Nein zum Grundeinkommen!

Von | 4. Februar 2016

(MARCUS FRANZ) Das sogenannte “Bedingungslose Grundeinkommen” (BGE) ist eines der ganz wenigen Themen, wo sich ein Teil der Liberalen und die allermeisten Linken einig sind: Sie halten es für sinnvoll und gut. Das BGE wird von seinen Anhängern als die Lösung aller monetär bedingten sozialen Probleme verstanden, es soll die Leute unterschiedslos vom Arbeitszwang befreien und es soll die Gesellschaft am Ende um vieles glücklicher machen.

Worum es geht und wie das gehen soll: Das BGE wird über die steuerlich finanzierte Umverteilung vom Staat ausbezahlt und es steht im gegenständlichen Denkmodell ausnahmslos jedem Bürger zu. Das BGE ist ein Sockelbetrag, den man vom Staat immer und überall bekommt, egal ob man arbeitet oder nicht, ob man reich ist oder arm, alt oder jung.

In der oft recht pathetisch formulierten BGE-Denke würde diese Neuerung den Menschen im kapitalistischen System von seinem Joch befreien, ihm seine unveräußerliche Würde garantieren und ihn gegen existenzielle Not und jede Willkür des Staates und der Arbeitgeber a priori absichern – und das eben ohne irgend eine Bedingung an die solcherart Alimentierten zu stellen.

So weit, so finanz- und sozialromantisch. Natürlich gibt es eine Fülle von Argumenten gegen diese auf den ersten Blick womöglich interessante und humanistisch scheinende Idee. Um gleich zum Kern zu kommen: Der Autor dieser Zeilen hält das Konzept des BGE für kontraproduktiv und in letzter Konsequenz für korrumpierend und daher schlicht für unsinnig.

Warum: Geld ist ein Tauschmittel. Es muss einen Gegenwert besitzen, der über Marktmechanismen vereinbart wird. Üblicherweise ist das, was man für Geld bekommt, ein Produkt, dessen Wert über den Preis festgesetzt wird. Und im Regelfall wird das Geld dafür immer verdient, entweder durch Arbeit, Handel, Produktion oder Dienstleistung. Man muss jedenfalls etwas für sein Geld tun, zumndest solange man das kann.

Staatliche Zuwendungen ohne Gegenleistung gibt es nur für Menschen, die entweder in schwerer Not sind und nicht arbeiten können oder für solche, die passagär keine Arbeit haben oder die ihren Anteil an der Gesellschaft schon geleistet haben (wie Pensionisten) oder die aufgrund einer Krankheit nicht (mehr) arbeitsfähig sind.

Der alttestamentarische Spruch “Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot verdienen” und das Paulus-Wort “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen” zeugen davon, dass die Anstrengung seit alters her ein zentrales Merkmal des Geldverdienens und des Kampfes um das Dasein ist. Und die Bibel-Zitate beweisen, dass Geldbekommen und Verdienst nicht einfach so aus dem Nichts heraus installiert bzw. verteilt werden können, denn das würde eine uralte und sinnhafte, gewachsene Ordnung gefährden und den Ursprung eines jeden materiellen Wertes ad absurdum führen.

Der Einwand, reiche Erben oder Großkapitalisten würden ja auch nichts für ihr Geld tun, stimmt weder in Bezug auf das BGE noch grundsätzlich: Reiche Leute haben Firmen, Betriebe, Unternehmen etc, die am Laufen gehalten werden müssen, sonst gehen sie zugrunde. Und sie haben Verantwortung für Mitarbeiter und Geschäftspartner. Sogar die oft kritisierten Finanz-Spekulanten müssen eine Leistung bringen und ein Risiko nehmen. Das Geld auf dem Finanzmarkt fällt nicht vom Himmel und Broker darf übrigens jede(r) werden, da gibt es keine Exklusionen.

Das BGE wäre also die einzige Maßnahme, die systematisch in einem sozialen Gebilde einen finanziellen Fluss von den Gebern zu den Nehmern etablieren würde, bei der die Nehmer zu nichts verpflichtet sind. Bei jedem anderen Umverteilungs-Tool müssen die Empfänger zumindest irgendwann irgendetwas zurückgeben oder jedenfalls ihre Bedürftigkeit beweisen. Oder sie müssen vor bzw. nach ihrer Bedürftigkeit über die Solidarsysteme mithelfen, andere Bedürftige zu finanzieren.

Das BGE würde im Gegensatz dazu eine flächendeckende Almosen-Situation herstellen, die auf Kosten der Leistenden lukriert wird. Eine Gegenleistung ist bewusst nicht vorgesehen. Wer nicht arbeiten will, könnte also theoretisch jahrzehntelang den anderen auf der Tasche liegen und der Staat würde dieser Situation noch Vorschub leisten. Das Argument, dass das BGE ja ohnehin jedem ausnahmslos zustünde und es daher egal sei, ob jemand arbeitet oder nicht, ist haltlos, denn wer arbeitet, finanziert sich sein BGE definitiv selber und wer viel arbeitet, sponsert noch andere mit. Wer nicht arbeitet, finanziert niemanden.

