Mutter sein darf nicht Altersarmut bedeuten

Von | 27. März 2016

(von MARCUS FRANZ)  Der Feminismus hat den Frauen eine neue „Freiheit“ gebracht: Sie müssen heute nicht mehr nur die Kinder gebären und erziehen, sondern sie können neben den traditionellen familienbezogenen Tätigkeiten auch noch arbeiten gehen oder auf Familie und Nachwuchs verzichten und sich überhaupt nur dem Beruf widmen. Viele Frauen sehen das als Fortschritt, denn in der veröffentlichten Meinung und gemäß der political correctness gilt, dass erst eine flächendeckende Berufstätigkeit die Frau unabhängig macht und ihr die Selbstverwirklichung ermöglicht. Last not least ist sie auch wesentlicher Teil der Gleichberechtigung.

Freilich kann man diese sogenannte Errungenschaft ebenso gut als Eintritt in eine neue Abhängigkeit, als Einengung der natürlichen weiblichen Lebenswelten und letztlich als eine große Täuschung der Moderne interpretieren. Die Realität straft ja alle feministischen Visionen der frühen Jahre Lügen: Berufstätige Frauen mit Kindern unterliegen der vielzitierten Doppelbelastung in Haushalt und Beruf, sie müssen Kinder und Job unter einen Hut bringen und stehen unter permanentem Druck.

Auch wenn sehr viele Männer gerne und fleißig die berufstätigen Mütter in der Kinderbetreuung und beim Waschen-Bügeln-Putzen unterstützen, auch wenn Haushaltshilfen und Tagesmütter viele der ehemals klassischen Hausfrauen-Aufgaben übernehmen, so bleibt der werktätigen Frau mit Kindern dennoch neben der Lohnarbeit ein großes Pensum an familiären Anforderungen. Speziell in den ersten Lebensjahren ist die Mutter-Kind-Bindung sehr stark und enorm wichtig für die Kinder, diese benötigen daher viel Zeit und viele Ressourcen der Mütter.

Die grassierende und die Demografie destabilisierende Kinderlosigkeit ist nur eine der aus diesen Fakten entstehenden negativen Folgen. Welche Frau will sich schon freiwillig und gern in die zitierten Nöte begeben? Karriere zählt doch zumindest in jungen Jahren mehr als Familie. Die Tretmühle des Berufslebens wird daher von sehr vielen jungen Frauen als erstrebenswerte Destination gewählt und der Mutterschaft vorgezogen, zumindest bis das Ticken der biologischen Uhr unüberhörbar wird. Ab dann wird’s eng, denn nun müssen unwiderrufliche Entscheidungen getroffen werden: Kinder? Beruf? Beides? Und wie auch immer die Frau sich entscheidet – sie wird etwas aufgeben müssen. Entweder ein Stück ihrer „Freiheit“ oder einen ureigenen Wesensinhalt ihrer Weiblichkeit, nämlich die Mutterschaft.

Weder die Politik noch die Frauenrechtlerinnen haben es in den Jahrzehnten der real existierenden Gleichberechtigung geschafft, den Frauen jene Möglichkeiten zu geben, welche ihnen von den 68ern und anderen Sozialromantikern versprochen wurden. Und das liegt definitiv nicht an der immer wieder behaupteten Reformresistenz der angeblich so patriarchalischen Männerwelt, sondern ganz einfach in der Natur: Frauen sind Frauen und keine Männer und nur Frauen können Mütter werden. So weit die banale Realität. Die lässt sich nicht ändern und die biologischen Gegebenheiten sind wie sie sind.

Die umfassende Eroberung der sogenannten männlichen Bastionen war daher von Anfang an zum Scheitern verurteilt und musste zwangsläufig zur Generalfrustration der Frauenwelt führen. Die Surrogate dieser durch Vorspiegelung falscher Möglichkeiten geschaffenen Enttäuschung sind die häufig zu vernehmenden Klagen über das geringere Einkommen der Frauen und die Kritik an der gläsernen Decke, die vielerorts die Frauen bei ihrem beruflichen Fortkommen behindert.

Damit jetzt kein Missverständnisse aufkommt: Es gibt einen gesellschaftlichen Konsens darüber, dass individuelle Wahlfreiheit im Leben an oberster Stelle stehen soll. Alle Frauen sollen frei entscheiden können, wie sie ihr Leben verbringen möchten. Dieser Konsens ist zu unterstützen und es wird heute kein ernst zu nehmender Mensch fordern, dass Frauen wieder jene Rolle einnehmen sollen, die sie bis in die späten 60er Jahre innehatten.

