Nein, mangelnde Nachfrage ist nicht Europas Problem!

“…….Die wirtschaftliche Wiederbelebung wird umso schneller eintreten, je eher die Regierungen und Zentralbanken mit dem “Nichtstun” beginnen werden. Wir stimmen Martin Wolf in dem Punkt zu, dass die gegenwärtige wirtschaftliche Situation schwierig zu sein scheint; allerdings kann sie nicht verbessert werden, indem man die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen künstlich erhöht….” (hier)

7 comments

  1. Fragolin

    Die Endverbraucher, und das ist in letzter Instanz der Markt, haben nicht das Problem, “weniger nachzufragen”, sondern das Problem, sich weniger leisten zu können. Das ständig sinkende Reallohnniveau, die durch kalte Progression, also permaanent steigenden staatlichen Raub, ausgepressten Geldbeutel der potenziellen Käufer geben nichts mehr her. Viele haben ihre kleinen angesparten Notreserven über die letzten Jahre aufgebraucht und leben mit sinkendem Realeinkommen von der Hand in den Mund.
    Da können die Zentralbanken bunte Spielzettelchen drucken oder sich gegenseitig zwölfstellige Buchungssätze um die Ohren hauen wie sie wollen. Der reale Raub am realen Einkommen der realen Käufer endet erst dann, wenn die Politik den gierigen Griff in die Tasche der Leistenden beendet. Und das wird nicht nur nie passieren sondern durch das Schaffen künstlicher Fiat-Geld-Berge verschärft.
    Wer über “mangelnde Nachfrage” greint und diese mit dem Vernichten realer Werte durch Schaffung virtueller Geldblasen und Enteignung der Leistenden steigern will, ist entweder strunzdumm oder ein vorsätzlicher Blender.

  2. A.Felsberger

    >Banken sind nur die Mittler der Ströme von Realvermögen.> Was für abenteuerlicher Schwachsinn! Eine Bank soll ein Mittler von Realvermögen sind? Wie darf man sich denn das vorstellen, Herr Shostak? Ich, der Bäcker, bringe mein Leib Brot zur Bank A und die vermittelt das Brot an den Ofenbauer der Bank B? Damit der mir dann einen Ofen baut, den er zur Bank B bringt, die ihn dann an mich vermittelt, sodass ich in Zukunft ein Paar Leib Brot mehr produzieren kann? In welcher Welt leben sie eigentlich? Man kann Ihnen nur empfehlen: Nehmen sie sich einen Leib Brot und stellen sie sich beim Schalter der Ersten an! Ma sehen, was dann passiert.-)

  3. A.Felsberger

    PS. “sein” statt “sind”, “Laib” statt “Leib”. Ansonsten bleibt alles beim Alten.-) Man kann von Mises-Schülern nicht erwarten, die Wirklichkeit, hier: Investition in Sachvermögen, auch nur annähernd richtig wiederzugeben. Warum das so ist? Keine Ahnung. Wahrscheinlich ziehen sie ihre Welt der Realität vor……

  4. A.Felsberger

    Es geht um Wertschöpfungsketten, die zu einem Endprodukt führen, das die Gesellschaft als Ganzes konsumiert. Also, um das obige Beispiel zu übernehmen, erste Stufe: Produktion von Backöfen. Zweite und zugleich Endstufe: Produktion von Brot, das von allen verkonsumiert wird. Im Kapitalismus wird dies durch das Zusammenwirken von Eigentümer und Arbeiter erreicht, finanziert werden diese Wertschöpfungsketten durch Geschäftsbanken. Wie läuft dieser Prozess nun ab? Sagen wir, um das Ganze so einfach wie möglich zu halten, der Ofenproduzent hätte einige Aktiva (Werkstatt, etc.) und keine Passiva, also keine Verbindlichkeiten gegenüber der Geschäftsbank. Auch ist er “geldlos”, hat also keine Forderungen gegen die Geschäftsbank. Gleiches unterstellen wir für den Bäcker, der zwar Arbeitsraum, aber noch keinen Ofen hat. Auch er hat weder Forderungen noch Verbindlichkeiten gegen die Geschäftsbank. Und zuletzt haben wir die Arbeiter, deren Bilanz “leer” ist: Keine Aktiva, keine Passiva. Auch die Geschäftsbank steht völlig “unschuldig” da, weder hat sie Forderungen gegen irgendjemandem noch Verbindlichkeiten. Das ist der Ausgangspunkt des ganzen Beispiel und von nun an beginnt der Produktionsprozess, der durch Ineinandergreifen von Finanzierung und Arbeit erreicht wird. Wo fangen wir an?

