Mit Multikulti auf dem Holzweg

(KLAUS WOLTRON) Mir kömmt vor, die rührende Geschichte von der Multikulturellen Gesellschaft hat drei Haken.
Der erste: Wie sollen die einander in einem dritten Land begegnenden Völkerschaften friedlich zusammenleben, wenn eine ganze Reihe von Geboten beim jeweils anderen Verbote sind?
Der zweite: Bekanntlich wird der Mensch einen Großteil der Programmierung, die er durch seine Umwelt und Erziehung in den ersten paar Lebensjahren mitbekommen hat, nur mehr sehr unvollkommen los. Feindschaften und Aversionen “vererben” sich daher über mehrere Generationen hinweg. Das ist übrigens die Quelle aller Religionskriege und der Xenophobie.
Der dritte: Weltweite Auseinandersetzungen spiegeln sich im Kleinen in den Gastländer wieder, sehr zum Nachteil des dort herrschenden Friedens – insbesondere in Fällen der Doppelstaatsbürgerschaft.
Fazit: Wenn es stimmt, was viele Experten sagen und wovon auch ich aus gemachter internationaler Erfahrung überzeugt bin – dass das Sozialkapital eines Landes, also der Grad an Kooperationsfähigkeit, Friedfertigkeit und der Fähigkeit zum Setzen und Verfolgen von gemeinsamen Zielen – eines der wichtigsten Güter ist – dann sind wir, in Österreich, und ganz Europa, auf einem gewaltigen Holzweg. (hier)

Dazu meldet sich auf “fb” der Grüne Johannes Voggenhuber zu Wort: “Ach wie unendlich viele Gründe uns doch einfallen, warum etwas jedenfalls, prinzipiell und überhaupt nicht geht, nicht gehen kann. Zum Glück gibt es noch das Leben, das uns manchmal eines Besseren belehrt. Alles was Sie da für gänzlich unmöglich halten, lieber Klaus Woltron hat von den USA über ganz Südamerika bis zur kleinen Schweiz ganz wunderbar funktioniert. In Frieden und mit einer ganz neuen Kultur voll von Vielfalt und Austausch und gegenseitiger Neugierde und neuen faszinierenden Lebensformen. Ach Du altes, müdes, kleinherziges, verzagtes Europa.” – Woltron: “Johannes Voggenhuber Guten Morgen! Ich bin hellwach und grossherzig! Heute wird meine Eingangstür in Wien I, welche durch die Segnungen der ganz neuen Kultur erheblich gelitten hat, samt Büro – und Wohnungsinhalt, wieder instandgesetzt. Die ganz kleine Schweiz hat, wie die letzten (massiv kritisierten) Volks – Entscheidungen der dortigen indigenen Nachfahren Wilhelm Tells zeigen, von Letzterer auch schon genug. Als halber Brasilianer kenne ich die teils unglaublich krasse Armut auf der Strasse in Rio von meiner täglichen Fahrt zum Arbeitsplatz, vorbei an mit dem Journal do Brasil zugedeckten schwarzen Kindern. Daneben rollt der Porsche. Das friedliche Miteinander im Irak samt den jetzt schon verdurstenden Yesiden auf dem dortigen Gebirg lockt mich auch nicht wirklich, genauso die täglichen Nachrichten aus Israel.

Wie fast immer ist das Problem kein prinzipielles, sondern graduell: Ab einem bestimmten Punkt gehts ins Blöde über.

 

14 comments

  1. michelle

    multikulti war schon immer der holzweg, vor allem bei uns in wien. aber die sozn brauchen diesen weg als stimmviehproduktstätte. bei uns gibt es ghettos, keine verschmelzung der völker – der türk bleibt türk, auch als österreicher. er will oder darf sich nicht integrieren oder gar assimilieren. in den usa haben die einwanderer den wunsch, us-staatsbürger zu werden um dort auch arbeiten zu dürfen. bei uns reicht es, sich die sozialbeihilfen abzuholen. in den usa gibt’s das nicht, dort muss man noch was leisten.

