Monsanto und die deutsche Moral

“…..Der Atomausstieg hat die Technikskepsis der Deutschen nicht gestoppt. Vielmehr steht nun die Gentechnik im Fokus. Dabei dient Monsanto als Projektionsfläche für Antiamerikanismus und Antikapitalismus…..” (NZZ, hier)

20 comments

  1. Fragolin

    “Es gebe Themen, bei denen sich die Diskussion von allen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen befreit habe…”
    Energiegewinnung, Gentechnik, Pharmazie, Klimawandel…
    Wie war das bei der neulich verlinkten Diskussion mit Frauke Petry, wo Schülerinnen nach 11 Jahren “Schulbildung” behaupteten, CO2 wäre die Ursache für den Smog in asiatischen Großstädten? Was will man von einem Volk erwarten, dessen höhere Schülerinnen bereits solche naturwissenschaftlich unbeleckten Dumpfbacken sind? Moralisch selbstgefühlt der Gipfel der Evolution, fachlich absolut inkompetente Trottel – da wundert es niemanden, dass die “Elite” nur noch aus arroganten Schnöseln besteht, die einem die Welt nicht erklären können, wie sie ist, und deshalb jedem die Erklärung aufzwingen wollen, die sie sich selbst zusammengestrickt haben.

  2. Lisa

    Das hat nicht unbedingt etwas mit Antiamerikanismus zu tun, sondern es ist die tief sitzende Besorgnis, bei Eingriffen in die Natur mit den Folgen nicht zurechtzukommen und menschlichen Machthabern ausgeliefert zu sein. Nicht umsonst sind Bücher wie Brave New World ein Horroszenario. Wenn man etwa Trisomie u.a. genetische Defekte verhindern kann, müssen sich die Eltern solcher Kindern die- zwar taktvoll unausgesprochene – Frage gefallen lassen: “Aber das wäre doch zu verhindern gewesen, oder?” Und je mehr Eingriffe, desto mehr Verantwortung: Wer die Natur walten lässt, ist sowas von rückständig! Meine nicht meinem Geschmack entsprechende genetisch bedingte Nase, meine Zähne, meinen Busen und meine Lippen – sowas kann man doch richten lassen…

  3. Fragolin

    @Lisa
    Es sind diffuse Ängste, dumpfe Ressentiments und eine Phobie vor dem Unbekannten – äh, kommt uns diese Argumentation jetzt irgendwie bekannt vor? 😉

  4. Thomas Holzer

    Das hat nichts mit Moral zu tun, sondern mit Dummheit und Verblödung, die Moral wird von den Politikerdarstellern nur vorgeschoben

  5. aneagle

    Wer nach dem aktuellen Flüchtlingsmanagement, sowie den Output deutscher Schülerbildung noch einen Hinweis auf die Rückwärtsgewandtheit Deutschlands gebraucht hat- voila. Unsere Eliten heißen Heiko Maas und Claudia Roth, die politischen Superintellektuellen hören auf VoDoo Priester vom Schlage einer Wagenknecht, eines Ströbeles und/oder Trittins. Scheint, man braucht die islamische Einwanderung, um sich wenigstens im eigenen Land (noch) überlegen zu fühlen.

  6. Reini

    Der Natur hat Millionen Jahre gebraucht, damit sich jedes genetische Individuum eigens entwickeln kann, und der Mensch denkt er könne dies nach ein paar Jahren geistiger Forschung zu seines Gunsten verändern. Es geht um die Abhängigkeit der Großkonzernen, wie z.B. genetisch verändertes Getreide, welches nur einmal angebaut werden kann.
    Vielleicht tritt ein Nebeneffekt auf, es wird die Überbevölkerung eindämmt wenn der Mensch dadurch unfruchtbar wird.
    Das gute daran die Natur kann die Zeit wieder auf Null stellen,…

  7. Lisa

    @Fragolin: “diffuse Ängste” kann man analysieren und benennen: dann wird es zur konkreten bennnbaren Furcht vor etwas Bestimmtem. Und dagegen kann man etwas tun. Gegen “diffuse Ängste” – die ja auch hier im Blog dauernd geäussert werden – kann man nur mit Erfahrung kontern, mit andern Worten: etwas unternehmen. Die “diffusen Ängste ” von Links sind übrigens genau so undifferenziert und verweigern sich einer Analyse…

  8. Bösmensch

    Ich bin durchaus offen für Gentechnik, wenn diese sinnvoll eingesetzt wird, aber Monsanto verändert sämtliches Erbgut von Pflanzen genetisch und lässt sich diesen Schwachsinn patentieren um damit Geld zu scheffeln, ungeachtet der Auswirkungen auf die Natur, Stichwort “Super-Unkraut”. Mit anderen Worten: Denen ist jedes Mittel recht zur Gewinnmaximierung.
    Kein halbwegs vernünftig denkender Mensch würde so etwas unterstützen.

