Multikulturelle Bereicherung: Der Fall Lisa Gadenstätter

(WERNER REICHEL)  Die junge ZiB-Moderatorin Lisa Gadenstätter wird derzeit in den sozialen Netzwerken auf das Übelste beschimpft und attackiert. Sie wird als „Hure“ oder als „behindert“ (ein beliebtes Schimpfwort bei Jungen und jungen Migranten) bezeichnet, einige wünschen ihr gar den Tod.

Was ist geschehen? Am 25.7. waren Tamir Pixner von der jüdischen Gemeinde Wien und Abdurrahman Karayazili von der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD)zu Gast in der ZiB24. Es geht um die antisemitischen Proteste in Wien und den anderen europäischen Staaten, die Attacke auf israelische Fußballspieler in Bischofshofen und den Nah-Ost Konflikt. Der junge  UETD-Mann spult seine eingelernten Phrasen vom bösen Israel immer und immer wieder ab und denkt nicht einmal daran, auf die Fragen von Gadenstätter einzugehen. Bereits zuvor ignoriert er die Begrüßung der Moderatorin.  Er unterbricht Gadenstätter und Pixner permanent, dann verlässt er vorzeitig das TV-Studio. Ein gespenstischer und beunruhigender Auftritt, zumal solche Menschen und deren Organisationen mittlerweile einen enormen Einfluss in Österreich haben.

Seither steht Lisa Gadenstätter, die nichts anderes  versucht hat, als  ein zivilisiertes Streitgespräch zu führen, im Visier der verlängerten Arme der türkischen AKP/UETD, wie der Grüne Politiker Efgani Dönmez berichtet. Der ORF wird mit wortidenten Protestmails gegen Gadenstätter überflutet.

So schlimm der Vorfall für Frau Gadenstätter ist, so heilsam könnte er für den ORF sein. Schließlich verleugnet, verdrängt und relativiert der Staatsfunk seit vielen Jahren und Jahrzehnten die Probleme, die die heimische Einwanderungspolitik eben mit sich bringt.  Seit Jahrzehnten singt der ORF im Gleichklang mit den regierenden Sozialisten und den Grünen völlig unkritisch das Hohelied der Multikulti-Ideologie. Wer nicht in diesen Chor mit einstimmt, wird vom ORF stets mies behandelt.

Die Probleme und Verwerfungen in der neuen österreichischen Multikulti-Gesellschaft wurden vom ORF konsequent ignoriert und relativiert. Kein Wunder, war und ist man doch einer der wichtigsten Propagandisten dieser Ideologie.

Nun ist auch eine ORF-Mitarbeiterin multikulturell bereichert worden. Es ist wohl kein Zufall, dass nur drei Tage später Armin Wolf in der ZiB2 mit ernster Miene fragt „Warum tun sich junge Türken so schwer, sich in Österreich zu integrieren?“  Nun erkennt auch der ORF, Multikulti ist nicht nur ein buntes lustiges Straßenfest.

Stellt sich die Frage, könnte der Shitstorm gegen Gadenstätter tatsächlich zu einem Umdenken bei vielen ORF-Leuten führen und sie aus ihrer  rosa Traumwelt reißen?  Man darf sich wohl nicht zu viel erwarten. Viel  wahrscheinlicher  ist, dass man wie seit jeher den politischen Vorgaben der Kanzlerpartei und dem politisch korrekten Zeitgeist folgt und künftig eben etwas vorsichtiger vorgeht, bei der Einladungspolitik  „sensibler“ agiert und  künftig devoter nachfragt.

Deshalb sei den ORF-Mitarbeitern ein Zitat aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nahegelegt:

„Man ist weder Rassist noch islamophob, wenn man auch diese religiösen Wurzeln der neuen Judenhetze in den Blick nimmt statt die antisemitischen Pöbeleien bewusst unscharf als Ausfluss mangelnder Integration abzutun. Antisemitismus ist nicht integrierbar. Hier hat jede Beschwichtigungsrhetorik zu verstummen.“

14 comments

  1. Thomas Holzer

    Schade Herr Reichel!
    Ich dachte schon, Sie “umschiffen” dieses unsägliche Wort; dem ist aber leider nicht so.
    Würden Sie in einem Ihrer geschätzten Beiträge das Wort “Scheißesturm” verwenden? Ich denke, eher nicht.
    Es wäre wahrlich an der Zeit, sich endlich wohltuend von den übrigen Medien abzuheben und z.B. von einem “Furor in den Netzwerken” zu schreiben; so viel Zeit sollte schon sein.
    Und diese Kritik kommt von einer sehr anglophilen Person 😉

