Mit Frederic Bastiat (1801-1850) durch die Corona-Krise

(JOSEF STARGL) Die hohe Staatsverschuldung trotz hoher Steuer- und Sozialabgabenlast ermöglicht nicht nur mehr Ausgaben des Staates, die immer mehr die privaten Ausgaben ersetzen, sondern auch mehr Zwangsumverteilung (zwischen den Generationen) für den Konsum.

Schon Frederic Bastiat (1801-1850) bezeichnete den Staat als „die große Fiktion, nach der sich jedermann bemüht, auf Kosten jedermanns zu leben“.

„Wenn jeder von der Arbeit anderer profitieren und möglichst viel herausholen will, dann wetteifern alle um Vergünstigungen und die Nutznießer (vor allem „die Einflussreichsten und Intrigantesten“) berufen sich auf (wohl-)erworbene Rechte.“ So wird der Staat „zum Instrument der gegenseitigen gesetzmäßigen Plünderung“, des „legalen Raubes“.

Die Sozialisten (in allen Parteien) vertreten die „verhängnisvolle Idee einer Brüderlichkeit per Gesetz“ (einer Zwangssolidarität), einer „Verteilung der Früchte der Arbeit über das Gesetz“. Der Staat als „parasitärer Vermittler“ wird zum Instrument, um „den Reichtum an alle zu verteilen“, „Asyl für alle unglücklichen und Hilfe für alle Unterdrückten auf Erden“ zu ermöglichen.

Der Bürger lebt als „Bittsteller“ (immer mehr) nach dem Motto: „Die Vorteile für mich und die Lasten für die anderen“. „Unter dem verlogenen Namen der gesetzlichen Brüderlichkeit führen die Eingriffe des Staates zu Ungerechtigkeit.“

Es ist aber „unmöglich, (allen alles)/den einen vielen Wohltaten zu versprechen, den anderen wenig Steuern zu nehmen“, „dem Staat nichts zu geben“ und „viel von ihm zu fordern und zu erhalten“.

Die „Sozialisten (in allen Parteien) versprechen, schmeicheln und täuschen (auch sich selbst), um Zeit zu gewinnen“. Sie „versuchen wenig Gutes in der Gegenwart auf Kosten von viel Übel in der Zukunft“ zu tun. Sie „fressen die Zukunft auf“. Sie „machen die individuelle Vorsorge („Sparen schafft Wohlstand“/“Sparen ist wohltätig!“) zunichte und ersetzen sie (im „Glauben an die Unfehlbarkeit des Staates“) durch eine geplante, organisierte und ungerechte Wohltätigkeit“.

Der „Plan, das Glück der Menschen durch Organisation und Verordnung herbeizuführen“, das Vertrauen in das Selbstinteresse durch „Moralisieren und durch gute Absichten“ zu ersetzen, basiert auf der Überzeugung, dass „die Neigungen der einzelnen Menschen schlecht und die der Organisation gut“ seien.

„Die Tugendhaften sagen, dass sie mit Kredit auf Kosten der Zukunft das Gute (verwirklichen) wollen.“ Sie beabsichtigen, „Utopien umzusetzen, denken sich Pläne aus, streben nach einer neuen Ordnung der Gesellschaft“, nach dem neuen Menschen für eine neue Gesellschaft, glauben „aus Unwissenheit, die sich für unfehlbar hält“ an die „Unfehlbarkeit der Organisation“, „dirigieren, intervenieren und verwalten“ („mehr Zuständigkeiten, mehr Beamte“) und zerstören mit ihrer „Herrschaft des Irrtums“ die „Freiheit und die Gerechtigkeit“.

Der „sozialistische Glaube an die Unfähigkeit der Bürger“ und die „Idee des Austeilens, Verteilens und Zuteilens von Wohltätigkeit“ sowie die „gesetzlich erzwungene Solidarität“ bewirken nicht nur eine „organisierte Ungerechtigkeit“, sondern auch eine „Fehlleitung von Produktionsfaktoren“/von Ressourcen, einen ineffizienten Einsatz der Mittel und die „Neigung des Staates zur Verschwendung von Steuergeldern“ sowie „Subventionen für Reichere“.