Auch wenn man davon ausgeht, dass die meisten Menschen schon aus Gründen des Selbstwertes einer Beschäftging nachgingen, ist die Ausgangssituation und die Grundüberlegung eines BGE haarsträubend: Das Prinzip Leistung, das eng mit dem Prinzip Konkurrenz zusammenhängt und in der gesamten Natur eine Essenz des Lebens darstellt, wäre aufgehoben und beseitigt. Auch der freiwillige Altruismus wäre entkernt, wozu sollte man noch etwas geben oder jemandem pekuniär helfen? Kooperation als eine der wichtigsten sozialen Triebfedern würde durch Missgunst und Vereinzelung ersetzt: Man holt sich die Knete vom Staat und geht seiner Wege.

Überdies würde rein marktbezogen betrachtet das BGE sofort einen massiven Teuerungsschub auslösen, weil ja jede(r) mehr im Börsel hätte und der Markt entsprechend reagieren würde. Eventuelle Benefits, die in manchen Argumentationen zum BGE behauptet werden, fielen damit sofort flach und das BGE müsste ständig angehoben werden – es würde sich also umgehend ad absurdum führen oder zumindest in eine Teuerungsspirale münden.

Abgesehen vom korrumpierenden und zynischen Faktor, den das BGE auf den Einzelnen ausübt, gibt es also auch eine ökonomische Facette, die recht unangenehm werden und damit enden könnte, dass das BGE seine Kinder erst recht nicht versorgen kann.

In der Schweiz wird aufgrund einer Bürger-Initiative heuer im Juni grundsätzlich darüber abgestimmt, ob sich der Gesetzgeber näher mit der Idee BGE beschäftigen soll. Das wird sicher spannend, aber man kann davon ausgehen, dass die Schweizer das Experiment ablehnen werden. Interessante Debatten wird es im Vorfeld aber trotzdem geben und diese sind auch notwendig, um diese nur scheinbar attraktive Idee final durchzudiskutieren und dann ad acta zu legen.

 

 

36 Gedanken zu „Nein zum Grundeinkommen!

  1. Thomas Holzer

    In der Bibel steht -soweit ich weiß- nichts über Demokratie, sondern nur, gebt dem König was des Königs ist. Darf man jetzt die Bibel dafür verwenden, gegen die Demokratie und für die Monarchie zu argumentieren?!
    Abgesehen davon:
    knapp 500.000 Arbeitslose gegenüber knapp 36.000 gemeldeten, offenen Stellen.
    die Verwaltung, Berechnung etc. der Bezieher von Arbeitslosengeld und BMS kostet in Summe (wenn man ehrlicher Weise alle! Kosten einrechnet) mehr als ein BGE
    vorsichtige Prognosen gehen davon aus, daß die “Industrie 4.0” zumindest ca. 30% aller derzeitigen Arbeitsplätze obsolet machen wird.
    Werden die dann das neue “Lumpenproletariat”, welches dann von Parlamentsabgeordneten mit “panem et circenses” bei Laune gehalten werden, um deren Wiederwahl zu garantieren?
    Wäre der Beitragsschreiber nicht so sehr ideologisch verbrämt (wahrscheinlich eben deswegen ein gläubiger Adept des Herrn Lopatka), wüsste er, daß seine Argumentation, daß (fast) alle nur “auf der faulen Haut” liegen, natürlich nur zu Lasten von so ehrenwerten Politikerdarstellern wie z.B. ein Herr Lopatka einer ist -welcher sich nicht entblödet zu behaupten, daß BMS-Bezieher de facto ungebildet, primitiv, sämtlichen Lastern mehr als nur zugeneigt und ergo unfähig und Unwillens sind, ihr Leben zu “meistern”- leben (dahinvegetieren?!) wollen, ins Leere geht.
    Hinzu kommt, daß den Gegnern eines BGE, die Möglichkeit zur Selbstbestimmung des Einzelnen, ohne von Politikerdarstellern und Beamten abhängig zu sein, naturgemäß der Gräuel schlechthin ist
    Abschließend: niemand hätte mehr im Börserl, dies ist schlichtweg eine Behauptung, durch nichts verifiziert.

  2. Lisa

    Ich nehme an, das es abgeleht wird. Nicht weil der – meist arbeitsfreudige – Schweizer dann in der Sonne liegen würde, sondern weil die meisten sozialen Berufe, die von “Bedürftigen” leben, abgeschafft würden. Siesind sich die täglichen Schleimereien und Lügengeshcihten so gewöhnt, dass sie nicht darauf verzichten möchten. Brot und Einfluss wären dahin. Zudem muss das Geld ja irgendwoher kommen – das wäre nur über eine Konsumsteuer möglich, d.h. eine Verteuerung der Produkte, also könnten sich diejenigen, die nur das Grundeinkommen hätten, doch nicht sehr viel leisten und müssten Zusatzverdienste suchen. Stellen gibt es aber nicht immer und nicht überall – und wenn die Bezahlung dafür versteuert werden muss, womöglich progressiv mit Anrechnung des Grundeinkommens, ist eh alles wieder wie zuvor. Aber da ja die Abschaffung des Geldes schon mal zur Diskussion steht, wird es eh keine Einkommen, Renten und Almosen mehr geben, sondern nur noch Zahlen in Computern…

  3. Tom

    @Th. Holzer

    Dabei wäre ein Lösung so einfach. Wir besetzen jede einzelne der 36.000 offenen Stellen mit je 14 Erwerbslosen und haben Vollbeschäftigung ! Die Welt könnte so einfach sein …. 🙂

  4. Thomas Holzer

    @Tom
    Das habe ich auch schon ventiliert, schlußendlich aber wieder verworfen.
    Dieser geniale Vorschlag muß schon von “unseren” Politikerdarstellern kommen, dafür wurden sie ja auch gewählt, egal für welche Partei sie mal angetreten sind (die Wahrheit (und Parteizugehörigkeit) sind eine Tochter der Zeit) 🙂

  5. Vorberg

    “Das BGE wäre also die einzige Maßnahme, die systematisch in einem sozialen Gebilde einen finanziellen Fluss von den Gebern zu den Nehmern etablieren würde, bei der die Nehmer zu nichts verpflichtet sind.”

