Mit Negativzinsen in die Katastrophe

Von | 5. Juni 2016

Es scheint, als hätte Martin Wolf, Chefkommentator für Wirtschaftsfragen bei der „Financial Times“, vergessen, was es mit dem Zins und seiner koordinierenden Rolle auf sich hat. So schreibt er am 12. April, man könne die Zentralbanken nicht für die niedrigen oder sogar negativen Zinsraten verantwortlich machen: „Wir sollten die sehr niedrigen Zinsen als Symptom der Krankheit betrachten, nicht als deren Ursache“ Wolf behauptet, die negativen Zinssätze seien nicht die Schuld der Zentralbanken. Es fällt allerdings schwer, ihm das zu glauben. Niemals unter dem Goldstandard, niemals im einem freien Bankensystem und niemals in einer freien Marktwirtschaft waren die Zinsen negativ. Stattdessen spiegelt der Zins auf einem freien Markt die Zeitpräferenz der Menschen wider, gleichwie den „Preis der Zeit“. Da das allgemeine Gesetz des menschlichen Handelns besagt, dass die Zeitpräferenz stets positiv ist, kann es auf einem freien Markt keine negativen Zinsen geben. (weiter hier)

4 Gedanken zu „Mit Negativzinsen in die Katastrophe

  1. Alfred Reisenberger

    Dass es auf einem freien Markt keine negativen Zinsen geben kann, ist aktuell wohl widerlegt. Ich bin eher auf Seite des Herrn Wolf (selten), denn es war ja als kurzfristiges geldpolitisches Instrument gedacht. Leider reagieren die privaten Haushalte, wie schon Keynes gesagt hat, nur unzulänglich auf Zinsanreize, was eben dann auch Symptom der allgemeinen Krankheit ist. Ich glaube, dass sich die Notenbanken, allen voran die EZB, vom Diktat der 2% Inflationsrate lossagen sollten, dann würde vielleicht eine Wende eintreten. Vielleicht.

  2. gms

    Alfred Reisenberger,

    „Dass es auf einem freien Markt keine negativen Zinsen geben kann, ist aktuell wohl widerlegt.“

    Wie putzig. Einmal mehr erleben wir einen Beweis durch die trotzige Behauptung.

    „Ich bin eher auf Seite des Herrn Wolf (selten), denn es war ja als kurzfristiges geldpolitisches Instrument gedacht.“

    Das heißt, sie argumentieren eher wie er, wonach aktuell a) zuviele Ersparnisse vorhanden sind, diese daher b) nichts wert sind und somit eigentlich c) zu einem Ungut gleich Giftmüll wurden, für dessen Entgegennahme man erfolgreich Entschädigung fordern kann.

    Diese These ist dermassen verquirrlter Dünnpfiff, daß der abschließende Haufen oben d’rauf auch keinen Unterschied mehr macht: Weil wir also in mit Zuständen a) bis c) konfrontiert sind, kann und muß d) der monetäre Hohepriester lehrbuch- und systemkonform noch zusätzliche Phantastilliarden an behaupteten Ersparnissen in den Markt schaufeln.

    „Leider reagieren die privaten Haushalte, wie schon Keynes gesagt hat, nur unzulänglich auf Zinsanreize“

    Wenn Bäche nicht bergauf fließen, dann haben diese die Weisheiten linker Lichtfiguren nicht kapiert. Nichts neues im keyensianischen Absurdistan. Damit die knallroten Pfeifen an den Schalthebeln aber dennoch rechtbehalten, kippen sie Steine ins Meer. Dann nämlich werden Bäche gegen die Schwerkraft wandern, wenn nicht morgen, dann in einigen Wochen, tausend Jahren oder am Ende des Universums. Tot sind wir ja alle irgendwann.

    „was eben dann auch Symptom der allgemeinen Krankheit ist.“

    Die Krankheit heißt Geldsozialistmus, domiziliert vorzugsweise in Zentralbanken und ist, wie viele Derivate von Sozialismus, eine unbehandelbare und ansteckende Psychose. Das überaus Bemerkenswerte dabei ist, wonach selbst jene sich dem Krankheitsbild konform verhalten, die rational, wie etwa Alan Greenspan, vertiefte Kenntnisse über Ursachen und Wirkungen artifizieller Währungsschalartanerien besitzen.

