Nationalbank: Mr. Ewald und Dr. Nowotny

Von | 23. Juni 2014

(A. UNTERBERGER) Jeder Österreicher weiß noch, wie sehr Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny in allererster Reihe als Apologet des Hypo-Gesetzesentwurfs dieser Regierung aufgetreten ist. Diese Auftritte sind ja noch nicht so lange her. Jetzt aber hat nicht nur S+P, sondern auch Moodys zahlreiche österreichische Banken abgewertet, weil ja laut Regierung die Garantie eines Bundeslandes nichts mehr wert ist, obwohl jenes Land nicht in Konkurs geht; was naturgemäß auch die heimischen Banken wackeln lässt. Die dramatischen Auswirkungen jenes Beschlusses, die den heimischen Kreditmarkt im Mark treffen, waren also völlig klar. Außer der Nationalbank hat das auch kein einziger Finanzexperte verteidigt. Jetzt auf einmal gibt Nowotny bekannt, dass er in einem geheimen Gutachten sehr wohl die Regierung auf die Folgen hingewiesen hat. Er hat also offenbar geheim das Gegenteil dessen gesagt, was er öffentlich gesprochen hat. Er ist wirklich nur noch peinlich. Es ist um jeden Cent schade, der für diese Nationalbank ausgegeben wird – deren Mitglieder ja noch immer horrende Gehälter bekommen.(TB)

3 Gedanken zu „Nationalbank: Mr. Ewald und Dr. Nowotny

  1. Reinhard

    Vornherum lügen, hintenrum betügen. Das Geld andere Leute zur persönlichen Bereicherung nutzen und im Falle des Verlustes diese Anderen verhöhnen. Sich über geltendes Recht lächelnd “alternativlos” hinwegsetzen um den eigenen A*** zu retten.
    Warte mal, rede ich da jetzt von Bankern oder von Politikern…?

  2. MAKU

    es gab einen Begriff : “Volksverräter” – übrigens auch noch in der 2. Republik nach 1945 , z.B. Prozess gegeg Aussenminister Schmidt ( das Chiari kam später als “Mascherl” für die Einfältigen)….. Also worauf wird gewartet ?

  3. Herr Karl jun.

    Ewald Nowotny verkörpert in geradezu idealtypischer Weise die gescheiterte politische Elite des Landes und deren tiefen intellektuellen, politischen und moralischen (Ver-)Fall. Als Wissenschaftler kaum über die Grenzen des Landes hinaus aufgefallen, hat er dennoch in Österreich mit kräftiger parteipolitischer Unterstützung eine provinziell-akademische Karriere machen können und als Universitätsprofessor jahrelang viel Druckerschwärze und Lehrveranstaltungszeit für Verharmlosungen von “defecit spending” aufgebracht. Als Abgeordneter beschloss er 21 (!) defizitäre Bundesbudgets mit und trug so maßgebend zum heutigen Staatsschuldenstand bei. Als Bawag-General attestieren ihm selbst Freunde bloß eine “mittelmässige” Performance. Schlechter dürfte einst das Resume über seine Zeit als Nationalbank-Governeur ausfallen: Weder hat er die ÖNB reformieren oder die großen Finanzmarkt-Aufsichtsdesaster halbwegs professionell handhaben können, noch kann er mit seiner wissenschaftlichen und politischen Verangenheit glaubwürdig eine Politik der soliden Staatsfinanzen einfordern. Dass er zudem ernsthaft behauptete, dass er seine Position ausschliesslich seiner Leistung und keiner Partei zu verdanken habe, macht aus ihm fast schon eine tragische (österreichische) Figur – sozusagen einen “Orsolics der Politik und Ökonomie” mit einem dazugehörigen “potscherten Arbeitsleben”.

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