12 comments

  1. Mourawetz

    Eine kafkaesque groteske öffentliche Anhörung.

    Dr. Rottmann von Bündnis 90/Die Grünen: „Ich habe immer noch nicht… also Herr Broder, Sie haben gerade gesagt, sie wollen uns nicht verstehen, ich habe es tatsächlich noch nicht verstanden, was Sie wollen. Also es gibt in der Petition und am Ende die Forderung nach einer wirklich humanitären Hilfspraxis. Aber was ich verstanden habe, ist, es soll flächendeckend kontrolliert werden, aber keine Mauer gebaut werden. Und ansonsten habe ich noch keinen konkreten Lösungsvorschlag. Und Sie wollen das Asylrecht behalten, aber dass Menschen hier erst Asyl beantragen, wäre ja beinah bei einer kompletten Zurückweisung an der Grenze sozusagen ausgeschlossen. Also ich kenne, ich verstehe, ich habe sie tatsächlich nicht verstanden. Und wenn man, glaube ich, mit dem Selbstbewusstsein hier auftritt, wie es die Petenten tun, dann finde ich, ist es so ein bisschen wenig, nur zu sagen, so wie es ist, gefällt es uns nicht. Und die zweite Frage von mir wäre, die Frage noch mal nach dem Frieden, weil mich das wirklich umtreibt. Haben Sie sich mit der Frage mal auseinander gesetzt, inwieweit ihre sehr sehr groben Behauptungen, auch vorhin haben wir wieder grobe Behauptungen gehört, irgendwelche Wirtschaftsführer, die noch nicht mal namentlich benannt wurden. Inwieweit die ein Beitrag, denke ich, zum gesellschaftlichen Unfrieden sind, den wir haben und der weit über das hinausreicht, was Sie in Ihrer Petition sehr grob beschreiben, der auch bedeutet, dass wir gestern einen Apolda 800 Rechtsextreme haben, die auf die Polizei losgehen, der bedeutet, dass das, was in Chemnitz passiert ist. Wie sehen Sie da einen Zusammenhang zwischen ihren pauschalen Behauptungen und dem, was da passiert?“

    Broder: „Ich weiß nur, dass hier zwei Bürger auftreten, die Selbstbewusstsein haben. Ist das nicht, was Sie eigentlich wollen, den selbstbewussten Bürger, der Ihnen auf die Finger schaut?“
    Aus dem Off unterbricht ein: „Bitte die Frage beantworten!“

    Broder: „Der Vorwurf des Selbstbewusstseins ist wirklich einmalig. Und was Sie gesellschaft…“ Broder stockt mitten im Wort, die Damen sprechen ihm hinein, Broder wendet sich an das Off: „Bin ich dran oder die Damen von der grünen Fraktion?“ Eine männliche Stimme aus dem Off klärt Broder auf: „Die Fragen stellen hier wir und Sie sind gebeten, zu antworten.“

    Broder: „Also das zum Selbstbewusstsein. Es ist so viel darüber geschrieben worden, dass Sie sich eigentlich hätten informieren können. Wir können leider in zwei Sätzen nicht die ganze Philosophie reinpacken, um den Unsinn zu widerlegen, den Sie täglich verbreiten.“ Wieder Unterbrechung, selbe Stimme wie vorher, es ist Marian Wendt, CDU/CSU, der hier als Vorsitzender fungiert: „Nein, Herr Broder, keine Vorwürfe! Ich bitte Sie, sachlich auf die Frage zu antworten. Keine Beleidigungen der Abgeordneten hier im Petitionsausschuss.“

    Broder: „Eine Abgeordnete hat eben versucht, mich zu beleidigen, indem sie mir…“ Wieder unterbricht Wendt: „Nein, es hat keiner.“ Broder: „Gut. Das geht jetzt von meiner Zeit jetzt ab. Was Sie gesellschaftlichen Unfrieden nennen, Frau Abgeordnete, heißt normalerweise Demokratie. Zur Demokratie gehört der Streit. Und Sie legen einseitig die Regeln für gesellschaftlichen Unfrieden fest. Das ist eine absolute Polemik und Schamlosigkeit, wenn Sie mit dem, was wir machen, wenn Sie das im Zusammenhang bringen mit dem, was in Apolda oder wo auch immer geschehen ist. Es hat hier immer Neonazis, Postnazis, Nachnazis gegeben, bevor Sie es gemerkt haben. Zweitens, Herr Stäuble hat schon hingewiesen worden, hat selbst gesagt, dass wir nicht imstande sein werden, die Leute abzuschieben, die hergekommen sind. Frau Merkel hat ja zugegeben, dass es jetzt darauf ankommt, vor ein paar Monaten, aus der illegalen Einwanderung eine legale zu machen. Was wollen Sie daran aussetzen? Genau das ist das, was wir wollen, auch wenn wir darüber keine Promotion veröffentlicht haben. Und zum Schluss vielleicht noch eine Bemerkung zu der Kollegin von der Linksfraktion, dass eine Abgeordnete die eine Partei…“ Wieder unterbricht Wendt: „Keine Bemerkungen bitte, die Zeit ist auch schon vorbei, es sind 2 Minuten gleich rum.“ Broder: „Gut, dann will ich nur sagen, dass ich mich an keiner Debatte beteilige, an der Abgeordnete der SED teilnehm.“

