Nein, Frau Merkel verhält sich nicht solidarisch

(GEORG VETTER) “Versteht Europa, das in Zwist befangene, durch hundertfache niedere Eifersucht zerteilte, noch immer nicht die Gefahr für die Kultur des Abendlandes?” fragt Stefan Zweig in seiner Erzählung von der Eroberung von Byzanz am 29. Mai 1453. “Immer wiederholen sich in der Geschichte diese tragischen Augenblicke, dass, wo höchste Zusammenfassung aller geeinten Kräfte zum Schutze der europäischen Kultur notwendig wäre, auch nicht für eine Spanne die Fürsten und Staaten ihre kleinen Rivalitäten niederzuhalten vermögen.” setzt Zweig mit Hinweis auf den Konflikt zwischen Venedig und Genua fort. Wie die Sache ausging, wissen wir: Die letzte Messe in der Hagia Sophia war gelesen.

Mit der europäischen Soidarität ist es eben so eine Sache. Will ich etwas von anderen, beanspruche ich sie – andernfalls teile Zwistigkeiten aus. Letzteres tat jüngst  der österreichische Bundeskanzler, als er in roter Schulbubenmanier die Faschismuskeule gegen unseren östlichen Nachbarn zückte. Ersteres tut die deutsche Bundesregierung, wenn sie Zigtausende unter Negierung bisheriger Regeln ins Land lässt und anschließend die quotenmässige Aufteilung auch auf alle andren Staaten verlangt.

Man kann darunter auch das Gegenteil von Solidarität verstehen. Gerade jenes Land, das monatelang den Griechen erklärte, wie wichtig es sei, dass sich alle in Europa an die Regeln halten, tut unter Berufung auf die Menschlichkeit gegenüber den Syrern  nun genau das Gegenteil. Womit weniger die Menschlichkeit neue Höhen erreicht als die Vermehrung der syrischen Bevölkerung, zumindest was Pässe anlangt. Merkels Ausspruch “Das schaffen wir auch noch!” offenbart das klassische Fehlverständnis aller Etatisten: Der Staat könne alles, der Staat dürfe alles.  (Buchtipp aus der Zeit vor dem Asylsozialismus: Cora Stephan – Angela Merkel Ein Irrtum.)

Der deutsche Idealismus schlägt also mit aller Heftigkeit zu. Wenn den Amerikanern im Irak die Demokratisierung des Islams nicht gelungen ist, können es ja die Deutschen einmal daheim versuchen. Ein riskantes Experiment, bei dem in epidemischer Weise alles seinen Vorteil hat. So seien die Fremden großteils traumatisiert, gleichzeitig würde ihre Qualifikation den Arbeitsmarkt bereichern. Das erste Argument soll unser Mitleid erregen, das zweite die Ängste vor einer Belastung des Sozialsystems nehmen. Und flugs befinden wir uns in jener Welt Dostojewskis, in der alles wahr ist: auch das Gegenteil.

Man muss schon sehr im Geiste der Prawda verfangen sein, um an ein erfolgreiches Ende dieses Experiments zu glauben.

 

 

 

19 comments

  1. elfenzauberin

    Was mich immer mehr erstaunt und was ich früher nicht für möglich gehalten hätte, ist der Grad der Gleichschaltung der Medien. Obwohl die weitaus überwiegende Mehrheit der Bevölkerung längst nicht mehr an positive Auswirkungen dieser Völkerwanderung glaubt (Quelle: im Teletext veröffentlichte Umfrage auf Servus-TV), wir ein mediales Sperrfeuer auf jeden eröffnet, der es nur wagt, Bedenken anzumelden. Dabei werden ohne weiteres alle Barrieren des Anstandes überschritten, wie ein Profil-Artikel belegt.

