unter Druck setzen indem man sie für Luftverschmutzung in Deutschland verantwortlich machen wird. Da die Grenze Luftbewegungen nicht aufhalten kann werden die Nachbarländer andauernd als die Luftverpester Deutschlands am Pranger stehen. Hier ist sehr viel Potential um das gegenseitige europäische Vertrauen nachhaltig zu zerstören.

    Je nachdem wie sehr die Grünen es in der Politik zu den europäischen Mitgliedsländern auf die Spitze treiben ist jede Eskalation möglich.
    Kaum vorstellbar das Annalena mit den Visegrader so umspringen kann wie sie es mit ihren Landsleuten gewohnt ist umzuspringen.

  11. Eugen Richter

    Klimaschutz ist Schwachsinn. Reine Geldmacherei. Unsinn und Verhohnepipelung anständiger Bürger mit gutem Herzen aber naiven Gemüt. Schämt Euch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.