Allerdings muss die Gesellschaft die vorhandenen und frei wählbaren Optionen mit der entsprechenden Wertigkeit versehen. Es ist merkwürdig und prinzipiell zu kritisieren, wenn heute sowohl in den Medien wie auch in der Frauen-Politik sublim vermittelt wird, dass ein Dasein „nur“ als Mutter gesellschaftlich nicht so viel wert sei wie eine berufliche Karriere ohne Kinder. Und es ist höchst befremdlich, wenn berufstätige Frauen, die sich für Kinder entscheiden, in der Gesamtschau schlechter gestellt sind als kinderlose arbeitende Frauen. Wir brauchen hier nicht nur ein Umdenken, es steht vielmehr eine Umwertung aller jener Werte an, die durch den Feminismus verrückt wurden.

Berufstätige Mütter haben neben aller Freude, die ihnen die Kinder bringen, ja insgesamt deutlich mehr an Arbeitslast zu bewältigen und definitiv mehr Sorgen zu tragen und mehr Aufgaben zu lösen als Kinderlose. Obwohl sie für die Gesellschaft durch ihre Nachkommenschaft Essenzielles leisten und obwohl sie die jeweils neue Generation hervorbringen, sind sie de facto auf vielen Ebenen benachteiligt. Daher müssen wir nicht nur eine Änderung des Meinungsklimas anstreben, sondern auch in der Familienpolitik konkrete neue Akzente setzen: Mütter und die Familien insgesamt sind besser und gezielter zu unterstützen.

Dazu gehört als erster Schritt, dass berufstätige Mütter weniger Steuern zahlen und dass überhaupt eine Reform der Familienbesteuerung (etwa wie in Frankreich) eingeführt wird. Auch ein Mütter-Bonus muss kommen, der zusätzlich zur Pension ausbezahlt wird. Berufstätige Frauen, die sich für Kinder entscheiden und generell alle Mütter müssen uns in der Gesellschaft ganz einfach mehr wert sein als dies jetzt der Fall ist.

8 Gedanken zu „Mutter sein darf nicht Altersarmut bedeuten

  1. Der leiwaunde Johnny

    Die moslemischen Frauen bekommen in Österreich doch wahrlich genug Kinder. Dies noch weiter zusätzlich zu subventionieren, halte ich für falsch. Darüberhinaus gilt, dass durch staatliche finanzielle Anreize tendenziell jene Paare zur Fortpflanzung animiert werden, die nicht unbedingt die künftigen Netto-Zahler hervorbringen.

  2. gms

    Der leiwaunde Johnny,

    “Die moslemischen Frauen bekommen in Österreich doch wahrlich genug Kinder. Dies noch weiter zusätzlich zu subventionieren, halte ich für falsch.”

    Deshalb sind die von Marcus Franz explizit vorgeschlagenen Änderungen des Steuersystems auch valide Abhilfen. Eine allfällige Alimentierung in der Pension, so es dieser tatsächlich bedürfte, käme dann nur Eltern zu, die ihre Kinder aus eigener Anstrengung großzogen.

  3. Manuel Leitgeb

    Die wirkliche Lüge ist doch, daß es bei uns keine richtige Entscheidungsfreiheit mehr gibt. Eine durchschnittliche Mittelstandsfamilie kann heutzutage dank den extremen Steuern und Abgaben mit einem Gehalt keine zwei oder drei Kinder “erhalten”, ohne massive Einschränkungen in der Lebensführung. Klar, mit Trickserei und Betrügen geht das schon bequem, aber wenn man ehrlich sein will?
    Und die Sozialisten in allen Parteien nutzen das auch geschickt aus, da sie statt die Abgaben zu senken, Kinderkrippen bauen und sich als Problemlöser darstellen.
    “Liebe Mutter, wenn du arbeiten mußt (weil wir euch soviel Geld nehmen) gib deine Kleinkinder doch vertrauensvoll zu uns, wir kümmern uns um sie (denn Kinder müssen frühestmöglich dem schädlichen Einfluß der Eltern entzogen werden) und um ihre Erziehung (Indoktrination)”.

    Die Pointe: Kinder die wirklich gefährlichen Einflüssen ausgesetzt sind, werden ignoriert (z.B. islamische Kindergärten in Wien).

  4. Selbstdenker

    Marcus Franz ist beizupflichten: eine Umstellung auf das französische Modell der Familienbesteuerung wäre ein Gebot der Stunde.

    Das aktuelle Modell der Individualbesteuerung ist bei näherer Betrachtung nicht nur hochgradig unfair, sondern es zerstört die Familie als elementarste sozioökonomische Einheit unserer Gesellschaft. Die auf Basis von Liebe und Empathie innerhalb der Familie wesentlich besser und günstiger realisierbaren Aufgaben werden nun im Regelfall – und nicht wie früher nur in Ausnahmesituationen – an den teuren, bürokratischen und sterilen “Sozialstaat” ausgelagert.

    In Österreich wurde in den 1960iger Jahren das Ehegattensplittung zunächst durch ein – in den meisten Fällen – einkommensneutrales System von verschiedenen Absetzbeträgen in Kombination mit einer pauschalen Familienbeihilfe ersetzt. Im Laufe der Zeit verdiente der Staat immer mehr über die kalte Progression, die bei der Individualbesteuerung umso heftiger zuschlägt, während Absetzbeträge und pauschale Familienleistungen nur geringfügig an die Inflationsentwicklung angepasst wurden.

