Na klar, der Westen ist schuld am muslimischen Schwulenhass

Von | 15. Juni 2016

Die These, eigentlich sei der Westen wieder einmal schuld, ist keineswegs neu. Nach dem Massaker in Orlando, bei dem Omar Mateen sich erst zum Islamischen Staat bekannte und dann neunundvierzig Menschen in einem Gay Club erschoss und über fünfzig weitere verletzte, wird sie jetzt wieder hervorgekramt. „Warum das Schwulsein schon immer zum Islam gehörte“, erklärt etwa Eva Marie Kogel in der Welt und auch die Tagesschau stellt fest, dass „gleichgeschlechtliche Liebe in islamischen Ländern über viele Jahrhunderte toleriert“ worden sei…. (weiter hier)

15 Gedanken zu „Na klar, der Westen ist schuld am muslimischen Schwulenhass

  1. Fragolin

    Natürlich, voll und ganz! Denn erst die ausbeuterischen Kolonialherren und die imperialistischen Eroberer haben den glücklich vor sich hin vögelnden Primitiven das Lesen beigebracht – und was mussten sie da erfahren, steht eigentlich im Koran und der Sunna zu ihrem Treiben? Flugs begann die Läuterung – und wieder war es der Westen, dessen profitgierige Maschinenbauer die Baukräne lieferten, an denen Freitags die Flurbereinigung im heteronormativen (oder um die Rangfolge besser zu verdeutlichen wohl eher servonormativen) muslimischen Gemeinwesen gefeiert wird. Wir haben sie brutal aus dem Paradies des Nichtwissens vertrieben, ihnen den Apfel der Erkenntnis gewissermaßen mit Gewlat in den Hals gestopft und wollen uns jetzt aufregen, wenn sie verzweifelt nach Luft ringend um sich schlagen?
    Asche auf unser Haupt, wir bösen bösen weißen Männer, wir sollten schnellstens Buße tun! Meaculpianismus ist angesagt! Oder einfach: Deutschsein.

  2. waldsee

    gültig für mehrere sorten gläubiger: “” aber die Tatsache, dass sie die beruhigenden, kindhaften Vorstellungen den grausamen Gewissheiten der Erwachsenenwelt vorziehen…””

  3. Thomas Holzer

    “Denn Homosexualität im Sinne einer nicht-männlich dominanten, auf Reproduktion und patriarchale Kontrolle fußenden Beziehung………….”

    Homosexualität und Reproduktion?!

    Da hat wohl jemand die Biologie-Stunde geschwänzt.

    Außerdem ist es mir mehr als nur egal, warum jemand Homosexuelle nicht mag oder gar hasst; soll er/sie/es, berechtigt aber nicht zur Vernichtung des Lebens der Menschen, welche man nicht ausstehen kann

  4. Falke

    Gestern in der ZiB2 bei Armin Wolf erklärte ein (auffallend wohlgenährter) islamischer Prediger, dass die Tat in Orlando eine Beleidigung des Islams und Allahs sei und dann (auf mehrmaliges Nachfragen betreffend Islam und Homosexualität), dass im Koran die Menschenwürde an oberster Stelle stünde – mehr war aus ihm in dieser Hinsicht nicht herauszubekommen.

  5. sokrates9

    Ein wesentlicher Grund ist die Zunahme der Bedeutung von Religion! Vor 30 Jahren lief das Leben in Europa wesentlich normaler ab, in moslemischen Ländern wie Türkei, Ägypten, Libanon, Syrien , Marokko waren verschleierte Frauen kaum zu sehen! Erst in letzter Zeit gewinn Religion so an Bedeutung! Religionssendungen im ORF waren auch abgesehen vom Papstsegen urbi et orbi völlig unbekannt!

  6. astuga

    Der Knackpunkt bei dieser mutmaßlichen Toleranz der Homosexualität ist die Frage, was in der jeweiligen Kultur überhaupt als homosexuelle Praktik betrachtet wird.

    Es gab im persisch geprägten Kultur- und Sprachraum bereits eine vorislamische (!) homosexuelle Tradition ähnlich der im antiken Griechenland.
    Gerade in den damals neu islamisierten Gebieten hat sich das dann noch lange gehalten, vereinzelt bis in jüngste Zeit
    Die Gedichte Abu Nuwas und Wikipedia: Bacha Bazi habe ich ja bereits anderswo erwähnt.
    Die Homosexualität zwischen Erwachsenen war aber bereits in vorislamischer Zeit geächtet, im Islam dann erst recht.
    Auch war geduldete Homosexualität im Islam auch Ausdruck eines gesellschaftlichen Machtgefälles.
    Wer als freier Muslim seinen christlichen Sklaven, oder wie Abu Nuwas den christlichen Schankburschen in der Weinschenke missbraucht hat, bekam eher keine Probleme.
    Aber wehe, jemand hätte das selbe mit einem anderen erwachsenen Muslim praktiziert.