  2. Der Realist

    es gibt überall Nutznießer, so ist es auch mit Multikulti, es gibt unzählige Anlaufstellen für Integration, natürlich alle vom Steuerzahler gesponsert, nicht wenige haben darauf ihre Politkarriere aufgebaut. Jahrelang wurde von den Huldigern von Multikulti mit der immer gleichen Methode deren Kritikern begegnet, da wurden Argumente aus dem Hut gezaubert die keiner genaueren Prüfung standhalten, da wurde den einfachen Gemütern z.B. eingeredet, wir brauchen die Zuwanderer zur Erhaltung des Gesundheitssystems, verschwiegen wurde dabei allerdings, dass ohne diese neuen “Mitbürger” die Zahl der Patienten in den Spitälern und Arztpraxen mindestens um die Hälfte geringer wäre.
    Ob es die Superfötation ausschließlich im Tierreich gibt, entzieht sich meine Kenntnis.

  3. Christian Peter

    Multikulti ist ein wünschenswertes Szenario, davon kann in Österreich aber keine Rede sein. Vielmehr wird Österreich fast ausschließlich von Flüchtlingen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien belagert – das ist das eigentliche Problem.

  4. Christian Peter

    ‘fast ausschließlich von WIRTSCHAFTSflüchtlingen aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien belagert’ wohlgemerkt.

  5. Mourawetz

    Voggenhuber: “…Austausch und gegenseitiger Neugierde und neuen faszinierenden Lebensformen.”
    Kann mir mal jemand sagen, was Voggenhuber hiermit meint? Was sollen das für neue Lebensformen sein? Der Lifeball stellt wahrscheinlich solch “neue” Lebensformen vor (sind in Wirklichkeit uralt), “faszinierend” mögen sie für Herrn Voggenhuber sein, nicht aber für die Anhängerschar mit dem großen Zulauf, die demonstrierend an hierzulande längst vergangen geglaubte Zeiten erinnern.

  6. Wathrudnir

    Wenn Voggenhuber die USA als Beispiel gelungener Integration nennt, hat er recht. Wenn er sie als Beispiel gelebten Multikultis bezeichnet, redet er Unsinn. Als die USA im 19. und frühen 20. Jahrhundert ihre Zuwandererheere erfolgreich integrierten, taten sie dies mit enormem sozialen Druck. Der oft übertriebene Patriotismus von Amerikanern der ersten Generation zeigt sehr deutlich, wie Zuwanderer pausenlos demonstrieren mußten, daß sie die Verbindung zur Heimat gekappt hatten und sich nur noch mit den USA identifizierten. Seit die USA mit ihren Zuwanderern im Voggenhuber’schen Sinn “respektvoll” umgehen, bilden sich dort genauso nicht integrierbare Parallelgesellschaften wie bei uns.
    Auf Österreich umgelegt hieße das, daß Österreicher Zuwanderern erst dann Jobs geben, Wohnungen vermieten oder auch nur mit ihnen reden dürften, wenn sie fließend österreichisches Deutsch sprechen, Lederhosen tragen und bei ihrer Musik nur mehr zwischen Mozart und Austropop wählen. Ich bin nicht sicher, ob es das ist, was sich Voggenhuber unter Multikulti vorstellt.

  7. herbert manninger

    Witzig aber, wenn Grüne sich empört zeigen, wenn in Asylunterkünften Menschen unterschiedlicher Herkunft untergebracht werden, da sie ja aufeinander losgehen könnten.
    Hm, merkwürdig: Angeblich Verfolgte vertragen sich nicht untereinander, wir aber müssen sie aushalten.
    Grüne”Logik” eben.

  8. Mario Gut

    Fakt1: USA – eine Integration ist bis heute nur teilweise gelungen – wenn überhaupt, dann nur unter dem Banner des “jeder kann es schaffen in diesem Land” (die Version unter der Tito, mit anderen Vorzeichen! auch Jugoslawien als MultiKultiNationalisti Land halten konnte – bis alles zerbrach).
    Beispiel USA: Die Rassenunruhen in Los Angeles spielten sich nicht per se “böse Weiße” gegen “unterdrückte Schwarze” ab, sonder Asiaten gegen Schwarze und Schwarze gegen die Reichenviertel und teilweise deren jüdische Bewohner in Beverly Hills.

    Zu “blind und ahnungslos” Voggenhuber: Ist der nicht von einem Marrokaner in Belgien zusammengeschlagen worden? Bitte, kann von jedem ausgehen, gesucht hat er aber diese Viertel. Der Mann ist doch ewig gestrig und Tagträumer in einem – nicht einmal ignorieren.