    Da der Ofenbauer “geldlos” ist, hat er keine Mittel um die Arbeiter zu kaufen. Er benötigt also in einem ersten Schritt Kredit von der Geschäftsbank (sagen wir 200 Geldeinheiten), den er erlangt, indem er seine Aktiva (Werkstatt, etc.) als Sicherheit einsetzt. Nun hat die Bilanz der Geschäftsbank das Aussehen: 200 GE Forderung gegen den Ofenbauer, 200 GE Verbindlichkeit gegen den Ofenbauer, Null Eigenkapital. Vom Zins sehen wir der Einfachheit halber ab. Der Ofenbauer wiederum hat seine Bilanz um 200 Geldeinheiten verlängert: sie stehen auf seiner Aktivseite als Forderung gegen die GB, und auf seiner Passivseite als Verbindlichkeit gegen die GB. Mit diesen 200 GE kauft er nun Arbeiter, die als Gegenleistung für diesen Lohn ihm beim Ofenbau helfen. Am Ende des Produktionsprozesses hat der Ofenbauer nun zwei Öfen zu einem (erhofften) Preis von 400 Geldeinheiten in seiner Bilanz, und Verbindlichkeiten in der Höhe von 200 Geldeinheiten gegenüber der GB. Die Ofenarbeiter haben Aktiva in der Höhe von 200 Geldeinheiten und Null Passiva. Damit der Ofenbauer seine Öfen auch tatsächlich verkaufen kann, muss sich nun der Bäcker um 400 Geldeinheiten bei der GB verschulden. Am Ende der Transaktion verwendet der Ofenbauer das eingenommene Geld um seinen Kredit in der Höhe von 200 GE zu tilgen.

    Auf dieser ersten Stufe schauen die Bilanzen nun wie folgt aus. Die Arbeiter des Ofenbauers haben 200 GE Aktiva und Null Passiva. Der Ofenbauer hat aus dem Verkauf der Öfen 400 GE eingenommen, von denen er 200 GE zur Kredittilgung verwendet hat. Er hat also nun: 200 GE Aktiva und Null Passiva. Der Bäcker, der die Öfen gekauft hat, hat als Aktiva zwei Öfen (kalkuliert zum Kaufpreis), und als Passiva 400 GE Verbindlichkeiten gegenüber der Geschäftsbank. Die wiederum hat als Aktiva 400 GE Forderungen gegen den Bäcker, und 200 GE Verbindlichkeiten sowohl gegen die Arbeiter als auch gegen den Ofenbauer. Macht in Summe 400 GE Verbindlichkeiten der GB und damit Null Eigenkapital. Nun kauft der Bäcker Arbeiter über Kredit zu, die ihm beim Brotbacken helfen sollen. Dazu mobilisert er zusätzliche 200 GE bei der Geschäftsbank, obwohl er ja schon 400 GE bei ihr Verbindlichkeiten hat. Als Sicherheit, die er zu leisten hat, dient das Eigentum an den Öfen. Dann bezahlt er die Arbeiter und die gehen ans Werk und produzieren Brot. Die Bilanzen haben nun die Form: Ofenarbeiter (200 Geldeinheiten Aktiva, Null Passiva). Brotarbeiter (200 Geldeinheiten Aktiva, Null Passiva). Ofenproduzent: 200 GE Aktiva, Null Passiva). Bäcker: 2 Öfen und (erhoffte) 600 GE Brot Aktiva, 600 GE Passiva). Geschäftsbank: 600 GE Forderungen, 600 GE Verbindlichkeiten.