  2. Erich

    Laut SN von heute verkündet die Moderatorin in der “Kleinen Zeitung”, dass sie mit den Jahren gelernt hätte, dass öffentliche Kritik in ihrem Job dazugehört und auch sehr hilfreich sein kann, wenn sie konstruktiv ist.
    Das war’s dann – wie zu erwarten läuft das Weichspülerprogramm, schließlich will sie ja ORF-Moderatorin bleiben. Dazu noch der neueste Integrationsbericht mit Hinweisen auf die vielen braven Deutschen und anderen EU-Bürger, die ins Land kamen und Österreich nützen.
    Herz, was willst du mehr? Alles ruhig; wie schon 1881 im Burgtheater “Alles gerettet”. Gibt es da nicht auch ein Theaterstück von Max Frisch aus 1958, das gut dazu passen würde?? (Rhetorische Frage!)

  3. Ossi

    Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten ist so europäisch und demokratisch wie die DDR republikanisch und demokratisch war.

  4. mannimmond

    @ Erich

    Das war nicht das Burgtheater, sondern das Ringtheater:
    Dieses befand sich am Schottenring und existiert nicht mehr, heute befindet sich an dieser Stelle das Hotel de France.

  5. waldsee

    mich wundert das erstaunen
    zahlreicher bürger über den islam.antisemitismus.der hass auf juden besteht seit der frühzeit dieser gruppierung und ist ein wesentlicher baustein des islam. konstrukts.

  6. cmh

    Die arme Lisa hat es nicht ganz unberechtigt getroffen. Wenn auch aus einem anderen Grund.

    Eine Juden gegen einen Moslem antreten zu lassen, wenn sich Moslems an Juden vergriffen haben ist völliger Schwachsinn und nur mit der bessermenschlichen Hirnerweichung zu erklären (aber nicht zu entschuldigen).

    Wenn sich eine sich selber ganz präzise umschreibende Gruppe rechtsbrechend in Österreich aufführt, wäre der Partner des Moslems der Innenminister und/oder der Justizminister gewesen. Denn diese beiden sind schuld, wenn man sich in Österreich, wer man auch immer sein mag, nicht gefahrlos bewegen kann.

    Die Juden hat es hier halt zufällig getroffen. Aber man möge doch bitte dieses Zeichen an der Wand lesen.

  7. Marianne

    Wir sollten froh sein, wenn die jungen Herren ostanatolischer Herkunft ihren Furor derzeit nur in sozialen Netzwerken ausleben. Früh genug wird dem auch ein ganz realer, physischer folgen. Spätestens dann, wenn umständehalber die Transferzahlungen dürftiger werden oder ausbleiben. Dann werden die Herren ganz schön handgreiflich ihren Anteil einfordern (Anteil woran? Kindermachen? Herumlungern? Mädchen, Pardon Huren anpöbeln?)
    Die Aufregung über diverse Stürme auf Twitter, Facebook & Co mutet irgendwie grotesk an. Was wäre z.B. mit Account löschen oder einfach nicht mehr reinschauen? Mir scheint, dort ist ja größtenteils ohnehin nur geistiger Müll zu lesen.

  8. gms

    cmh,

    “Die arme Lisa hat es nicht ganz unberechtigt getroffen. Wenn auch aus einem anderen Grund.”

    Welch grandios entzückende Komödie der Irrungen!

    Da prostituiert sich der ORF doch artig im Gleichschritt der europäischen Medien, indem er keine Sendung ausläßt, in der nicht getötete, verwundete oder sonstwie in Mitleidenschaft gezogene Palästinenser gezeigt werden als Opfer vorgeblich inadäquater Aggression der Israelis — und wie danken es die migrantisch vordergründigen Bereicherer?

    Arm wurde Lisa bloß deshalb, weil der hernach stürmende Pöbel nunmal keinen ORF konsumiert und daher auch nicht weiß, wie sehr diese elektrische Propagandaorgel den religiös Grünen in die Hände spielt.

