Nein, wir haben keine Inflation….

“…Mietwohnungen in Wien werden teurer. Innerhalb eines Jahres stiegen die Gesamtmieten in der Bundeshauptstadt um 17 Prozent auf 14,40 Euro pro Quadratmeter…” (hier)

11 comments

  1. Karl Markt

    Interessant. Wie entsteht jetzt der Preis? Durch unliebsame Inflation oder durch subjektive Wertschätzung?
    Schleicht sich hier etwa Kapitalismuskritk ein? Etwa das Wohnen zu teuer und Mieten zu hoch?
    Nach dem Motto “Günstige Wohnungen für alle”.

  2. Rennziege

    23. Dezember 2013 – 14:03 — Karl Markt
    “Wie entsteht jetzt der Preis?”
    Diese — pardon: einfältige — Frage ist seit Jahrtausenden beantwortet und bewährt. Der Preis entsteht durch Angebot und Nachfrage. Es ist ein Waagbalken, der sich nach kurzen Schwankungen stets so einpendelt, wie er heißt: waagrecht oder waagerecht, wie man früher sagte. Da steckt auch das Wörtchen “gerecht” drin.
    Sobald Staaten oder Bürokraten an der Waage herumfummeln, womöglich noch mit dem unsäglichen Gummibegriff “soziale Gerechtigkeit”, hängt der Balken schief. Mit allen üblen Folgen für alle Beteiligten. Soziale “Wohnraumbewirtschaftung” hilft nicht denen, denen sie zugute kommen sollte, sondern den Baulöwen. Aber Sozen und Grüne stellen das Denken ein, sobald ihre vollmundigen Parolen das Powerpoint-Stadium erreicht haben. Gerechnet haben sie schon vorher nicht.

  3. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Sie haben “wohlweislich” 😉 “vergessen” den wesentlichsten Eingriff der Politik in den “Markt” zu erwähnen, nämlich das absolut unnotwendige MRG.

    Jetzt warte ich auf den Aufschrei der Frau Vassilakou und die Einführung einer gesetzlichen Mietzinsobergrenze von € 7,– pro Quadratmeter; erst dann wird alles gut.

  4. gms

    Karl,

    [Preise für Wohnungsmieten] “Naja, wenns wen gibt ders zahlt…”

    Eben — ist Wien als Stadt an der Donau doch mit unzähligen Brücken gesegnet. Auch drücken die beamteten Ordnungshüter gewiß ein Auge zu, falls die diversen öffentlichen Grillplätze in der Nähe dieses Gewässers kurzfristig mal ohne die obligatorische Genehmigung befeuert werden werden.

    Wie sie völlig richtig nahelegen, sind bourgeoise Einrichtungen, die es erlauben, das Draußen vom Drinnen zu unterscheiden und landläufig Wohnungen genannt werden, maßlos überschätzt, und finanzielle Aufwände hierfür Ausfluß von Dekadenz.

  5. Reinhard

    @Karl Markt
    Sind Sie eigentlich in der Lage, den Sinn der Überschrift mit dem Sinn des Textes zu verknüpfen, oder mangelt es Ihnen an der notwendigen Fähigkeit zur Kombination?
    Hier geht es offensichtlich darum, dass in den letzten Jahren eine permanent im zweistelligen Bereich liegende Teuerung bei Wohnen, Heizen, Gebühren und Lebensmitteln (also zufällig jenen Posten, die dem einfachen Bürger wöchentlich und monatlich aus dem Börserl fliegen) zu verzeichnen ist, während uns die wohlmeinenden Obertanen beschwichtigend über Flugfernreisen, 3D-TV und Druckertinte (also all jenes, was der Normalbürger selten bis nie braucht) vorrechnen, dass der böse neoliberale Spukteufel der Inflation gar nicht existiere.
    Fliegen Sie auf die Malediven und saufen’s dort Nachfülltinte, dann leben Sie in der Deflationszone. Der normale Bürger brennt derweil daheim aus, da sein Reallohn jährlich im zweistelligen Prozentbereich sinkt.