    Dr. Rottmann: „Ich wiederhole nochmal, was genau meinen Sie, mit einer wirklich humanitären Hilfspraxis? Wie ist Ihre Vorstellung davon? Und setzen Sie sich mit dem auseinander, was hier im Parlament dazu diskutiert wird?“

    Broder: „Sie haben uns nach der Lösung gefragt, öh. Mit aller Achtung und allem Respekt, es ist nicht unser Job, Lösungen anzubieten, das ist Ihr Job. Und dass Sie uns da nach Lösungen fragen, zeigt nur – Entschuldigen Sie bitte – dass Sie mit dem Job nicht fertig werden. Wissen Sie, es gibt da ein wunderbares Wort von Karl Kraus, den ich als meinen Gott verehre, wahrscheinlich, den einzigen, den ich anbete. Er hat mal gesagt, ich bin kein Huhn. Aber ich weiß, wann ein Ei faul ist. Und das ist die Aufgabe, die wir haben, Frau Lengsfeld und ich auf verschiedenen Ebenen: wir sagen, wann ein Ei stinkt. Und zu der Frage der selbsternannten Experten. Ja natürlich bin ich selbst ernannt, was denn sonst? Wissen Sie eine Stelle, wo man sich um die Anerkennung als Europaexperte bewerben kann… ihre Fraktion ist es wahrscheinlich nicht.“ Unterbrechung unverständlich. Broder: „Ja, wenn? Okay. Das ist jetzt wahrscheinlich alles extrem vertraulich. Ja. Aber was hier stattfindet, in Deutschland und zum Teil auch in Europa, ich will darauf noch einmal hinweisen, was schon Lengsfeld angedeutet hat: wir spielen wirklich „survival of the fittest“. Leute müssen unglaubliche Strapazen hinter sich bringen, sie müssen flüchten, sie müssen von Schleppern ausgebeutet werden, vergewaltigt unter Umständen auch ermordet, um am Ende hier Asyl zu bekommen, ein Mehrbettzimmer in einer Auffangstelle, die heute Ankerzentren heißt“ Wendt unterbricht: „Die Zeit.“ Broder: „das ist nicht human, das ist inhuman. Und das dient nur dem Zweck, dass wir uns für moralisch überlegen erklären können, aber nicht dem Zweck, diesen armen Leuten zu helfen. Wendt wieder: „Die Zeit. Danke sehr. Und“ Ende.

    Mein Kommentar dazu:

    Durch die andauernden Unterbrechungen Broders, nur die Fragen zu beantworten, den ständigen Hinweisen auf die beschränkte Zeit, nicht zu beleidigen, obwohl er das nicht getan hat, und dass ihm das Wort abgeschnitten wurde, entsteht sehr stark der Eindruck eines Gerichtsverfahrens, bei dem Broder verhört werden soll. Das ist keine „öffentliche Anhörung“ im Bundestag besorgter Bürger sondern eher ein Verhör deroselben. „Die Fragen stellen wir!“ kommt es da, das muss man sich mal vorstellen! Mit Verlaub, das hat schon was, wie bei einem Tribunal. Hier wird Gericht gehalten, da soll jemand nach Strich und Faden vorgeführt werden. Ist ihnen aber nicht gelungen, da Broder sich nicht aus der Ruhe bringen ließ, auch nicht durch die Polemik der Grünabgeordneten, die ihn in die Nähe des Rechtsextremismus rücken wollte – und seine Sache gut vortrug.

    Nun wissen wir also, wie mit besorgten Bürgerinnen und Bürgern umgegangen wird, und was die Bobo-Elite an den Schalthebeln der Macht von der Restbevölkerung hält.