    Weniger kryptisch: Es verhalten sich sogar jene wie Geistesgestörte, die wissen, daß sich sich dergestalt gebärden und damit das Werkel gegen die Wand donnern.

    „Ich glaube, dass sich die Notenbanken, allen voran die EZB, vom Diktat der 2% Inflationsrate lossagen sollten, dann würde vielleicht eine Wende eintreten. Vielleicht.“

    Wir sollten das Zentralbanksystem mit nassen Fessen in den Orkus der Geschichte prügeln. Tun wir es nicht, überantworten wie ausgerechnet solchen Ärzten ökonomische Patienten, die ihnen zur Fiebersenkungung Wagenladungen an Thermometern in den Hintern rammen, nachdem sie ihnen per Aderlaß das Blut aus den Venen entfernten und durch Blei ersetzten. Stirb der Patient, dann hat er sich nicht regelkonform verhalten und war selbst schuld.

  3. mh

    @Alfred Reisenberger
    Dass es aktuell negative Zinsen gibt, ist ein Beleg dafür dass es keinen freien Markt gibt.

  4. gms

    Alfred Reisenberger,

    „Dass es auf einem freien Markt keine negativen Zinsen geben kann, ist aktuell wohl widerlegt.“

    Wie putzig. Einmal mehr erleben wir einen Beweis durch die trotzige Behauptung.

    „Ich bin eher auf Seite des Herrn Wolf (selten), denn es war ja als kurzfristiges geldpolitisches Instrument gedacht.“

    Das heißt, sie argumentieren eher wie er, wonach aktuell a) zuviele Ersparnisse vorhanden sind, diese daher b) nichts wert sind und somit eigentlich c) zu einem Ungut gleich Giftmüll wurden, für dessen Entgegennahme man erfolgreich Entschädigung fordern kann.

    Diese These ist dermassen verquirrlter Dünnpfiff, daß der abschließende Haufen oben d’rauf auch keinen Unterschied mehr macht: Weil wir also in mit Zuständen a) bis c) konfrontiert sind, kann und muß d) der monetäre Hohepriester lehrbuch- und systemkonform noch zusätzliche Phantastilliarden an behaupteten Ersparnissen in den Markt schaufeln.

    „Leider reagieren die privaten Haushalte, wie schon Keynes gesagt hat, nur unzulänglich auf Zinsanreize“

    Wenn Bäche nicht bergauf fließen, dann haben diese die Weisheiten linker Lichtfiguren nicht kapiert. Nichts neues im keyensianischen Absurdistan. Damit die knallroten Pfeifen an den Schalthebeln aber dennoch rechtbehalten, kippen sie Steine ins Meer. Dann nämlich werden Bäche gegen die Schwerkraft wandern, wenn nicht morgen, dann in einigen Wochen, tausend Jahren oder am Ende des Universums. Tot sind wir ja alle irgendwann.

    „was eben dann auch Symptom der allgemeinen Krankheit ist.“

    Die Krankheit heißt Geldsozialismus, domiziliert vorzugsweise in Zentralbanken und ist, wie viele Derivate von Sozialismus, eine unbehandelbare und ansteckende Psychose. Das überaus Bemerkenswerte dabei ist, wonach selbst jene sich dem Krankheitsbild konform verhalten, die rational, wie etwa Alan Greenspan, vertiefte Kenntnisse über Ursachen und Wirkungen artifizieller Währungsschalartanerien besitzen.

    Weniger kryptisch: Es verhalten sich sogar jene wie Geistesgestörte, die wissen, daß sich sich dergestalt gebärden und damit das Werkel gegen die Wand donnern.

    „Ich glaube, dass sich die Notenbanken, allen voran die EZB, vom Diktat der 2% Inflationsrate lossagen sollten, dann würde vielleicht eine Wende eintreten. Vielleicht.“

    Wir sollten das Zentralbanksystem mit nassen Fessen in den Orkus der Geschichte prügeln. Tun wir es nicht, überantworten wie ausgerechnet solchen Ärzten ökonomische Patienten, die ihnen zur Fiebersenkungung Wagenladungen an Thermometern in den Hintern rammen, nachdem sie ihnen per Aderlaß das Blut aus den Venen entfernten und durch Blei ersetzten. Stirbt der Patient, dann hat er sich nicht regelkonform verhalten und war selbst schuld.

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