  9. Christian Peter

    Grüne Gentechnik abzulehnen hat weder etwas Antiamerikanismus oder Antikapitalismus zu tun – dafür reicht der gesunde Menschenverstand.

  10. Thomas Holzer

    @Bösmensch
    Einmal mehr zeigt sich wieder die Unfähigkeit “unserer” Politikerdarsteller!
    Dort wo sie handeln sollten, sprich das Verbot der Möglichkeit der Patentierung dieser gentechnisch veränderten Pflanzen, handelt sie nicht, dort, wo sie nicht handeln sollte, kann sie sich ihres eigenen, völlig überflüssigen Aktionismus gar nicht mehr erwehren 😉

  11. Falke

    Mittels Gentechnik kann man erstens die Hektarerträge wesentlich steigern und zweitens die Pflanzen gegen Schädlinge und Unkraut schützen. In den USA wird sie seit Jahrzehnten angewendet, und noch niemand ist daran gestorben. Dafür kann man dadurch verhindern, dass etwa in Afrika so viele Kinder (und auch Erwachsene) an Hunger sterben, wenn die Landwirtschaft ausreichend Ertrag bringt. Wie auch schon im Artikel erwähnt, die Ängste sind diffus (also eigentlich grundlos). Wenn die Menschheit vor jeder Neuerung oder Erfindung Angst gehabt hätte, würden wir heute noch in Höhlen wohnen und Ochsenkarren als Transportmittel verwenden; als übrigens die Eisenbahn erfunden wurde, haben eine ganze Reihe anerkannter Ärzte und Wissenschafter davor gewarnt, dass die hohe Geschwindigkeit schwere Schäden der inneren Organe hervorrufen würde. Mutige Leute sind trotzdem weiter Eisenbahn gefahren.

  12. gms

    Bösmensch,

    “Ich bin durchaus offen für Gentechnik, wenn diese sinnvoll eingesetzt wird, ..”

    Dieses Präludium ist denkbar schwach und hat das Zeug zur Idiotentautologie.

    “. aber Monsanto verändert sämtliches Erbgut von Pflanzen genetisch”

    Sämtliches (sic!) Erbgut also, wer hätte das gedacht. Eingriffe durch gezielte Züchtungen wurden immer schon vorgenommen, anfangs nur durch langwierige Kreuzungen, hernach half man dem Zufall mit Strahlung und Säuren nach, ohne daß dies Grünbewegte irgendwie in Aufregung versetzt hätte. Komisch, nicht wahr?

    Tauscht man das Glück durch den Irrtum, dann behagt es den Angsthasen auf den Zuschauerrängen noch, aber sobald der Irrtum durch Wissen ersetzt wird, gibt’s den Panikmodus. Das ist, wenngleich menschlich, höchst irrational.

    “.. und lässt sich diesen Schwachsinn patentieren”

    Was ohne die Mithilfe der Politik kaum möglich wäre, also wen wollen Sie diesbezüglich anklagen?

    “.. um damit Geld zu scheffeln”

    Es sollte wohl heißen “tonnenweise und gewaltsam Geld zu scheffeln”, nicht wahr?

    “.. ungeachtet der Auswirkungen auf die Natur, Stichwort „Super-Unkraut“.”

    Die beobachtbare Folge besteht darin, daß Monsanto seinen Ruf und Kunden verliert. Das gehört zur Markwirtschaft.

    “Mit anderen Worten: Denen ist jedes Mittel recht zur Gewinnmaximierung.”

    Einmal mehr eine leidige Motivzuschreibung, die man ansonsten nur von strunzdummen Linken gewohnt ist.

    “Kein halbwegs vernünftig denkender Mensch würde so etwas unterstützen.”

    Niemand, egal ob vernünftig oder nicht, ist gezwungen, Gentechnik zu unterstützen.