    Wieviel Geldeinheiten sind nun im Spiel: 400 GE bei den Arbeitern und 200 GE beim Ofenproduzenten. Das reicht exakt aus, um dem Bäcker sein Brot abzukaufen. Er nimmt die 600 GE ein und tilgt seinen Kredit. Nun haben die Bilanzen folgendes Aussehen: Arbeiter, nachdem sie das Brot konsumiert haben: Null Aktiva, Null Passiva. Ofenbauer, nachdem er das Brot verkonsumiert hat: Null Aktiva (ausser Werkstatt), Null Passiva. Bäcker: 2 Öfen Aktiva, Null Passiva. Geschäftsbank: Null Aktiva, Null Passiva. Alles hat sich in Luft aufgelöst und alle wurden mit Brot versorgt: Die Arbeiter, der Ofenbauer und der Bäcker, der vorsorglich nicht alles Brot um 600 GE verkauft hat, sondern sich einen Teil selbst reserviert hat. Wo ist die Reichtumsproduktion in der Ökonomie? Es sind die zwei Öfen, die nun im Eigentum des Bäckers stehen! Nur leider unterliegen die der Abschreibung und müssen in x Peridoden wertbereichtigt werden. Wenn man der Einfachheit halber sagt, dass dies in einem Jahr zu geschehen hat (anstatt wie in der Wirklichkeit in 10), dann steht auch der Bäcker ohne Aktiva da. Denn seine Öfen wurden abgeschrieben. Conclusio: Die Reichtumsproduktion, von der der Herr Shostak schwafelt, ist reine Phantasie. Sie besteht aus Öfen, die zum Unglück der Bäcker immer wieder abgeschrieben werden müssen. Was für ein Pech für einen Mises-(und auch Marx-) Schüler: Das “Kapital”, von dem sie so gerne reden, sind abzuschreibende Öfen! Euer Kapitalgeschwafel – alles nur Einbildung, meine Herren!

  5. gms

    A. Felsberger,

    Angesichts Ihrer Impertinenz bedarf es schon gesteigerter Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit Ihrem Endlossermon, dem man bereits am Anfang trivial den Stecker ziehen kann.

    “Sagen wir [] der Ofenproduzent hätte einige Aktiva (Werkstatt, etc.) und keine Passiva, also keine Verbindlichkeiten gegenüber der Geschäftsbank.”

    Sie Witzbold argumentieren mit Bilanztechnik und ignoriere zugleich deren basalen Grundsatz, wonach Aktiva und Passiva (Mittelverwendung und -herkunft) summenmäßig gleich groß sein müssen. Der Produzent hat daher zwangsweise Passiva — bilanztechnisch wertmäßig erfasst unter ‘Eigenkapital’.
    Dieses Faktum hätte Ihnen leicht selbst auffallen können, schreiben Sie doch weiters: “Der Ofenbauer wiederum hat seine Bilanz um 200 Geldeinheiten verlängert”.

    Diese Unfähigkeit im Bilanzieren, basierend auf der Ignoranz dessen, was Kapital ist, steigert sich bei Ihnen vollends ins Absurde, wenn Sie, nicht ohne einen weiteren rhetorischen Tritt zwischen die Beine Herrn Shostaks, schreiben:

    “Conclusio: Die Reichtumsproduktion, von der der Herr Shostak schwafelt, ist reine Phantasie. Sie besteht aus Öfen, die zum Unglück der Bäcker immer wieder abgeschrieben werden müssen.”

    Ach?! Welch ein Unglück aber auch! Da haben Sie doch glatt mit einigen hundert hingerotzten Wörtern aufgezeigt, wonach zur Bedürfnisbefriedigung verwendetes Kapital einem Verschleiß unterliegt und dieser zu bewerten ist. Und weil das so ist, bezichtigen Sie andere der Schwafelei. Würde es die Höflichkeit nicht verbieten, wäre die Frage nach Ihrem Sachwalter angebracht.

  6. Rennziege

    16. Dezember 2014 – 14:44 gms
    “Würde es die Höflichkeit nicht verbieten, wäre die Frage nach Ihrem Sachwalter angebracht.”
    Ich nehme an, Sie meinen die Höflichkeit gegenüber dem Sachwalter oder Vormund. Denn denen einen hochgradig Verwirrten wie A. Felsberger aufzuhalsen käme einer gefährlichen Drohung gleich.

  7. rider650

    @A. Felsberger

    Arbeitsteilung, und somit Kapitalismus, gab es schon, bevor es Banken gab. Man kann ganz ohne Kredit, und sogar ohne Geld, Kapital ansparen, und dieses produktiv einsetzen. Auch Arbeitsteilung ist ohne beides möglich. Geld erleichtert die Sache ungemein. Kredit, und somit Banken, sind nicht wirklich notwendig. Das leuchtet jedem logisch denkenden Menschen ein. Sie brauchen sehr viele Worte bei Ihrem Versuch, von dieser einfachen Tatsache abzulenken, und schaffen es doch (natürlich) nicht, wie gms so prägnant herausgestellt hat.

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