    Dort steht wörtlich über Menschen, die angeblich Strache zukreischen:
    “Es sind die hässlichsten Menschen Wiens, ungestalte, unförmige Leiber, strohige, stumpfe Haare, ohne Schnitt, ungepflegt, Glitzer-T-Shirts, die spannen, Trainingshosen, Leggins. Pickelhaut. Schlechte Zähne, ausgeleierte Schuhe. Die Flüchtlinge aus dem nahen Osten sind ein schönerer Menschenschlag. Und jünger. ”

    Man stelle sich bloß vor, was los wäre, würde man eine derartig verunglimpfende Verallgemeinerung auf unsere moslemischen Mitbürger anwenden. Es wäre der Teufel los, gerichtliche Verurteilungen wäre die Folge, die Autorin dieser Zeilen könnte den Hut nehmen und müsste sich fürchten, dass nicht eine fatwa gegen sie verhängt wird.

    Diese Schieflage der Berichterstattung macht mir ernsthafte Sorgen. Einen Unterschied zur gleichgeschalteten Presse im ehemaligen Ostblock sehe ich nicht mehr.

    Ich denke, dass in einigen Jahrzehnten die meisten Journalisten (Ortner ausgenommen) sich in Vergangenheitsbewältigung üben dürfen und sich der Frage unserer Enkelkinder stellen müssen: “Warum habt ihr das zugelassen?”

  2. Syria Forever

    Shalom Gnädige Frau.

    Elfenzauberin, das ist einfach erklärt.
    – Es gibt weder in Europa noch in den U.S Regierungen (Die U.S. sind per Gesetz ein Unternehmen. Lesen Sie die verschiedenen Gesetze und Verfügungen speziell aus den 20igern und 30igern die in den U.S. weiterhin bestand haben.). Das sind Puppen. Europa wie die U.S werden von Konglomeraten gelenkt. Diese bestehen in der Regel aus folgenden Teilen (welche die Regierungen in den zuständigen Staaten bilden). Eine Bank, ein Medienhaus, eine Internationale Anwaltskanzlei.
    Die Bank muss ich denke ich nicht erklären? Die gibt Kredite. Irgendwo müssen die Steuermilliarden ja hin verschwinden, nicht wahr? Das Medienhaus wohl auch nicht weiter. Sie haben das bereits erkannt. Die Anwaltskanzleien machen die Gesetze wie es ihnen gerade passt.
    Sie wissen um die Regierung in Österreich? Ein Haufen unfähiger, dummer Kleiderständer. Trauen Sie denen wirklich mehr zu als im ORF einige Standardsätze ab zu lassen?? Nicht wirklich. Na wer denken Sie macht die Arbeit eines Unternehmens in der Grösse Österreichs??
    Die Bank, das Medienhaus, die Anwaltskanzlei. Und über allem thront der Hohe Priester in Rom.
    Europa wird seit Jahrhunderten auf diese Art “regiert” und ist im Gesamten ein Vorbild einer Faschistischen Diktatur. Die Grundsteine für dieses Gebilde wurde beim Wiener Kongress gelegt. Italien wie Deutschland als Kunststaat waren geboren.
    Das Staatenbündnis das sich in späterer Folge ergab, heute als EU bezeichnet, ist die letzte Ausbaustufe eines lang angelegten Planes des Hl. Römischen Reiches. Ohne Rom gäbe es keine EU!

    Guten Tag.

  3. sokrates9

    Wie wäre es mal wieder das Wort Demokratie auszugraben und anzuwenden? Faszinierend die Ex ? Kommunistin Merkel bestimmt Europa und führt es als Oberlemming in den Abgrund! Finanzkrise Energiewende, Euro, Griechenland, Ukraine, Flüchtlinge, kalter Krieg gegen Russland überall hat sie ihre Drecksfinger im Spiel und wird dafür ” Mutti” genannt. Was für Idioten sind die Deutschen und die anderen Europäer! Schön find ich die Argumentation der Exkommunisten Osteuropas – ihre Kultur basiere auch christlicher Tradition und Werte und da sie eine Demokratie seien erfüllen sie die Forderungen des Volkes das nicht islamisiert werden will!

  4. elfenzauberin

    @Syria Forever

    Es geht auch anders. Ungarn zeigt es vor. An die große Verschwörung glaube ich nicht. Eher scheint es mir so zu sein, dass es in Europa noch viele Reste voraufklärerischen Denkens aus der Monarchie gibt, das sich als links-grün ausgibt, im Kern aber totalitär ist. Es sind genau diese Bewegungen, die – wenn nur irgendetwas nicht passt – nach einer neuen Regelung und nach einem neuen Gesetz schreien. Egal ob es sich um ein “totales Rauchverbot”, um Denk- und Sprechverbote, um den ganzen Genderblödsinn oder sonst etwas handelt, alles hat das gleiche Strickmuster. Es geht darum, den Staatsbürger immer mehr einzuschränken; legitimiert wird das alles, indem man vorgibt, “nur das Beste für die Allgemeinheit zu wollen”.