  13. Fragolin

    @Bösmensch
    “Denen ist jedes Mittel recht zur Gewinnmaximierung.”
    Ja, jedes legale. Und wissen Sie warum? Weil es gierige unmenschliche Ausbeuterschweine und Menschenschinder sind, profitgeile Superreiche und Abzocker? Oder ganz einfach Unternehmen, denn genau das ist die Aufgabe eines Unternehmens: Gewinn zu lukrieren. Je mehr desto besser. Schreibt sogar das Gesetz vor, denn der Staat nascht an jedem Umsatz, jedem Gewinn, jedem Arbeitsplatz kräftig mit. Lukriert Monsanto keine Gewinne, wissen Sie was dann passiert? Wird es dann zu einem “menschlichen” Unternehmen mit hoher sozialer Kompetenz, zu einer Vorzeigefirma für eine bessere Welt? Nein, sie geht pleite, produziert einen Batzen Arbeitslose und zahlt keinen Cent Steuern mehr.
    Auch mit gefällt nicht alles, was so an Praktiken angewandt wird. Aber einem Unternehmen den Vorwurf zu machen, Gewinn lukrieren zu wollen, ist wie einem Händler vorzuwerfen, Dinge zu verkaufen. Wenn das nicht seine Aufgabe ist – was dann?
    Die Welt ist ja so ein ungerechter Ort.

    “Kein halbwegs vernünftig denkender Mensch würde so etwas unterstützen.”
    Na das hebt die Diskussion doch gleich auf das hohe Level einer Kellerassel. Seinem Meinungsgegenüber von vornherein unterstellen, eh nur eine geistige Amöbe zu sein, denn wenn er es nicht wäre, hätte er ja keine andere Meinung – das hat ja schon sowjetische Klasse! Wenn der Andere keine Vernunft besitzt kann er auch keine vernünftigen Argumente bringen und deshalb muss ich auch nicht zuhören – steht im Absatz 1 der Kleinen Fibel für Agitation und Propaganda, Sonderheft des “Kleinen Kommunisten”.
    Passt aber nahtlos in das Diskussionsschema der grünen Volkssachwalter, sich selbst für intellektuell und damit seine Behauptungen für unwiderlegbar zu halten, wahrend sein Gegenüber (und eigentlich der ganze Rest der Welt) entweder für zu blöd erklärt wird, um von irgendwas eine Ahnung zu haben (weshalb man auf die Diskussion verzichten und denjenigen einfach niederbügeln kann) oder, wenn es sich dann nicht mehr leugnen lässt dass der doch Ahnung hat, von niederen Gründen getrieben, gierig und hinterlistig zu sein (weshalb man auch in diesem Fall auf die Diskussion verzichten und denjenigen einfach niederbügeln kann).
    Nur mal so als Anregung, was zwei, sagen wir mal unglücklich formulierte, Sätze anrichten können.

  14. Christian Weiss

    “Reini
    Der Natur hat Millionen Jahre gebraucht, damit sich jedes genetische Individuum eigens entwickeln kann, und der Mensch denkt er könne dies nach ein paar Jahren geistiger Forschung zu seines Gunsten verändern. Es geht um die Abhängigkeit der Großkonzernen, wie z.B. genetisch verändertes Getreide, welches nur einmal angebaut werden kann.
    Vielleicht tritt ein Nebeneffekt auf, es wird die Überbevölkerung eindämmt wenn der Mensch dadurch unfruchtbar wird.
    Das gute daran die Natur kann die Zeit wieder auf Null stellen,…”

