Na klar, die Deutschen sind schuld

Von | 3. März 2013

“….Rekordarbeitslosigkeit, Null-Wachstum und ein hohes Defizit – Frankreichs Wirtschaft lahmt. Die Nation fürchtet, zum neuen Pflegefall Europas zu werden. Die Schuld an der Misere schiebt die Regierung in Paris auf Deutschland….” (SpOn)

6 Gedanken zu „Na klar, die Deutschen sind schuld

  1. Tom Pinger

    Ja, ja…, das Friedensprojekt Euro schreitet munter voran. Es vereint die Völker und baut Aversionen und Vorurteile ab.

  2. rubens

    Ja und hier finden die Franzosen in Soros den perfekten Unterstützer.

  3. Leitwolf

    Cahuzac verzapft da den selben Unsinn, den hier schon zuvor ein (von mir kritisierter) Blogger hinterlassen hat. “Deutschland hat die Tradition einer starken Währung und seine Exporte haben darunter nicht gelitten. Das ist aber eine Ausnahme, wir brauchen eine klarere Kooperation.”

    Weiß das der Herr Cahuzac denn ganz genau? Oder ist das mehr eine Annahme. Vielleicht eine von jenen Annahmen die am Beginn einer jeden Katastrophe stehen?

    Wer die Realität, damit sind vorrangig Daten gemeint, kennt, der weiß auch, dass man die Wirtschaftsgeschichte Deutschlands nach dem Krieg in zwei Phasen teilen kann: jene vor 1970, und die danach. Die beiden unterscheiden sich ein wenig, etwa so wie Tag und Nacht.

    Einerseits hätten wir das “Wirtschaftswunder”, Vollbeschäftigung plus “Gastarbeiter”, rapides Wachstum quer durch alle Bereiche (insbesondere auch der Löhne), und rein zufällig eine D-Mark die im Bretton Woods System deutlich unterbewertet war.

    Andererseits stehen die Reallöhne heute auf genau dem Niveau des Jahres 1970(!!!). Der einzige Zugewinn besteht indirekt in der Wiedervereinigung, denn immerhin partizipiert nun auch die frühere DDR an diesem Wohlstandsniveau.
    Dann wären da stete Budgetdefizite, eine Staatsverschuldung von 83% (die in Wahrheit aber auch weit im dreistelligen Bereich liegt), tendenzielles Nullwachstum, Massenarbeitslosigkeit und eine Demographie, die Deutschland bald schon zum alten Mann Europas (mit leicht türkischem Akzent) machen wird. All das freilich mit Hilfe der “starken D-Mark”, die nach 1970 kräftig aufwertete.

    Aber sind da nicht die Exportüberschüsse? Sprechen die nicht für sich?
    Die Sprechen schon eine Sprache, die man allerdings auch verstehen muss. Dazu braucht es ein wenig VWL Grundwissen.
    Die Leistungsbilanz ist eine Teilbilanz der Zahlungsbilanz. Überschüsse der Leistungsbilanz finden sich gegengleich in der Kapitalbilanz (im engeren Sinne) oder der Devisenbilanz wieder, welche die beiden anderen Teilbilanzen darstellen.

    In der Praxis bedeutet das zwei unterschiedliche Szenarien. Dabei sei an Böhm Bawerk erinnert: “Die Kapitalbilanz befiehlt, die Leistungsbilanz gehorcht”
    a) der Leistungsbilanz erzielt Überschüsse weil Kapital abwandert. Ein Teil der Sparquote wird im Ausland veranlagt, die Investitionsgüternachfrage als Teil der aggregierten Nachfrage sinkt. Es wird mehr produziert als im Inland nachgefragt wird, es wird ein Exportüberschuss induziert.
    b) die Notenbank kauft Devisen auf um einen (zu) niedrigen Wechselkurs zu halten. Der Überschuss der Leistungsbilanz wird dann durch die Devisenbilanz gedeckt.

    Die beiden Szenarien unterscheiden sich stark im Ergebnis. Szenario a) geht einher mit schwachem Wachstum und all den unangenehmen Nebenwirkungen. Trotz Exportüberschüssen siecht die Wirtschaft dahin, was verständlich ist, wenn man die Ursache in der Kapitalflucht sieht. Der Standort ist nicht konkurrenzfähig und die Exportüberschüsse sind sogar ein Indikator dafür.
    Szenario b) hingegen zeigt wie effektiv “Währungsdumping” funktioniert. Das war in Deutschland bis 1970 so, und ist heute in China nicht anders.

    Fazit: die Bewertung der Währung macht den ganz großen Unterschied. Man kann diesen Aspekt gar nicht überschätzen. Am versteht man es wie ein Gaspedal. Drückt man die Währung unter den Marktpreis, dann beschleunigt die Wirtschaft, erhöht man sie über dieses Niveau, dann bremst man.
    Aufgrund der Wechselkurspolitik Chinas sind die freien Währungen allerdings allesamt passiv überbewertet (im Vergleich zur Industrienation Nummer 1, China also) und fahren somit mit angezogener Handbremse. Daran werden Konjunkturprogramme welcher Art auch immer nichts ändern können.