  6. Rennziege

    23. Dezember 2013 – 17:09 — Reinhard
    “Fliegen Sie auf die Malediven und saufen’s dort Nachfülltinte …”
    Ich liebe diesen herrlich einleuchtenden Satz, Reinhard! Dieser gute Rat, sosehr er dem Karl Markt einleuchten und ihm den Zugang zu einem All-Inclusive-Idiotenghetto schmackhaft machen wird, . Aber der Literpreis für so ein Tintenpatrönchen liegt immer noch um die 750 Euro, also bei einem Dutzend Flaschen Taittinger oder Bollinger. (Zweifellos die Lieblingsgetränke Karl Markts.) Leute, die rechnen können, setzen auf Laserdrucker. Aber den Kistenschiebern gerlingt es immer noch, dem gemeinen Volk einen Tintenstrahler für 90 Eulen, Erstausstattung mit maximal halbgefüllten Patronen, als “Schnäppchen” anzudienen. Damit druckt der “Ich bin ja nicht blöd!”-Käufer zehn Kochrezepte und muss sündteuer nachkaufen gehen, was ihm die Haare vom Kopf frisst.
    Und wenn er drei Tage nicht druckt, sind die Druckköpfe eingetrocknet; die Reinigungs-App verbraucht jedesmal ein Zehntel der Tinte, was die Freude rasch mindert. — Aber Karl Markt wird’s schmecken, sowohl oral als auch auf Papier. Denn er ist ein mündiger Konsument.

  7. J.Peer

    Wem schadet Geldentwertung ( Erhöhen der Geldmenge ) am meisten ? Dem Arbeiter.
    Das weiß man schon seit den 20er Jahren. Darum hat Bkz. Klaus ja nur 3 Mia EURO Schulden gehabt.
    Aber Kreisky und die anderen europ. Sozialistenführer haben Experten gehabt, die haben das Schuldenmachen neu erfunden.

  8. Sybille Stoa

    Vorgetstern eine Freundin zu mir:

    Es zahlt sich aus, als Immo-Verwalterin in St. Pölten zu wohnen und in Wien zu arbeiten, dann um mein Gehalt in Wien habe ich in St. Pölten viel mehr Kaufkraft. Weiters haben reiche Pensionisten und russische oligarchen mehr Geld, aber die interessieren nur Wohnungen in Wien und nicht am Land.

  9. Reinhard

    @Rennziege
    Nicht ganz, Werteste, der Internet-Tintenhändler meines nachfüllenden Vertrauens kommt auf einen Literpreis knapp über 100 Euro, inklusive frisch bechipter Patrone. Angesichts der damit zu betextenden Seitenzahl geradezu ein Schnäppchen. In den letzten Jahren sank dieser Preis permanent und rechnet uns den Warenkorb schön.
    Wer in die Blödmann-Weihnachtshasen-Falle der diversen Metro-Wurmfortsätze tappt und dort Originalpatronen (eine zum Preis von fünf…) kauft, dem gehört das Geld als Deppensteuer abgebucht. Und mein Drucker lebt mit Nachbau, entgegen allen Unkenrufen der angstschürenden Markenpropheten, seit 6 Jahren munter und gesund in den Tag. So wie meine Waschmaschine auch ohne Calgon. 😉

    Was ich sagen will: Auf Druckertinte kann ich privat (ich nutze meinen Sprudler hauptsächlich dienstlich) verzichten, auf Essen und Trinken weniger. Man kann sich einschränken, da ist noch eine Menge Luft, aber bei Wohnkosten, Heizkosten (gerade mit Zwergen im Haushalt) und Gebührenvorschreibungen hält sich das Sparpotenzial in Grenzen. Und genau dort schnellen die Preise in die Höhe; schön versteckt hinter Sonderangeboten und einer Menge billigen Mülls, den die Welt nicht braucht.
    Ich will das ja nicht werten, ist eben die logische und von uns hier ja auch zur Genüge vorhergesagte Entwicklung, aber es wirkt schön langsam pittoresk, wie unsere obersten Realitätsverschwurbler dem gemeinen und meist mit mangelnder Motivation zur Intelligenz ausgestatteten Wohlstandsvolk den Sand in die Augen schaufeln, von jenen auch noch dankbar empfangen.
    Und Leute wie unser immer wieder für Begeisterung bei den Argumentationsforschern sorgende Herr Markt lenken mit Nebelgranaten und Scheingefechten auch noch davon ab, dass da genau jene Leute verraten und verkauft werden, für die er sich doch angeblich so kämpfend in die revolutionäre Schlacht wirft: Die Arbeiter und Angestellten, die ihr Lebtag ordentlich geleistet und gespart haben und denen das störrische Festhalten am einmal erworbenen wohlständischen Lebensstil jetzt das Ersparte, die Zukunft und den Leistungswillen wegfrisst!

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