    Durchgeführt wird das Ganze von einer winzigen Minderheit, die keine Mehrheit hat und auch keine Aussicht hat, jemals eine solche zu bekommen, die aber extrem gut vernetzt ist und deren Einfluss bis in die höchsten Kreise reicht. Das das nicht immer so sein muss, zeigt der rasche Zerfall der ehemaligen Sowjetunion und auch der DDR. Diejenigen, die vermeinen, fest im Sattel zu sitzen, können morgen vielleicht schon Asyl in Argentinien beantragen.

  5. Syria Forever

    Elfenzauberin,

    Sie müssen an gar nichts glauben. Es ist so wie ich es schreiben und nicht anders.

    Minderheiten, Mehrheiten. Wen interessiert das?? Frei nach Stalin; “Nicht der Wähler zählt sondern der Auszähler.”.
    Parlamentarische Demokratur hat nichts mit freien Wahlen zu tun sondern ist Betreutes Wohnen. Hat sich, Ihrer Erfahrung, jemals etwas zum Guten für die Menschen durch Wahlen in Europa verändert? Im Gegenteil.

    Es ist auch nicht von Bedeutung was ich schreibe oder Sie denken. Die Mehrheit der Europäer werden, Lemmingen gleich, den Befehlen folgen.
    Es gibt nur eine Möglichkeit das zu ändern. Es muss die Systematik geändert werden. Ein Türkischer Historiker (Ilber Ortayli) hat es auf den Punkt gebracht; “Seit Jahrtausenden leben wir mit der selben Systematik und es hat nicht den Anschein das jemand, oder gar das Volk, die Absicht hat das zu ändern?”.

    Homo sapiens sapiens ist seit der erste dieser Spezies in die Sklaverei verkauft wurde Waren. Handelsgut. Nichts weiter. Und einige sind die Menschenhändler.

  6. O.d.S.

    Sehr geehrter Herr Vetter!

    Was Sie hier schreiben entbehrt jeglicher Glaubwürdigkeitsgrundlage. Schon vergessen, dass Sie zu einem Klub gewechselt sind, der maßgeblich verantwortlich für die unkritische Haltung gegenüber Merkel ist? Ihr Klub stellt den Außenminister, schon vergessen? Richten Sie diese Worte an den Herrn mit dem jugendlichen Teint, anstatt sich hier der Heuchelei preiszugeben.

  7. Thomas Holzer

    @O.D.S
    Sie haben vollkommen Recht!
    Aber ich denke, diese Kritik wurde Herrn Dr. Vetter von seinem neuen Brötchengeber, dem Herrn Lopatka, untersagt 😉 So er überhaupt gewagt hat, diese im Klub zu äußern, und nicht schon in vorauseilendem Gehorsam eher das Schweigen und/oder Zustimmung bevorzugt hat.
    Auf- und/oder Widerstand schaut ja bekanntlich bei Wendehälsen anders aus…………..

  8. kannitverstaan

    Ich orte unter den Postern leider nicht überall so etwas wie ein Gesamtverständnis. Dazu gehört nun auch einmal die geschichtliche Dimension, die man aber natürlich von mehreren Seiten anschauen muss – was uaf Grund des Phänomens, dass Geschichtsschreibung per se immer eine “Fälschung” sein muss, da sie durch den Blick des Schreibers bzw seines Auftraggebers wahrgenommen und niedergeschrieben wird. Der “Geschichtsblick” ist übrigens im Nahen Osten dadurch geprägt, dass auch lang vergangenes als gegenwärtig empfunden wird. In Europa hört das spätestens bei den eigenen Großeltern auf! Wodurch es halt irgenwie schwierig wird, aus der Geschichte zu lernen…..