    Ich gehe davon aus, daß damit Politik und Politiker gemeint sind.

  6. cmh

    @TH
    Die Bibel ist nicht das Grundbuch von Palästina. Es gibt aber immer wieder Vollkoffer, zumeist durchaus intelligente, die meinen, damit punkten zu können. Dazu wird auch noch falsch zitiert. Damit zeigt sich nur, dass man die eigene Intelligenz, so groß´die sein mag, für größer hält, als sie tatsächlich ist. Dass Sie nicht überprüft haben, dass es Kaiser und nicht König heisst, könnte darauf schließen lassen, dass Sie etwas gegen die Habsburger haben. Aber das ist natürlich Unsinn. Nur etwas mehr Sorgfalt wäre schon wünschenswert.

    Und weil das Wort Proletariat gefallen ist. Seien Sie ohne Sorge. Proletarer kommt zwar von proles dh massierte Nachkommenschaft, aber nicht einmal diese Leistung bringen die Proletarier 4.0 der Gesellschaft. Also “Ignore it! It wont last long.”

  7. El Pablo

    In der Sonne liegen halte ich für das kleinere Problem. Die enorme Teuerung wäre das Hauptproblem. Denn 1. wo mehr Geld ist, wird mehr Geld nachgefragt. 2. wird natürlich niemand mehr um Löhne arbeiten, die auch nur in der Nähe des BGE liegen. Daher würde auch die Lohnkosten stark ansteigen, wenn die Jobs denn nicht ganz verloren gehen (denn weltweit gleichzeitig wird kein BGE eingeführt).

    Die Idee ist verlockend, utopisch, einfach nett. Aber die Realität wäre katastrophal – selbst wenn es sich finanziell vermutlich ausgehen würde. Österreich leistet sich fast 11.000 Euro Sozialausgaben pro Kopf und Jahr – da ist schon ein BGE drin, wenn alles andere gestrichen wird. Es hat nur leider so viele Nachteile, dass es eine Utopie ist, die besser utopisch bleibt.

  8. Falke

    Dieser “Teuerungsschub” ist ja bekanntlich erwünscht, vor allem von der EZB, die zu diesem Zweck massenweise Papiergeld druckt und unter das Volk wirft. Draghi möchte ja unbedingt Inflation haben und erzeugen, der große Schrecken aller Regierungen ist die “Deflation”, also der Preisrückgang.

  9. Max

    Wenn’s weniger sozialromantisch sein und dafür beinhart zynisch soll: Die Absicherung ist immer auch ein Bestechungsgeld gegen soziale Unruhen. Und wenn in den nächsten Jahren nicht alle urplötzlich zu fantastischen MINT-Absolventen oder guten Dienstleistern mutieren, wird es einfach schwerer, einen Arbeitsplatz zu finden, Herr Holzer hat das ja schon ausführlich beschrieben. Und ob in der Bibel “Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen” steht, wird den Betroffenen dann herzlich wurscht sein (fantastische Argumentation übrigens – next in line: uralte und sinnhafte Ordnungen aus dem Koran herleiten).

  10. dickbrettbohrer

    „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“

    Eigentlich ist das eine Fehlübersetzung. Stimmig im Sinne der Realität wäre:
    “Wer nicht arbeitet, KANN auch nicht essen.”

    Wer nicht arbeitet, ist darauf angewiesen, von seinem Nächsten ernährt zu werden, diese simple Wahrheit ist durch den Sozialstaat verschüttet. Die Anonymität des Geldflusses gaukelt infantilen Geistern vor, daß das Füllhorn der Güter niemals versiegen wird, egal, wie viele Gutscheine (= Fiatgeld) zum Verzehr auch verteilt werden mögen. Und das schönste: für die Gaben muß keiner arbeiten! Zu solchen Vorstellungen hat sich linkes Denken verstiegen!

    Daß auch im Sozialstaat jemand auf der Geberseite stehen muß, und daß die Geber produktiv tätig sein müssen, wird ausgeblendet. Die Produktiven sind es, welche auf dem Umweg der Besteuerung gezwungen werden, all jene mitzuernähren, die nichts produzieren.

    Der Paulus-Spruch sagt nicht, daß man den Nichtproduktiven den Brotbeutel höher hängen soll. Die Aussage, die ich als unmoralische Beschreibung der Wirklichkeit deute, weist vielmehr auf eine im Naturgesetz verankerte Tatsache hin. Die lautet: jedes Lebewesen muß für seine Ernährung „arbeiten“! Das Schlaraffenland existiert nur im Märchen! Ein Mensch, auf sich selbst gestellt, wie etwa Robinson auf der Insel, müßte verhungern, wenn er sich nicht nach diesem Gesetz der Mühe und Plage richtete.