    Es gilt im Islam auch immer die rechtliche Frage, ist etwas sexuell erlaubt bzw verboten, wenn gar keine Penetration stattfindet.
    Khomeini selbst hat ein juristisches Werk dazu verfasst, etwa ob und wann man sich an Kindern und Tieren “reiben” darf.
    ZB sollte man derart genutzte Tiere nur ans Nachbardorf verkaufen.
    Gerade in der Shia wird das thematisiert – wenn auch nicht gerne vor Nichtmuslimen.
    Diese juristischen Abhandlungen Khomeinis werden heutzutage auch nicht mehr publiziert.

  7. astuga

    Dass sich homosexuelle Männer zB im Iran mitunter einer erlaubten (!) Geschlechtsumwandlung unterziehen (selbst wenn sie das eigentlich gar nicht möchten) ist Ausdruck dieses pathologischen Umgangs mit der Sexualität im Islam.
    Sich als Frau zu verkleiden war immer schon eine Ventil (egal ob in der Türkei, Pakistan, Afghanistan oder Iran).
    So wie umgekehrt mitunter muslimische Frauen ganz in einer angenommen Rolle als Mann aufgehen (vor allem wenn eine Familie keine Männer mehr besitzt).
    Ein Phänomen dass es von Albanien bis Afghanistan gibt.

  8. Waltraud Astl

    @Gerald Steinbach.
    Besagtes Interview ist wirklich sehenswert und in vielerlei Hinsicht bemerkenswert! Wie lange lassen wir uns diesen Orf auf unsere Kosten noch bieten?

  9. Thomas Holzer

    @Waltraud Astl
    Aber wovon der Orlando-Attentäter traumatisiert sein sollte, konnte oder wollte der Herr Demir nicht sagen.
    Ich tippe auf zwei sich küssende Schwule 😉

  10. Herbert Manninger

    @Gerald Steinbach
    Dieses Interview führte Wolf wie ein Lamm. Unfassbar, wie kriecherisch er sich die schleimigen, verlogenen Wortgirlanden anhörte!
    Er tritt eh immer nur offene Türen mit voller Wucht ein…..

  11. stiller Mitleser

    Interessanter Artikel aus Mena-Watch und interessante Bemerkungen dazu von astuga!
    .
    Der Maghreb war seit der Mitte des 19.Jhs beliebt bei homophilen Reisenden. In einer Kultur die keine Koedukation der Geschlechter kennt, werden erste Erfahrungen eben eher mit dem eigenen Geschlecht
    gemacht. Bei Berichten von sexuellen Übergriffen durch Flüchtlinge, fallen neben denen gegen europäische Frauen auch jene gegen jüngere/schwächere Männer der eigenen Gruppe auf.

  12. Carl Schurz

    “…, dass im Koran die Menschenwürde an oberster Stelle stünde…”
    Stimmt bzw. ist so in der Kairoer Erklärung niedergeschrieben. Jedoch gilt das nur für Muslime. Das sagte der Imam nicht. Verlogen und die Pressefuzzis merken es nicht. Dabei haben die mehr Zeit zum Lesen und Recherchieren als ich. Unfassbar so schlecht vorbereitet zu sein.

  13. astuga

    “Menschenwürde” kann ohnehin nicht im Quran stehen.
    Da dieser Begriff im Arabischen damals gar nicht existierte.
    Das einzige das tatsächlich im Quran steht ist, dass Muslime allen anderen überlegen wären.
    Und es außerhalb des Islam auf Dauer keinen Frieden und kein Existenzrecht für Menschen gäbe.

    Dieser Imam, ORF-Liebling und isl. Gefängnisseelsorger ist mir schon mehrmals unangenehm als Taqiyya-Prediger aufgefallen.
    Wobei Taqiyya gar nicht zwangsläufig eine offene Lüge bedeutet.
    Zumeist ist es ein weglassen, herumreden oder relativieren – aber immer besseres Wissen.
    Funktioniert natürlich nur bei Uninformierten, Gutgläubigen und Verblendeten, und er erzählt das was sie hören wollen.

  14. Reini

    Frau Eva Maria Kogel sollte dies Meinung in der Türkei in der Öffentlichkeit durchsagen, … mal sehen wie Herr Erdogan darauf reagiert?

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