Die Bürger sollten sich „nicht täuschen lassen, sondern auch lernen, die Gesamtheit der langfristigen Folgen (wirtschafts-)politischer Handlungen in Betracht zu ziehen“/die „verborgenen Folgen sichtbar zu machen“.
Was „hätten (z.B.) die Steuerzahler mit dem Geld gemacht?“

„Solange die Bürger nicht gelernt haben, in Betracht zu ziehen, was man nicht (unmittelbar) sieht, werden sie getäuscht werden.“
„Hinter dem, was man sieht, liegt, was man nicht sieht.“ Es gilt, durch ökonomische Aufklärung und durch eine marktwirtschaftliche Bildung „die verborgenen Folgen politischer Handlungen sichtbar zu machen“.

Wir haben seit Bastiat (1801-1850) kein Erkenntnisproblem.  Es gibt aber nach wie vor eine „Herrschaft des Irrtums.“ „Die öffentlichen Ausgaben vernichten eine Menge (des Wertes) sinnvoller Arbeit.“

Warum sind immer weniger Bürger davon überzeugt, dass „die Freiheit und die Herrschaft des Rechts“ zu besseren Lösungen führen?

Warum erkennen sie nicht, dass der Interventionismus zur „Vernichtung der menschlichen Freiheit und Würde“ führt?

7 comments

  1. humanist

    …weil es bequemer ist, von jemandem, der ein problem erfolgreich gelöst hat, zu fordern als selber ein problem zu lösen.
    die angst vor dem scheitern ist das ureigene problem, das zu sozialismus führt.
    deshalb kommt problemlösung auch kaum mehr vor in schule und parlament, schon ein problem von verschiedenen aspekten aus zu beleuchten, der beginn jedweden lösungsansatzes, ist dem sozialisten verdächtig und er kämpft verbissen gegen unternehmerischen freigeist und brillanz an, um eine scheinleistung zu erbringen. und dafür geld zu fordern. q e d.

  2. Mourawetz

    Dem Flehen der Feministinnen, Sozialisten, etc, wird stattgegeben, das war immer schon so ist biologisch evolutionär bedingt. Das ist der Bonus den die Natur ihnen beigegeben hat. Anders sind nicht evidenzbasierte Urteile nicht denkbar.

  3. Eugen Richter

    Ludwig Erhard, Wohlstand für alle, Kapitel 12, bringt es auf einen Satz: Am Ende steht der soziale Untertan. Es erfordert vermutlich viel Disziplin und festen christlichen Glauben (die Werte im besten Sinne), ja, auch eine gewisse Gottesfürchtigkeit (Wer weiss noch was Demut ist), um dass zu verhindern, wovor nicht nur Erhard warnte. Fazit: die Deutschen können viel. Nur mit der Freiheit können sie nichts anfangen.

  4. sokrates9

    Die Denker der letzten Jahrhunderte waren Universalgelehrte: Das geht heute logischerwese nicht mehr! Ganzheitliches Denken ist out, die Fachidioten haben das sagen, widersprechen sich auch oft obwohl alles versucht wir dass es nur eine Meinung geben darf und alles andere wegzensuriert wird! Denken in Alternativen ist anstrengend, unbequem, oder total unbekannt,daher gibt es nur alternativlose Lösungen!

  5. LePenseur

    Cher Eugen Richter,

    da muß ich ein bisserl korrigieren, ich weiß jetzt nicht, ob Erhard oder Ihr Zitat (ich hab’s nicht nachgelesen …): nicht der soziale Untertan, sondern der sozialisierte Untertan! Oder, mit Konrad Lorenz zu sprechen: der verhausschweinte Untertan.

    Diese Entwicklung hat mit “sozial” etwa so viel zu tun, wie die SPÖ (die das “sozial” ja auch im Namen führt). Also eigentlich — nichts.

  6. GeBa

    Ich lese jeden tag als erstes bei Orter Online und werde jeden Tag bestätigt, dass ich mich hier unter Glichgesinnten befinde! 👍👍👍
    Danke euch, ihr lässt mich nicht zum 100%igen Menschnhasser werden 😋

  7. Johannes

    In Österreich haben wie im speziellen Fall der Corona-Krise die Gelegenheit zu Beobachten wie alle Oppositionsparteien die originellsten Ideen haben um mit dem Motto: “versprechen, schmeicheln und täuschen (auch sich selbst)“ politisches Kleingeld wechseln, nach meiner Meinung.

    Da sehe ich im Moment bei rot,pink,blau nur marginale Unterschiede.

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