    Wer nicht arbeitet, hat nichts zu essen!
    So wird ein Schuh daraus. Es sei denn, die Behörden des mächtigen Sozialstaats zwingen die produktiven Bürger dazu, gleich eine anonyme Schar unproduktiver Menschen mitzuernähren. Und daraus wird nun ein völlig unsinniger Anspruch auf Ernährung abgeleitet. Das Recht auf Ernährtwerden gibt es nicht! Nicht einmal ein Baby könnte solch ein Recht einklagen, wenn es das Pech hat, von seiner Mutter schicksalhaft im Stich gelassen zu werden. Man mag dies beklagen und verurteilen, aber man muß doch die Naturgesetze zur Kenntnis nehmen. Einen Anspruch auf Ernährung gibt es in der ganzen Schöpfung nicht! Bei wem wäre dieses Recht denn im Notfall einzulösen? Bei Gott selbst?

    Die Linken stellen nun einmal alles auf den Kopf – sie praktizieren das, was C.S. Lewis treffend „den Aufstand der Äste gegen den Baum“ genannt hat. Die Linken verwechseln die Naturgesetze mit der Moral. Moralisierende Politik bringt seit je viel Elend über die Menschen.

    Das bedingungslose Grundeinkommen ist allein in seiner Signalwirkung eine der dümmsten Ideen, die unser Zeitalter hervorgebracht hat. Es wird – gegen alle Vernunft – verwirklicht werden.

    Gruß vom dickbrettbohrer

  11. dickbrettbohrer

    Und ehe vielleicht jemand auf die Idee kommt, mich in die rechte Ecke zu stellen: nur voran.
    Ich beschreibe die Gesetze des Daseins. Ich bewerte sie nicht. Das obliegt mir nicht.
    Fatal ist der Versuch, die Gesetze des Daseins aus der Verankerung zu reißen.
    Wohltätigkeit hat es immer gegeben – auch in Zeiten ohne Sozialstaat. Fürsorge für in Unglück geratene Mitmenschen, für Kinder, Kranke, Alte – diese Menschen mitzuernähren, ist ebenfalls ein genetisch verankerter Faktor. Karitas heilt Not. Anonyme Zwangsumverteilung schafft Unrecht, und daher Unfrieden.
    Wir leben in Zeiten großen Unfriedens.

  12. mariuslupus

    Warum das BGE auch eine liberale Idee sein sollte, leuchtet mir nicht ein. Der vom Staat gefüterte Empfänger des Grundeinkommens ohne wen-und-aber verkauft zuerst seine Seele an den Staat, um anschliessend seine Selbstverantwortung in der Tielfkütruhe zu entsorgen. Was soll daran liberal sein ?
    Warum immer etwas neues ? Es gibt auch alte Grundsätze. Benedikt von Nursia: ” Ora et labora et lege”. Nur weil die meisten marxistischen Sozialromantiker faul sind zu lesen, möchten sie auch die Arbeit abschaffen. Aber dann bleibt nur das Beten, aber wie bekannt dauern Wunder etwas länger. Und die Geschichte mit dem Manna ? Wie jede Geschichte – ” non è vero, è buon trovato”

  13. PeterT

    In dieser schönen neuen Welt des BGE, wo die Menschen vom Joch der Erwerbsarbeit befreit sind und ihren Talenten und Neigungen nachgehen können, wer wird dann die Klos putzen, die Straßen kehren und den Müll abholen, und all diese anderen Jobs machen, die für’s Funktionieren unserer Gesellschaft notwendig sind?
    In einer neuen Welt, wo schätzungsweise für jeden dazuverdienten Euro (ab dem Ersten) 60% an den Staat abzuliefern sein werden, um die Wohltaten zu finanzieren?
    Gäbe nur zwei Möglichkeiten:
    1.) das BGE wäre so lausig niedrig, daß im Endeffekt jeder der mehr will als nur vor sich hin zu vegetieren erst wieder arbeiten muß (auch Arbeiten die nicht seinen ‘Neigungen und Talenten’ entsprechen), also im Endeffekt dasselbe wie heute, nur ein bißchen anders administriert.
    2.) das BGE wäre ‘angemessen’ – und plötzlich müsste man den Menschen für die einfachen, unatttraktiven Jobs das Doppelte oder Dreifache bezahlen, damit dann nach Abzug der (erhöhten) Steuern ein Betrag übrigbleibt, der attraktiv genug bleibt, Leute für diese Jobs zu motivieren.
    Was, insbesondere im zweiten Fall, halb Europa (vom Rest der Welt ganz zu schweigen) abhalten sollte, ins ‘Paradies’ zu übersiedeln, wäre auch noch zu klären

  14. Christian Peter

    Zuallererst sollten man die Subventionen an politische Parteien beenden, denn Österreich leistet sich die teuerste Demokratie der Erde. Zum Vergleich : Insgesamt (direkte und indirekte Subventionen wie GIS – Gebühren, Regierungsinserate, Presseförderung, etc.) fließen an politische Parteien in Österreich weit über 1 Milliarde Euro pro Jahr, während die Ausgaben für Grundsicherung nur 600 Millionen Euro betragen.

    Und mal ganz ehrlich : Wo ist der Unterschied zwischen einem Berufspolitiker und einem Sozialhilfeempfänger, liegen doch beide dem Steuerzahler auf der Tasche ?

  15. Christian Peter

    @Dr. Marcus Franz

    wie sieht es mit ihrem ‘bedingungslosen Grundeinkommen’ aus, dass die als Volksvertreter auf Kosten der Steuerzahler genießen ?