    Ultimativ betrügt der Staatsfeminismus nicht nur die Gesellschaft im Allgemeinen, sondern auch die Frauen im Speziellen: das was für einige erstrebenswert erscheint, wird nun pauschal zum Leitbild für alle erhoben. Die ursprünglich sinnvolle Verschiebung zum Dürfen und Können wurde in Richtung Sollen und Müssen pervertiert. Wahlfreiheit sieht meiner bescheidenen Meinung nach anders aus.

    In zehn Jahren wird man die Rolle vom Feminismus nüchterner als in den letzten zehn Jahren sehen, da den Menschen zunehmen klar wird, dass er die Hauptschuld am Bankrott unserer Gesellschaft hat. Dass Feministinnen immer mehr nach Mitteln der staatlichen Repression und Zensur rufen, verdeutlicht, dass die Repräsentant*innen und Günstlinge vom Staatsfeminismus instinktiv spüren, dass es dem Ende zugeht:

    Der Spätfeminismus lässt es noch einmal richtig krachen, wie beim Silvesterfeuerwerk in Köln, bevor er unter der Burka verschwindet.

  5. Mona Rieboldt

    Schön, dass zu so einem Thema stets Männer schreiben *lach* Schon die Vermengung von Feminismus und Frauen und Kinder bekommen, ist absurd. Manuel Leitgeb hat völlig recht, es sind die immer höheren Steuern, Abgaben, die kalte Progression, die es nötig macht, dass Frauen arbeiten müssen, die lieber bei ihren kleinen Kindern bleiben würden. Schon 300.000 Haushalten wurde der Strom abgedreht, weil er inzwischen zu teuer in D ist. Die früheren “Nebenkosten” für Wasser, Strom etc. sind heute eine zweite Miete. Überall erhöhen die Kommunen die Grundsteuer, eine Umlagesteuer, die jeden Mieter trifft, höhere Abwasser- und Müllgebühren etc. Die Politik selbst macht das Wohnen so teuer, Mietpreisbremse verhindert Wohnungsbau und macht daher Wohnraum noch teurer. Und ja, den Linken war die Familie immer suspekt, daher sollen die Frauen auch arbeiten, die Kinder schon unter drei Jahren in eine Krippe geben, damit sie so früh wie möglich indoktriniert werden können.

    gms
    Diejenigen, die von Sozialhilfe und Kindergeld gut leben können, ist die Unterschicht, die heute auch die meisten Kinder bekommen. Um die Kinder kümmern sich dann Sozialhelfer etc., da können sie auch ihre Kinder ohne Frühstück in die Schule schicken, müssen sich nicht selbst unbedingt um die Kinder kümmern.

    Wenn Sie nur diejenigen finanziell besser stellen wollen, die mit eigenem Geld ihre Kinder groß ziehen, wird das einen Shitstorm ungeahnten Ausmaßes geben. Im Rentensystem sind Mütter in D besser gestellt als Frauen ohne Kinder, auch in der Pflegeversicherung müssen kinderlose Frauen mehr bezahlen in D.

  6. Selbstdenker

    @Mona:
    Bei Ihnen hat die Gehirnwäsche der Feministinnen aber auch schon Spuren hinterlassen: meinen Sie ernsthaft, dass man sich zu einem gesellschaftspolitisch relevanten Thema nur äussern darf, wenn man zur betroffenen Gruppe zählt? Dürfen dann z.B.auch nur Moslems islamistische Anschläge beurteilen, ja?

  7. Selbstdenker

    Den angedrohten Shitstorm kann man aushalten: in spätestens 10 Jahren verschwinden die Frauen ohnedies in vielen Fällen selbstverursacht der Reihe nach unter der Burka.

    Sollte man Mitleid haben? Nein, wenn es die betrifft, die den gesellschaftlichen Meltdown zu verantworten haben. Ja, wenn es die betrifft, die nichts dafür können: Frauen nachfolgender Generationen und solche die aus Hoffnung auf ein besseres Leben hier her gezogen sind.

  8. Mona Rieboldt

    Selbstdenker
    Sie überziehen, denn das habe ich nicht gesagt. Es wäre halt auch gut, wenn sich mehr Frauen dazu äußern würden, denn die betrifft es ja direkt. Natürlich kann sich auch jeder Mann dazu äußern, ob Vater oder nicht Vater.

    Ich habe mit dem Feminismus nichts zu tun. Nur wird das gern angeführt, wenn es darum geht, die kalte Progression abzuschaffen und Steuern zu senken. Es geht in der Hauptsache darum, dass Frauen arbeiten müssen, weil das Geld nicht reicht. In den wenigsten Fällen ist das “Selbstverwirklichung” feministischer Art.

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