Nein, Erfolg ist nicht unmoralisch!

(JOSEF STARGL) Eine Geschichte, die man Schülern immer wieder erzählt ist die, dass schon viele Genies in der Schule gescheitert sind und, dass viele Menschen auch ohne Erfolg in der Schule zahlreiche Erfolge in ihrem späteren (Berufs-)Leben haben. Die Botschaft lautet wohl, dass man kein guter Schüler sein muss und, dass die Schule kein Maßstab für das spätere Leben sei. Soll das vielleicht eine Motivation für die Schüler sein, etwas zu lernen und zu leisten?

Es wäre doch sinnvoller, den Schülern erfolgreiche Menschen als Vorbild im Lernen und Leisten zu präsentieren. Oder soll ein Schüler nicht besser als andere sein (wollen)? Soll er keinen „Druck“ verspüren? Gönnt man ihm keine Freude am Erfolg? Will man ihm keine Wertschätzung von Leistung und „Gewinnen“ vermitteln? Soll er nicht den Sinn des Lernens überlegen? Soll er nicht an einen Erfolg durch Bildung glauben?

Persönlichkeitsbildung ist eine Voraussetzung für den Erfolg. Erfolgreiche Menschen nehmen Mühen auf sich und müssen Misserfolge ertragen und verkraften lernen. Sie arbeiten hart und beharrlich weiter, glauben an sich selbst, wollen es schaffen und müssen Widerstände überwinden, um den Augenblick des Erfolges genießen zu können.
Warum sollen die Schüler den Augenblick des Erfolges vermissen?

Warum sollen sie sich nicht im Vergleich mit anderen, im Wettbewerb, bewähren können? Es ist doch möglich, dass Erfolgreiche die Verlierer und die Schwächeren zu Leistungen ermutigen. Niemand ist immer erfolgreich. Jeder macht Fehler. Auch Erfolgreiche haben schon oft verloren.

Warum will jemand erfolgreich sein? Wertschätzung, soziale Anerkennung, Aufstiegsmöglichkeiten, Wohlstand, Streben nach Verbesserung sowie der Wunsch, tüchtiger zu werden, weiterzuschreiten, sich zu bewähren und „es sich selbst zu beweisen“ können eine Rolle spielen. Wer von uns will kein Gewinner sein? Wer will keine Erfolge feiern?

Der Sinn des Lebens liegt sicher nicht nur darin, erfolgreich zu sein. Es gibt Sinn auch im Misserfolg, im Leid, im „Mit-anderen-freiwillig-teilen“, im Dienen, im „Mensch sein“ überhaupt und in der Suche.

Leben verlangt Optimismus. Das Streben nach Verbesserung, nach Erfolg, ist ein Motor der kulturellen Entwicklung. Menschen wollen aktiv gestalten. Sie wollen lernen und „Kultur“ schaffen.

Wie kann man erfolgreich werden? Natürlich sind nicht nur jene erfolgreich, die etwas lernen und Leistungen erbringen. Auch Bildung macht Menschen nicht automatisch erfolgreich. Persönlichkeitsbildung ist jedoch eine ausgezeichnete Voraussetzung für ein „erfolgreiches Leben“. Sie schließt ja Erfolg durch „List“, durch „Schlauheit“, durch „Vermarktung“ und durch Taktik nicht aus.

Erfolg zu erzielen ist nicht unmoralisch. Die Mittel, die eingesetzt werden, um erfolgreich zu sein, sind jeweils an den gesetzlichen Regelungen, an den informellen Spielregeln und an den moralischen Ansprüchen zu messen. Der Zweck heiligt bekanntlich nicht die Mittel. Mit Fairness zum Erfolg lautet das Motto!

Wie kann man die Schüler fördern, damit sie eine positive Einstellung zum Erfolg und damit auch zum Lernen als Erfolgsstreben erwerben?
Lehrer können die Anforderungen offenlegen und Wege aufzeigen, wie man sie erfüllen kann. Die Schüler brauchen Herausforderungen. Man kann sie auch individuell fordern. Erfolg setzt oft Irrtümer und Fehler voraus. Pädagogen haben die Aufgabe, einem Schüler zu helfen, seine Misserfolge zu bewältigen. Unterstützend und ermutigend können sie selbst vorleben, dass man lernen muss, auf den Erfolg beharrlich zu warten.
Anstrengungen sollen sich in der Schule lohnen. Leistungen müssen anerkannt, betont, gelobt und hervorgehoben werden. Nichts senkt sich bekanntlich so tief ins Gemüt der Mitschüler wie das Beispiel.

Die Schüler sollen lernen, ihren Mitschülern Erfolge zu gönnen. Es soll eine Achtung gegenüber den Leistungen der Erfolgreichen geben. Eine Diskriminierung der Erfolgreichen ist unvereinbar mit einer positiven Lern- und Leistungskultur.
Erfolgreiche Schüler helfen als fachliche Autoritäten auch ihren Mitschülern. Selbst „Außenseitern“ und „Strebern“ gelingt es, dadurch von ihren Mitschülern als Menschen mit Begabungen in ihrer Andersartigkeit respektiert und anerkannt zu werden. Es gibt also auch eine integrierende Funktion des Erfolges. Aber es gibt keinen Erfolg ohne Risiko! Doch der Neid ist auch ein Impuls für das Streben nach Erfolg.

One comment

  1. sokrates9

    Josef Stargl@Sorry sie sind vom vorigen Jahrtausend wo noch das humanistische Leistungsprinzip in den Schulen Priorität hatte! Orientieren sie sich mal an Afrikanern die keinen Zeitdruck haben und seit Jahrtausenden in ihren Krals leben und ihre alte Kultur und Traditionen so sehr bewahrten dass zum Beispiel alle landwirtschaftlichen Verbesserungsvorschläge ignoriert werden!
    oder die islamische Philosophie. Wann sind sie ein guter Mensch? Wenn sie täglich 5x beten und den Koran auswendig lernen und alle sittlichen Vorgaben begonnen vom Kopftuch brav befolgen.Denken? nicht notwendig, es steht alles im Koran .Diese Philosophien werden derzeit importiert die Vorstellungen der alten weißen Männer sind megaout! Keine Sorge- die neuen technologischen Entwicklungen kommen alle aus Asien, wir sind damit genug ausgelastet das Weltklima zu retten!

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