  9. Christian Weiss

    Nur haben wir es nicht mit “Mulitkulti” zu tun, sondern mit den Vorboten von “Monokulti”. Multikulti ist super! Ich liebe es, in einem Land zu leben, wo ich bei der Wahl meiner Verpflegung zwischen Zürcher Geschnetzeltem mit Rösti, Peking-Ente, Sushi, libanesischen Mezzeh, Mah-Meh, Pizzeria oder Curry-Wurst wählen kann (und dafür keine grossen Wege gehen muss). Ich finde es wunderbar, dass in der Nachbarstadt zu Pfingsten jeweils ein riesiger afrikanischer Markt seine Tore geöffnet hat. Ich finde es super, dass auf einem grossen Sportareal in der anderen Nachbarstadt ein Fussballclub, eine Baseball-Mannschaft, ein Kricket-Team und ein American Football-Verein trainieren und periodisch das kantonale Schwingfest dort stattfindet. Ich liebe es, im gleichen Land an einen Jodlerabend, an ein Konzert des örtlichen Musikvereins oder an jenes einer australischen Rockband zu gehen, die dabei gleich das grösste Fussballstadion des Landes füllt.
    Diese multikulturelle Welt beruht auf dem Respekt vor dem vorherrschenden Recht und einer guten Umsetzung und Akzeptanz der bürgerlichen Freiheitsrechte, ist also im besten Sinne liberal. Aber diese Welt gilt es rigoros zu verteidigen vor dem “Saupack”, das – obwohl das Herkunftsland genau deshalb in Schutt und Asche und Elend liegt – mit kolonialistischen Methoden versucht, seine eigene Rechtsgrundsätze in der freien westlichen Welt durchzudrücken und auf diesem Weg aus einer ungeheuer vielfältigen und in ihrer Vielfalt auch sehr schönen Gesellschaft eine Monokultur macht, wo Paarung und Fortpflanzung, Bekleidung und sexuelle Orientierung, Rolle der Geschlechter, Gesinnung und Huldigung an diese Gesinnung rigoros geregelt sind und das freie Leben erstickt wird.
    Damit unsere bestehende Multikultur nicht durch eine Monokultur zerstört wird, müssen wir bereit sein, die Ankömmlinge aus dieser Monokultur auf Herz und Nieren zu prüfen und wenn sie der Freiheitsprüfung nicht standhalten, dann gehören sie ohne Zögern wieder dorthin zurückgeschafft, wo sie hergekommen sind: Wer die eigene Familie isoliert, fliegt! Wer die Grundrechte Dritter malträtiert, fliegt! Wer zur Gewalt gegen Andersdenkende aufruft oder Andersdenkende an ihrem Recht auf freie Meinungsäusserung zu hindern sucht, fliegt! Wer wiederholt oder in einzelnen schweren Fällen mit dem Strafgesetz in Konflikt gerät, fliegt! Ich will “Multikulti”, raus mit den Monokulturisten!

  10. Rennziege

    31. Juli 2014 – 15:36 Christian Weiss
    Danke für diesen interessanten und erfrischenden Beitrag!
    Gelänge es, auch nur eine Hälfte dieser vernünftigen Zustände und Maximen nach Deutschland oder Österreich zu importieren, hätten wir eine bessere Welt.

  11. cmh

    @gms

    Was soll ich mit der Lisa? Die und ihre politischen Vorgesezten checken es doch einfach nicht. Die Auswahl der Diskussionspartner ist so überheblich verfehlt. Die ORFler wollten doch nur einen multikulturellen jüdisch-islamischen Watschentanz und haben dabei halt selber eine gefangen. Who cares?

    Der Jude war doch nur ein Opfer.

    Was aber das wirkliche Problem ist, ist doch, dass dem Musel kein Vertreter unserer Staatsgewalt (Polizist, Minister, Strafrichter) gegenüber gestanden hat, der ihm gesagt hätte, wo der Bartel bei uns den Most herholt. Wir – in Worten WIR – müssen denen doch sagen, wie man sich bei uns aufführen muss ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Genau das ist aber nicht geschehen. In der präpotenten Döblinger Art des streitenden Kindern Zuschauens dürfen wir uns nicht zurücklehnen.

  12. gms

    cmh,

    Ich teile Ihre Sichtweise uneingeschränkt und habe Ihnen oben daher auch nicht widersprochen, wenngleich tatsächlich dieser Eindruck entstehen konnte.

    Die Pointe im Match ORF vs UETD, die sich mir erst durch Ihren Kommentar erschloß, liegt ja gerade darin, wonach erst aufgrund von zwei Irrtümern alles sich für den Zuseher in Wohlgefallen auflöst.
    Gegenüber einem Vertreter der Staatsgewalt hätte Karayazili im ZIB-Studio das Ganze locker gebügelt (“Wir distanzieren uns entschieden!”), das sonstige Wettern gegen Israel hätte er mangels passendem Gegenüber garnicht anbringen können.

    Somit hat der ORF irrtümlich das Richtige gemacht (Watschentanz statt Bezirksgericht), worauf der Hund die Hand heftig biß, von der er nicht wußte, daß diese ihn ohnehin regelrecht mästet.

  13. Erich

    @mannimmond
    Vielen Dank für den Hinweis! Aber das Ringtheater war trotz meines Alters noch vor meiner Zeit abgebrannt ;-))

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