  16. Thomas Holzer

    @CP
    Der Unterschied besteht darin, daß die Politikerdarsteller bestimmen (wollen), wer der gute (sie selbst) und wer der böse Sozialhilfeempfänger (alle anderen) ist 😉
    again: man möge sich nur die überhebliche Diktion des Herrn Lopatka “zu Gemüte führen”

  17. Thomas Holzer

    @Vorberg
    touche! 🙂
    @cmh
    mea culpa, aber ich habe nicht alle (Bibel)Zitate wortwörtlich im Kopf.
    Als deklarierter Antidemokrat habe ich weder etwas gegen Fürsten, Könige und/oder Kaiser

  18. aaaaaaaa

    Ohne in die Debatte einzutauchen, ob das BGE gut oder schlecht ist, eine historische Klarstellung:

    Das mit den Linken stimmt nicht. In Deutschland waren Linke wie Wagenknecht die größten Gegner des Grundeinkommens, während es im FDP-Wahlprogramm das Bürgergeld gab, und auch CDUler wie Bundespräsident Horst Köhler sich dafür aussprachen.

    Die Linken tun erst seit kurzem so, als wäre das ihre Idee gewesen, seitdem sie gemerkt haben, dass das Wähler anzieht.

    Interessante kurze Clips:

    Wagenknecht gegen BGE: https://www.youtube.com/watch?v=IZxZ2z-WdVQ
    Milton Friedman für BGE: https://www.youtube.com/watch?v=eJFSLACxFkk&t=25m25s (ab 25:25)

  19. Reini

    … wenns weiterhin das „Bedingungslose Grundeinkommen“ nur kürzen und nicht erhöhen, werden ihnen bald die Mitarbeiter ausgehen! … 🙂 hihi ,…

  20. Christian Weiss

    “Die Anonymität des Geldflusses gaukelt infantilen Geistern vor, daß das Füllhorn der Güter niemals versiegen wird, egal, wie viele Gutscheine (= Fiatgeld) zum Verzehr auch verteilt werden mögen. ”

    Da bringt es “Dickbrettbohrer” schön auf den Punkt, warum “bedingungsloses Grundeinkommen” scheitern muss. Es ist eben nichts bedingungslos in unserer Welt. Der Mensch muss atmen, fressen, saufen und gerade jene, die den Superreichen “Gier” vorwerfen, wollen sich auch allerlei Plunder kaufen.

    Wenn aufgrund des BGE die Erwerbstätigkeit und Produktivität nur ein bisschen zurückgeht, ergibt sich schon eine Verschiebung bezüglich Geld und verfügbarer Güter und Dienstleistungen. Es nützt eben nichts, Gutscheine zu verteilen, wenn die Suppe, die es dafür geben soll, nicht gekocht wird.

    Die von Ihnen, Thomas Holzer, angemerkte mögliche industrielle Revolution 4.0 mag ja vielleicht tatsächlich viele Arbeitsplätze killen. Aber dann mag man diesen Nichterwerbstätigen ihre Sozialhilfe zahlen. Weil die Roboter dannzumal die Güter produzieren, die zuvor noch Menschen produziert haben, entsteht das Problem des Missverhältnisses zwischen Gutscheinen und Suppe nicht.
    Man soll dann mehr Leute aus dem Säckel des Steuerzahlers alimentieren, wenn der grosse Arbeitsplatzwegfall durch Automatisierung eintritt, aber sicher nicht schon heute. Diese seltsame Art der Vorsorge scheint inzwischen gross in Mode zu kommen. Hört heute schon auf, Erdöl zu verbrauchen, denn übermorgen könnte es ausgehen. Aha. Und dann lassen wir es ungenutzt in der Erde und frieren an den Hintern und fahren nicht mehr rum?

    Zudem geht auch vergessen, dass der Wegfall des Leistungsdrucks auch noch Innovation verhindert. Vom Ende der Arbeit durch Automatisierung spricht man schon sehr lange. Aber es haben sich immer neue Erwerbsmöglichkeiten und Nischen gebildet. Mit dem Vorteil, dass durch die vielfältigen Angebot auch viel mehr Menschen mit ihrer Arbeit glücklich sind.
    Neue Nischen werden sich bilden, wenn die Menschen dazu gezwungen sind, neue zu finden. Mit dem BGE endet das alles nur in der Dekadenz.

  21. Walter

    Naja, wenn es in einem Buch steht, geschrieben von einer Gruppe von Menschen die damals nicht wussten wohin die Sonne am Horizont verschwindet, dann wird das schon seine ökonomische Richtigkeit haben.

