Neid bringt auch nicht mehr Gerechtigkeit

“…….Auch heute wird niemand ärmer, weil Steve Jobs, Bill Gates, Larry Ellison oder Marc Zuckerberg immer reicher wurden oder werden. Sie haben den Armen nichts weggenommen – ihr Reichtum beruht auf Ideen und neuen Produkten, welche die Kunden preiswert kaufen….” (Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel in der NZZ)

2 comments

  1. Sybille Stoa

    Ein Wolfgang Schüssel oder jemand mit seinem Reformwillen fehlt der ÖVP am meisten.

    Ich befürchte, dass es in Österreich so kommen wird:
    Die Regierung wird mit Hilfe der GrünInnen – so wie heute beim Energie-Effizienz-Gesetz http://www.iv-net.at/b3400 oder letztens beim Sonderpensionsgesetz viele Blödheiten in die Verfassung einbetonieren und sich (so wie heute 180) neue Verwaltungsposten per Gesetz schaffen und die Wirtschaft weiter belasten.

    Pensions-, Struktur- und Föderalismus-Reformen werden keine oder nur zu zaghafte durchgeführt werden.
    Nur starke wirklich ambitionierte Reformen könnten meiner Meinung nach eine Trendumkehr bewirken, weil nur ambitionierte Reformen ein deutliches Signal für das Wirtschaftvertrauen setzen können. Diese ambitionierten Reformen werden aber nicht stattfinden, es werden eher mehr Verwaltungsposten durch neue Gesetze geschaffen werden, die den Aufwand an Bürokratie und Kosten für Unternehmer noch stärker in die Höhe treiben werden, als es die kalte Progression bei Steuern und SV-Abgaben ohnehin bereits tut. Dadurch wird sich der Abwanderungstrend, Personalreduktionstrend bei Firmen weiter fortsetzen und die Arbeitslosigkeit wird noch weiter stark steigen. Durch die kalten Progression und höhere Steuern auf Arbeit werden die schwächsten Leister als erste unrentabel und verlieren ihre Arbeit. Diese werden wahrscheinlich FPÖ wählen.
    Die FPÖ hatte heute im Parlament richtigerweise angemerkt, dass die Bauwirtschaft ein “Fieberthermometer” für die Wirtschaft sei und dass -10% mitten im Sommer bei der Bauleistung nur der schlimme Vorbote einer katastrophalen Entwicklung wäre, die sich bis Anfang 2015 auf alle Wirtschaftssektor ausbreiten wird.

    Die Arbeitslosigkeit legte im Juni 2014 um +12,8% zu [siehe http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140708_OTS0022/fa-roesch-arbeitslosigkeit-legt-im-juni-um-128-prozent-zu-354639-menschen-ohne-job ], in manchen Regionen waren es sogar aber über +20%
    Waidhofen-Thaya +21,4% http://www.tips.at/news/waidhofen-an-der-thaya/wirtschaft-politik/292633-schwaches-wirtschaftswachstum-arbeitslosigkeit-steigt-um-21-4-prozent
    Wels +23,6% http://www.meinbezirk.at/wels/wirtschaft/keine-entspannung-am-arbeitsmarkt-d1012883.html

    Ohne Reformen bei steigender Arbeitslosigkeit wird das Budget nicht halten und vielleicht wird die Volksbank und andere Banken auch etwas weitere Bankenhilfe benötigen.
    Es wird dann eine Situation wahrscheinlich, wo sich der Staat aufgrund der EU-Defizit Richtlinien nicht weiter verschulden und wo auch nichts so schnell privatisiert werden kann bzw. auch nicht die letzten Goldvorräte so schnell verkauft werden können. Es werden so neue Steuern (voraussichtlich Reichen- oder Erbschaftssteuern ) faktisch erzwungen werden. Das wird dann zu massiven gesellschaftlichen Konflikten und Spannungen führen (aufgrund der vielen Arbeitslosen und Widerstand der Bauern und Häuslbauer gegen Erbschaftssteuer)

    Wie es dann weiter geht: Keine Ahnung!
    Reformen brauchen leider auch immer etwas Vorlaufzeit bis sie dann greifen, ich befürchte, wir geraten so massiv in die rue de gac.

  2. Wolfgang Friedhuber

    Das erwähnte Zitat von Dr. Wolfgang Schüssel zeigt mir, dass er (und die Neoliberalen) so tun wollen, als hätten sie von der Wirtschaft keine Ahnung. Natürlich: Aktienbewertungen sind fiktiv und solange die Aktien zu diesen Preisen nicht verkauft werden, spielt der gelistete Preis keine Rolle und niemandem wird etwas weggenommen. Anders verhält es sich aber mit den lukrierten Gewinnen: Die entziehen dem Geldkreislauf Barmittel. Werden diese Barmittel gehortet, so entziehen sie dem Markt Kaufkraft, werden die Barmittel auf die Bahamas verschoben (weil man ist ja nicht blöd) so verringern sie die Umlaufmittel – das schädigt die, die die Barmittel für Wohnen, Essen – kurz zum Leben – brauchen. Ein Dr. Wolfgang Schüssel, der ja in Österreich als Kanzler mit seinen Mannen beim österreichischen Volksvermögen kräftig zugelangt hat, weiß das natürlich. Dass er so tut, als würde er die Wirtschaft überhaupt nicht verstehen, vervollständigt für mich nur das Charakterbild “unserer Eliten”.

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