  9. Mona Rieboldt

    Portugiesen, Italiener, Spanier, die mal als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, machen überhaupt keine Probleme. Man hört auch nichts davon, dass sie auf antisemitischen Demonstrationen mit machen.
    Ebenso kamen mal viele Vietnam-Flüchtlinge, das waren auch einfache Leute. Aber schon deren Kinder gingen hier auf die Schulen und haben gute Abschlüsse.

    Es geht allein um die übermäßige Zahl an Moslems, die ständig in unser Land geholt werden. Es ist auch nicht die erste Generation, die hier Unfrieden stiftet, sondern deren Kinder in der 2. und 3. Generation. Und mit Lernen und Arbeiten haben sie es nicht so, müssen in der Mehrheit alimentiert werden. Viele jugendliche Moslems sind kriminell. Das Gleiche ist mit der Volksgruppe der Roma. Beide Gruppen sind letztlich nicht integrierbar.

  10. Rado

    Der Herr Johannes Voggenhuber hat meiner Erinnerung nach eine sehr bezeichnende Eigenschaft mit unserem Herrn Bundeskanzler gemeinsam.
    Er verfügt nur über einen Pflichtschulabschluss. Tiefergehende Bildung hat ihm das unerbittliche Schicksal leider verwehrt. Mangelndes Wissen muss er daher mit Meinung wettmachen.

  11. Ehrenmitglied der ÖBB

    Bravo Herr Woltron!
    Und was den Johannes Voggenhuber betrifft, er redet halt viel wenn der Tag lang ist. (Daher war er auch ein halbwegs erfolgreicher Versicherungsvertreter ). Seine Realität schaut anders aus. Da müssen sie nur die politischen Verhaltensweisen des Herrn J.V. verfolgen, als er in der Stadt Salzburg Stadtrat wurde.
    Wenn das allgemein publik geworden wäre (aber damals hat ihn halt keiner ernst genommen) hätte er zurücktreten müssen.
    Angelernte Phrasen lassen sich halt leichter transportieren als eingehendes Nachdenken?

  12. Herr Karl

    Nachdem bekanntlich in so manchem Bundesland ohnehin zu wenig Platz für Flüchtlinge vorhanden ist frage ich mich, warum die ganzen Roten, Grünen und sonstigen Gutmenschen diesen nicht einen Platz in ihren Wohnungen und Häusern anbieten?

  13. Christian Weiss

    Als Bürger eben jener in der Antwort von Johannes Voggenburger erwähnten “kleinen Schweiz” kann ich bestätigen, dass Multikultur tatsächlich ganz toll funktioniert. Allerdings – wie schon an anderer Stelle ausgeführt – beschränkt sich das weitestgehend aufs Kulinarische, das Sportliche und das Musikalische. In einem Land zu leben, wo es Kepabstände, Pizzerien, China-Take-Aways und Raclettestuben an jeder Ecke gibt, wo man nicht nur in den Fussballclub kann, sondern auch in den Crickettclub, den Baseballclub oder in eine American Football-Mannschaft, wo man nicht nur die Alphörner klingen hört, sondern auch peruanische Panflötenspieler, amerikanische Jazzmusiker und australische Hardrocker, ist echt super.
    Nur: So eine multikulturelle Gesellschaft braucht, sollte sie denn langfristig funktionieren, eine politische Monokultur nach liberalen, demokratischen, rechtsstaatlichen Grundsätzen, die eben nicht multikulturell bereichert, d.h. aufgeweicht werden darf. Es braucht schlicht eine Leitkultur, die überdies keine andere als diejenige des Gastlandes sein kann.
    Denn was die Apologeten des mulitkulturellen Friedefroideeierkuchen offenbar noch immer nicht gemerkt haben: Es sind keine gleichwertigen Kulturen, die da aufeinander treffen. Die Kultur des Gastlandes ist die höherwertige, denn genau darum hat ja dieses Gastland auch Zuwanderung.
    Ihr Hirnis!!: Warum wollen Menschen in einen anderen Staat einwandern? Weil es dort besser ist als zuhause! Warum ist es dort besser? Weil dort Leute leben, die eine etwas besser organisierte und strukturierte Gesellschaft geschaffen haben, als die, aus der man kommt.
    Also kommet her ins gelobte Land! Aber passt Euch gefälligst an und höret und lernet, wie man das in einer funktionierenden Gesellschaft so macht!! Und bringt gefälligst nicht den verdammten archaischen Mist mit, wegen dem Ihr Euch schon zuhause die Schädel eingeschlagen habt!!

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