  2. humanist

    Danke, Herr Broder und Frau Lengsfeld, für Ihre Contenance im kampf gegen windmühlen. Daß dermaßen arrogante, realwirtschaftlich unvermittelbare Minderbemittelte ihre feindselige Minderbemitteltheit so offen (naja, eh im Eigensaft-Kämmerchen) zur Schau tragen dürfen und ihnen dabei noch vom “Präsidium” (?) sekundiert wird, ist eigentlich Ihnen beiden gegenüber INHUMAN. Es zeigt, wie erfolgreich der linke marsch durch die Institutionen war und wie FETT und massiv diese Leute in ihren teuren, umlagefinanzierten Sesseln kleben. DAS zuzulassen macht uns (inzwischen gearbeitet Habenden) alle mitschuldig an der mittlerweile unauslöffelbar mediokren suppe. Bitte NICHT aufgeben!!! und: alles richtig, Mourawetz!

  3. Fugg Censors

    Ein Demokratie entwürdigendes Event. Man fühlt sich an Volksgerichtshof Tribunale erinnert. Die einzige grün/rote Meinung, wie die damals einzige nationalsozialistische Meinung, wird als Gott gegeben angenommen und jeder Abweichler (demokratischer Bürger) als störender Cretin wahrgenommen. Die Arroganz der Grün*innen wird nur von ihrer Ignoranz übertroffen. Die SED Nachfolger fürchten den Bürger. Für sie hat die Partei immer recht und störende Bürger gehören nach Bauzen. Der Rest der Parlamentarier hat sich wie Eltern von dummen Kindern verhalten. Von der Presse ein ohrenbetäubendes Schweigen. Als Demokrat kann man nur feststellen, jedes Volk verdient die Politiker die es gewählt hat!

    Dank an Frau Lengsfeld und Herrn Broder!

  4. Rado

    Diese überhebliche, hämische Selbstgefälligkeit der beiden Grünen Kader kann man nicht spielen. Man muss im Video speziell diejenige ansehen, die nicht spricht. Man muss es gesehen haben, sonst glaubt man es nicht.

  5. Falke

    Das Video hat Gerald Steinbach schon gestern in einem seiner Kommentare hineingestellt, und zwar noch etwas ausführlicher – und daher noch erschreckender, welch erbärmlicher Dilettantismus und welch konzentrierte Dummheit im deutschen Bundestag sitzt.

  6. Selbstdenker

    @Mourawetz:
    Sie haben recht. Es geht nicht einen Moment um Fakten, sondern darum ein faktenbasierendes Gespräch mit allen Mitteln zu verhindern.

    Die Damen und Herren vom Petitionsausschuss haben das gut einstudiert. Es ist die Simulation einer Hauptverhandlung eines Strafprozesses. Nur halt ohne Regeln und Fakten.

    Siehe auch “die Geburt einer neuen Oberschicht” von gestern: Simulation und Entkopplung.

  7. Johannes

    Ich achte Broder und Lengsfeld sehr und ich lese und höre sie wo immer ich kann, dennoch glaube ich ist man ins offene Messer gerannt. Man hat sich verstricken lassen in klein-klein, viel besser wäre es gewesen, nach meiner Meinung, die wesentlichen Punkte glasklar zu formulieren.
    Welche Verbrechen wurden in welchen Zeiträumen von wem begangen, wie wirken sich die “Messerstechereien“ auf die Statistik aus?
    Welche Rechtsbrüche wurden durch die Regierung begangen als sie 2015 eigenmächtig handelte(n)?

    Solche Fakten hätten Zack-Zack auf den Tisch gehört.
    Stattdessen, ließ man sich schulmeistern und verstrickte sich im Netz der Abgeordneten die – Vollprofis im negativen Sinn – wissen wie man ehrliche Menschen schlecht aussehen lässt.

  8. astuga

    @Johannes – Unterschätzen Sie bloß nicht, wie sehr diese eitle Bagage daran zu kiefeln hat im Internet so bloß gestellt zu werden. Da kommt keiner souverän oder kompetent rüber.

  9. humanist

    @astuga. ich bezweifle deren Intellekt. diese “Damen” fühlen sich kraft ihres linken “Mandates” soo sehr auf der richtigen seite, daß sie gar nicht mehr zu erkennen in der lage sind, wie peinlich und doof sie rüberkommen, wenn sie da fett und eingepfercht an ihren sesseln kleben und “dagegen blubbern”. die glauben das wirklich. leben ja auch anaerob nur zwischen plenarsaal, mensa und sofa und es geht in deren leben NIE auch nur eine sekunde lang um was. zB gerade stehen für eine entscheidung. NIE. das korrumpiert und lähmt das resthirn.

  10. caruso

    Ds Politik-Kaste ist m.A. nach schlicht eine Katastrophe. Und Fr. Lengesfeld und Hr. Broder sind einfach großartig. Solche Politiker würde D brauchen. Mit Verstand statt Ideologie &
    Sesselkleberei.
    lg
    caruso

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .