Mutig: Per Steuerstreik gegen den verluderten Staat

Von | 9. April 2014

“…..Gerhard Höller, ein Trafikant aus Wagrain im Salzburger Pongau, hat genug gehört. Genug von den Skandalen. Und genug von Reformen, die versprochen werden und nie kommen. Deshalb hat er sich entschlossen, in den Steuerstreik zu treten. Seit März überweist er keine Umsatzsteuer mehr an das Finanzamt…..” (hier)

4 Gedanken zu „Mutig: Per Steuerstreik gegen den verluderten Staat

  1. Herr Karl jun.

    Dazu muss man wissen, dass Trafikanten staatlich monopolisierte Verschleißstellen sind. Sie stehen zwar in einem gewissen Wettbewerb, aber die (Tabak-)Monopolverwaltung sorgt dafür, dass sie zumindest ein halbwegs gesichertes Einkommen haben; ihr “Berufsrisiko” ist mit dem von pragmatisierten Staatsdienern vergleichbar.
    Dennoch mach dieser Trafikant Hoffnung. Und zwar jenen, die bisher den Staat und seine krakenhaften Gliederungen (z.b. die [Tabak]Monopolverwaltung) netto zwangsfinanzieren mussten und um deren Proteste man sich um keinen Deut scherte. Solche feudalistischen Apanagensystem verschwinden scheinbar erst, wenn es von innen heraus in Frage gestellt wird; wenn Neidgefühle, Underdog-Ressentiments und Überschätzung des eigenen Wertschöpfungsbeitrages zu Rang- und Verteilungskämpfen vor den nur mehr halbvollen Futtertrögen führen. Leider ist anzunehmen, dass dem Büttel einer staatlichen Monopolverwaltung bald die Luft ausgehen wird, die Bundesabgabenordnung und die “Standesregeln für Trafikanten” (ja, die gibt es) werden ihm wohl schneller als er glaubt zur Räson bringen. Ich halte ihm dennoch die Daumen.

  2. Reinhard

    Wollte er die eigene Steuerleistung zurückhalten, müsste er die Einkommensteuer vorenthalten. So aber tut er es mit der Steuerleistung der Kunden, die er nur als Durchlaufposten an das Finanzamt weitergeben muss. Es sind also nicht seine Steuern, die er zurückhält, sondern die Zahlungen der Kunden an das Finanzamt, die er sich widerrechtlich aneignet.
    Da hat ihn der Büttel aber schnell am Halse!

  3. Ehrenmitglied der ÖBB

    @ Reinhard
    einerseits haben sie recht, andererseits ist der gute Mann nur Agent, der die Steuerleistung andrer “Wutbürger” zurückhält 🙂
    Wenn sich alle Konsumenten, deren USt er zurückhält, mit ihm solidarisieren, kann es zum Schneeballeffekt kommen und die Büttel hätten Schwierigkeiten alle einzufangen?

  4. Reinhard

    @Ehrenmitglied der ÖBB

    Das Problem ist, dass keiner die Zahlung dieser USt verweigern kann, denn wenn ich sie als Käufer einseitig von der Rechnung abziehe, darf mir der Verkäufer entweder die Ware nicht aushändigen oder – wenn er es doch akzeptiert – wird einfach der verringerte Preis automatisch zum Bruttopreis und somit wieder der 16,67%-ige Anteil des VKP zum Eigentum der Finanz. Die Büttel können sich also ruhig auf den Einen konzentrieren, der Rest ist ihnen egal.
    Egal wie man es dreht und wendet, die Büttel sitzen am längeren Hebel. Verzweifelte Aktionen Einzelner bringen genau gar nichts, da das sogenannte “Steuerrecht” aus Sicht der Zahlschafe eher ein “Steuerunrecht” ist, denn es lässt keine Abweichung zu.
    Ein organisierter Massen-Steuerstreik könnte das System zum Kippen bringen, auch wenn die Organisatoren mit hoher Wahrscheinlichkeit dafür hinter Gitter landen würden (so sie keine Unfälle haben…).
    Aber was dieser einzelne Trafikant dort aufführt ist nur das trotzige Aufstampfen eines Kindes, das den bitteren Brei nicht essen mag – man wird ihn eben aushungern, bis er alles frisst, und fertig. Die Medien haben eine rührige Geschichte, die kleinen Leute haben was zum Bangen und am Ende die Erkenntnis, dass man gegen die Krake nicht ankommt und besser Maul hält und blecht.
    Jeder Selbstständige, der das versucht, kann sich von seinem Geschäft verabschieden.
    Traurig, aber leider ist es so. Das System ist wasserdicht, außer man kann sich die Flucht leisten.

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