  22. Rennziege

    Lasst uns nicht vergessen, dass das Konzept eines leistungslosen Grundeinkommens auf den guten alten Karl Marx zurückgeht, dessen maschinenstürmerische Parolen von seinem Schwiegersohn vertieft wurden:

    Eine gute Arbeiterin verfertigt auf dem Handklöppel gerade fünf Maschen in der Minute; gewisse Klöppelmaschinen fertigen in derselben Zeit dreißigtausend. Jede Minute der Maschine ist somit gleich hundert Arbeitsstunden der Arbeiterin, oder vielmehr, jede Minute Maschinenarbeit ermöglicht der Arbeiterin zehn Tage Ruhe. Was für die Spitzenindustrie gilt, gilt mehr oder weniger für alle durch die moderne Mechanik umgestalteten Industrien. Was sehen wir aber? Je mehr sich die Maschine vervollkommnet und mit beständig wachsender Schnelligkeit und Präzision die menschliche Arbeit verdrängt, verdoppelt der Arbeiter noch seine Anstrengungen, anstatt seine Ruhe entsprechend zu vermehren, als wollte er mit den Maschinen wetteifern. O törichte und mörderische Konkurrenz! (Paul Lafargue, 1842 – 1911, in “Das Recht auf Faulheit”, 1883)

    Gewiss war Lafargues “gewisse Klöppelmaschine” eine bescheidene Vorgängerin heutiger Industrieroboter. Die Annahme allerdings, ein buzzword wie “Industrie 4.0” werde zu flächendeckender Vernichtung von Arbeitsplätzen führen, ist ebenso irrig wie die Paranoia der Ludditen, die damals Textilmaschinen sprengten.
    Die darauf unaufhaltsam folgende industrielle Revolution sorgte für Millionen neuer Arbeitsplätze, die den Arbeitsmarkt alsbald leerfegten. Was wiederum zu steigenden Löhnen, erstarkenden Gewerkschaften, sinkenden Arbeitszeiten, sozialem Aufstieg des kurz zuvor noch rechtlosen “Proletariats” führte — inklusive Kranken-, Arbeitslosen- und Altersversorgung. (Bismarck, zähneknischend, um den Sozialisten den Wind aus den Segeln zu nehmen.)

    Noch nie wurde die Menschheit durch technischen und wissenschaftlichen Fortschritt zurückgeworfen. Anfangs oft verteufelt, wie die Geschichte zeigt, war dies immer ein gesamtwirtschaftlicher Gewinn für alle. Allerdings nur in einem freien Markt, der noch nicht von marxistischen Sozialmafiosi, Umweltfetischisten und EU-Politruks erwürgt wurde, die uns vorgaukeln, sie verstünden was von Wirtschaft und könnten sogar Arbeitsplätze “schaffen”.
    Diese flagrante Lüge wird ihnen leider geglaubt, besonders in Österreich, wo die Staatsgläubigkeit wahre Orgasmen auf der Matratze der Verbalhure “soziale Gerechtigkeit” zelebriert. Aber der Staat (eh scho’ wissen!) erweist sich, täglich bewiesen, als Hemmschuh einer aussichtsreichen Zukunft. Die wird von Menschen gestaltet und eingeleitet, die im Konkurrenzkampf freier Märkte ungestüm und ohne Maulkorb nachdenken, forschen und gestalten. Nicht von den Bürokraten, Verhinderern von Gedankenfreiheit und Verteilern unerschwinglicher Almosen — sosehr sich diese Hallodris damit schmücken, sie könnten Wein aus Wasser machen wie weiland Jesus. Das Wasser dürfen die letzten überlebenden Steuerzahler trinken, den Wein trinken die Bonzen. (Warum erinnern mich Österreich und die EU so sehr an DDR und UdSSR, die ich nur aus dem Geschichtsunterricht kenne?)

  23. Rennziege

    4. Februar 2016 – 13:31 Christian Weiss
    Vorhin vergaß ich hinzuzufügen, dass ich derselben Meinung bin wie Sie: bezüglich des BGE und auch sonst.

  24. Gerhard

    Haben wir nicht schon jetzt ein BGE in Form der Mindestsicherung?

  25. Thomas Holzer

    Alleine die Personalkosten für ca. 5700 Mitarbeiter des AMS betrugen 2014 über EUR 218 Millionen, zusätzlich Rückstellungen von über € 53 Millionen für Prämien, Jubiläumsgeldzahlungen etc.; der betriebliche Aufwand betrug im Jahr 2014 ca. € 117 Millionen; sprich die Verwaltung der Arbeitslosigkeit kostete im Jahr 2014 mehr als 383 Millionen; die Kosten für die Verwaltung der BMS-Bezieher, 256.000 österreichweit 2014 (welche in Summe ca. 600 Millionen 2014 bezogen haben) sind hier noch gar nicht eingerechnet.
    Daß sich alle in die Hängematte legen würden, ist eine Mär, welche gerade von denen befeuert wird, die Angst davor haben, Einfluß zu verlieren; egal ob Politikerdarsteller oder NGOs, welche ohne Bittsteller ihre Daseinsberechtigung auf einen Schlag verlieren würden.
    Ein BGE in der Höhe der derzeitigen BMS, also ca. € 830,– würde wohl eher nicht zum massenhaften dolce far niente einladen.

  26. gms

    Gerhard,

    > Haben wir nicht schon jetzt ein BGE in Form der Mindestsicherung?

    Ansatzweise ja, aber die Mindestsicherung ist eben nicht bedingungslos. Überzogen ist allenfalls der bürokratische Aufwand zur Vermeidung von Mißbrauch, sprich die Validierung der Bedingungen.
    Bermerkenswert und ebenso verkorkst wie die meisten Argumente fürs BGE, ist der oftmals vorgebrachte Umstand, bedürftige Menschen würden vermehrt auf Engagements der Zivilgesellschaft zurückgreifen, wie etwa Sozialmärkte oder die sogenannte ‘Tafel’. Dieselben, die aus recht eigentümlichen Gründen positives mitmenschliches Handeln beklagen und selbiges als Versagen des Sozialstaats zu erkennen vorgeben, bejubeln heute das Engagement privater Organisationen zur Flüchlingshilfe. Stringente Argumentation sieht anders aus.