    1. Die “Natur” ist bisweilen rasend schnell, wenn es um genetische Mutationen geht und braucht bei weitem keine Million Jahre, um etwas neues entstehen zu lassen. Hier zeigt sich auch die mangelnde Stringenz der Argumentation der Gentechnik-Gegner. Wenn die Mutationen so langsam wären, wie könnte es dann zu den angeblichen Resistenzbildungen bei Schädlingen kommen, die von den Gegnern grüner Gentechnik immer vorgeschoben werden (in der Praxis aber weitaus seltener als behauptet auftreten)? Zudem sollte sich jeder mal vor Augen führen, welche enormen Veränderungen auch durch konventionelle Zucht erbracht wurde: Heute hat Mais fette, dicke Kolben mit einem ziemlich eindrücklichen Kaloriengehalt. Bevor man in Mexiko vor wenigen tausend Jahren mit der Zucht begann, war der Ur-Mais ein armseliges Gras mit ein paar dünnen Körnern dran.
    2. Getreide, “das nur einmal angebaut werden kann”, sind Hybridsorten, die auch bei konventionell gezüchteten Kulturpflanzen der Normalfall sind. Aus Effizienz- und Kostengründen kaufen auch europäische Bauern, die nix mit Gentechnik am Hut haben, Saatgut beim Saatguthersteller ein. Das ist überkommenste Bauernromantik, dass Landwirte Samen zurückbehalten, um dann im nächsten Jahr wieder anzusäen. Die angebliche “Abhängigkeit von Grosskonzernen” ist Unsinn, denn wie bei anderen Produkten auch gibt es auf dem Weltmarkt immer noch Konkurrenz (neben dem Gottseibeiuns Monsanto z.B. auch noch Syngenta oder DuPont) und der Bauer kann das Produkt wechseln. Erstaunlicherweise äussern die Gentechnik-Gegner die Bedenken bezüglich “Abhängigkeit von Grosskonzernen” nie zu den Landmaschinenherstellern, obwohl Landwirte ihre Mähdrescher und Traktoren auch nicht selber herstellen. Gentechnik hat auch für Kleinbauern nachweislich finanzielle Vorteile. So müssen indische Baumwollbauern, die Bt-Baumwolle anbauen, weniger Spritzmittel verwenden und haben trotzdem höhere Erträge, was die Auslagen senkt und die Einnahmen und somit das Nettoeinkommen steigert: https://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=4225
    3. Mir ist schleierhaft, wie Sie auf die Idee kommen, dass der Mensch durch den Konsum gentechnisch veränderter Pflanzen “unfruchtbar” werden könnte. Bis heute hat keine seriöse Studie die Gefährlichkeit von Gentechnik für den menschlichen Organismus belegen können und es wurden unzählige gemacht. Es gibt auch höchst umfangreiche Metastudien beispielsweise des Schweizerischen Nationalfonds http://www.nfp59.ch/d_resultate.cfm?kat=7 , die keine Gefährdung feststellen konnten. Die Gene selber sind sowieso unbedenklich, denn die dringen genau so wie die “natürlichen” Gene der Pflanze nicht in den menschlichen Organismus ein. Das kann man übrigens auch als Laie empirisch belegen: Auch wenn ich schon seit mehreren Jahrzehnten mit grosser Leidenschaft Schweinfleisch mit Unmengen von Schweinegenen verspeise, ist mir bis heute kein Ringelschwänzchen gewachsen.

  15. Christian Weiss

    “Bösmensch
    Ich bin durchaus offen für Gentechnik, wenn diese sinnvoll eingesetzt wird, aber Monsanto verändert sämtliches Erbgut von Pflanzen genetisch und lässt sich diesen Schwachsinn patentieren um damit Geld zu scheffeln, ungeachtet der Auswirkungen auf die Natur, Stichwort „Super-Unkraut“. Mit anderen Worten: Denen ist jedes Mittel recht zur Gewinnmaximierung.
    Kein halbwegs vernünftig denkender Mensch würde so etwas unterstützen.”

    Bezüglich des eher dümmlichen Vorwurfs der “Gewinnmaximierung” haben Sie ja schon ein paar Vorschreiber aufgeklärt: Unternehmen machen Gewinn. Das ist ihre Existenzgrundlage und die der Sozialisten, denn denen ginge das Geld der anderen Leute noch viel schneller aus, wenn es keine Steuererträge aus den Nettoerträgen der Konzerne gäbe.

    Der Gottseibeiuns Monsanto verändert das Erbgut von Kulturpflanzen wie das schon die Azteken mit dem Mais oder beispielsweise die Inkas mit der Kartoffel gemacht haben. Nur haben sie mit der Gentechnik ein sehr viel präziseres Mittel zur Verfügung. Bekanntlich geht technischer Fortschritt immer auch einher mit der Optimierung der Herstellungsgeräte. Mit der konventionellen Zucht kreuzt man zwei Pflanzen und hofft dann darauf, dass die neue Pflanzen die guten Eigenschaften der einen übernimmt und die schlechten ausbleiben. Solche Prozesse nach dem Prinzip Versuch und Hoffnung sind aber – wenig erstaunlich – nicht sonderlich effizient. Wie irrational diesbezüglich die Gentechnik-Gegner agieren zeigt ein Beispiel aus der Schweiz: Am Agrarforschungsinstitut Agroscope hat man vor wenigen Jahren bei einem Wildapfel ein Resistenzgen gegen Feuerbrand entdeckt. Feuerbrand ist eine ziemlich hartnäckige Krankheit, die den Apfelbaum und auch andere Obstkulturen über kurz oder lang zerstört. Um sie zu bekämpfen, werden grosse Mengen des Antibiotikums Streptomycin eingesetzt, das höchst negative Einflüsse auf die weitere Umwelt haben kann und z.B. über den Honig auch in der menschlichen Nahrung gelangen kann.
    Am Agroscope hat man nun also eine Wildapfelsorte entdeckt, der Feuerbrand nichts anhaben kann, und man konnte mittels genetischer Marker feststellen, welches Gen dieser wünschenswerte Eigenschaft auslöst.
    Nun hat dieses Forschungsinstitut unlängst die Erlaubnis bekommen, mit diesem Gen aufgerüstete Tafelobstsorten im Feldversuch anzubauen. Ökofundamentalisten wie jene von Greenpeace laufen gegen diese Feldversuche sturm, obwohl die positiven ökologischen Folgen augenscheinlich sind. Sie wollen stattdessen, dass die Forscher dieses Gen auf “natürlichem Weg” ins Erbgut bringen, also mit Kreuzung. Das wiederum ist ziemlich schwachsinnig, weil man dann Tafelobstsorten mit dem besagten Wildapfel kreuzen muss und es Jahrzehnte dauern kann, bis man eine Tafelobstsorte hat, die gegen Feuerbrand resistent ist und gleichzeitig auch wieder so schmeckt, wie man sich das von der Ausgangstafelobstsorte gewohnt ist, weil man ja mit jeder Kreuzung auch die ganzen Gene in die neue Pflanze mitbringt, die man gar nicht da haben wollte.
    Das “Superunkraut” gehört übrigens auch in den Bereich der wenig glaubwürdigen Anti-Gentech-Kampagnen der Ökoesoteriker wie die angeblich suizidalen indischen Kleinbauern und die Krebsratten des Herrn Séralini, dem schwere methodische Fehler nachgewiesen werden konnten.