  4. Feldheld

    Naja, das ist halt das zentrale Mantra aller linken oder rechten Ideologien: der Bessere ist schuld am Schlechtsein des Schlechteren. Nicht der Schlechtere muß sich anstrengen um besser zu werden, sondern der Bessere muß auf das Niveau des Schlechteren herabgezogen werden. Mithilfe der Staatsmacht.

  5. wollecarlos

    Rechnung mit dem EURO
    Rechnung für Europa

    10 Männer – ein Grieche, ein Italiener, ein Franzose, ein Portugiese,
    ein Spanier, ein Zypriot, ein Finne, ein Österreicher, ein Holländer und ein Deutscher- treffen sich regelmäßig zum Essen.

    So war es auch wieder in der letzten Woche.
    Die Rechnung für alle zusammen betrug genau 500,00 Euro, denn man speiste schon sehr gern auf hohem Niveau.

    Die Gäste zahlten ihre Rechnung wie wir unsere Steuern und das sah ungefähr so aus:

    – Vier Gäste (der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener) zahlten nichts.
    – Der Zypriot zahlte 1 Euro. Der Franzose 5 Euro.
    – Der Österreicher 50 Euro. Der Finne 80 Euro.- Der Holländer 100 Euro.
    – Der Zehnte (der Deutsche) zahlte 264 Euro.

    Das ging schon eine ganze Weile. Immer wieder trafen sie sich zum Essen und alle waren zufrieden.

    Bis der Wirt Unruhe in das Arrangement brachte in dem er vorschlug, den Preis für das Essen um 50 Euro zu reduzieren.
    “Weil Sie alle so gute Gäste sind!”

    Wie nett von ihm!

    Jetzt kostete das Essen für die 10 nur noch 450 Euro, aber die Gruppe wollte unbedingt beibehalten so zu bezahlen,
    wie das bisher üblich war.

    Dabei änderte sich für die ersten vier nichts, sie aßen weiterhin kostenlos.
    Wie sah es aber mit den restlichen sechs aus?
    Wie konnten sie die 50 Euro Ersparnis so aufteilen, dass jeder etwas davon hatte?

    Die sechs stellten schnell fest, dass 50 Euro geteilt durch sechs Zahler 8,33 Euro ergibt.
    Aber wenn sie das von den einzelnen Teilen abziehen würden,
    bekämen der fünfte und der sechste Gast noch Geld dafür, dass sie überhaupt zum Essen gehen.

    Also schlug der Wirt den Gästen vor, dass jeder ungefähr prozentual so viel weniger zahlen sollte wie er insgesamt beisteuere.

    Er setzte sich also hin und begann das für seine Gäste auszurechnen.

    Heraus kam folgendes:

    – der Zypriot, ebenso wie die ersten vier, zahlte ab sofort nichts mehr (100% Ersparnis).
    – Der Franzose zahlte 3 € statt 5 € (40% Ersparnis).
    – Der Österreicher zahlte 45 € statt 50 € (10% Ersparnis).
    – Der Finne zahlte 72 € statt 80 € (10% Ersparnis).
    – Der Holländer zahlte 90 € statt 100 € (10% Ersparnis).
    – Der Deutsche zahlte 239 € statt 264 € (11% Ersparnis).

    Jeder der sechs kam bei dieser Lösung günstiger weg als vorher und die ersten vier aßen immer noch kostenlos.

    Aber als sie vor der Wirtschaft noch mal nachrechneten, war das alles doch nicht so ideal wie sie dachten.

    “Ich hab’ nur 2 Euro von den 50 Euro bekommen!”
    sagte der Franzose und zeigte auf den Deutschen,
    “Aber er kriegt 25 Euro!”.
    “Stimmt!”, rief der Zypriot,
    “Ich hab’ nur 1 Euro gespart und er spart mehr als zwanzigmal so viel wie ich”.

    “Wie wahr!!”,rief der Österreicher,
    “Warum kriegt er 25 Euro zurück und ich nur 5?

    Alles kriegen mal wieder die reichen Deutschen!”.

    “Moment mal” riefen da der Grieche, der Portugiese, der Spanier und der Italiener aus einem Munde, “Wir haben überhaupt nichts bekommen. Das System beutet die Ärmsten aus!!”.

    Und wie aus heiterem Himmel gingen die neun gemeinsam auf den Deutschen los und verprügelten ihn.

    Am nächsten Abend tauchte der Deutsche nicht zum Essen auf.
    Also setzten sich die übrigen 9 zusammen und aßen ohne ihn.
    Aber als es an der Zeit war die Rechnung zu bezahlen, stellten sie etwas Außerordentliches fest:
    Alle zusammen hatten nicht genügend Geld um auch nur die Hälfte der Rechnung bezahlen zu können!

    Und wenn sie nicht verhungert sind, wundern sie sich noch heute.

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