    Nicht nur scheitert ein bedingungsloses Grundeinkommen an der Finanzierbarkeit respektive dessen Effekte auf Einkommen aus Erwerbsarbeit, es ist darüber hinaus ein gezielter Anschlag auf den Zusammenhalt der Gesellschaft. Alles für den Staat, alles vom Staat — der Traum jedes Kollektivisten.

  27. Thomas Holzer

    Auch die Witwerpension ist eine Art von BGE.
    Es gäbe, stringent zu Ende gedacht, nur zwei Möglichkeiten:
    Abschaffung sämtlicher staatlicher, also kollektivistischer Transferleistungen, egal ob Pendlerpauschale, Kindergeld, Arbeitslosengeld oder/und was auch immer; mit der Folge, daß jeder dort bleibt, “wo der Pfeffer wächst” (kein (Langzeits)Arbeitsloser hat je das eingezahlt, was er aus der “Arbeitslosenversicherung” bekommt)
    Oder:
    Ein BGE für alle, und sonst gar nichts; und ich wage zu behaupten, daß (fast) jeder nach Mehr streben wird; mit einem BGE auf BMS Niveau lässt sich anscheinend z.B. weder ein Auto noch eine Vereinsmitgliedschaft finanzieren

  28. Bösmensch

    Afaik hat Finnland das BGE bereits eingeführt oder ist kurz davor. Lassen wir uns einfach mal überraschen.
    Eine vielleicht dumme Frage eines ökonimischen Nackerbatzls: Was würde passieren, wenn der Staat immer weiter Geld einfach druckt, um es unterm Volk zu verteilen? D.h. es gibt für das verteilte Geld keine Gegenleistung. Eine Binsenweisheit besagt, dass die Inflation steigen und der Wert des Geld sinken würde. Hängt es damit zusammen, dass die Preise einfach angehoben würden, sodass man mehr Geld benötigt, um eine bestimmte Ware zu erwerben, oder ist da noch mehr dran?

  29. Hanna

    Sorry, aber … anerkannte Asylanten haben schon das BGE. Und das ist nicht okay – denn “Asyl” ist etwas ganz Anderes, als die meisten dieser Leute genießen. Morgens zur Arbeit zu gehen und dabei von flanierenden muslimischen AsylantInnen vom Gehsteig verdrängt zu werden, ist Sch*iße.

  30. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Sie vergessen einen psychologischen Effekt, der in D bei den Hartzern sehr gut zu beobachten ist:
    Wenn jemand sowieso Hausnummer 850 Euro bekommt und ich ihm einen Fensterputzerjob Vollzeit für 1200 Euro anbiete (wir müssen ja bei den Preisen bleiben, denn wo soll sonst das Geld herkommen??), dann fragt sich der nicht, ob er für 1200 Euro morgens aufstehen soll, sondern ob er dies für 350 Euro tut. Dann nennt sich das “Ein-Euro-Job” und ist alles andere als eine angestrebte Karriereform. Hat mit Pschikologie zu tun.
    Und weitergedacht müsste dieses Modell auch für die Pension gelten, also egal was man in die Staatliche eingezahlt hat, bekommt jeder das BGE als Volksrente ausgezahlt (übrigens ein Modell, das ich für die Umlagepension als das einzige Funktionierende erachte, und das obwohl ich dort sicher mehr als genug reingebuttert habe) – verklickern Sie das mal jedem Angestellten, höheren Beamten oder anderen Besserverdienern! Und bitte jetzt nicht vom Ansparen anfangen oder von der Versicherung, denn was die Wert ist, sehen wir gerade…
    Also, bei allem Verständnis für Ihre Argumentation, ich bin gemeinerweise auch eher auf der Schiene des “entweder” als des “oder”….

  31. Fragolin

    @Hanna
    Sie vergessen eines: Über den sogenannten “Flüchtlingen” ergießt sich die ganze Liebe gutmeinender Bobo-Weibchen zu ihren neuen Schoßtierchen, da hat Vernunft keinen Platz mehr. Das sieht man an der rein emotionalen, von Trauer, Wut, Empörung und Fürsorge getriebenen “Argumentation” dieser Leute, was das Verhätscheln ihrer Kuschelspielzeuge angeht, ihrem ständigen Fordern nach noch mehr Willkommen, Liebe, Schutz und Eiapopeia. Und dem Geld anderer Leute, so nebenbei. Man bzw. frau will ja ihren selbstlosen Einsatz irgendwie mit Liebe und Dankbarkeit entlohnt sehen, und da von ihren Schützlingen nicht allzu viel zurückkommt, wird eben trotzig von uns gefordert, wir müssten uns mehr anstrengen, denn nur durch unsere renitente Verweigerung könnten ihre traumatisierten Küken nicht endlich zu jener Dankbarkeit und Liebe finden, die sie sonst nicht entfalten können.
    Wenn dann wie heute erst wieder ein Extremist unter Terrorverdacht aus einem Flüchtlingsheim gepflückt wird und der nur einreisen konnte, weil er den Balkan-Triathlon ohne Kontrolle und Belästigung, dafür mit geschenkten Wasserflaschen, Teddys und Küsschen absolvieren konnte, dann wird das ausgeblendet. Solange kein böser Rechtsextremist einen Farbbeutel gegen das Fenster des Terroristen klatscht, ist die Welt in Ordnung. Und sie werden schon die Erklärung finden, dass er nie an ein Bombenattentat in berlin gedacht hätte, wenn wir mehr Geld und Liebe geschenkt und ihn noch willkommener geheißen hätten. Dass er bereits in Algerien gesuchter Schwerkrimineller war, ist eine unbedeutende Randnotiz oder einfach braune Propaganda.
    Wir wussten es schon immer, bekamen es aber nie so deutlich präsentiert: Die Welt ist ein Irrenhaus, und hier ist die Zentrale! Und Pippi Langstrumpf wurde millionenfach geklont…