  9. elfenzauberin

    @kannitverstaan

    Es geht schon längst nicht mehr darum, etwas zu verstehen, sondern es geht darum, endlich wirksame Handlungen zu setzen. Ob an der jetzigen Situation der Kapitalismus, der Imperialismus oder die Radfahrer schuld sind, ist momentan völlig egal.

    Handeln ist möglich, Ungarn macht es vor. Seit der Errichtung des Zaunes sank der Flüchtlingsandrang von täglich 9000 Menschen auf wenige Hunderte. Es geht also, man muss nur wollen.

  10. Thomas Holzer

    @kanniverstaan
    Was wollen’s denn? Für die Protagonisten des geplanten “Hauses der Geschichte” beginnt die Geschichte Österreichs ja auch erst 1945 (lieber wäre denen wahrscheinlich 1970) 😉 ; und bei Frau Merkel beginnt die Geschichte Deutschlands wahrscheinlich 1989, oder aber erst mit Beginn ihrer Kanzlerschaft 😉
    Was man ihr auf jeden Fall wird nachsagen müssen: Sie hat 2015 wirklich Geschichte geschrieben, indem sie Deutschland zumindest in einen Vielvölkerstaat umwandelt; und “unser” Bundestaxler hechelt ihr nach, denn auch er möchte einen bleibenden Eindruck in den Geschichtsbüchern hinterlassen

  11. Reini

    “Merkels Ausspruch “Das schaffen wir auch noch!” “… der Spruch hört sich nicht sehr Zufriedenstellend und Zielführend an,… hoffen wirs, sonst geht Frau Merkel als “der Untergang der EU” in die Geschichtsbücher ein!

  12. astuga

    Natürlich war es in der ganzen Causa seit Beginn an Merkel selbst, bzw die deutsche Regierung, welche sich asozial und unsolidarisch verhalten hat.
    Mit unserer linkischen Bundesregierung im Schlepptau.

    Gegenüber den europäischen Partnern (denen man im vorübergehen die eigenen Vorstellungen aufzwingen wollte), wie auch gegenüber der deutschen Bevölkerung.
    Aber auch gegenüber den Migranten, in denen man falsche Hoffnungen geweckt hat.

  13. sokrates

    Das Woirt Demokratie – Willen des Volkes wird überhaupt nicht mehr strapaziert! wieviel Prozent der Deutschen / Österreicher möchten dass sich der Islam da breitmacht?

  14. mario wolf

    Wieso ist Frau Merkel nicht solidarisch ? Sollte sie diese Aussage lesen, wäre sie zutiefst beleidigt. Solidarität ist eines der wichtigsten Worte die man ihr bei der kommunistischen Gehirwäsche epigenetisch verankert hat. Sie ist solidarisch mit dem Umgang er Herrschenden n dem Staat in dem ihre Gesinnung geprägt wurde. Die Genossen Lenin und Stalin waren im SED Staat bis 1989 die angebeteten Ikonen. Unfehlbar und gerecht. Gerecht für jeden der so denkte, sprach und handelte wie sie, die SED Obrigkeit, von ihm verlangt haben. Auch Klein- Angela war eine brave Genossin. Was sie jetzt nur bedauert dass sie noch nich per ukas regieren kann, aber sie strengt sich an und wird es bald schaffen. Dank auch der fünften Kolonne die sie gerade importiert und hofiert.

  15. Thomas Holzer

    @Sokrates
    Demokratie hat noch nie “Wille des Volkes” bedeutet, schon gar nicht im “alten Athen”, auf welches sich alle Demokraten berufen!
    Wann wacht das Volk endlich auf und stellt fest, daß diese Vokabel nur zur Volksverdummung verwendet wird.
    Die Schweiz sei ausgenommen, auch wenn die “Landsgemeinden” leider abgeschafft wurden

  16. astuga

    Dann halt der Wählerwille.
    Aber auch der wird ja nicht wirklich beachtet.

    Ich erspare mir jetzt den Witz mit der Wahl-Urne in der die Stimmen begraben werden.

  17. Thomas Holzer

    “Für angewandte Naivität hat noch niemand einen Ehrendoktor bekommen.” Aus dem Artikel von Broder

    Doch, Frau Merkel, eben an diesem Tag in Bern 🙂

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