Nachdenken über einen EURO-Ausstieg

Von | 20. November 2021

(JASEF STARGL) Die Kosten der Wirtschafts- und Währungsunion werden für die Bürger immer höher und das Vertrauen in die Europäische Zentralbank wird immer geringer.
Eine sonderinteressenorientierte und lernresistente Nomenklatura im „EZB-Taubenkobel“ praktiziert eine Weichwährungs-Geldpolitik. Die „Tauben“ fördern überschuldete Staaten, eine Schuldenunion, eine Entschuldungsunion und eine Enteignungsunion.
Eine Europäische Rechtsunion ist gescheitert. Zahlreiche Verträge und Regeln werden nicht eingehalten. In der „Juristenunion“ werden die geldpolitischen Maßnahmen als „rechtmäßig“(!) bestätigt.
Die antimarktwirtschaftliche Entschuldungsgeldpolitik der EZB (Inflationspolitik und Zinsmanipulation) dient der Entwertung der Staatsschulden sowie der Macht überschuldeter Staaten und supranationaler Institutionen.
Der „Schuldenpyramiden-Sozialismus“ der EZB bewirkt Wohlstandsverluste für die Bürger.
Über die Geldentwertungspolitik erfolgt eine Zwangsumverteilung von Einkommen und von Vermögen. Die Preissteigerungen erhöhen die Einnahmen des Staates sowohl bei indirekten Steuern als auch durch die Inflationsbesteuerung (kalte Progression).
Die negative Realverzinsung enteignet die Sparer/die Gläubiger, zerstört die private Altersvorsorge und erschwert den Vermögensaufbau sowie den Erwerb von Privateigentum.
Die EZB-Geldpolitik bewirkt immer mehr „Bedürftige“, die im paternalistischen Versorgungsstaat ein Anspruchsdenken und eine Vollkaskomentalität pflegen. Die Abhängigkeit der Bürger vom Staat wird immer größer.
Etatismus, Kollektivismus, Planwirtschaft, (Über-)Regulierung und Interventionismus nehmen zu. Wir sind auf dem Weg in den Sozialismus.
Die EZB „kauft immer mehr Schulden der (überschuldeten) Eurostaaten“. Die Staatsfinanzierung bedient Regional- und Sonderinteressen.
Die Schuldner werden begünstigt. Die überschuldeten Staaten verzichten auf Strukturreformen und auf Einsparungen.
Ein Leben auf Kosten von anderen und der Zukunft (anderer) wird propagiert und realisiert. „Koste es, was es wolle!“ Der „geldpolitische Sozialismus“ höhlt die Freiheit, die Eigenverantwortung, die Selbstsorge, die Eigenleistungen und somit eine wettbewerbsorientierte Marktwirtschaft aus.
Der geldpolitische Interventionismus der „EZB-Finanzpolitiker“ verändert die Realverfassung einer „offenen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung“.
Der Konstruktivismus der Mitglieder oligarchischer Kartelle ist mit einer „Anmaßung von Wissen“ und mit einer geldpolitischen Planwirtschaft verbunden.
Der Weg in einen (angeblich „ökosozial gerechten“) Sozialismus ist ein Weg in den Totalitarismus und in die Armut.
Die Mehrheitsentscheidungen im EZB-Rat und die Verletzungen von Verträgen und Regeln sind die Quellen des Scheiterns der „Günstlings-Wirtschafts- und (Weich-) Währungsunion“.
Eine solide/“stabile“ Währung ist eine Voraussetzung für eine Wohlstand schaffende rechtsstaatliche Marktwirtschaft.
Es ist Zeit, über (Hartwährungs-)Alternativen zur Weichwährung Euro nachzudenken. Ein Ausstieg aus dem Euro, aus einer zentralen Geldentwertungspolitik und Zinsmanipulation, ist eine realistische Perspektive.
Wir benötigen (mehr) Währungsvielfalt und Währungswettbewerb statt eine zentrale geldpolitische Planung und Gleichschaltung.
Eine Entmachtung der verantwortungslosen Enteigner und Zwangsumverteiler kann den Weg zur Knechtschaft verhindern.

4 Gedanken zu „Nachdenken über einen EURO-Ausstieg

  1. Karl Zehetner

    Jedes der Argumente, die Herr Stargl vorbrint, ist schlüssig. Allerdings war es auch in Schilling-Zeiten für die ÖNB nicht kostenlos, das 1:7-Verhältnis zur D-Mark sicherzustellen. Heute würden wir an einem festen Verhältnis Schilling zu Euro festhalten wollen, mit entsprechender Einschränkung unserer Handlungsfreiheit. Für Deutschland ist der Euro ein schwerer Schaden, bei einer kleinen Volkswirtschaft wie unserer ist es mehr oder minder egal.

  2. Rado

    Keine Chance. Solange in Österreich noch was zu holen ist, werden wir nie aus dem Euro oder der kleptokratischen EU rausgelassen.

  3. Thomas Brandtner

    Machen wir das Gedankenexperiment: Deutschland stiege aus dem Euro aus, aber nicht aus der EU – das geht übrigens rein rechtlich gar nicht, aber uns interessieren im Augenblick nur die makroökonomischen Konsequenzen eines solchen Schrittes. Kleine Randbemerkung: Herr Stargl irrt, wenn er den Euro als “Weichwaehrung” bezeichnet. Und wieso traut er sich zu, den Wechselkurs einer Neo-Deutschmark zum Euro vorherzusagen ? Die Technologiefuehrerschaft der deutschen Industrie ist nicht mehr so ausgeprägt wie früher. Es könnte also zu folgendem Verlauf kommen: Schritt 1 – die Neo-D-Mark wertet zunächst um 20 Prozent gegen den Euro auf. Schritt 2 – die dadurch induzierten Preissteigerungen für deutsche Waren in der Eurozone führen zu drastischen Marktanteilsverlusten. Deutsche Unternehmen müssen viele Beschäftigte entlassen. Die Nachfrage nach Neo-Deutschmark sinkt. Schritt 3 – die Neo-Deutschmark wertet drastisch ab, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie wiederherzustellen. Dadurch steigen aber natürlich die Kosten für die deutschen Importe und für die Bedienung der Deutschen in Euro denominierten Altschulden. Der Staat wird zu einer strikten Sparpolitik gezwungen. Weitere Unternehmen schließen und die Arbeitslosigkeit steigt. Schritt 4: irgendwann stabilisiert sich die Situation wieder, weil es ja die Eu und ihren Binnenmarkt noch gibt. Der neue Wechselkurs ist aber extrem labil und ständig durch Spekulationsattacken gefährdet. Weder Deutschland noch die Rest-Eurozone erreichen das Wohlstandsniveau, dass sie in der Währungsunion gehabt haben. Fazit: ein Ausstieg aus dem Euro wäre eine gemeingefährliche Fehlentscheidung.

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