  32. Fragolin

    Upps, was war denn jetzt schon wieder das Reizwort für den Foren-Schäuble?

  33. gms

    Bösmensch,

    “Eine Binsenweisheit besagt, dass [bei Gelddruchen] die Inflation [umgangssprachlich ‘Teuerung’, korrekt ‘Geldmenge’, Anm.] steigen und der Wert des Geld sinken würde. Hängt es damit zusammen, dass die Preise einfach angehoben würden, sodass man mehr Geld benötigt, um eine bestimmte Ware zu erwerben, oder ist da noch mehr dran?”

    Steckt die Druckfee zu Mitternacht jedem Bürger ein ident großes Notenbündel unter den Kopfpolster, so konterkariert dies alle Geldschuldverhältnisse, zumal später damit monetär beglichenen Verbindlichkeiten nicht mehr jene Warendeckung aufweisen, wie vor dem nächtlichen Feenakt. Monetäre Schuldverhältnisse werden verleiherseitig eingegangen unter Annahmen, was man später bei deren Begleichung kaufen kann, doch dieser Erwerb ist dem antizipierten Umfang nach unmöglich, wenn alle vormaligen Verleiher den Tausch von Geld in Güter vollziehen wollen.

    Liefert die Gelddruckfee statt dessen ihre nicht minder ungedeckten Schuldschein an wenige Auserwählte, so kaufen diese hierfür zu Verhältnissen am Markt ein, in dem besagte Geldmengenausweitung nicht eingepreist ist, was wiederum zur illegitimen Umverteilung realer Güter und damit einer unredlichen Umverteilung von Wohlstand führt; siehe Cantillon-Effekt.

    Ungedecktes Geld zeitigt immer und ausnahmslos Verlierer, egal ob per Helikopter oder Infusion verabreicht. Im ersten Fall benachteiligt es jene, die verspätet die druchfrischen Lappen am Markt versilbern, sei es weil sie länger schliefen oder als Gläubiger längere Laufzeiten zur Rückzahlung vereinbarten, oder eben jene, zu denen das zuvor ventilierte Geld erst später vordringt, zumal sie der Quelle ferner waren.

    Gedecktes Geld statt dessen ist jenes, das durch Verpfändung realer Gütern entsteht oder alternativ über eine nachvollziebare Haftungskette jenen nennt, der für den ausgegebenen Schuldschein haftet. Dann sind entweder tatsächlich ausreichend real existierende Güter am Markt, oder der Geldemittent, der seinen Gläubiger oder dessen Pfand falsch taxierte, begleicht die Schuld an der Allgemeinheit durch entsprechende Kürzung seines Kapitals aus eigener Tasche.
    So oder so stehen Geldmenge und insgesamt dafür Eintauschbares in einem konstanten Verhältnis zueinander. Selbst in einer fiktiven Welt ohne greifbare Güter gibt es gedecktes Geld, zumal alle Arten von Ansprüche und Leistungen nach demselben Prinzip zueinander in Relation gesetzt werden können. Ob auf dem Schein ‘Eine Unze Silber’ steht oder ‘Einmal Kopfkraulen’ — durch entsprechende Haftungketten ist sichergestellt, wer wann den Dienst zu erbringen hat. Besagte Druckfee scheidet als Leistungserbringer aus, was den Betrug nachvollziebar auf den Punkt bringt.

  34. Lisa

    @dickbrettbohrer: zit. “Das Recht auf Ernährtwerden gibt es nicht! ” Genauso sehe ich das auch: Ich weiss nicht, wer das Recht auf “pursuit of happiness” als einfache Recht auf “happiness” uminterpretiert hat. Das muss jedenfalls ein rechter Kindskopf gewesen sein.

  35. Thomas Holzer

    “1200 Euro anbiete (wir müssen ja bei den Preisen bleiben, denn wo soll sonst das Geld herkommen??), dann fragt sich der nicht, ob er für 1200 Euro morgens aufstehen soll, sondern ob er dies für 350 Euro tut.”

    So ist es; und diese Frage stellt sich jeder, egal für welchen Job; das BGE würde u.U. eher eine “Deflation” als eine “Inflation” fördern.

    Der “Hartzler” wird sich halt mit seinen € 850,– nie ein Auto und/oder einen Urlaub leisten können, die Gleichsetzung von “Hartzler” und “Sozialhängematte” ist üblich, entspricht aber der präpotenten Lopatka-Diktion.
    Wenn Politikerdarsteller entscheiden (dürfen), wer gut oder schlecht ist, dann geht es meistens schief.
    Politikerdarsteller leben in Summe mehr auf Steuerzahlerkosten als alle Sozialhilfeempfänger in diesem Land!

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