Mit seiner Wut ist der Bauer nicht allein

“… Die Reaktionen vieler Politiker und Medien auf die Bauerndemonstrationen zeigen ein auffälliges Bemühen, diese Proteste als das isolierte Aufbegehren einer Lobbygruppe darzustellen, die moralisch und ethisch eher uneinsichtig auf überkommenen Methoden beharrt und die Zeichen der Zeit nicht so recht erkannt hat. Doch die Bauern formulieren eine Unzufriedenheit, die bis weit in die normale Bevölkerung hineinreicht. / mehr

7 comments

  1. Rado

    In Österreich gehen die Uhren anders. Wenn man sich die prominenten Bauernbündler
    der Vergangenheit, von Fischler über Pröll, Mikl-Leitner bis Rupprechter ansieht, hat man nicht den Eindruck, dass da irgendeine Unzufriedenheit mit zeitgeistigen Zumutungen bestünde. Eher das Gegenteil.

  2. sokrates9

    Ein Großteil der Bauernbündler fehlt leider das intellektuelle Format sich mit Klimakrise über Kronenzeitungsniveau hinaus zu beschäftigen! Die holländische Tomate ist in Afrika günstiger wie die vom dortigen Bauern produzierte, dafür ist der chilenische Apfel günstiger wie ein Österreichischer!

  3. Der Realist

    @sokrates9
    Bald werden wir ja sehen, ob die intellektuelle Kapazität der Grünen bezüglich “Klimakrise” über das Kronenzeitungsniveau hinausreicht. Aktuell kommt bei den Grünen in jedem Satz zumindest einmal das Wort “Klima” vor, das reicht offensichtlich um Wähler zu mobilisieren. Oder habe ich konkrete und auch machbare Lösungsvorschläge verpasst?

  4. Johannes

    Im Burgenland will Doskozil 100% Prozent Bio, erreicht soll es werden in dem die Bioproduktion gefördert und konventionelle Landwirtschaft ausgetrocknet werden soll. Zusammen mit Herrn Burtscher-Schaden von Global 2000 betonte man am 09.10. 2018, dass „die Landwirte keine Täter sind. Wir müssen das System ändern, auch die Konsumenten haben eine Verantwortung“.

    Wenn einmal ein Vertreter einer NGO davon spricht das die Landwirte “eh keine Täter“ sind dann weiß man als gelernter NGO-Versteher das wir ganz kurz davor stehen das die störrischen Landwirte ganz schnell zu Täter erklärt werden können wenn sie nicht spuren..

    Laut Burtscher-Schaden seien „die Pestizide der Grund, dass Lebensmittel so billig sind. Dafür zahlen wir später aber einen hohen Preis, mit unserer Gesundheit, mit dem Bienensterben und abnehmender Vogelvielfalt und mit Fließgewässer, die aus dem Gleichgewicht geraten: Damit setzen wir die intakte Umwelt für unsere Kinder aufs Spiel.“

    Wir sind weit, ganz weit entfernt von der chemiegläubigen Landwirtschaft, auch im konventionellen Bereich.
    Es gab eine Zeit, in den beginnenden 70-igern bis zum Ende de der 80-iger Jahre in denen es tatsächlich einen massiven Einsatz von Chemie gab, damals war es Standard und hat trotzdem dazu geführt das die Lebenserwartung unaufhörlich stieg.

    Im Weinbau wurde in den 70igern mit blausäurehaltigen Substanzen jedes Insektenleben getötet, heute unvorstellbar, diese Substanzen sind längst verboten, auch für konventionelle Betriebe.

    Ein Wundermittel zur Verhinderung von Schädlingsfraß am Saatgut und der Pflanze sowie der Verhinderung der Übertragung von Pflanzenviren sind die Neonicotinoide. Die wirksamste und schonendste Form der Ausbringung war durch die Saatgutbeizung erreicht. Hier führten Fehler bei der Ausbringung zu tatsächlichen Schädigungen an Bienenvölkern. Wäre die Ausbringung fachgerecht bei feuchtem Boden durchgeführt worden hätte es keine nennenswerten Schädigungen der Bienen gegeben.

    Nach diesem kleinen Ausflug ins Fachliche würde ich gerne einige grundsätzliche Fragen, vorzugsweise an neunmalkluge Politiker und NGO, stellen.

    Wenn sie krank werden, verzichten Sie vollkommen, zu 100% Prozent auf Arzneimittel ?
    Wissen Sie das es in der Arzneimittelherstellung selbstverständlich ist durch gentechnische Herstellung Wirkstoffe zu entwickeln und einzusetzen ?
    Wissen Sie auch das sie durch Ihre Ausscheidungen nach dem Gebrauch von solchen Arzneimitteln deren Metaboliten ins Abwasser weiter geben? Ja auch Sie Herr und Frau Politiker und auch Sie Herr und Frau von NGO! Sie Herr Burtscher-Schaden wirken also, wenn sie Medikamente zu sich nehmen in folgender Weise ebenfalls auf die Umwelt:

    „…. die Pestizide ((Arzneimittel) eigene Anmerkung)) der Grund, dass Lebensmittel so billig sind. Dafür zahlen wir später aber einen hohen Preis, mit unserer Gesundheit, mit dem Bienensterben und abnehmender Vogelvielfalt und mit Fließgewässer, die aus dem Gleichgewicht geraten: Damit setzen wir die intakte Umwelt für unsere Kinder aufs Spiel.“ Kurier vom 09.10.2018

    Abschließend glaube ich, biologische Wirtschaftsweise werden wir uns so lange leisten können so lange keine großen Plagen an Schädlingen und Krankheiten auftreten. Werden diese Einflüsse über lange Zeit nicht unterdrückt so werden sie nach gewissen Zeiträumen mit einem großen Druck auftreten. Geschieht das einmal großflächig (europaweit) so wird man ganz schnell und ohne große Bedenken wieder auf die Wissenschaft und ihre Dienste dankbar zurückgreifen. Ich bin schon sehr gespannt wie man der Schweinepest in der biologischen offenen Haltung begegnen wird. Vielleicht mit homöophathischen Mitteln? Wir werden sehen.

  5. sokrates9

    Der Realist@ Fügt sich harmonisch in das Bild der EU ein die ja sofort den klimanotstand ausgerufen hat!

  6. sokrates9

    Johannes@ Zusatzfrage an unsere NGOs die ja alle so herrlich Prozentrechnen können: Inwieweit trägt die derzeit ungezügelte Bevölkerungsexplosion in Afrika – ein Tabuthema für aufrechte NGOs – dazu bei dass biologische Landwirtschaft nicht darstellbar ist?

  7. Johannes

    sokrates@: Für viele NGOs ist der einzige Kausalzusammenhang zwischen Not und Elend in Afrika und dem Wohlstand im Europa einzig und allein der alte weiße Mann. Da hat es wenig Sinn zu diskutieren denn das sind inzwischen Glaubensfragen geworden und gegen die ist bekanntlich mit Vernunft nicht anzukommen.

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