  16. Christian Weiss

    “und lässt sich diesen Schwachsinn patentieren”

    Auch hier zeigt sich die Unkenntnis des Otto-Normalverbrauchers bezüglich Landwirtschaft. Auch konventionell gezüchtete Kulturpflanzen unterstehen dem Sortenschutz und dürfen nur nachgezüchtet werden, wenn dem Urheber bzw. “Erfinder” dieser Sorte Lizenzgebühren entrichtet werden. Man nennt das auch “Schutz des geistigen Eigentums” und bekanntlich müsste manch einer seine Zuchtbestrebungen einstellen, wenn er die Resultate seiner Arbeit nicht zur Bestreitung seines Lebensunterhaltes nutzen könnte.

  17. Lisa

    Wenn Wind und Bienchen, Vögel und Ameisen Pollen und Samen von patentierten Pflanzen weiterverbreiten, muss dann der Besitzer des Grundstücks alles ausreissen und vernichten??? Nichts gegen Agrarreformen, nichts gegen Verbesserungen, die dazu beitragen, dass die Menschen in unfruchtbaren Gebieten sich dort durch eigenen Anbau selbst ernähren und vielleicht sogar für den Export roduzieren können. Nur patentieren lassen dürfte man das nicht, da gleich wieder Abhängigkeit entsteht. Dann müssten sie auch nicht nach Europa auwandern…

  18. Christian Weiss

    Wie schon oben angeführt: Das Argument mit den “bösen” Patenten ist Unsinn. Es gibt seit den 1960er-Jahren ein internationalen Abkommen zum Sortenschutz und auf Basis dieses Abkommens haben alle westlichen Staaten Sortenschutzgesetze, die auch den Züchtern von konventionellen Kulturpflanzen ein Urheberrecht zugestehen. Wer nachzüchtet, muss eine Lizenzgebühr entrichten. Und das ist auch richtig so. Ich muss auch eine Lizenzgebühr bezahlen, wenn ich ein bestimmtes Produkt kopiere.
    Und der Landwirt ist darum Landwirt, weil er aktiv sät und aktiv das Land bewirtschaftet. Selbst wenn auf den Feldern verbliebene Körner und Samen auskeimen würden, so wären das ein paar vereinzelte Halme. Davon lebt kein Bauer. Er fährt mit Bodenbearbeitungsgeräten über seinen Acker und sät gezielt die von ihm gewünschte Frucht ein. Das sind doch keine Sammler.

  19. Lisa

    @Christian Weiss: Bei Pflanzen ist das mit der Lizenzgebühr aber schon was anderes: Tulpenzwiebeln wurden mal mit Gold aufgewogen – aber da Pflanzen nun mal Lebewesen sind und heute jeder Depp seine Tulpenzwiebeln unkontrolliert vermehren kann, wie er will, hat sich das mit dem Preis erledigt. Und so sollte es auch mit Saatgut geschehen.
    @Fragolin: ich weiss leider nicht, wer von den Vögeln am Futterhäuschen für die schöne Pflanze in meinem Garten verantwortlich ist, manche behaupten, es sei Hanf… aber den Schuldigen soll ein Kontrolleur selbst herausfinden…

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